Enemy

Adam (Jake Gyllenhall) ist Professor für Geschichte und führt ein sehr armseliges, langweiliges Leben bei dem ihm auch Freundin Mary (Mélanie Laurent) wenig Halt gibt. Dann jedoch sieht er in einem Film einen Mann der ihm gleicht. Adam versucht Kontakt mit seinem scheinbaren Doppelgänger aufzunehmen …

Wenn ein Film nicht wirklich den gängigen Normen entspricht oder extrem merkwürdig und eigensinnig ausfällt kann man das in die eine oder die andere Richtung auslegen – wo ist es totaler Quatsch, Schwachsinn und Murks und solches und wo ist es hochtrabende Kunst? Ich weiß es nich. Das Dumme ist: ich will es nicht wissen. Mir ist der Film von Anfang bis Ende verschlossen geblieben, die Spinnenszenarien die auf ein ominöses Ende hindeuten sind mir ebenso unklar wie der Sinn des Ganzen. Ich lasse es gelten daß Jake Gylenhaal hier wieder mal eine Meisterleistung abliefert und daß da so manches symbolträchtig erscheint – aber ich hab eben keinen Einstieg in die Symbolwelt bekommen und fand den Film dann am Ende vor allem ausgesprochen langweilig und ausgesprochen sinnlos …

Fazit: Mir hats nichts gegeben – andere mögen in diesem verstörenden Film sicherlich eine Menge entdecken …
Rating: ★★☆☆☆

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Hazel Lancaster (Shailene Woodley) ist erst sechzehn Jahre alt, kämpft aber seit Jahren mit Schilddrüsenkrebs und muß stets einen Sauerstofftank zum Atmen mit sich herumzutragen. In einer Therapiegruppe für jugendliche Krebspatienten trifft sie auf Augustus Waters (Ansel Elgort) dem ein Bein amputiert wurde. Aus der Bekanntschaft der beiden wird sehrs chnell Liebe die in einem verrückten Plan gipfelt: Hazel und Augustus wollen außreißen damit ihren Lieblingsschriftsteller Peter Van Houten (Willem Dafoe) treffen kann …

Vertrautes Genre, ungewöhnliches Resultat. Ungewöhnlich hochwertig vor allem. An sich ist es die übliche Teenager-Liebesgeschichte zweier Seelen die sich finden; des weiteren ist es die Geschichte zweier Todkranker die eben wegen ihrer Krankheit etwas anders auf die Welt schauen und im jeweils anderen Halt und einen Seelenverwandten finden. Aber die Geschichte geht wirklich auf ganzer Linie auf: mit zwei der liebenswürdigsten Filmfiguren und einem der süßesten Pärchen aller Zeiten nimmt der Film den Zuschauer gleich gefangen, fasziniert mit deren Art trotz ihrer furchtbaren Lebensumstände das Leben lustig zu sehen. Und die Liebesgeschichte umschifft an jeder Stelle den Schmalz und Kitschfaktor. Ich habe das Buch auf dem das ganze fußt nicht gelesen, wenn die literarische Vorlage aber auf ähnlicher Ebene fungiert wie der Film kann ich verstehen daß das Ganze den Stempel „Kultbuch“ bekommt.

Fazit: Zu Herzen gehende Geschichte voller Herz, Humor und Kummer!
Rating: ★★★★★

Pride

In im Jahre 1984 kommt dem homosexuellen Mark (Ben Schnetzer) eine Idee: er gründet eine Gruppe die sich mit den streikenden Bergarbeitern Englands solidarisieren will. Nach langer Suche finden sie ein walisisches Dorf welches auch bereit ist die ungewöhnliche Hilfe überhaupt anzunehmen. Fortan beginnt ein zögerlicher Annäherungsprozeß zwischen den Arbeitern und die schillernden Homosexuellen …

Alle paar Jahre hauen die Briten einen Film wie diesen raus – Filme die ein glaubhaftes Bild von sozialen Umständen zeichnen, dabei lebensechte Figuren ins Zentrum stellen und gleichermaßen eine Balance zwischen Humor und Tragik finden. Die markantesten Beispiele sind wohl „Ganz oder garnicht“ und „Billy Elliot – I will Dance“. Im vorliegenden Fall wird das Konzept dann angewendet um einen realen Fall nachzuerzählen, wobei ich nicht unbedingt weiß wo da zwischen exakter Nacherzählung und filmischer Aufwertung eine Grenze zu ziehen ist. Heißt, die gesamte Geschichte ist wohl wahr und einige der beteiligten Figuren gibt’s wirklich, aber ich nehme an das viele andere Parts eben dramaturgisch angepasst oder eingefügt wurden (etwa wenn sich stocksteife Arbeiter von den Homosexuellen das Tanzen zeigen lassen und dann damit erfolgreich in einer Disco die Frauen abschleppen). Macht aber nichts wenn das gesamte Konzept aufgeht, bei den eingangs genannten Titeln wie auch hier. Die einzigen Nachteile die man vielleicht finden mag ist daß die meisten Figuren relativ schlicht gehalten werden und ziemlich reißbrettartig erscheinen, außerdem ist der Film mit seiner vollen Länge von 120 MInuten etwas zu lang geraten. Mehr kann man aber nicht bemängeln, ansonsten kriegst mnan einen tadelosen Film voller Herz, Humor und kleinen, schrulligen Momenten. Eben dieses was man den „britischen Humor“ nennt und was fabelhaft funktioniert.

