Der Junge muß an die frische Luft

Der neunjährige Hans-Peter (Julius Weckauf) entdeckt 1972 sein großes Talent andere zum lachen zu bringen und tobt sich bei seiner fröhlichen Verwandtschaft immer weiter aus. Als dann aber seine Mutter Margret (Luise Heyer) nach einer OP immer mehr in Depressionen abdriftet hat er noch mehr Motivation …

Nach „Ich bin dann mal weg“ ein weiterer Film der sich mit dem Leben von Hape Kerkeling befasst, diesmal geht es um die Jugendjahre, genau genommen die Zeit Anfang der siebziger in denen das Leben des dort etwa 10 jährigen Hans-Peter durch einige grausame Schicksalsschläge durchgerüttelt wurde und wie er dabei seinen Humor als Waffe gegen die grausame Realität entdeckt und verwendet. Der Film ist indes überaus plotarm, aber das ist das wahre Leben meist. Dafür ist er eine große Liebeserklärung: an die Familie Kerkelings, eine handvoll feierwütiger, fröhlicher Arbeitergestalten die irgendwie alle auf ihre Weise sich im guten abmühen, ebenso ein aufarbeiten von tragischen Momenten und dem durchleben. Der Film hält erzählerisch zwar inne wenn er z.B. eine Beerdigung lange zeigt, greift aber den unfassbaren Kummer exakt auf und vermittelt ihn fast zu gut an den Zuschauer. Und es ist ein toller Darstellerfilm bei dem insbesondere der kleine Julius Weckauf in begeisternder Form aufspielt und die Zuschauerherzen für sich gewinnt. Vielleicht auch weil der Film nicht mit Gewalt darauf pocht daß hier eine Kerkeling Geschichte erzählt wird sondern die Hauptfigur für sich alleine steht.

Fazit: Trauriger Film mit lustigen Momenten und lebensechten Darstellern – absolut emotional und glaubwürdig!

Rating: ★★★★☆

Kevin – Allein in New York

Als die Familie McCallister in den Urlaub nach Miami fliegt landet Sohn Kevin (Macauley Culkin) im falschen Flugzeug und reist alleine nach New York. Dort nistet er sich in einem Luxushotel ein und macht erstmal ausgiebig Urlaub – dann aber trifft er auf die Ganoven Harry (Joe Pecsi) und Marv (Daniel Stern) die ihm nach dem Leben trachten …

Auch diesen hier sah ich viele Jahre lang gar nicht, nun aber doch nochmal zu Weihnachten 2018 weil er einem auf Netflix so entgegengeschleudert wird. Und muß überrascht feststellen daß mich alleine die Titelmelodie irgendwie herzlich berührt. Beim Film selber ist es faszinierend anzuschauen was man hier als Zuschauer alles glauben soll: die absurden Zufälle durch die der Film ein nahezu identisches Szenario wie in Teil 1 nochmal erschafft um es dann wie mit einer Strichliste Punkt für Punkt durchrecycelt … selten war ein Film so unglaubwürdig. Aber eben auch effektiv: das Comicfinale ist diesmal krasser, heftiger und brutaler, der Film hat wundervolle Aufnahmen von New York und den üblichen Extraschuß Zuckerguß auf allem drauf. Obendrein wirkte er auf michg geradezu naiv und verströmte ein unverfälschtes Gefühl daß heutige Titel so wohl nicht mehr unbedingt hinkriegen.

Fazit: Natürlich totaler Quatsch, aber als Weihnachtsfilm weiterhin sehr effektiv und stimmig!

Kevin – Allein zu Haus

Beim hektischen Aufbruch in den Familienurlaub vergisst die Familie McCallister ungewollt ihren Sohn Kevin (Macauley Culkin). Der freut sich jedoch über die Abwesenheit seiner Verwandten und genießt die freie Zeit daheim – dann aber tauchen die gemeinen Einbrecher Harry(Joe Pesci) und Marv (Daniel Stern) am Haus auf …

