Much Ado about Nothing – Viel Lärm um nichts

Kriegsheld Don Pedro (Reed Diamond) kehrt mit seinen Gefährten Claudio (Frank Kranz) und Benedikt (Alexis Denisof) nach Hause zurück und verliebt sich schnell in Tochter Hero (Jillian Morgese), die Tochter des Gouverneurs Leonato (Clark Gregg), obwohl Claudio und Leonatos Nichte Beatrice (Amy Acker) kaum ein gutes Wort an der Institution Ehe lassen. Trotzdem planen Leonato, Claudio und Don Pedro schon bald den Plan Benedikt und Beatrice miteinander zu vereinen …

Sowas machen die Avengers also in ihrer Freizeit – so oder so ähnlich. „Avengers“ Macher Joss Whedon hat diesen Film wohl über einen Zeitraum von nicht ganz zwei Wochen in seinem eigenen Haus drehen lassen, geheim und während der eigentlichen Dreharbeiten zum ersten „Avengers“ Film. Daher ist die Besetzung wohl auch handverlesen und voller Gesichter die man aus den Werken von Wheddon kennt, von „Avengers“ über „Firefly“ bis hin zu „Buffy“. Ansonsten ist ja nicht viel zu tun. Außer ein oder zwei Improvisationen bleibt der Film exakt bei Shakespears Vorlage und setzt die sehr exakt und authentisch um. Es geht dabei um Wort, Schauspiel und leisen Humor, nicht etwa wie eins Baz Luhrmann vorging und „Romeo und Julia“ einer Oper gleich präsentierte. Es ist stellenweise wirklich kaum mehr als ein Theaterstück au einer Bühne zu schauen, dazu noch mit dem Schwarz-weiß Effekt. Wenn man aber dafür empfänglich ist erlerbt man den Klassiker ein weiteres mal auf umwerfende Weise.

Fazit: Keine optischen Schauwerte oder episches Getue, sondern beschwingtes und vergnügtes Spiel begabter Darsteller!
Rating: ★★★★☆

Her

Autor Theodore Twombly (Joaquin Phoenix) ist seit seiner Scheidung sehr einsam. Daher leistet er sich ein neues Betriebssystem mit künstlicher Intelligenz. Dies ist ein voller Erfolg: das charmante Programm erfüllt ihn mit seiner Art wieder mit Spaß und Freude. Allerdings beginnt er recht schnell damit Gefühle für das System zu entwickeln …

Spezieller Stoff unproblematisch vermittelt: im Kern ist der FIlm ein Beziehungsdrama, nur eben daß es nicht von Mensch zu Mensch passiert sondern von einem Menschen zu einem Organisationsprogramm mit künstlicher Intelligenz. Daß eben auch eine solche Beziehung an Macken, Eigenheiten und nicht nur an körperlichen Aspekten scheitern kann zeigt der Film auf wundervoll unverkrampfte Weise. Wobei es insbesondere Joaquin Phoenix ist der mich hier fasziniert: sein Portrait eines einsamen Mannes der noch an den Folgen einer gescheiterten Beziehung leidet erinnert mich in vielen traurigen Punkten an mich selber in einer Trennungssituation, die restliche Geschichte belegt auf ungewöhnliche Sichtweise wo überall Probleme in einer Beziehung aufkommen und wie sich die Dinge schleichend entwickeln. Klar, für einen netten, schnellen Spaßfilm taugt daß nicht ein Stück, aber wer sich mit solchen speziellen, intimeren Filmen mit ungewöhnlicher Herangehensweise umgehen kann sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren.

Fazit: Extrem ungwöhnlicher, aber extrem guter und „funktionierender“ Blick auf eine sehr merkwürdige Beziehung.
Rating: ★★★★☆

Turn me on

Die 15jährige Alma (Helene Bergsholm) wächst im ziemlich tristen schwedischen  Dorf Skoddeheimen auf und besitzt eine sehr auschweifende Phantasie. Besonders häufig kommt dabei der attraktive Artur (Matias Myren) vor – als sie aber Freundinnen davon erzählt wird sie schlagartig von ihrer Umgebung geschnitten ..

