Die Goldfische

Der arrogante Manager Oliver (Tom Schilling) baut aus Hetze einen Unfall und landet im Rollstohl und wird in einer einer Behinderten-WG mit dem Namen „Die Goldfische“ untergebracht. Dort leben auch die blinde Magda (Birgit Minichmayr), der Autist Rainman (Axel Stein) und Michi (Jan Henrik Stahlberg) und Franzi (Luisa Wöllisch). Oliver fasst den Plan mit der schrägen Truppe in die Schweiz zu reisen um einen Haufen Schwarzgeld zu stehlen …

Eine deutsche Komödie die für mich wie das korrigieren einer alten Klassenarbeit daherkam bei der man den Stoff nicht kann und froh ist für jeden Pluspunkt den man findet. Ähnlich war es hier und man konnte von allem was finden: großartigen, sitzenden Gags, emotionalen Augenblicken, im Gegensatz aber auch restlos verpeilte Aspekte. Fängt für mich it der Hauptfigur an die zwar von Tom Schilling großartig gespielt ist, für mich aber keinen kompletten Sinn ergibt: zunächst arrogant, dann total nett, zwichendurch wechselhaft und zu keinem Zeitpunkt eigentlich zu ergründfen, also ich sehe nicht ob der Typ irgendwelche Probleme oder Leid mit seiner Lage hat. Die weibliche Hauptfigur ist uninteressant und bleich, auch wenn das nicht an Jella Haase liegt und mit der Hauptfigur hat sie keinerlei Chemie; die sonstigen Figuren sind eine Truppe behinderter deren Eigenheiten immer für den jeweiligen Gag gut sind, ebenso ist es schwach daß eine Figur sich zum Antagonisten mausert deren Taten dann aber wiederum restlos egal sind. Ordentlich gefilmt ist das zwar alles und von Tom Schilling großartig zusammengehalten, trotzdem strauchelt die Kiste letztlich.

Fazit: Starker Hauptdasteller und ein paar nette Momente, aber insgesamt geht das Konzept nicht auf!
Rating: ★★☆☆☆

Fright Night – Die rabenschwarze Nacht

Teenager Charly Brewster (William Ragsdale) entdeckt entsetzt daß sein neuer Nachbar Jerry Dandrige (Chris Sarandon) ein blutrünstiger Vampir ist. Da ihm das niemand glauben mag wendet er sich an den TV-Vampirjäger Peter Vincent (Roddy McDowall)…

Es gibt kaum einen Film den ich so lange aufgeschoben habe wie diesen: ein Freund sah ihn zu Schulzeiten im Fernsehen und erzählte mir davon. Ich wollte ihn dann mehrfach sehen, verpasste aber die Aufzeichnung ect. … nun konnte ich ihn nach über 20 Jahren endlich auf Netflix einmal sehen. Und ich war begeistert: natürlich wegen der weiblichen Hauptrolle, die wird gespielt von Amanda Bearse, die mir ja noch aus „Eine schrecklich nette Familie“ als Marcy im Gedächtnis haftet. Die Story in der ein Teenaer erkennt was wirklich vorgeht, aber keiner ihm glaubt ist selbst damals schon alt gewesen, aber funktioniert dank sympathischen Darstellern großartig. Was mir aber wirklich das Herz aufgehen ließ sind die Effekte. Großartige, handgemachte und natürlich nach heutigen Maßstäben albern aussehende Verwandlungs und Monstereffekte die ein wundervoll nostalgisches Gefühl vermitteln. Ich weiß nicht ob dieser Film als „Klassiker“ durchgehen kann, er sollte es aber.

Fazit: Charmanter 80er Jahre Monsterfilm mit Witz und tollen handgemachten Effekten!

Darkman

Wissenschaftler Payton Westlake (Liam Neeson) forscht an einer künstlichen Haut, leider bringt er nur eine Version zustande die 99 Minuten hält. Dann bricht der brutale Robert G. Durant (Larry Drake) in sein Labor ein und brennt alles nieder. Peyton überlebt schwer verletzt und entstellt und beginnt einen brutalen Rachefeldzug gegen Durant – und muß obendrein seine Freundin Julie (Frances McDormand) beschützen …