Ich sah diesen Film als er im Kino lief im Alter von 11, in den 90er Jahren vereinzelt mal wenn er im Fernsehen lief und habe ihn mir nun, 2018, auf Netflix nochmal in voller Länge gegeben da er mir mehr als sonst als der unverzichtbare Weihnachtsklassiker präsentiert wird. Und ich muß sagen: unter dem analytischen Blick ist das Ding immer noch super aufgebaut: das Finale ist pure Comicaction, die Darsteller großartig, der kleine Held gewinnt die Herzen der Zuschauer auf der Stelle und der ganze Film (obwohl er damals im Februar anlief) liefert in der Tat ein wohliges Gefühl von Heile Welt und Weihnachten. Mich persönlich bewegt am meisten der banale Subplot um einen Nachbarn den alle für eine gruselige Gestalt ansehen, der sich aber dann als ganz anders erweist. Ob der Film heutige Kinder noch ansprechen kann weiß ich nicht, ebenso ist er natürlich antiquiert was die nicht vorhandenen Kommunikationsmöglichkeiten angeht – aber vom Gefühl her sollte jeder mal reingeschaut haben.

Fazit: Geschickt aufgebaut und mit präzisen Gags!

Euphoria

Die beiden Schwestern Ines (Alicia Vikander) und Emilie (Eva Green) sehen sich nach Jahren wieder – in einem abgelegenen Waldstück. Dort gesteht Emilie daß´sie unheilbar an Krebs erkrankt ist und bittet Ines ihr in einer Selbstmordeinrichtung zu Hilfe zu kommen …

Viel Story hats und brauchts auch nicht, der Film begnügt sich damit eine echt scheußliche Situation zu entwerfen: zwei Schwestern fahren in ein ein Heim in dem die eine kontrollierten Suizid begehen wird und dort verbringen sie ihre letzten paar Tage zusammen, reden über das Leben und arbeiten nochmal ein paar Punkte aus der Vergangenheit auf. Gute Laune bekommt man dabei sicherlich nicht, aber der Film weiß zu begeistern, zu faszinieren und den Zuschauer in totale Depression zu stürzen. Das geht insbesondere auf Eva Green zurück deren eindringliches Spiel unter die Haut geht, ebenso gibt Vikander (die den Film auch mit produziert hat) einen tollen Gegenpart. Als Spaßfilm funktioniert diese kleine Produktion logischerweise garnicht, als unbeqemer Schockstreifen erfüllt er sein Ziel komplett.

Fazit: Bitterer, schmerzhafter Film dessen Ende gegen Unerträglich geht.

Rating: ★★★★☆

Bird Box – Schließe deine Augen

Ein bösartiges Monster geht auf der Welt um und bringt seine Opfer dazu Suizid zu begehen – ausgelöst lediglich durch den Anblick. In dieser Welt ist Malorie (Sandra Bullock) mit ihren Kindern und verbundenen Augen unterwegs um sie in Sicehrheit zu bringen …

Hier vereinen sich für mich zwei Filme: zum einen „The Happening“, also der Part daß Menschen aus dem Nichts beginnen Selbstmord begehen, des weiteren „A Quiet Place“, nur daß es nicht ums hören sondern ums sehen geht. Daraus wird ein interessantes Grundszenario gebastelt daß der Film in keiner Weise näher erläutert, das muß man so hinnehmen. Obendrein werden dabei zwei Zeitebenen etabliert: einerseits die Kammerspielartige Lage in der ein paar Figuren in einem Haus sitzen, des weiteren ein Szenario bei dem Sandra Bullock mit zwei Kindern in einem Boot auf einem Fluß fährt um sie in Sicherheit zu bringen. Für einen Kinofilm wäre mir das zu wenig, für einen einfachen Netflix Film der Woche ist es absolut gehobene, starke Qualität. Mit der tristen Atmopshäre und Bullock als nicht wirklich sympathischer Heldin macht der Film zwar nicht wirklich gute Laune, als Spannungstitel zum Zeitvertreib eignet er sich aber Bestens.

Fazit: Hochspannend, dabei aber düster, deprimierend und ohne zugängliche Figuren!

Rating: ★★★★☆

Aquaman

Arthur Curry (Jason Momoa), dist der Sohn des menschlichen Vaters Tom Curry und der atlantischen Mutter Atlanna und hat das Recht, den den Thron von Atlantis zu besteigen. So regiert er mitz Ehefrau Mera (Amber Heard) und der Hilfe von Vulko (Willem Dafoe) das Meer. Dann aber versucht der bösartige Ocean Master (Patrick Wilson) ihn zu stürzen …

