Eddie The Eagle – Alles ist Möglich

Der aus einfachen Verhältnissen stammende Eddie Edwards (Taron Edgerton) träumt davon an einer Olympiade teilzunehmen, ist aber eigentlich völlig unbegabt. Trotzdem versucht er sich das Skispringen beizubringen um so an den Winterspielen in Calgary im Jahre 1988 teilzunehmen. Unerwartete Hilfe bekommt er dabei von dem raubeinigen Expringer Peary (Hugh Jackman) …

Mal eine Biographie mit der ich ein wenig was anfangen kann: in den 80er Jahren sah ich manchmal meinen Großvater im Fernsehen wie er Skispringen schaute und guckte mit; dadurch war mir seit frühester Kindheit der Name „Eddie The Eagle“ ein Begriff. Und dieser Film gibt nun vor mir die Geschichte hinter dem Mann zu erzählen: einem zwar chronisch unerfolgreichen, aber eben doch wahnsinnig beliebten Skispringer, einem Underdog aus einfachen Verhältnissen der sich bis in die Oberliga kämpfte und keine Titel abräumte, aber die Zuneigung und den Respekt des Publikums erhielt. Diese Geschichte, zumindest der Part wie er zu den Olympischen Spielen bis nach Calgary gekommen ist wird hier filmisch aufgearbeitet, wobei ich dem Film inhaltlich kaum traue: zu fiimgerecht aufgearbeitet wirkt alles und obendrein ist eine Figur wie Hugh Jackman als Trainer restlos over the top, vor allem wenn er betrunken und mit Kippe im Mund einen Skisprung vollführt. Aber letztlich funktioniert der Film als Gute Laune Film ganz hervorragend: mit Jackman, Tared Edgerton als linkischem Springer, Christopher Walken und sogar Iris Berben hat der Film einen guten Cast, die altbekannte Geschichte über das Verwirklichen des eigenen Traumes funktioniert auch hier bestens und die ganze Nummer hat von Anfang bis Ende Herz und Witz. Lediglich die Spezialeffekte, insbesondere in einigen Sprungszenen sind sehr durchschnittlich und überschaubar inszeniert – was aber zu verschmerzen ist.

Fazit: Kurzweiliger Film voller Herz der aber die realen Vorgänge kaum getreu wiedergeben dürfte …
Rating: ★★★★☆

Fargo

Aus Geldnot kommt der Autohändler Jerry Lundegaard (William H. Macy) auf eine folgenschwere Idee: er engagiert die Ganoven Carl (Steve Buscemi) und Gaear (Peter Stormare) die seine Frau entführen sollen um damit Lösegeld von Schwiegervater Wade (Harve Presnell) zu erpressen. Der einfache Plan artet schon bald in ein blutiges Desaster aus – und ausgerechnet die hochschwangere Polizistin Marge Gunderson (Frances McDormand) muß versuchen die Spuren richtig zu deuten …

So kommt man auf bewährtes Zeug zurück: ich hab den Film kurz nach seinem Erscheinen mal gesehen, fand ihn aber nur durchschnittlich. Als Teenager kann man einen ereignisarmen und ruhig erzählten Film vermutlich nicht wirklich schätzen. Nun bin ich rund 20 Jahre später nochmal drauf gekommen als der alte Film in eine Fernsehserie umgeformt wurde. Mit dem Kenntnis der Fernsehserie hat der Film nämlich einen ganz besonderen Reiz: man kann erkennen welche Punkte und Details man sich ausgebuddelt hat um sie in der Fernsehserie auf eine größere Länge zu dehnen. Abgesehen von dieser Querverbindung hat der Film aber seine eigenen Reize: er ist ein Meisterwerk des kauzigen Humors und der entschleunigten Erzählweise, setzt schräge und bizarre Figuren in eine bitterböse Handlung und überrascht mit krassen Wendungen. Obendrein hat er mit Frances McDormand eine der ungewöhnlichsten Heldinnen im Zentrum (auch wenn sie erst nach einer guten halben Stunde in die Handlung eingreift). Daher ist dies ein Klassiker den man heute durchaus als langweilig empfinden könnte, dem man aber durchaus eine Chance geben kann.

