Everybody wants Some

Im August 1980 beginnt Jake (Blake Jenner) sein Studium in Texas und trifft auzf seine Mitschüler und Mannschaftskameraden McReynolds (Tyler Hoechlin), Roper (Ryan Guzman), Stoner Willoughby (Wyatt Russell), Nesbit (Ausin Amelio) und  Finn (Glen Powell). Neben dem rauschenden Leben aus Parties und Spaß fühlt er sich obendrein schon bald zu Beverly (Zoey Deutch) hingezogen …

Tja, da waren meine Erwartungen sinnloserweise extrem hoch: liegt daran daß ich diverse Filme von Richard Linklater gesehen habe und weiß daß der Mann Dialoge extrem gut schreiben und inszenieren kann, fand auch Boyhood zumutbar und liebe seinen Klassiker „Dazed and Confused“ durch und durch. Bedeutet, wenn ein Film über Jugendliche in den 70ern so großartig war könnte eine Titel über ein paar Stundenten in den 80ern doch ähnlich ausfallen … könnte, aber ist nicht. Ich hatte den Eindruck einen Film zu schauen der ohne jedes Drehbuch entstanden ist und einfach bekannte Lieder ausreiht und wahllos Szenen aneinander schneidet. Damit könnte ich sogar noch klarkommen, aber ich habe es nicht geschafft mit nur einer Figur irgendwie warm zu werden oder eine Verbindung aufzubauen so daß der gesamte restliche Film wie die Amateuraufnahmen von jemandem unbeeindruckt an mir durchzogen. Schade. Dazed and Confused bleibt eben unerreicht.

Fazit: Nette Ausstattung und vermutlich recht lebensnah, aber frei von guten Figuren oder einer Handlung!
2 Punkte

Radio Heimat – Früher war auch scheiße

Frank (David Hugo Schmitz), Spüli (Hauke Petersen), Mücke (Maximilian Mundt) und Pommes (Jan Bülow) wachsen in Bochum der 80er Jahre auf. Neben den ständigen Macken ihrer Eltern und Umgebung beschäftigt sie vorrangig das andere Geschlecht und besonders Franks Werben um die hübsche Carola (Milena Tscharntke). Bei einer Klassenfahrt kommt es obendrein zum Konflikt mir einem Lehrer …

Irgendwie zerfällt der Film für mich in zwei total unhomogene Hälften an denen ich merke daß ich hier einen Film schaue der auf Kurzgeschichten basiert: in der ersten Hälfte bekommt man die vier Figuren vorgestellt und wann immer irgendwer was sagt, betont oder zeigt springt der Film in eine kauzige Rückblende o.ä. die das genannte untermauert und ausmalt. Da bekomme ich mehr und mehr das Gefühl daß der Film nicht darauf aus ist mir eine Geschichte zu erzählen und auch nicht die Lebensumstände authentisch nachzuzeigen, sondern eben alles was geht in irgendeine gagreiche Variante zu dreschen. Das geht oftmals auch sehr gut und hat einige Lacher, aber führt wie eine Sketchshow nirgendwo hin. Ebensosehr hab ich mächtige Probleme damit daß die Hauptperson Frank ständig in die Kamera zum Zuschqauer spricht, mitunter mitten im Dialog . Da hilft dieses Stilmittel nicht weitger, zumal eh viel aus dem Off genannt wird. In der zweiten Hälfte zappt das Ganze dann zu einer eignisreichen Klassenfahrt und einer stringent erzählten Story – hier ist es dann leider zhu albern um authentisch zu sein, hat aber trotzdem ein paar sehr sensible Sekunden dabei. Letztlich geht der Film klar, bleibt aber oftmals hinter den Chancen zurück die er durchaus gehabt hätte.

Fazit: Launiger Rückblick mit kauzigen Ideen und Momenten, aber undeutlich erzählter Story!
Rating: ★★★☆☆

Willkommen bei den Hartmanns

Die wohlhabende Angelika Hartmann (Senta Berger) besucht ein Flüchtlingsheim und beschließt einen Flüchtling aufzunehmen, trotz des Protestes Mannes Richard (Heiner Lauterbach) – und so kommt schon bald Diallo (Eric Kabongo) zu ihnen. Gleichzeitig ziehenTochter Sophie (Palina Rojinski), der depressive Sohn Philipp (Florian David Fitz) und  Enkel Basti (Marinus Hohmann) ins Haus was bei der neuen Situation zu stetigem Chaos führt …