Die erste große Kinorolle von Liam Neeson und einer der Titel die ich als Jugendlicher aus dem Fernsehen aufnahm und unzählige Male abspielte (wenngleich in einer geschnittenen Version). Ihn nun nochmal im Prime Angebot zu finden und anschauen zu können brachte dann ein paar ganz netter Erkenntnisse: wie kreativ die Arbeit von Sam Raimi im Grunde ist, wie viele schräge Ideen Kameramätzchen und sonstigen absurden Einfälle hier verarbeitet sind. Ebenso macht Liam Neeson auch in jünger eine sehr gute Figur und ist der Charakter des Darkman ein großartiger Anti Held. Im Gegensatz dazu stehen eigentlich nur die Spezialeffekte die mit stellenweise grausamen Blue Screen Effekten daherkommen. Das sieht man zwar überdeutlich, als typischer Look seiner Zeit aht es aber auch schon wieder einen gewissen Charme …

Fazit: Rabiater und stellenweise sehr schräger Genremix mit Retro Charme

Rating: ★★★★☆

Candymans Fluch

Studentin Helen Lyle (Virginia Madsen) erforscht urbane Legenden in Chicago und stößt so auf die Legende des Candyman (Tony Todd), einen Mörder mit einer Hakenhand der jemanden tötet wenn man seinen Namen fünfmal in einen Spiegel spricht. Helen probiert dies aus – und wird in der Tat von einem blutrünstigen Dämon gejagt …

Einer der ersten Filme bei denen ich mich mit Horror beschäftigt habe, einer der wohl als kleiner Klassiker anzusehen ist. Dabei gibt’s einiges was für ihn spricht: die Inszenierung und die Stimmung, gerade erzeugt durch extrem passende Musik, dazu eine sehr stimmungsvolle Mörderfigur. Allerdings muß man selbst erstmal wissen ob man den Hakenschlitzer interessant oder ansurd findet. Ich selber finde ihn verstörend, weniger „greifbar“, aber eben dadurch nicht nur eine typische Horror-Schlitzergestalt sondern ein eigener, tiefer Charakter. Und der Film ist ein Alptraum der die Heldin wie auch den Zuschauer durch ein restlos verstörendes Szenario marschieren läßt, mit relativ geringem Blutanteil und untypischem Ende Was man aber aus heutiger Sicht schätzen sollte: in eienr Szene in der unmengen von Bienen über die Körper der Hauptdarsteller laufen kamen echte Bienen zum Einsatz. Das würde heute digital gelöst …

Fazit: Spezielles Horrormärchen, sicherlich nicht jedermanns Sache!

Sharknado 6 – The Last one

Haibekämpfer Fin schnappt sich eine Zeitmaschine und reist 66 Millionen Jahre in die Vergangenheit um zu verhindern daß es zum ersten Sharknado überhaupt kommt. Auf dem Rückweg kreuzt er allerdings diverse Epochen und Ereignisse …

Ist es ein Gag wert daß man fünfeinhalb Filme braucht um ihn vorzubereiten? Sicherlich nicht, aber ist hier halt mal passiert: in einer Szene steht Ian Ziering vor Tori Spelling und fragt „Kommst mir bekannt vor, waren wir auf der gleichen High-School?“ … das war sicehrlich nicht die Intention der Serie, aber ist natürlich ein ungemein runder und passender Joke … ansonsten gibt es nichts was man wirklich sagen kann. Die Serie war schon immer eine Insider Veranstaltung deren Jokes sich nur einem bestimmten Zielpublikum erschließen: ich habe nie dazu gehört und kontne mit der Kombi aus Trash Filmversatzstücken, grottigen Ideen und miesen Effekten nichts anfangen . Deswegen habe ich mir die sechste und als finale Runde angekündigte Folge nur der Vollständigkeit halber angesehen, und weil sie so zeitsparend knapp war mit gerade mal 80 Minuten … joa, aber so ausfiel wie ichs erahnt habe. Im neuen Film wird das Thema Zeitreisen aufgegriffen und die Figuren in einen bunten Mix aus Epochen und Sets geworfen … und immer mal wieder fliegen Haie durch die Gegend. Wer die Serie mochte kriegt hier vielleicht ein ausreichendes Finale, für den Rest der Welt ist es Obertrash der bittersten Sorte.

Fazit: Die BilligSaga endet … endlich!