Fazit: Mögenswerter, kleiner Thriller mit vielen trickreichen Wendungen.
Rating: ★★★★☆

The Last Witch Hunter

Kaulder (Vin Diesel) ist über 700 Jahre alt und ist ein Hexenjäger in der heutigen Welt, eldiglich unterstützt durch Pater Dolan (Michael Caine) und dessen Schüler (Elijah Wood) sowie der Hexe Chloe (Rose Leslie). Gemeinsam mit Chloe erklärt Kaulder einer magischen Königin (Julie Engelbrecht) den Kampf …

Oha, netter Versuch: Vin Diesel versucht sich neben „Fast & Furious“; „Riddick“ und xXx“ ein weiteres Mal ein Franchise zu erarbeiten. Diesmal als okkulter Hexenjäger; mit einnem Funken „Highlander“ mit drin … nur leider ohne eine Chance. Außer daß es ordentlich kracht und scheppert bietet der Film eigentlich nichts erwähnenswertes. Diesel ist eine grausame Wahl für einen grausam langweiligen Helden, der Film ist eine hohle Effektorgie die sich an keiner Stelle nach Fantasy Film anfühlt und die Story ein Worst Of diverserer ähnlicher Titel. Im Kino ist der Film übelst abgesoffen, daher sind sequels nicht zu befürchten … immerhin etwas.

Fazit: Absolute Nullnummer aus der kein Franchise erwachsen dürfte ..
2 Punkte

Trumbo

Dalton Trumbo (Bryan Cranston) ist Drehbuchautor im Hollywood der 40er Jahre und obendrein bekennender Kommunist. Durhc die Zugehörigkeit zu einer kommunistischen Partei geräöt er auf eine schwarze Liste und bald schon ins Gefängnis. Auch nach seiner Entlassung hat er Probleme sein Schreiben an den Mann zu bringen …

Leben ist Leben, Film ist Film. Das letztere hat eine Aktstruktur, erster Akt, zweiter Akt, dritter Akt, das wahre Leben hat eben dies nicht. Bedeutet, wenn man unbedingt versucht ein wahres Leben in eine Dramaturgie zu pressen geht das eben nicht, oder man muß die Vorgabe entsprechend anpassen. Oder zu der simplen Erkenntnis gelangen: auch wenn man eine gute Geschichte hat muß diese nichts zwangläufig als Film funktionieren. So ist es für mich auch hier: der Film ist ein aneinander reihen und fast „zappen“ von diversen Fakten und Details die aus dem Leben des wahren Dalton Trumbo stammen – dabei aber kaum mehr als ein auflisten diverser Wendepunkte ohne wirklich spannende Dramaturgie. Dafür punktet der Film mit anderen Dingen: vor allem Hauptdarsteller Bryan Cranstin ist eine oscarreife Offenbahrung, liefert als Trumbo eine wundervolle Performance ab; das Filmwesen der USA in den 50er und 60er Jahren wird fast nostalgisch dargestellt und gezeichnet und dtrotz der an sich ja ernsten Thematik bestitzt der Film viel Herz und Humor. Er richtet sich zwar vorrangig an ein kleineres und wohl auch älteres Publikum, hat aber durchweg Potential.

Fazit: Ist zwar nicht wirklich mit einer Dramturgie gesgnet, überzeuggt aber alleine mit der Hauptfigur.
Rating: ★★★★☆

Picknick mit Bären

Bill Bryson (Robert Redford) verdiente vor Jahren sein Geld mit dem Verfassen von Reiseberichten, ist aber mittlerweile in der Rente. Dennoch packt ihn der Ehrgeiz und er möchte den Appalachian Trail Weg begehen welcher der längste Fußweg der Welt ist. Als Begleiter bekommt er seinen alten Freund Stephen Katz (Nick Nolte) motiviert, der nach einem Alkoholproblem aber nicht die beste Weggesellschaft darstellt …

Merkwürdiger Film, aber nicht im negativen: wirkt wie eine Altherrenversion von „Mein Weg“ oder „Ich bin dann mal weg“, aber ganz ehrlich: mit Stars wie Robert Redford und Nick Nolte könnte man auch einen Film machen in dem die beiden auf einer Parkbank sitzen und quasseln und es wäre kein totaler Flop. Aber an diesem gibt’s nix zu klagen: die zwei gehen auf eine ruhige, nette Reise, sehen ein wenig natur und quasseln viel. Das ist in der Tat nicht sagenhaft viel, aber genug um kurzweilige anderthalb Stunden dranzubleiben. Obendrein erfindet der Film das Ende zwar nicht neu, findet aber eine glaubhafte und solide „Beendung“ des Streifens die ich so nicht geahnt hätte. Daher kann man problemlos einen Blick riskieren.