Alles Achtung, der Film hat mich wirklich überrascht: er ist vom Macher von „Männerherzen“, da hatte ich einen relativ hohlen und gefälligen Titel erwartet. Gefällig ist er dann am Ende auch, aber in vertretbarer Weise; denn eigentlich ist dies kein Film über Flüchtlinge sondern eine typische deutsche Komödie um eine chaotische Großfamilie die halt zufällig einen Flüchtling bei sich aufnimmt. Überraschenderweise gefällt mir der Film it diesem Konzept echt gut; indem er eben nicht krampfhaft bemüht ist irgendwie skandalös zu sein oder für eine Diskussion zu sorgen, sondern statt dessen eben einfach nur kurzweilig, witzig und nett sein will und somit die paar kritischen Denkanstöße die nebenbei so kommen einfach unverkrampft dabei packt. Schön ist auch wie alle Hauptfiguren hier mit Eigenheiten, Macken und Problemen eingeführt und vorgestellt werden und der Film mit spielerischer Leichtigkeit eben jene Dinge unterhaltsam abspult. Plus, es ist stellenweise große Schauspielerei, insbesondere Senta Berger und Heiner Lauterbach machen als altes und mitunter recht zickiges Ehepaar echt wahnsinnig viel Spaß. Insofern: ein Muß ist der Film sicherlich nicht, sehr wohl aber ordentlich aufbereitetes Mainstream Material mit hohem Spaßfaktor und netten Nebenhandlungen.

Fazit: Kurzweilige Komödie mit deutscher Starbesetzung und dem Schwerpunkt auf dem Unterhaltungsfaktor!
Rating: ★★★★☆

 

The Neon Demon

Jesse (Elle Fanning) zieht nach LA und kommt in Hanks (Keanu Reeves) Motgel unter. Ihr Traum von der Modelkarriere scheint sich zu erfüllen als die Stylistin Ruby (Jena Malone) sie pushen möchte. Die funkelnde Welt in die Ruby sie vermittelt hinterläßt bei Jesse jedoch schon bald Spuren …

Ich war vorher schon kein großer Fan der Werke dieses Regisseurs, bei dem es wie mir erscheint eh nur die zwei Fraktionen gibt bei denen die Einen ihn frenetisch feiern und in seinen Filmen sonst was sehen und die Anderen sich eigentlich nur gepflegt langweilen. Ich selber war eigentlich Teil der Zweitgenannten,  kann mich ab sofort aber zu einer weiteren Fraktion zählen: ich hasse den Mann. Echt ehrlich. Ich könnte mich jetzt über das in meinem Empfinden unfassbare Mistwerk aufregen daß mir nur zweierlei Dinge zu bieten hat: Optik und Atmosphäre. Aber ich brauche eine Geschichte, irgendetwas geradliniges das ich greifen kann, dem ich folgen kann und was ich verstehe. Hier sind es einfach nur schick inszenierte Szenen von minutenlanger Länge; etwa wenn zwei blutverschmierte Frauen lange zusammen duschen und dröhnende Musik dazu läuft. Und von der verstörenden Schlußsequenz will ich garnicht anfangen … aber gut. Ich kapiere diesen Film nicht, kann mit dem Macher und seiner Art Film nichts anfangen. Andere können es, die loben und feiern ihn – das werd ich mal niemandem schlecht reden. Viel Spaß. Aber ohne mich.

Fazit: Schicke und blutige Optik auf ein absurdes Schnipselmassaker daß als Story verkauft wird!
Rating: ★☆☆☆☆

Dirty Cops – War on Everyone

Die Polizisten Terry Monroe (Alexander Skarsgard) und Bob Bolano (Michael Pena) bekämpfen das Verbrechen in New Mexiko, gehen dabei aber rücksichtslos und kaum anders als die Ganoven vor. So entfesseln sie einen Privatkrieg gegen den Kriminellen James Mangan (Theo James) der schon bald in reine Gewalt ausartet …

Ich mag Polizeifilme, Buddy Komödien ebenso, daher war ich diesem durchaus offen gegenüber – das war aber nach wenigen Momenten vorbei. Der hier präsentierte Humor ist für mich nicht nur restlos unlustig, ebenso aber vollständig unnötig und stellenweise beleidigend – mal ehrlich, der Held kommt am Haus seines Partners an, rammt gezielt sein Auto um ihm dann fröhlich mitzuteilen „Hey, ich hab deinen Wagen angeschrammt!“ und der nur erwidert „Och, schon wieder?“. Hier werden keine Figuren etabliert, hier werden alberne Comicfiguren inszeniert. Diese ermitteln dann in einem langweiligen Kriminalfall der unnötig sperrig geliefert wird – mir erschließt es sich nicht wer hier mit wem gemauschelt, getrickst und gefriemelt hat, es tauchen ständig irgendwelche Figuren auf die in irgendeiner Weise zueinander stehen und meist nach ein paar Filmminuten verendet und ermordet sind. Das ich im letzten Drittel eingeschlafen bin macht dann auch schon nichts mehr – falls irgendwer mit diesem Humor was anfangen kann seis ihm gegönnt, für mich wars definitiv einer der schlechtesten Filme des Jahres.