Die Mission: rettet das DCU – wieder einmal. Dabei wird diesmal ein anderer Weg eingeschlagen: es gibt z.B. keine Referenzen, keine Querverweise außer einer einzelnen Dialogzeile die auf die anderen Superhelden hinweist, d.h. obwohl der Film eine deutliche Fortsetzung des schon gewesenen ist erscheint er als eigene Superhelden Origin Story. Ebenso sind Farbgebung und Grundton anders: so bunt wie ein Film des Konkurrenten Marvel ist das Ding am Ende zwar immer noch nicht, aber verglichen mit den bisherigen Werken aus diesem Universum ist die Geschichte doch schon um einiges bunter, lockerer und fröhlicher aufgemacht. Ebenso wird hier auf Humor gesetzt der nicht selten zur restlosen comichaften Überzeichnung wird, allerdings wird dieser comichafte over the Top Stil nicht in jeder Szene gehalten, lediglich die dummen Sprüche von Jason Momoa halten das Humorlevel zusammen. Darüber hinaus ist der Film ine unfassbare CGI Bombe die oft und nicht selten den Grad purer Überreizung erreicht und eine unerträgliche Künstlichkeit an den Tag legt – kaum eine dieser Actionszenen hat es wirklich gegeben und auch wenn man hier fett auf die 3D Brille bekommt ist der Grad an Übersättigung definitiv gegeben. Wer da drüber wegschauen kann und sich einfachnur ein paar bunte Bilder ansehen mag kanns ja mal versuchen, als lohnender neuer Eintrag ins DCU bringt dieser Film zwar humorvolle Abwechslung, aber keine Qualität die wirklich weitere Filme nach sich bringen dürfte (und sollte).

Fazit: Oftmals restlos überzeichnete Effektorgie mit humorigen Momenten.
Rating: ★★★☆☆

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=xXHV-uwciwg

The Happy Prince

Oscar Wilde (Rupert Everett) wird 1897 aus dem Gefängnis entlassen und flieht nach Paris. Dort verprasst er sein Vermögen bis ihn sein Liebhaber Lord Alfred Douglas (Colin Morgan) zu einer folgenreichen Reise nach Neapel überredet …

Das ist schon ein ziemlicher Zwiespalt: mich hat dieser Film einerseits kalt gelassen was die Inszenierung und den Unterhaltungswert angeht, auf der anderen Seite erfüllt de mich mit Respekt und Mitleid. Respekt für Regisseur und Hauptdarsteller Rupert Everett der wohl einiges an Aufwand Zeit und Energie in dieses Projekt gesteckt hat und es als so unglaublich unverzichtbar und wichtig ansah. Des Weiteren erfinde ich tiefes Mitleid für das Gezeigte Schicksal: dem Leiden eines Mannes dessen Pech es war in der falschen Zeit homosexuell zu sein und so müssen wir mit ansehen mit dieser Mann den ich dabei nicht mal nennenswert sympathisch finde aufgrund seines übertriebenen Auftretens nach und nach geächtet wird, von seinem Umfeld verstoßen und voller Reue und Trauer stirbt. Unter dem Aspekt „ich gucke mir mal einen Film an und möchte ein wenig unterhalten werden“ funktioniert das alles natürlich gar nich,t als Vermittlung tiefer Gefühle und brutalen Schmerzes ist das Ding in seiner Art unglaublich effektiv.

Fazit: Bitterer Blick auf einen traurigen Mann und dessen schlimmes Schicksal

Bumblebee

Der Autobot Bumblebee kommt im Jahre 1987 auf die Erde und versteckt sich auf einem Schrottplatz. Dort kommt jedoch die 17-jährige Schülerin Charlie (Hailee Steinfeld) dahinter wer und was Bumblebee eigentlich ist. Zwischen Den beiden entwickelt sich eine enge Freundschaft …

Es gab Zeiten da wurden uns ganze vierzehn weitere Transformers Filme angekündigt, nach dem spektakulären abschmieren der Reihe bei Transformers 5 wurde sie aber beendet. Trotzdem rückt nun dieses Prequel noch nach bei dem eine entscheidende Geschichte passiert ist: ein Regiewechsel. Michael Bay produziert noch und diese neue Ausrichtung des Looks, der Stimmung und der Inszenierung hebt den Film über seine Vorgänger meilenweit hinaus. Klar: Originell sieht dabei anders aus, aber der Film setzt auf eine unfassbar schöne Nostalgiekeule. Es ist nicht wie die anderen Transformers Filme eine einzige Materialschlacht sondern ein kleiner, ruhiger 80er Jahre Kinderfilm: einsames, trauriges Mädchen entdeckt ein übermächtiges Wesen und freundet sich damit an. Daraus entspringen viele kleine Szenen die unspektakulär, aber spaßig und mitunter fast intim sind, dies wird auch noch in ein gewolltes, aber funktionierendes 80er Jahre Setting eingebunden aus dem auch viel Hezr und Charme entspringt. Glückssache ist daß die gebotenen Figuren allesamt herzerwärmend und nett sind. Da braucht es den Subplot in dem ein paar böse Transformers hinter Bumblebee her sind oder John Cena als Militärverfolgaer nicht, aber sie dienen halt dazu um im Showdown ordentlich Action abzuliefern. Das tun sie ach, aber in deutlich kleinerem Maße und in liebenswerter Form.