Solche Filme kämen wohl nicht aus den USA, ode? Eine Komdöie die das klassische Weltbild einfach mal komplett umdreht: hier ist es ein junges Mädchen, randvoll mit sexuellen Phantasien nd Träumen die im Grunde den ganzen Tag an nichts anderes denkt und diese Träume ständig und dem Zuschauer sichtbar zeigt und auch in der reinen Sprache kein Blatt vor den Mund nimmt. Gut, das hätte jetzt auch eine Story für einen Porno werden können, der Film nimmt aber den frischen Mittelweg mit frivoler Aufmachung, ohne dabei aber plump zu sein. Und er erdreistet sich mit gerade mal 75 Minuten länge begeisternd kurz zu sein und keine unnötigen „Füller“ zu beeinhalten. Die Aussicht daß sich ein unbekannter norwegischer Film hier ordentlich verbreitet ist zwar unerträglich klein, aber diejenigen die ihn dann mal doch in die Hände bekommen könnten begeistert sein.

Fazit: kleiner, süßer Film der gleichermaßen pikant, ehrlich und fröhlich ist.
Rating: ★★★★☆

Before I go to sleep – Ich.darf.nicht.schlafen

Die 40-jährige Schriftstellerin Christine Lucas (Nicole Kidman) hat nach einem Unfall eine furchtbare Verletzung erlitten: jede Nacht wenn sie schläft verliert ihr Gedächtnis restlos alle Erinnerungen an den Vergangenen Tag so daß sie sich jeden Tag aufs neue orientieren muß. Dabei sind ihr ihr liebevoller Ehemann Ben (Colin Firth) und ein Videotagebuch wertvolle Hilfen. Durch eine Therapie beim Psychologen Dr. Nash (Mark Strong) entdeckt sie aber große Widersprüche in ihrer Welt …

Das ganze ist die Verfilmung eines Buches welches einmal als „Bahnhofsthriller“ bezeichnet wurde: eben jene Art von kurzweiligem Spannungsroman den man sich am Bahnhof schnell zulegt um die anstehende Fahrt kurzweilig zu gestalten. Und genau dies ist dann auch der Film: eine spannende Nummer an der unterm Strich nichts neu ist, aber hier wurden altbekannte Elemente und Motive neu, clever und passend zusammengeschraubt. Alle Bestandteile wie die verwirrte Frau, die undurchsichtigen Männergestalten und aufblitzende Erinnerungsfetzen sind bekannt, man weiß aber eben nicht wo die falschen Fährten gesetzt sind – und so bleibt die Spannung bis zur guten Schlußpointe erhalten. Auch darstellerisch ist das die Nummer solide, wobei Nicole Kidman vorrangig einen guten Job macht und sicherlich viele andere den gleichen Film ähnlich dargestellt hätten. Fürs Kino ist das zwar brauchbar, aber kein Muß – spätestens im Heimkino lohnt sich ein Blick aber allemal.

Fazit: Solider Thrill der den Zuschauer gekonnt mehrfach auf falsche Fährten schickt!
Rating: ★★★★☆

Interstellar

In einer nicht näher definierten Zukunft droht die Erde sich langsam selbst zu vernichten. Daher arbeitet Professor Brand (Michael Caine) an einem geheimen Projekt bei dem es darum gehen soll eine Expedition von Astronauten ins Weltall zu schicken auf der Suche nach neuen, bewohnbaren Planeten. Geleitet wird dies von Cooper (Matthew McConaughey) und Brands Tochter Amelia (Anne Hathaway) die allerdings keine Ahnung haben ob sie überhaupt einen Weg zurück finden werden …

Ich hab immer ein Problem damit wenn Filmemacher einen zu guten Ruf haben und ein Werk schon dafür in den Himmel gelobt wird weil es eben nur von dieser Person ist. Christopher Nolan ist so ein Filmemacher, aber im Falle von Interstellar ist meine Sorge unnötig da hier wirklich ein unfassbarer Film abgeliefert wird. Allerdings einer der sich tarnt: Trailer und die wesentliche Handlungsvorgabe lassen einen recht konventionellen Film erwarten, in dem ein paar kernige Typen auf einer Weltraummission die Erde retten sollen. Dies ist aber nur im ersten Drittel, aber dem Moment wo die Crew im All in ihre Kälteschlafkapseln klettert verläßt der Film die konventionelle Ebene. Wie man mit dem was dann auf einen einschlägt umgeht liegt bei einem selbst. Der Film ist fast drei Stunden lang, komplett humorbefreit und bleischwer, wenn mir also einer sagt daß er die Nummer unerträglich langweilig findet kann ich das sehr gut verstehen. Ebenso muß man selber entscheiden ob man das was im letzten Akt als Erklärung für alles geliefert wird als intelligent und clever empfindet oder als philosphischen Quatsch mit physikalischem Zusatz. Unbestreitbar bleibt aber die Wucht der Inszenierung, insbesondere in einigen Spannungspassagen reißt Nolan den Zuschauer geradezu mit in einen Rausch der seinesgleichen sucht. Und das obwohl man mitunter nicht alles rafft – ich selber hab an etlichen Stellen die eigentliche Erklärung kaum gerafft.  Und empfinde den Schlußpart als ziemlichen Humbug, kann mich aber der Wirkung trotzdem nicht entziehen. Als einzigen Nachteil könnte man das fehlen jeden Spaßfaktors anklagen, aber das macht dann die Faszination wieder wett.