Fazit: Unlustig, brutal und stellenweise beleidigend: diese Cops sind totale Rohrkrepierer!
Rating: ★☆☆☆☆

Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers

An Weihnachten versammelt sich Familie Cooper im Haus der Eltern Sam (John Goodman) und Charlotte (Diane Keaton). Da aber nahezu alle Anwesenden ihre eigenen Problem, Sorgen und Unausgesprochenes dabei haben wird das friedlich gedachte Fest recht schnell zum emotionalen Chaos …

Theoretisch läuft alles in bekannten, vertrauten Bahnen: eine große Familie mit meheren Generationen, Sorgen und Kummer und Nöte der einzelnen Altersgruppen, das alles verkörpert von mehr oder wengier großen Stars und eben alles im Weihnachtsgewand. Gibts immer wieder, kann immer mal wieder nett sein – oder aber, wie in diesem Film, völlig austauschbar und ersetzbar. Abgesehen von dem Handlungsstrang in dem ein tapferer Soldat vorgibt der Partner einer der Töchter zu sein und dabei mit einigen guten, da ehrlichen Sprüchen, gut kontert hat man banale Dialoge, altbekannte Probleme und Stars die wie im Automodus gefällig Texte aufsagen und eigentlich zu keiner Zeit den Zuschauer mit auf eine emotionale Erfahrung nehmen. Als gefälliges Festtagsfilmchen taugts maximal – aber selbst da droht das Fest wegen kollektivem Einschlafen zu kippen.

Fazit: Große Stars, kleine Wirkung: die Weihnachtscomedy langweilt und nervt!
Rating: ★★☆☆☆

Doctor Strange

Der Neurochirurg Doctor Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) wird bei einem Unfall so schwer verletzt daß er seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann. Er flieht nach Tibet und gerät an an eine Glaubensgemeinschaft rund um The Ancient One (Tilda Swinton). Dort erlernt er unglaubliche magische Fähigkeiten die er schon bald zur Rettung der Welt einsetzen muß …

Marvel holt die schweren Geschütze raus: jetzt kommen auch so langsam die Charaktere ins Filmformat die deutlich spezieller sind und früher sicherlich nicht funktioniert hätten. Mit Benedict Cumberbatch als titelgebendem Doktor kommt nämlich ein völlig neuer Aspekt ins doch groß ausgebaute Cinematic Universe: Magie. Inhaltlich wird dabei die klassische Origin Story berichtet; eben wie der titelgebende Held bei Null anfängt und dann schrittweise seine Kräfte entdeckt und eben vom arroganten Arzt zum blitze schwingenden Zaubermeister wird, wobei ich selber unschlüssig bin ob es der Reiz der Figur oder eben nur der Charme von Benedict Cumberbatch ist der ermöglicht daß die Nummer ordentlich funktioniert. Inhaltlich passiert nichts nennenswertes, der Held erfährt seine Kräfte, entwickelt sie, ein Schurke taucht auf und es kommt zum Kampf. Dabei ist jedoch die Optik gleichermaßen interessant wie uninteressant: es wird eine für den Menschen unsichtbare Ebene erfunden auf der die Kämpfe stattfinden – d.h. wenn sie Umgebungen und Stadtbilder verformen und herumfliegen ist das zwar zu sehen, hat für die Außenwelt aber keine Konsequenzen. Und Mads Mikkelsen gibt als Schurke eine banale Standardvorstellung. Trotzdem, Spaß macht der Film und ich denke daß man aus der Figur Doctor Strange noch eine Menge Spaß herausholen kann – in einem vielleicht besseren Film (der Abspann gibt schonmal einen guten Ausblick darauf).

Fazit: Effektvolle Originstory die Potential hat, an dem simplen Drehbuch aber einiges einbüßt.
Rating: ★★★☆☆

Girl on the Train

Rachel Watson (Emily Blunt) ist ein psychisches Wrack, fährt täglich mit dem Zug zu einer Arbeit die sie bereits verloren hat um Haus ihres Exmannes vorbei und stalkt ein Paar aus ihrer Gegend. Eines Tages wird sie dabei Zeuge eines Verbrechens und erwacht kurz darauf mit Amnesie – und weiß nicht ob sie mit den schlimmen geschehenden Dingen zu tun hat …