Fazit: Keine seelenlose Materialschlacht sondern herzlicher Kinderfilm mit Charme und Seele!

Rating: ★★★★☆

Goodbye Christopher Robin

A.A. Milne (Domhnall Gleeson) diente im ersten Weltkrieg und kehrt er zu seiner Frau Daphne (Margot Robbie) zurück mit der er bald Vater von Christopher Robin (Will Tilston) wird. Eines Tages inspiriert der Junge A.A. zu einer Geschichte mit seinen Stofftieren. Schon bald wird der Ruhm aus dem folgenden Buch zur Belastung für die Familie …

Ein Thema das mir so vorher nie präsent war und dann im Sommer 2018 gleich doppelt ins Kino gelangte: zum einen mit „Christopher Robin“, der die Fantasygeschichte aus dem „Winnie Puh“ Buch weiterspann, zum anderen mit diesem hier der die Entstehungsgeschichte des Buchs beleuchtet. Ich habe aber nicht wirklich das Gefühl eine ausgefeilte Biographie zu sehen, statt dessen einen Film der volles Rohr auf die Dramaschiene setzt und zeigt wie ein vom Krieg traumatisierter Mann im Spiel mit seinem Sohn Trost und Frieden mit der Welt findet, aber eben dieses Spiel in Buchform verkauft und damit einen schweren Konflikt auslöst. Dabei geht der Film in Extreme, heißt die Dramaszenen sind wirklich knüppelhart, die Spielszenen warmherzig und schön und der ganze Film stimmig in der gezeigten Welt. Man muß sich natürlich für den Stoff interessieren und sollte keine sanfte Fantasygeschichte erwarten (da ist man beim Ewan MCGregor Film besser aufgehoben), aber wer die ganze Thematik mal gefühlvoll und auch tragisch anschauen mag wird hier sicherlich zufrieden.

Fazit: Sanftes Vater und Sohn Drama mit warmherzigen und tragischen Momenten

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

Die Insel Lummerland mitten im Heer erhält ein falsch adressiertes Paket in dem ein kleiner Junge geliefert wurde. Jahre später arbeitet Jim (Solomon Gordon) mit Lokomotivführer Lukas (Henning Baum) zusammen. Mit diesem verläßt er bald die Insel zu einem unglaublichen Abenteuer …

Ich habe die Puppenserie als Kind geliebt und eifrig geschaut, aber es sind kaum große Erinnungen bei mir verblieben. Somit ging ich recht entspannt an diesen Film ran, ohne sorge daß mir hier ein Stück Jugend mißhandelt würde. Ebenso fand ich ein anderes Element sehr spannend, nämlich wie groß und aufwendig eine deutsche Produktion dieser Größenordnung aussehen würde. Und zunächst war ich auch sehr abgeschreckt: der synchronisierte und manchmal nicht wirklich lippensynchron sprechende Jim hat es mir schwer gemacht, und das zwar farbenfrohe, aber überdeutlich digitale Lummerland kam mir zwar als eine eigene Welt, aber eben doch sehr künstlich vor. Doch sobald die Hauptfiguren die Insel verlassen und eine ereignisreiche Reise beginnt macht der Film unglaublichen Spaß: klar, die Aufmachung ist nicht so episch als sei dies ein Hollywoodfilm, aber kratzt alle Möglichkeiten zusammen die gegeben waren. Die Handlung ist kindergerecht gehalten und reiht so viele bunte, lustige und für Kinder spannende Momente aneinander. Funktioniert für beide: wer sich an die Serie erinnert merkt daß die hier mit Herzblut transportiert wurde, wer es neu entdecken mag könnte sehr wohl sehr zufrieden sein.

Fazit: Etwas digital und künstlich, aber trotzdem ein charmanter und herziger Kinderfilm!