Criminal – Projekt Jericho

Geheimagent Pope (Ryan Reynolds) kommt bei einem Einsatz ums Leben bevor er wichtige Informationen weitergeben kann. Da diese Informationen aber dringend gebraucht werden kommt der Schwerverbrecher Jericho (Kevon Costner) zum Einsatz: Jericho kann aufgrund einer körperlichen Voraussetzung Popes Erinnerungen in seinen Verstand integrieren. Der ist mit der fremden neuen Persönlichkeit aber sichtlich überfordert …

Schade eigentlich: an diesem Film stimmt soviel. Die Besetzung ist episch, hier tauchen Stars wie Kevin Costner, Tommy Lee Jones, Ryan Reynolds, Gary Oldman, Michael Pitt und Alice Eve auf. Die Story ist zwar nicht restlos neu, aber eben eine eigenständige und bei Null beginnende Geschichte und hat wirklich eine Story zu erzählen. Leider scheitert der Film für mich restlos an der Hauptfigur: Kevin Costner ist kein schlechter Darsteller, aber die falsche Wahl für diesen Charakter.  Solange er nur böse ist wirkt sein Spiel wie plumpes Overacting, ab da wo er die Erinnerungen des anderen mit im Schädel hat nimmt die Figur zu viele Unnachvollziehbare Wendungen: einerseits wird er sensibler und warmherzig, auf der anderen Seite mordet und schlachtet er wann immer es ihm nötig erscheint. Da er auch kein besonderer Sympath ist hat man ab da wo er die Szenerie betritt keine Eindeutige Heldenfigur – daran krankt der Film. Aber letztlich geht er wohl doch in Ordnung: Action gibt’s im gut dosierten Maße und auch ansonsten ist die Geschichte zwar voller Schwächen, zieht sich aber gerade bis zum Ende durch.

Fazit: Nicht neu im Genre und mit fehlbesetztem Hauptdarsteller, aber trotzdem ein spannender Thriller!
Rating: ★★★☆☆

By the Sea

In den 1970ern reisen die Eheleute Vanessa (Angelina Jolie Pitt) und Roland (Brad Pitt) durch Frankreich und landen schließlich in einem kleinen Hotel. Die Kontakte mit diversen anderen Gästen machen ihnen klar wie eingeschlafen ihre Ehe mittlerweile ist – allerdings kommt es schon bald zu „Auflockerungen“ …

Beim anschauen ging mir durchgehend ein Gedanke durch den Kopf: wieso schaue ich eigentlich Brad Pitt und Angelina Jolie zu wie sie gerade Urlaub machen? Eine andere Intention kannd er Film nicht gehabt haben, außer vielleicht Jolies Absicht auch mal wieder einen Regiestuhl zu erklimmen. Aber sonst finde ich wirklich keinen Grund aus dem dieser merkwürdige Film existieren könnte: ich sehe die beiden attraktiven Stars die in malerischer Kulisse an ihrer langweiligen Ehe leiden und durch den Einfluss eines jüngeren Paares wieder ein wenig Feuer in der Ehe vorfinden. Juhu: hochglanz-Urlaubslook trifft auf Groschenroman-Dramatik in schön anzusehendem Umfeld. Das Ergebnis ist ein einziger Klumpen Langeweile den anzuschauen von Anfang bis Ende eine Tortur darstellt. Keine Starpower, nichtmal die sexy Melanie Laurant können da was retten: einfach nur filmische heiße Luft bei der man selig wegdriftet.

Fazit: Bleischwer und langweilig gefilmte filische Poskarte
Rating: ★★☆☆☆

Green Room

Die Punk-Rock-Band Ain’t Rights (u.a. Alia Shawkat, Anton Yelchin) ist auf einer mäßig erfolgreichen Tour unterwegs. So bleibt ihnen auch keine andere Möglichkeit als ein Konzert vor einer Truppe Neonazis abzuhalten. Als sie dort aber Zeugen eines Mordes werden haben sie schon bald eine bedrohliche Gruppe Rechtsradikaler die ihnen, angeführt vom brutalen Darcy (Patrick Stewart) ans Leder wollen …