Fazit: Herzerwärmender Film voller Charme und kleinen, kauzigen Momenten
Rating: ★★★★☆

Nächster Halt Fruitvale Station

Oscar Grant (Michael B. Jordan) ist Anfang 20 und hat eine kriminelle Vergangenheit hinter sich. Am Silvestertag 2008 hat er sich jedoch vorgenommen sein Leben wieder in Ordnung zu bringen, dazu zählt daß er seinen alten Job zurückholen will und die zerrütteten Familienverhältnisse ordnen. Am Abend fährt er mit Freunden zu einer Party – doch an der Haltestellte Fruitvale kommt es zu einem furchtbaren Zwischenfall …

Das Leben schreibt nicht immer die besten, aber manchmal die grausamsten GEschichten. Und eben jene hier ist besonders furchtbar, bei der eun junger Mann völlig grundlos von einem Polizisten in den Rücken geschossen wird. Die Wirkung verstärkt sich noch zusätzlich dadurch daß direkt am Beginn ein Handyvideo  gezeigt wird daß den realen Vorfall zeigt. Trotzdem heißt das nicht daß aus der Thematik damit ein gutrer FIlm wird – nur eben ein ehrlicher. Der Film zeigt den letzten Tag im Leben des Mannes, präsentiert ihn einfach und zeigt nicht alle, aber doch viele Probleme die er so hatte. Wie er versucht wieder einen Job zu bekommen und das kritische Verhältnis zu seiner Familie. Ich rechne es dem Film hoch an daß er den Mann nicht künstlich versucht als Strahlemann zu zeigen, aber trotzdem bleibt das Fazit: man sieht einen sehr normalen Menschen dem ein furchtbares Schicksal widerfährt und sieht einen sehr ereignisarmen Film mit bekanntem Ausgang der seine Wirkung wohl nur dadurch entfaltet daß er eine echte Geschichte hat.

Fazit: So furchtbar das reale Ereignis, so relativ farblos bleibt der Film der wenig Möglichkeit hat eine Geschichte zu erzählen sondern nur das Opfer porträtiert.
Rating: ★★★☆☆

Fünf Freunde 3

Die Fünf Freunde George (Valeria Eisenbart), Julian (Quirin Oettl), Dick (Justus Schlingensiepen), Anne (Neele Marie Nickel) und Hund Timmy wollen gemeinsam Urlaub in Thailand machen – stecken aber schon bald wieder in einem turbulenten Abenteuer. In einem Schiffswrack finden sie einen alten Kompass der ein Hinweis auf einen alten Schatz darstellt. Mit dem Inselmädchen Joe (Davina Weber) begeben sie sich auf die Suche – damit kommen sie aber dem reichen Mr. Haynes (Sky du Mont) in die Quere …

Die ersten beiden Filme waren totale extreme: Teil 1 ein frischer und gut gelaunter Abenteuerfilm für die ganze Familie, Teil 2 hatte zwar das gleiche Konzept, war dabei aber unerträglich langweilig. Teil 3 reißt es nicht restlos wieder raus, macht aber auch wenig verkehrt. Das schlimmste ist wohl das tolpatschige Gangsterpärchen welches sich den fünf Freunden an die Hacken hängt und dabei eine schier endlose Serie an schlappem Slapstick durchlebt. Ansonsten fällt der Film als absolut gefälliger Familienfilm aus: exotische Kulissen und ein paar gutgelaunte Kiddie Darsteller die von einem Schauplatz zum nächsten hetzen und eine solide Geschichte die es tut.  Revolutionäres Kino sieht definitiv anders aus … aber schlechtes Kino ebenso.