Fazit: Nolan kanns einfach: umgemein mitreißender und vielschichtiger Tripp abseits von üblichen Konventionen
Rating: ★★★★★

Walk of Shame -Mädelsabend

Meghan Miles (Elizabeth Banks) ist eine ehrgeizige Journalistin die ihren Traum fast verwirklicht hat: sie hat eine Aussicht auf einen Job als Nachrichtensprecher. Als sich dann aber erfährt daß sich ihr Traum zerschlagen hat und sich auch noch ihr Freund von ihr trennt zieht sie zu einer wilden Partynacht los mit der Absicht alles zu vergessen …

Es kommt selten vor daß mir Filme wirklich überraschen – und einer dieser Fälle ist dieser hier. Der Trailer hätte kaum banaler ausfallen können, der deutsche Titel ist ein Witz und eine Handlung die sich wie eine weitere Hangover Variante anhört reißt mich auch nicht vom Hocker. Und selbstverständlich: schlichtweg nichts in diesem Film gabs nicht ach schonmal wo anders. Nichts desto trotz funktioniert die Nummer ganz vorzüglich: Elisabeth Banks ist eine durchweg sympathische Hauptfigur die es schaft die biedere Karrierefrau trotzdem mögenswert zu portraitieren und der schräge Tripp den sie im Film einmal quer durch Los Angeles macht beeinhaltet eine ganze reihe abstruser Momente und Situationen die sich zu einem unterhaltsamen und harmonischem Ganzen verquicken. Kurzweiliger Spaß einfach, nicht mehr oder weniger-.

Fazit: Kurzweiligee Klamotte die bildlich auf alten Pfaden schreitet, dabei aber viel Spaß macht!
Rating: ★★★★☆

Lucy

Die junge Lucy (Scarlett Johansson) lebt in Taipeh und ist gezwungen als Drogenkurier zu arbeiten – bei einem Auftrag kommt es aber zu einem Unfall als ein Drogenpaket in ihrem Körper aufgeht und den Stoff verteilt. Ab da bemerkt sie unglaubliche Fähigkeiten an sich: Lucys Sinne und körperliche Eigenschaften wachsen ins Unermessliche …

Hier gehen aber zwei Komponenten weit auseinander: auf der einen Seite die Erwartungshaltung die der Trailer aufbaut, auf der anderen Seite eben das was der Film dann letztlich liefert. Bei der Vorschau erwartete ich einen geradlinigen Actionfilm in der Machart von Luc Besson: eine junge Frau kommt durch komische Umstände an unglaubliche, übermenschliche Kräfte und haut ein paar Schurken den Schädel ein, dies mit Scarlett Johansson in einer Kopie ihrer „Black Widow“ Rolle aus den Marvel Filmen. Irgendwie sind diese Komponenten dann aber doch nicht so zugegen wie ich es erwartet habe: der Trailer hat z.B. gezeigt wie knackig und kompakt man diese simple Story vermitteln kann, der Film braucht aber gut 40 Minuten um das episch lange rüberzubringen. Danach geht alles rasant, die Actionszenen sind natürlich drin, aber gehen schnell vorbei und ansonsten geht’s einfach um die menschliche Natur und das Potential was in jedem Menschen steckt und was ungenutzt bleibt. Irgendwie will mir die Mischung aus comichaften Actionsequenzen und stellenweise philosophischen Reden nicht so völlig schmecken. Da wäre alberne und dumpfe Action etwas kurzweiliger gewesen – und hätte auch nicht in dem absurden Finale gipfeln müssen.