Titel wie diesen gibt es hin und wieder, aber nicht allzu oft: Filme die sich nicht wie konventionelle Werke anfühlen; sondern eine ganz eigene Sache sind und dabei auf ganz eigene Weise wirken. In diesem Falle ist es eine Anhäufung von Scheußlichkeiten: der eigentlich banale Crash von Rockern und Nazis artet in eine Schlacht und einen Gewaltexzess aus der seinesgleichen sucht. Der Film wart dabei eine hochglanzferne und ungeschönte Sicht auf das Geschehen die fast ein wenig distanziert erscheint, auch wenn man natürlich mitleidet ist man nicht besonders „dicht“ mit den armen Hauptfiguren. Und Patrick Stewart überzeugt restlos in der recht glanzlosen Rolle des brutalen Chefs. Leider sagt mir der Film größtenteils nicht zu: zu unübersichtlich erscheint mir das Szenario und zu wenig passiert: die Opfer verschanzen sich, die Schurken versuchen dort einzudringen … und irgendwie hab ich keinen klaren Durchblick durch das was letztlich geschieht. Dafür gibt’s knallharte und knüppelharte Gewalt in hoher Dosierung, die beim Zuschauen regelrecht umhaut. Dies ist ein Titel der von Anfang bis Ende unangenehm daher kommt und nicht schön zu schauen ist  aber eben in jeder Weise vom  gängigen Kinoprogramm abweicht.

Fazit: Krasse Gewalt und Thrillarie, leider etwas unübersichtlich!
Rating: ★★★☆☆

Bastille Day

Taschendieb Michael Mason (Richard Madden) stiehlt die Tasche von Zoe (Charlotte Le Bon) in der aber eine Bombe war. Fortan nimmt CIA-Agent Sean Briar (Idris Elba) Michael ins Visier und erkennt schon schnell daß dies nur der erste Anschlag war und ein weiterer bereits bevorsteht …

Geradlinige, einfache Sache, nicht mehr oder weniger: Idris Elba als maulfauler, starrer Held der in Paris nach den Drahtziehern eines Bombenanschlages sucht bei dem aber vieles nicht so ist wie es scheint; ein junger und gewitzter Taschendieb gerät mit in die Geschichte und zwischen die Fronten … und da springen 90 kurzweilige Minunten mit einfacher Action hinaus. Man kann sich an Titeln wie „From Paris with Love“ und diversen anderen Luc Besson Produktionen orientieren, d.H. man ist hier relativ sicher davor einen wirklich nennenswerten und herausragenden Film zu schauen, aber ebensowenig ist das eine schlechte Sache. Wenn man den Film auf Logik oder Durchdachtheit untersucht gerät man schnell ins Straucheln, verdirbt sich aber nur den Spaß. Hier gehts um handwerkliche Action wie Schießereien, Schlägereien, Autoverfolgungen oder eine rasante Kraxelpartie auf einem Dach – und selbst wenn die Figuren absolute Reißbrettprodukte sind wirken sie ausreichend sympathisch so daß der Film Spaß macht. Für einen Kinogang taugts in Maßen, später mal auf dem HEimkinosektor ist der Titel allemal eine gute EMpfehlung.

Fazit: Geradlinige Action ohne nennenswerte Beigaben, aber schnörkellos und brauchbar!
3 Punkte

Die 5te Welle

Eine bösartige außerirdische Rasse hat die Erde angegriffen und in vier brutalen Angriffswellen fast die ganze Menschheit ausgelöscht. In der Zeit als die Alien eine weitere Welle planen wird Cassie (Chloë Grace Moretz) die auf der Suche nach ihrem Bruder Sam (Zackary Arthur) Teil einer Gruppe, bestehend aus diversen anderen Überlebenden …

Independence Day meets Twilight, so kommt mir vor. Stimmt zwar nicht restlos, aber die Richtung kommt schon relativ gut hin; zumal der Film zum Ende droht auf den Sektor Liebesschnulze abzudriften. Bis dahin hat man einen relativ gängigen „Aliens erobern die Welt“ Film gesehen in der eine unscheinbare junge Frau zur Heldin wird und sich durch das unschöne Endzeitszenario kämpft. Was ansonsten kommt ist Teenagerkino der erträglichen, aber ebenso austauschbaren Art und eigentlich nichts an alledem ist neu oder irgendwie innovativ. Ein wenig Thrill, ein dosiertes bißchen Action … eben das und keinen Funken mehr.