Fazit: Flotter Jugendfilm der aus seiner Thematik und „Vorgabe“ so ziemlich das Beste herausholt.
Rating: ★★★☆☆

Need for Speed

Automechaniker Tobey Marshall (Aaron Paul) läßt sich auf ein krummes Geschäft  mit dem ehemaligen NASCAR-Fahrer Dino Brewster (Dominic Cooper) ein und wandert dadurch für zwei Jahre ins Gefängns. Nach seiner Entlassung will er sich rächen indem er Dino im größten Underground-Rennen der Welt besiegen: dem De Leon. Dabei hat er allerdings nicht nur Dino im Genick sondern auch die Polizei …

Ich hatte eigentlich vor diesen Film im Kino zu sehen, dann aber sah ich daß es ihn ausschließlich in 3D gab. Nun, beim ansehen im Heimkino bin ich froh drüber – aber nicht weil der Film an sich schlecht ist. Es ist ein hochwertiger Trashfilm der nicht verhehlt was er ist: die Verfilmung eines Rennspiels. Ironischerweise hat der im ersten Drittel aber sehr deutlich Anlaufprobleme und erzählt seine recht simple Story ungemein aufwendig und lang – ist wohl etwas Zucker im Tank. Wenn dann aber das große Hauptrennen losgeht hat man das was man erwartet: eine fast ungebremste Dauerfahrt, rasante Hochglanzaction und fette Autostunts. Daß sich „Breaking Bad“ Star Aaron Paul hier als sturer Rachekopf und Gasgeber unter Wert verkauft ist klar, aber auch nicht schlimm. Es ist auch nicht seine Schuld daß die Figuren und die Story kein Stück wirklich fesseln und solche Fguren erschaffen wie es die artverwandte „Fast and Furious“ Reihe geschafft hat. Als zu lang geratene Action im Heimkino ist der Film super. Für einen Megabetrag mit 3D Aufsatz ins Kino zu rennen wäre hierbei aber deutlich Vergeudung gewesen.

Fazit: Mit über zwei Stunden etwas überlang geratene Actionorgie die nach schwachem Start ordentlich Gas gibt!
Rating: ★★★☆☆

Die zwei Gesichter des Januar

Der Amerikaner Rydal (Oscar Isaac) lebt im Jahre 1962 in Athen und hält sich als Stadtführer mühsam über Wasser. So lernt er auch den amerikanischen Geschäftsmann Chester MacFarland (Viggo Mortensen) und dessen Frau Colette (Kirsten Dunst) kennen. Die anfängliche Freundschaft endet schnell als Rydal mitbekommt wie Chester eine Leiche entsorgen will. Fortan sind Chester, Collette und Rydal gemeinsam unterwegs und suchen einen Weg aus Griechenland hinaus zu kommen …

Ich im Vorfeld hatte gelesen daß dies eine Verfilmung eines Patricia Highsmith Romans ist – hätte man aber auch so drauf kommen können. Das Setting und die Stimmung erinnern von sich aus schon ein wenig an die Geschichten um den talentierten Mr. Ripley, aber es ist wohl vorrangig die Psychologie die es verrät: man hat drei aalglatte Hauptfiguren die auf den ersten Blick eindeutig erscheinen, aber mit immer weiter fortschreitender Handlung werden die Abgründe nach und nach aufgezeigt und es steckt weithaus mehr (schlimmes) dahinter als man zunächst annahm. Dieses Psychospiel kann sehr effektiv sein, mich selber hats nur irgendwie kaum gekratzt. Vielleicht weil ich nicht in die Stimmung kam oder weil mit Viggo Mortensen einfach zu sehr als Aragorn und somit als Sympathieträger im Kopf ist als daß ich ihn als kompletten Fiesling sehen kann. Aber ich bin wohl auch nicht das anvisierte Zielpublikum, das liegt nämlich einige Intelligenzetagen über mir. Leute die einen kühlen Thriller in schwüler Atmosphäre mögen der ohne jede Action auskommt und mehr mit Hintersinn und Kniffen arbeitet denn mit handfester Action. Für eben jenes Zielpublikum ist der Film sicherlich ein Highlight, für die meisten anderen die vielleicht nur leichte Unterhaltung suchen etwas zu schwer geratenes Redekino mit netter Kulisse.

Fazit: Spannender und hochklassig gespieler Thriller für wohl eher gehobene Ansprüche
Rating: ★★★☆☆

Lone Survivor

Das Elite-SEAL-Team 10 der US-Armee wird im Jahre 2005 in Afghanistan stationiert und erhält die Info des Aufenthaltsort des Taliban-Anführers Ahmed Shahd (Yousuf Azami). Die SEALs Marcus Luttrell (Mark Wahlberg), Mike Murphy (Taylor Kitsch), Matt Axelson (Ben Foster) und Danny Dietz (Emile Hirsch) werden losgeschickt um Ahmed zu liquidieren. Durch eine ungewollte Begegnung mit einigen Ziegenhirten gerät der Einsatz zum Fiasko …