Auf den Film war ich relativ gespannt, vorrangig wegen des Trailers: den fand ich einfach faszinierend weil er viel brachte, eine unglaublich gute Stimmung errichtete und trotz dem vielen angedeuteten keinen wirklichen Rückschluss zuließ. Der fertige Film ist dann im Rückblick zu betrachten und man kommt an den Punkt: der Film hat ein Geheimnis, das löst er auch auf – was aber passiert ist ist kaum außergewöhnlich oder besonders, nur die Verpackung eben davon ist effektiv und clever gemacht. Obendrein ist der Film eine Mischung aus Drama und Thriller, wobei der Schwerpunkt deutlich auf dem erstgenannten liegt und trotz unheimlicher Stimmung kein Tempo und kein Druck ensteht, vor allem an der Stelle wo eine Figur spurlos verschwindet was als Info gegeben wird, sich aber sonst nicht drängelnd auswirkt. Auch ist des knifflig daß es im Grunde keine sympathischen Figuren im Film gibt, auch die von Emily Blunt gespielte Hauptfigur ist zwar toll inszeniert und bizarr verdreht, aber eben auch kein Sympathieträger. Es ist das Mysterium weil man eben wissen will was denn nun passiert ist – naja, reicht ja auch schon.

Fazit: Mehr Drama als Thriller mit guter Stimmung und gut aufgeschobener Auflösung!
Rating: ★★★★☆

Visions

Eveleigh Maddox (Isla Fisher) zieht mit ihrem Mann David (Anson Mount) auf ein abgelegenes Weingut in Agoura Hills um dort einen furchtbaren Unfall zu vergessen bei dem ein Baby sein Leben verloren hat. Dabei entwickelt sie verrückte Visionen die sie als Depression ansieht – doch es steckt etwas ganz anderes dahinter …

Öhm, ja … Filme dieser Art die eine Lauflänge von rund 79 Minuten (inklusive Abspann) aufweisen machen einen mitunter recht stutzig ob da wirklich viel Story kommt – sind aber erfreulicherweise im Normalfall recht schnell vorbei. Dieser auch, aber die Zeit bis zum Ende zieht sich als würde man einen Zwei Stunden Film anschauen. Und das was so unterwegs kommt und passiert fällt in die Sparte: kaum weiter erwähnenswert. Eine Frau hat unheimliche Visionen, an allen denkbar unpassenden Ecken und Enden blitzt Gefahr und msyteriöses auf, man weiß nicht ob es wahr oder fantasiert ist … gähn. Ein paar passende Momente und stimmige Augenblicke gibt es, die Auflösung ist ok und Isla Fisher ist nicht grundsätzlich eine schlechte Darstellerin, trotzdem weicht dieser Film an keiner Stelle in irgendeine nennenswert interessante Richtung ab. Das Einzige herausstechende: „The Big Bang Theory“ Star Jim Parsons versucht sich in einer Nebenrolle – und doch sehe ich nur Sheldon.

Fazit: Schema F Horror der an keiner Stelle nennenswertes rauskramt!
Rating: ★★☆☆☆

The Surprise

Nach dem Tode seiner Mutter hat auch Jacob (Jeroen van Koningsbrugge) keine Lust mehr zu leben und will sich umbringen. Nach zahlreichen Fehlversuchen findet er eine Agentur die spezialisiert ist Sterbewünsche zu erfüllen. Dort trifft Jacob auch auf die Kundin Anne (Georgina Verbaan) – und während er einerseits einen Vertrag zum sterben abschließt fühlt er durch Anne doch mehr und mehr Gründe um am Leben zu bleiben …

Ein richtig guter Film der aus Holland kommt? Geht das? Nun, das mögen sich manche Fragen und ich kann sagen: es ist machbar. Das ist ohnehin ein Effekt den man manchmal bei europäischen Filmen hat: die trauen sich mitunter mehr als amerikanische Filme und auch dieser hier ist an einigen Stellen unmoralischer und kniffliger als man es erwarten würde. Aber eben auch in meinem Empfinden an einigen Stellen zu wenig kritisch: wenns darum geht daß etwa ein alter Mann sterben will sucht der Film nur nach Methoden dies gut zu ermöglichen, er fragt nicht ob man den besagten nicht eventuell doch irgendwie am Leben halten sollte. Aber auf dieser Ebene in den Film reinzugehen minimiert auch stark den Spaß: die makabere Geschichte zweier suizidaler Menschen die mittels einer Agentur umgebracht werden wollen und die durch die Liebe zueinander docch nochmal einen Grund zum Leben finden ist herrlich pointiert, kurzweilig und überrascht mit kniffligen Wendungen. Mittendrin gibt’s eine Passage die wirkt als sei sie aus einem Tarantino Film, das macht aber nichts – unterm Strich ist es ein sehr netter, witziger und kreativer Streifen. Leider dürfte der aufgrund seiner Herkunft kaum eine Chance auf entsprechendes wahrgenommen werden haben; doch vielleicht folgt ja irgendwann ein Remake aus Übersee.

Fazit: Nicht immer undiskutabel, aber letztlich nette und clevere Komödie mit beeindruckend schwarzem Humor!
Rating: ★★★★☆