Fazit: Lahme Science Fiction die zum Ende ertwas fahrt aufnimmt.
Rating: ★★☆☆☆

4 Könige

Weihnachten in einer Psychiatrie für Teenager: hier verbringen Lara (Jella Haase), Alex (Paula Beer), Fedja (Moritz Leu) und Timo (Jannis Niewöhner) die Feiertage, unter Aufsicht von Dr. Wolf (Clemens Schick). Ihnen wird gleichermaßen das Furchtbare wie auch das Gute an ihrer Situation bewußt …

Ich hatte mir ein wenig mehr erhofft, aber macht ja nichts: der Film geht letztlich doch in Ordnung. Gezeigt wird der Alltag bzw. der Weihnachtszustand einer Psychiatrie, Story ist da nicht so sehr, aber eben ein realistischer Blick. Das Umfeld ist nicht filmisch gekünstelt sondern wirkt wie in einem echten Krankenhaus gefilmt; und man hat eine Handvoll genialer jugendlicher Darsteller die ihre Parts voller Leben und Realismus erfüllen. Inwieweit man die Gesprächsarie dann mitreißend findet liegt bei einem selbst, mich persönlich hat der unkonventionelle Therapeut glatt am meisten interessiert, aber das ist eben subjektiv. Als Spaßfilm geht’s nicht durch, als interessanter Blick in einen Krankenhausalltag oder eben als intelligentes Redekino ist es echt vorzüglich.

Fazit: Von der Story nur durchschnitt, aber voller Leben und tollen jungen Darstellern!
Rating: ★★★☆☆

Whiskey Tango Foxtrot

Kim Baker (Tina Fey) wird 2003 aus New York nach Kabul geschickt. In dem hektischen und gefährlichen Alltag findet sie sich ungewöhnlich gut zurecht und wird über die Jahre zu einer bekannten und geschätzten Kriegsreporterin. Dann aber wird ein enger Freund entführt …

Einen Film wie diesen habe ich echt selten gehabt. Verstörend ist insbesondere das endlose Potential und die zahlreichen Möglichkeiten und wie wenig daraus am Ende gemacht wurde. Im Grunde ist dies eine Komödie über eine Frau im Krieg, was ja schon von sich aus ein Widerspruch ist. Aber trotzdem es funktioniert, bzw. kann funktionieren, wie etwa Filme wie „Three Kings“ gezeigt haben. Es ist obendrein eine gute Sasche Tina Fey in der Hauptrolle zu haben, obendrein erzählt der Film einen realen Fall. Umso faszinierender ist das Resultat daß an dieem Film wirklich rein garnichts faszinierend ist. Echt ehrlich: der Film zappt in seinen Stimmungen ebenso wie in seinen Schauplätzen, auf den ein oder anderen witzigen Moment folgt wieder ein Moment endloser Ernsthaftigkeit und die Heldin die durch die ganzen Momente und Szenarien tappt scheint irgendwie zu keinem Zeitpunkt ernsthaft betroffen oder involviert zu sein. Einzelne Momente sind toll; Billy Bob Thornton und Martin Freeman haben nette Nebenrollen, aber es nütztalles nichts wenn man zu keiner Zeit einen emotionalen Zugang zur Haupfigur und den Umständen unter denen sie die Welt sieht kriegt. Insofern: kein Desaster, kein guter Film – einfach nur 110 Filmminuten voller Nichts.

Fazit: So untentschlossen daß es einen durchweg außen vor läßt

Rating: ★★☆☆☆

Teen Lover

High School Schüler Lloyd Dobler (John Cusack) ist eine eher unscheinbare Gestalt auf seiner Schule. Sein Leben wird kompliziert als er sich in die begehrte Diane Court (Ione Skye) verliebt. Als sich die beide in der Tat annähern versucht ihr Vater James Court (John Mahoney) dies zu unterbinden …