Fazit: Nett, klein und kurzweilig, mit jeder Menge Altherren Charme
Rating: ★★★★☆

Life

Jung-Fotograf Dennis Stock (Robert Pattinson) arbeitet im Jahre 1955 in L.A. bei der Eliteagentur Magnum. So trifft er auf James Dean (Dane DeHaan) und ist sofort begeistert von ihm. Der Versuch eine Fotoserie mit Dean zu machen gerät aber aufgrund der launischen Art des Stars zur reinsten Nervensache …

Mal wieder ein anspruchsvoller Streifen abseits der breiten Masse, selbst wenn „Twilight“ heroe die Hauptrolle spielt. Wobei, das Zentrum liegt nicht auf seiner Figur sondern auf James Dean; wobei man den Film auch nicht direkt als Biographie bezeichnen kann. Im Grunde geht es um die Bekanntschaft und Freundschaft zwischen James Dean und dem Fotografen Stock der ihn in den Monaten vor seinem Ableben begleitet hat und eben einige bemerkenswerte Fotos von ihm machte die man bis heute kennt. Im Grunde gibt es wenig Geschichte zu diesen Bildern und wie sie entstanden, mehr ist es ein Portrait des Lebens der beiden Figuren wie es zum Zeitpukt der Aufnahme ebenw ar. Dabei geht der Film volle Lotte ins schwermütige und melancholische, läßt jeden Dialog trauerdurchzogen und bleischwer erscheinen. Auch ansonsten sehe ich wenig Geschichte oder Charakterentwicklung, ich beobachte einfach eine historische Figur in ein oaar Szenen und Momenten die mir nicht bekannt sind, aber glaubhaft vermittelt werden. Da ich kein furchtbar großer Fan der Zeit oder generell von James Dean bin finde ich das zwar interessant, rufe es aber nicht zu einem Muß aus. Bemerkenswert ist aber das Pattinson sich als Darsteller erweist der seinen Job erfreulich bescheiden und doch gut macht.

Fazit: Irgendwie gewollt schwermütiges Portrait das wenig Geschichte mit viel Stimmung kaschiert.
Rating: ★★★☆☆

The Gallows

Im Jahre 1993 kommt es an einer Schule in Nebraska bei einer Schulaufführung zu einem tödlichen Unfall. Zwanzig Jahre Später wollen die damaligen Schüler zu Ehren des Toten das Stück zu Ende aufführen – merken aber bei ihrer Rückehr in die Schule das der Geist des Toten dort noch sehr präsent ist …

Ich kenne gerade mal einen Menschend er wirklich und aufrichtig gerne Found Footage Filme schaut – EINEN! Ist er der Einzige? Werden diese Dinger am Ende nur für ihn gemacht? Kann doch garnicht sein, erscheint mir aber so. Jeder Filmemacher der glaubt diesem Gerne noch irgendeinen Funken Neues rauspressen zu können ist im Irrtum. Die Story dieser Wackelkameranummer klingt indes gar nicht schlecht und hätte als herkömmlicher, konventioneller Horrorfilm sicherlich eine Existenzberechtigung gemacht. So aber wird’s komplett verschenkt: ich kriege kaum eine Übersicht in das was hier eigentlich gerade abgeht, die Figuren sind mir scheißegal, die Dramaturgie ist altbacken … und das Schlimmste ist, daß ich all das schon hundertmal gesehen habe.Und Keiner lernt draus daß die Meisten dieses Subgenre leid sind. Außer einem.

