Alle Beiträge von Brodie79

Nightlife

Barkeeper Milo (Elyas M’Barek) trifft seine Traumfrau Sunny (Palina Rojinski) zbd plant ein Date mit ihr – dann aber taucht sein Freund Renzo (Frederick Lau) auf der ihn auf eine chaotische Jagd durchs nächtliche Berlin schleift …

Ich bin ja auch jemand der sich über fehlende, frische Impulse im deutschen Film beklagt und eigentlich nur laue Komödien sieht die sich kommerziell tragen, ebenso daß eine bestimmte Anzahl an Darstellern wieder und wieder die gleichen Drehbücher durch jagen … da mag eine Menge dran sein, aber ebenso muß man fair sein wenn ein Kandidat wie „Nightlife“ dabei ist. Auch wenn hier nicht das Rad neu erfunden wird mischt der Film bekannte und gute Elemente neu zusammen. Insgesamt sind es zwei Storys: zum einen eine süße Love Story zwischen Barek und Rojinski die miteinander eine beeindruckende Chemie haben, auf der anderen Seite ist es eine typische „eine lange, chaotische Nacht“ Komödien die es in den 80ern und 90er Jahren gab und die damit spielt daß „normale“ Leute in einen Krimiplot geworfen werdne. Und all das geht hier großartig auf, die Story ist kurzweilig, hat Herz und Witz und spielt seine überschaubaren Möglichkeiten bestens auf.

Fazit: Keine Revolution der deutschen Komödie, aber solide Zusammenführung bekannter Parts!

The Outpost – Überleben ist alles

Im Jahre 2009 haben die Amerikaner in Afghanistan das Camp Keating errichtet welches an einer strategisch schlechten Position am Fuße von drei Bergen liegt. Als das Lager geschlossen werden soll fällt eine Armee aus Taliban über das Camp her …

Für wen werden solche Filme gedreht?`Ich hoffe sie nützen Menschen die ähnliches erlebt haben um damit irgendwie beser klar zu kommen oder ein Gefühl davon bekommen als Helden verehrt zu werden. Dramaturgisch hat der Film nicht viel zu bieten was aber genau im Sinne der Geschichte ist: eine Stunde lang bekommen wir den Alltag auf einer Militärbasis zu sehen auf der wenig passiert. Es gibt ganz unregelmäßig Talibanangriffe, viele Dialoge zwischen den sich kaum unterscheidenden Figuren, hier mal eine Mission, dort mal einen menschlichen Moment … wenn dies das Leben abbilden soll stimmt das auch da es wirklich keinen roten Faden git. In der zweiten Hälfte wird der Film zu einem einstündigen Dauershowdown in der geballert, gestorben und gekämpft wird. Hier greift mein übliches Problem damit: es wird lebensnah und krass erzählt und is hochspannend, da jede Figur entbehrlich ist und jeder zu jedem Zeitpunkt verenden kann (und es auch tut). Ich selber will aber an sowas nicht Spaß und Freude haben, vor allem wenn es auf einem wahren Fall basiert. Daher weiß ich letztlich nicht an wen sich dieses Werk richtet.

Fazit: Solide Kriegsaction mit austauschbaren Figuren, aber hoher Wucht!

Videoreview von mir: https://youtu.be/JHGuc_CJB6M

New Mutants

Magik (Anya Taylor-Joy), Wolfsbane (Maisie Williams), Mirage (Blu Hunt), Cannonball (Charlie Heaton) und Sunspot (Henry Zaga) sowie einige andere Jugendliche werden in ein Krankenhaus gebracht. Dort merken sie recht schnell daß sie Mutanten sind und das Krankenhaus in Wirklichkeit darauf aus ist ihre besonderen Fähigkeiten zu erkennen und für sich zu nutzen …

Eigentlich steckt hier ein interessanter Ansatz hinter: der Film gehört zur X-Men Serie und spielt auch im X-Men Universum, ist aber ebenso eigenständig und unabhängig von den bisherigen Filmen und begibt sich auf völlig neues Genre-Terrain: es ist der erste Horrofilm der Serie. Eigentlich sollte er der Auftakt einer Trilogie sein, eigentlich sollte er mit „Dark Phoenix“ zusammen erscheinen – aber all das zerschlug sich. Der Film wurde zwei Jahre lang immer wieder aufgeschoben, weiter vertagt … mittlerweile gehört das X-Men Franchise wieder Disney die daran eigentlich kein Interesse haben und diesen Film für sich einfach nur verramschen wollen. Schade, aber nicht ganz unverständlich da dieser Probleme hat seine Schwerpunkte zu setzen. Es geht um junge Mutanten die schlimme Schicksale erlebt haben und darüber reden, habt also etwas vom „Frühstücksclub“ an sich, dann gibt es die übliche Mutantenaction in abgespeckter Form und es gibt zahlreiche Ausflüge in Horrorszenarien die aber kaum so krass oder schlimm ausfallen daß jemand wirklich davon erschreckt wird. Die zum Teil großartige Besetzung reißt es solide raus, ein paar Spannungsmomente sind drin und alles in allem ist der Film für sich genommen solide – aber zu keinem Zeitpunkt überragend, überraschend oder sonstwie erwähnenswert. Als Ende der X-Men Serie jedenfalls weniger geeignet als es „Logan“ war.