Eine lange Bildungslücke die ich so jetzt endlich schließen konnte und mich nun mit der Frage beschäftigen kann: warum war das eine Bildungslücke? Gut, es gibt die eine Szene die zum Kult hochstilisiert wird, das ist wenn John Cusack um das Herz seiner liebsten kämpft, indem er mit einem Ghettoblaster vor ihrer Türt steht und Peter Gabriel spielt. Mit dem restlichen Film konnte ich aber rein garnichts anfangen, aber das mag auch an diversen Punkten liegen: John Cusack sagt mir mit einer völlig untypischen Synchronstimme nunmal garnicht zu und die Erwartungshaltung war wohl falsch, ich hatte netten und kurzweiligen Klamauk erwartet. Da der Film aber von Cameron Crowe ist hat es schon eine überwiegend ernste und sensible Seite und erzählt die Geschichte von zwei Jugendlichen die wirklich versuchen einen Weg zu finden und zusammen zu bleiben. Mir bleibt zwar der Kultstatus verwehrt, aber als kurzweiligen und netten 80er Jahre Streifen kann man ihn mit ein wenig Nostalgie sich mal aushalten.

Fazit: Authentische 80er Comedy mit überraschend viel Gefühl!
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Louder than Bombs

Kriegsfotografin Isabelle Reed (Isabelle Huppert) kommt bei einem Unfall ums Leben. Isabelles Ehemann Gene (Gabriel Byrne) und die gemeinsamen Söhne Jonah (Jesse Eisenberg) und Conrad (Devin Druid) verlieren sich über die Jahre mehr und mehr so daß ein Besuch von Jonah nach ein paar Jahren für alle zur schweren Belastung wird …

Mit Titeln wie solchen kann ich immer weniger anfangen … ich meine, was soll die Nummer? Wir haben hier eine Familie die durch einen Selbstmord zerstört und auseinander gerissen wurde, nun sieht man sich das Leid und das Elend an daß die Hinterbliebenen erfahren und erleben und zappt ein wenig durch die Alltagssorgen und Probleme derjenigen. Ich denke, Filme sollten Spaß machen, sehe aber den Sinn darin wenn mal einer nicht so spaßig daher kommt oder irgendwie anderweitig ausgerichtet ist, aber hier ist es als wolle man sich anderthalb Stunden gewollt die Laune zerschiessen. Daß tolle Darsteller dabei sind für die es arbeitstechnisch ne tolle Sache ist kann ichs verstehen, habe aber einfach keinen Sinn dafür mich unnöitg im filmischen Leid diverser Leute kundzutun das insgesamt zwar ungeschönt, aber eben restlos häßlich daherkommt.

Fazit: ich habs nicht verstanden – lebensnahes Drama von leidenden Menschen in Filmform!
Rating: ★★★☆☆

Money Monster

Der Börsenspezialist Lee Gates (George Clooney) hat eine eigene TV Show in der er unterhaltsam Tipps von sich gibt – hat allerdings damit auch den Familienvater Kyle (Jack O’Connell) um seine gesamten Ersparnisse gebracht. Daher stürmt Kyle verzweifelt mit einer Waffe in Gates Sendung und droht ihn zu ermorden wenn seine Aktien nicht bis Börsenschluss um mindestens 24,5 Punkte zulegt …

Manchmal errreichen einen Filme etwas besser als sie letztlich sind, aber das ist ja kein negativer Effekt. In diesem Falle ist es so daß der Streifen auf mich wirkt als sei er ein Werk der 90er Jahre, und das ist eben meine Zeit in der ich solche Titel oft und gerne geschaut habe. Obendrein liebe ich das Echtzeitszenario, besonders wenn es wie hier sinnvoll angewendet wird und nicht nur als nettes Gimick. Die Darsteller gefallen mir durch die Bank, was bei einem hochwertigen Cast wie diesem hier auch nicht anders zu erwarten war; und ich bin letztlich total beeindruckt davon wie Jodie Foster es schafft den Film zu „raffen“. Andere Filmemacher hätten der Story nach vorne und hinten nochmal locker 10 Extraminuten verpasst, dieser hier bringt sein Zeug in gut 90 Minuten durch, liefert einerseits durchdachte Charaktere, verzichtet aber ebenso auf unnötiges „Füllmaterial“. Und daß die atemlose Spannung mit der ein oder anden lustigen Zeile versüßt wird rundet den Film perfekt ab. Man muß sich allerdings selber fragen für welche der Figuren man eher fühlt – eindeutige Helden und Bösewichter gibt’s hier in dem Sinne nämlich nicht.

Fazit: Atemlose Spannung und leichter Witz in einem Film der letztlich trotzdem ein Unterhaltungsfilm ist!
Rating: ★★★★★