Rating: ★☆☆☆☆

Zandalee – Das sechste Gebot

Zandalee(Erika Anderson) hat den Dichter Thierry (Judge Reinhold) geheiratet, führt aber mit ihm ein langweiliges Leben in New Orleans. Das ädnert sich als dessen aufregender Freund Johnny (Nicolas Cage) zu Besuch kommt und mit ihr eine gefährliche Affäre beginnt …

Auf meiner Reise durch alle alten Nicolas Cage Titel die ich bislang nicht gesehen habe stieß ich final nun auch mal auf diesen hier, den ich irgendwo mal als „Erotikfilm“ bezeichnet sah. Das es damit nicht wirklich was ist merkte ich nach wenigen Momenten. Die Outfits und Schnurrbärte alleine sind schon so absurd daß sie keine wirkliche erotische Stimmung aufkommen lassen, ebenso die Frisuren und die Lokalitäten. Das soll wohl schwül wirken, wirkt aber eher relativ schlicht. Ebenso die Story in der eine Frau sich zwischen ihren stabilen, treuen Ehemann und dem aufregenden Künstler hin und herbewegt: klar, Cage sieht hier jung und cool aus, die Frisur alleine ist aus heutiger Sicht aber schon ein Grund zum fremdschämen, des weiteren hat er hier wieder eine andere Synchronstimme wodurch er sich bei mir nicht in seiner markanten Art festsetzt obwohl ihm das Skript ein paar nette Ausraster beschert. Und die Erotik? Ein paar schnelle, unbedeutende Softsexszenen die hin zu einem sehr albernen Finale führen; dort kommt zwar kurzweilig Spannung auf, aber es wird auf absurde Weise gelöst. Bleibt nur noch ein nostalgisches Lächeln dabei wenn man Stars wie Steve Buscemi oder Joe Pantoliano in Nebenrollen entdecken kann.

Fazit: Restlos veralteter Mix aus Drama und Thriller mit derber Schlußpointe und scheußlichen zeitgemäßen Outfits!

Captain Marvel

In den 90er Jahren kommt die Pilotin Carol Danvers (Brie Larson) in Berührung mit außerirdischer DNA und entwickelt übermenschliche Kräfte – so daß sie die Erde verlässt und sich auf dem Planeten Hala einer Elite-Militäreinheit der Kree anschließt Sie kehrt zurück zur Erde als die außerirdische Rasse der Skrull unter Führung des skrupellosen Talos (Ben Mendelsohn) die Erde attackiert …

Kann diesem Film auch nur ansatzweise irgendeine Relevanz zukommen? Eigentlich nicht: am Ende von Infinity War wurde Captain Marvel mit einem Insider Gag angekündigt, im weniger als zwei Monate später folgendenden „Endgame“ wird Captain Marvel dann vermutlich zur entscheidenden Figur im Kampf gegen die „Infinity War“ Katastrophe – nun muß die Figur allerdings noch ausgefleischt und auserzählt werden und daher gibt’s hier einen vollständigen Film dazu. Letztlich ist dies eine in ein enges Korsett geschnürte Origin Story die zwar einerseits für sich selbst stehen mag, aber andererseits an etlichen Stellen die Insidler liefern oder vorbereiten muß. Im Rahmen der Möglichkeiten fällt der Film dann aber doch überraschend zufriedenstellend aus: technisch ist er etwas kleiner als viele seiner Artgenossen, aber gerade dadurch mal etwas angenehmer und deutlich ohne schweren Bombast und Ballast. Die Figur der Carol Danvers ist sehr zurückhaltend, ohne Ecken und Kanten was sie zwar etwas bleicher, aber auch ganz angenehm macht, Samuel L. Jackson ist in vollem Comedy Modus und auch digital wunderbar verjüngt und abgesehen vom etwas überladenen Showdown wird auch mit der Action nicht übertrieben. Der Umstand daß der Film nur ein wegbereiter ist und das ganze Thema restlos übersättigt ist … das muß man ja nicht diesem hier vorwerfen.

Fazit: Reiht sich zwar ins große Ganze ein und hat nichts was man nicht schon kennt, fällt für sich genommen denoch angenehm und kurzweilig aus.