Fazit: Die nächste Found Footage Nummer; zu keinem Zeitpunkt in Gefahr irgendwas neues oder frisches zur Thematik beizusteuern …
Rating: ★★☆☆☆

Sinister II

Der tyrannische Clint (Lea Coco) hat lange seine  Frau Courtney (Shannyn Sossamon) und die  Söhne Dylan (Robert Sloan) und Zach (Dartanian Sloan) gequält. So flieht Courtney schließlich mit den Kindern in ein einsame Landhaus. Während ihr Mann auf der Suche nach ihnen ist stellt Courntey fest daß ihr Zufluchtsort verflucht erscheint …

Joa … Sequel halt. Fortführung einer Story die schon im Original nicht wirklich was besonderes lieferte und den Zuschauern des Sequels nicht mal die gleichen Figuren liefern kann. Also geht hier ein neues und altbekannter Spuk Horror mit Mystery Einschlag von statten bei dem mal wieder Kinder ganz besonders im Brennpunkt stehen. Das sind von Haus aus keine schlechten Elemente für unterirdischen Videotheken-Trash, aber eben genau das und nicht mehr.  Ebenso ist dieser Film als würde man eine Strichliste voller Vergleichbarer Titel abspulen. Das heißt, eingefleischte Horrorfans sind so ziemlich die einzigen Zuseher die davon direkt angesprochen werden, aber gleichzeitig diejenigen welche die krude Nummer am wenigsten erwischen oder überraschen kann. Insofern: wenn schon Horror, dann muß es nicht dieser sein.

Fazi: Ein paar gute Schockmomente und brauchbare Szenarien, aber inhaltlich fordert dieser Quatsch keinen
Rating: ★★☆☆☆

The Program – Um jeden Preis

Der Journalist David Walsh (Chris O’Dowd) arbeitet im Jahre 1999 bei der Tour de France. Die unglaublichen Erfolge von Lance Armstrong (Ben Foster) dabei wecken sein Mißtrauen – und schon bald kommt er einem Dopingskandal auf die Spur …

Das stell wohl den Fall dar daß ich die wahre Geschichte in Kurz kenne, eben das Lance Armstrong ein Rennradfahrer war der erst heldenhaft eine Krebserkrankung überlebte und später unfassbare sportliche Erfolge feierte bei denen er mit Doping nachhalf. Und es flog irgendwann wauf … Ende. Der Film beleuchtet diese Dinge nun mit näherem Blick und schafft es sogar bei einem Radmuffel wie mir ein wenig die Beschmutzung darzustellen, gezeigt durhc die Augen des aufrechten Journalisten der den laufenden Skandal wittert und dessen geliebter Sport so entweiht wird. Dazu gibt’s eine ausführliche Darstellung Lance Armstrong die garnicht erst versucht falsche Sympathie zu erwcken, auf mich wirkt der von Ben Foster grandios verkörperte Strampler als „charismatischer Kotzbrocken“. Und der Film geht letzten Endes sehr in Ordnung, allerdings nur wenn man in der Thematik mit ein wenig Interesse zugegen ist.

Fazit: Kurzweilige Mischung aus Sportfilm und Journalistenkrimi – toll gespielt und authentisch wirkend.
Rating: ★★★☆☆

Zootopia – Zoomania

In der utopischen Großstadt Zoomania leben Tiere aller Art zusammen. Auch die vom Land kommende Häsin Judy zieht es dorthin um als Polizistin dort zu arbeiten. Nach einem unglücklichen Einstand wird Judy beauftragt innerhalb kurzer Zeit eine vermisste Person wieder zu finden. Ihre einzige Hilfe ist ausgerechnet der listige Fuchs und Trickbetrüger Nicholas …

Animationsfilme wurden durch „Alles steht Kopf“ auf ein neues, großartiges Niveau gehievt – da kommt auch diese Geschichte hier nicht ran. Nichts desto trotz hat man hier einen Film der nahezu alle Stärken des Erstgenannten ebenso besitzt: der Film ist technisch auf unglaublichem Niveau, zeigt mit einem sonnigen und klaren Bild eine utopische Welt und entführt den Zuschauer perfekt dorthin. Die Filmstadt ist voller interessanter, cleverer und vielschichtiger Details und eine großartig konstruierte filmische Welt. Die Figuren sind herzlich, liebenswert und funktionieren perfekt und die Story ist ein grundsolider Krimiplot dessen Auflösung vielleicht etwas dürftig ausfällt. Aber in Tateinheit mit so viel Spaß, sitzenden Gags und dem Umstand daß es hier niemals platt wird oder unter die Gürtellinie geht kann man diesen Film nur abfeiern: ein großer und kluger Spaß der als Film für Eltern ebenso funktioniert wie als Film für Kinder.

Fazit: Technisch überragend, inhaltlich solide und absolut spaßig – großartiges Ding!
Rating: ★★★★☆