Fazit: Fitte Scarlett in einem eher schlaffen Film der zwei Komponenten vereint die eigentlich nicht zueinander passen
Rating: ★★☆☆☆

Brick Mansions

Brick Mansions ist ein Ghetto in Detroit in dem etwas abgeschirmt Gewalt und Kriminalität an der Tagesordnung ist und wo der Drogenbaron Tremaine Alexander (RZA) das Sagen hat. Dann aber erpresst er die Stadt mit einer Bombe die ihm zufällig in die Hände fällt, woraufhin der Undercover-Polizist  Damien Collier (Paul Walker) sich in dessen Gang einschleichen soll und die Gefahr undschädlich machen. Dafür braucht er Hilfe von Ex-Sträfling Lino (David Belle) der sich in Brick Mansions auskennt …

Da ist natürlich von Anfang an ein sehr bitterer Beigeschmack dabei: „Brick Mansions“ ist der letzte Film den Paul Walker noch komplett fertigstellen konnte bevor er ums Leben kam. Ein filmisches Dokument für die Ewigkeit hat er dabei zwar nicht hinterlassen, wohl aber einen sehr soliden Film: rasante, gradlinige Action, eine Story die auf einen Bierdeckel paßt und Actionsequenzen die einem den Atem rauben. Dabei ist aber weniger Walker der Star sondern David Belle der mit akrobatischem Geschick geradezu unglaubliche Stunts und Sequenzen liefert. Das kann man alles zu großem Schwachsinn erklären, würde dabei der Sache aber schon viel zu viel Aufmerksamkeit widmen. Dieser Film ist ein Popcornwerk, eigentlich zu dürftig fürs Kino und ebenso zu gut für den DVD Markt – auf letzterem sollte er sich aber sehr solide verbreiten.

Fazit: Simple Actionformel die zu rasanten Sequenzen führt und gut unterhält!
Rating: ★★★☆☆

Drachenzähmen leicht gemacht

Auf der Wikingerinsel Berk führten die Einwohner einst krieg mit den sie umgebenden Drachen, haben sich aber mittlerweile mit diesen solidarisiert und verbringen die meiste Zeit mit wilden Drachenrennen. Der Frieden droht aber zu kippen als der junge Hicks auf dem Meer eine weitere Drachenrasse entdeckt von denen Gefahr ausgeht …

Der erste Teil von „Drachenzähmen leicht gemacht“ hat nicht gerade das Genre des Animationsfilms revolutioniert, aber er kam zum richtigen Zeitpunkt: da war 3D neu und dies war eben einer der Filme die dann in 3D so richtig episch aussahen, dabei aber auch ne brauchbare Story zu bieten hatten. An eben diese schließt sich nun dieses Sequel an, wobei man ehrlich sehen und feststellen kann: nötig wärs nicht gewesen, aber da man eine solide „Welt“ geschaffen hat mit starken Charakteren kann man dort eine komplett neue Story ansiedeln. Diese erfindet das Genre nicht neu, hat aber auf recht einfachen Pfaden einen guten Verlauf. Vorrangig kann man aber nochmal demonstrieren wozu Animation mittlerweile fähig ist und Bauklötze staunen über die präsentierte farbenfrohe Welt und die rasanten Kamerafahrten dadurch. Wer den ersten Teil mochte dürfte den zweiten glatt feiern.

Fazit: Gelungenes Sequel mit solider Story und atemberaubender Optik!
Rating: ★★★★☆

Der 7bte Zwerg

Der nahende Geburtstag von Prinzessin Rose sorgt für Trubel auf Schloss Fantabularasa  da durch diesen Ehrentag auch ein alter Fluch weichen könnte – oder aber das ganze Schloss könnte in einen hundertjährigen Schlaf falen. Dies ist auch das Ziel der bösen Eisfee Dellamorta – dank der Anwesenheit der sieben Zwerge rund um Zwerg Bubi drohen Dellamortas Pläne jedoch zu scheitern …

Der Film überrascht total: aber nur dadurch wie miserabel er ist.Das Konzept der ersten beiden „7 Zwerge“ Filme war ja nicht unbedingt daß eine tolle Geschichte zu erzählen war sondern daß man nur jeden irgendwie bekannten deutschen Comedian in einer Nebenrolle unterbringen und ihnen Bühne geben konnte. Nun gibt’s einen weiteren Film aus der Reihe der aber diesmal rein animiert bleibt, die meisten der Stars sprechen aber ihre Rollen weiter. Der Film wird somit zum reinen Märchenfilm der nur prominent synchronisiert wurde und ist für sich genommen einfach nur langweilig, Wenns auch (gerade für deutsche Verhältnisse) ganz schmuck aussieht stimmen weder Geschichte noch Humor richtig . Das Resultat ist ein knapp 80 minütiger Märchenfilm den ganz kleine Kinder vielleicht interessant finden – und Erwachsene schauen gähnend auf die Uhr.

Fazit: Tut nicht weh, ist aber derartig banal und belanglos das es schmerzt.
Rating: ★★☆☆☆