Anlegen, durchladen und losballern: eine Handvoll populärer Gesichter mimt einen soldatenrupp der sich auf eine unmögliche Mission begibt, in die Bredoille gerät und trotz heftigstem Dauerfeuer nach und und nach reduziert und aufgerieben wird. Und die ganze furchtbare Sauerei fußt auch noch auf einem echten Fall … Filme wie diesen gibt’s immer wieder, der populärste Vertreter ist sicherlich „Black Hawk Down“. Auch dieser hier folgt brav eben jenen Mustern und es liegt bei einem selber wie man das alles einordnen mag: als Chronik einiger sympahischer junger Typen die furchtbar sterben müssen, als beinharter Männerfilm, als Drama von mir aus oder eben als handfester Kriegskracher. Geht alles, man wird bei allem fündig. Trotzdem braucht es für mich nicht die knallharten Shoot-Outs, die kleine Ironie zwischen den Soldaten in den wenigen ruhigen Momenten und die ausgefeilten Blutfontänen. Was mich wirklich getroffen und in den Magen gehauen hat sind die Bilder im Absopann, wo die wahren Soldaten mit echten Bildern und teils echten Videos aus ihrem Leben gezeigt werden – da kriegen die Figuren auf einmal eine echte Seite so daß deren vorheriges Ableben erst richtig schmerzt. Hätte ich selber nicht gedacht daß das Finish der beste sitzende Schuß ist.

Fazit: Knallharter und ultrabrutaler Kriegsfilm dessen stärkste Wirkung aber der Abspann erzielt.
Rating: ★★★☆☆

Words and Pictures

Einst war Jack Marcus (Clive Owen) ein hoch angesehener Autor, mittlerweile ist er aber ein versoffener Lehrer und zerrt von den Resten seines Ruhms.Dann kriegt er seinen Gegenpart als neue Kollegin vorgesetzt in Gestalt der Kunstlehrerin Dina Delsanto (Juliette Binoche). Zwischen Jack und Dina entbrennt ein absurder Kleinkrieg um die Frage ob Worte oder Bilder wichtiger und bedeutsamer sind …

Mann kann ein kleines bißchen vom Regisseur aus auf den Film schließen – schließlich stammen von Fred Schepisi Filme wie „Roxanne“ und „IQ – Liebe ist relativ“. Trotzdem liegt man dann mit seiner Annahme minimal falsch, obwohl es auch hier um zwei widersprüchliche Gestalten geht die umeinander herumschleichen und sich bis zum Abspann sicherlich kriegen werden. Trotzdem ist das ganze nicht so furchtbar überzuckert wie andere Filme gleicher Art, sondern hat im Kern eine sehr tragische Geschichte über zwei geschundene Seelen die im jeweils anderen ihren totalen Widerpart entdecken. Das kontrastieren von Worten und Bildern hat dabei ebenso einen ganz besonderen Reiz und insbesondere Clive Owen überrascht mit einer sehr ausgefeilten „Ausformung“ seiner Figur. Am Ende ist es eine recht einfache Romanze, aber eben eine die doch ein wenig mehr zu bieten hat.

Fazit: Routinierter Liebesfilm mit ungewöhlich guter Charakterzeichnung der Hauptfiguren und spannendem Clinch-Thema
Rating: ★★★★☆

One Chance – Einmal im Leben

Im kleinen walisischen Dorf Port Tarlot wächst der pummelige Paul Potts (James Corden) auf der sein Leben lang Spott und Hähme wegen seines AUssehens hinnehmen muß. Dabei hat Paul aber einen Traum: er hat eine unfassbare Stimme und möchte Opernsänger werden. Sein Versuch in Venedig zu studieren scheitert aber – bis ein Auftrittbei der Castingshow „Britain’s Got Talent“ Pauls Leben verändert …

Ich kannte Paul Potts für sich genommen garnicht, er ist mir nur dadurch präsent geworden daß ein Auftritt von ihm eine Zeitlang als Telekom-Werbespott genutzt wurde. Auch das weitere Getue um ihn ist restlos an mir vorbeigegangen, dieser Film allerdings nicht. Ich uß aber nicht „leider“ dazu sagen. Allerdings darf ich doch starke Bedenken äußern wenn es um den Wahrheitsgehalt geht -d azu erscheint einiges viel zu formelhaft (etwa daß Pauls Vater während des Auftritts mal eben den Jungen in einer Bar verdrescht welcher eins Paul gehänselt hat). Aber als keimfreie „Glaube an dich selbst“ funktioniert das Ganze eigentlich sehr gut. Der Film hat Charme und Herz und verströmt ein simples Heile Welt Feeling, bei dem es nichts macht daß man das Ende der Geschichte schon kennt.  Man hätte es ohnehin nicht anders erwartet.

Fazit: Simple Heile Welt Story die zwar enen wahren Fall nachstellt, sich aber doch etlichen Filmklischees bedient
Rating: ★★★☆☆