Rating: ★★★★☆

Der Kandidat – Macht hat ihren Preis

Das Leben und die Karriere Kongressabgeordneten Colin Price (Nicholas Cage) gerät ins Visier der Öffentlichkeit als 2010 eine Bohrinsel Feuer fängt. Eigentlich will er aus dem Vorfall Profit schlagen, seine eigenen privaten Verfehlungen drohen aber alles zu ruinieren …

Gewisse Tatsachen sind nunmal unveränderlich: Politiker sind keine guten Menschen, sondern intrigante Machtmenschen die immer den eigenen Vorteil suchen und nebenbei jede sich bietende Affäre abgreifen. Ebenso ist Nicolas Cage ein Darsteller der garnicht aufhören kann einen Titel nach dem anderen rauszuhauen und runterzukurbeln, Hauptsache er deckt seine Schulden. Das bringt ihm in diesem Falle aber wieder nur einen Minuspunkt in die Filmografie. Ich weiß nicht was man hiermit bezwecken oder erreichen wollte. Irgendwie fällt der Film zwischen Intrigen, ein wenig Familie, ein wenig Drama, ein wenig Love Story zwischen alle Genres, bedient und erreicht nichs und zieht in knappen 85 Minuten völlig unbeeindruckend vobei. Es bleibt nur die Frage warum Sarah Paulson da mitmachen mußte.

Fazit: Völlig unbedeutender Mix aus diversen Genres, für Cage leicht verdientes Geld,

Trautmann

Mit 17 wird Bernd Trautmann (David Kross) eingezogen und in den Zweiten Weltkrieg geschickt wo er letztlich in britischer Kriegsgefangenschaft landet. Als er an einem Fußballspiel teilnimmt entdeckt ihn der Trainer Jack Friar (John Henshaw) und sieht Trautmanns unglaubliches Talent. Entgegen dem Druck von einigen Seiten beginnt Trautmann eine unglaubliche Karriere …

Auch wenn die im Film gezeigte Story vom Aufstieg des Bert Trautmann spektakulär und unglaublich erscheint so habe ich sie bislang nie gehört. Aber muß man ja auch nicht getan haben: das gibt einem die Möglichkeit die Geschichte ohne wissen auf das worauf sie hinausläuft zu schauen. Es sind eigentlich zwei Filme in einem vereint. In den ersten 90 Minuten ist der Film eine Mischung aus optimistischem Sport film und ein wenig Drama rund um einen Soldaten dem ein furchtbares Kriegserlebnis nachhängt und das Leben schwer macht. Das hat man eigentlich so auch im Trailer gesehen und es bleibt von vorne bis hinten überraschungsfrei, funktioniert aber dennoch bestens. Man kan bei der Hauptfigur verschiedener Meinung sein da Davif Kross den Trautman als einerseits keimfreie, aufrechte Person spielt, aber ebenso vieles über ihn um Unklaren gelassen wird. Auch werden viele Nebenfiguren nur angerissen oder verschwinden abrupt und gänzlich aus den Filmen. In der letzten halben Stunde schlägt das Schicksal jedoch wie mit Fäusten auf Trautman ein und in Folge dessen nimmt der Filme ine andere Wendung, einen anderen Schwerpunkt – und entlässt dann wenn man das Kino verlässt mit einer gaz anderen, viel emotionaleren Stimmung als vorher. Das hätte so nicht sein müssen, aber wenn es dem wahren Mann so ergangen ist muß man es wohl so einbauen. Das Gefühl dabei stimmt jedenfalls.

Fazit: Optimistischer Mix aus Sportfilm und Kriegsdrama der zum Ende hin rabiat in eine andere Richtung geht!

Intrigo – Tod eines Autors

Übersetzer David Moerk (Benno Fürmann) läßt sich vom Kollegen Henderson (Sir Ben Kingsley) bei seinem Roman helfen als er beauftragt wird ein Manuskript des Schriftstellers Germund Rein zu übersetzen. In dessen Werk kommt David einer grausamen Geschichte auf die Spur …

Das klingt ja spannend: die Basis ist ein skandinavischer Roman der nun als Serie ins Kino kommen soll, dies kommt nun als internationale Verfilmung die ausschaut wie ein ZDF Fernsehfilm, in der aber Ben Kingsley mitspielt … und zahlreiche bekannte deutsche Nasen wie Veronica Ferres und inbesondere Benno Fürmann. Letzterer als Protagonist und derjenige der die verschachtelte Story tragen muß, das aber garnicht schlecht macht. Der Film selsbt baut ein großes Geheimnis auf um einen scheinbaren Mord, verschachtelt die Lösung noch mit Rahmenhandlungen und diversen Verwirrtatktiken. Keine neue Sache, aber solide konstruiert und rübergebracht. Bleibt dabei natürlich recht actionarm, aber auf dem Level eines guten TV Films gesehen geht der Film auf ganzer Linie in Ordnung.

Fazit: Spannender Thriller mit guter Besetzung und solider Pointe – nie besonders, aber immer solide!