Fazit: Merkwürdiger Mix aus mehreren Genres bei dem keines so richtig bedient wird.

Rating: ★★★☆☆

The High Note – L.A. Love Sings – Der Song meines Lebens

Sängerin Grace Davis (Tracee Ellis Ross) ist eine Pop-Diva die ihrer Assistentin Maggie (Dakota Johnson) die Hölle auf Erden bereitet mit ihren Launen. Als aber ein Manager (Ice Cube) mit einem Angebot um die Ecke kommt geraten beide Frauen an ihre Limits …

Im Grunde greift der Film einige altbekannte Thematiken auf die man in der einen oder anderen Gewichtung schon mal geschaut hat. Im Zentrum steht eine junger Frau die als Assistentin für einen Star arbeitet, gleichzeitig aber eigene Karrierewünsche und ziele hat und damit versucht in dieser Medienwelt klar zu kommen, dazu kommt noch der Part daß sie selber bemüht ist einen künftigen Star „aufzubauen“. Ebenso steht es im Zentrum seine Träume zu verfolgen, Abstriche zu machen und die Karriere mit dem privaten zu vereinen, außerdem nimmt das zwar enge, aber eben dienstliche Verhältnis zwischen Angestellter und Chefin viel Raum ein, als Bonus gibt’s die Ängste und Sorgen des Stars. All dies ist relativ ereignislos, aber trotzdem entspannt gefilmt mit schönen Sets schönen Menschen und angenehmer, warmer Beleuchtung. Und mit Dakota Johnson in der Hauptrolle hat man eine mögenswerte Figur die zwar keine Ecken und Kanten hat, aber für die seichte Handlung absolut ausreicht. So ist der ganze Film wie ein Lied das man beim Autofahren im Radio hört – beiläufig, harmlos und hinterher schnell vergessen.

Fazit: Schick aufgemacht, aber inhaltlich kaum erwähnenswert!

Rating: ★★★☆☆

David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück

Die Lebensgeschichte des gutmütigen David Copperfield (Dev Patel) der im viktorianischen England aufwächst. Sein ereignisreiches Leben gibt ihm viel Inspiration auf seinem Weg zum Schriftsteller …

Dies ist die Verfilmung eines Literaturklassikers von Charles Dickens welchen ich nie gelesen habe, daher kann ich (wie so oft) wenig Referenz ziehen wie sehr das Werk erfasst wurde. Aber es war wohl nicht die Absicht die schriftliche Vorlage so getreu wie möglich auf die Leinwand zu wuchten, da das Buch insgesamt eher schweren Gemüts und „belastend“ ist und dieser Film wohl mehr in den Bereich eines fantasievollen Lustspiels geht. Die Hauptfigur erzählt einfach ihren Lebensweg der kapitelhafte Szenen aneinander reiht und das treibende Element ist der stetige Wechsel zwischen wohlhabenden und ärmlichen Umfeldern. Einen wirklichen Plot habe ich dabei nicht festgestellt, sehr wohl aber eine lange Reihe an Szenen in denen komisch geredet wird und sich reihenweise Darsteller die Klinke in die Hand zu geben um in abgedrehten, exzentrischen Szenen zu spielen. Man könnte zwar klagen daß der Film über einen langen Zeitraum spielt und manche Figuren nicht altern aber das geht wohl zu weit. Irgendwie ordnet sich der Film zwischen Ernst und Fantasie ein und dank des energiegeladenen Dev Patel in der Hauptrolle folgt man dem Titelcharakter einfach gerne.

Fazit: Trotz ernster Themen durchaus im humorigen Sektor einzuordnen!
Videoreview von mir: https://youtu.be/14LdBaIjklI

Freaks – Du bist Eine von uns

Wendy (Cornelia Gröschel) nimmt sein Kindertagen Tabletten ein die ihre Depressionen im Zaum halten. Dann aber trifft sie auf Marek (Wotan Wilke Möhring) der ihr eröffnet daß sie Superkräfte hat und diese durch die Tabletten unterdrückt werden. Also setzt Wendy die Pillen ab und entwickelt unglaubliche Eigenschaften …

Ein Superheldenfilm aus deutschen Landen, direkt für Netflix produziert – kann das was geben? Durchaus wenn man gewisse Abstriche macht. Zum Beispiel die Erkenntnis zulässt daß es wirklich nichts gibt was dieses Genre nicht schon auf die Leinwand geworfen hat, man aber eben aus der Mischung der richtigen Elemente durchaus einen passablen Titel schnitzen kann. Das ist hier passiert: Szenen in denen eine schüchterne Figur sich dank neugewonnener Kräfte behaupten kann sind nicht neu, aber eben etwas was gut funktioniert, ebenso ist der altbekannte Plotpoint daß jemand der immer aufs Maul bekommen hat mit den Kräften die er erhält nicht umgehen kann und seine neue Macht einsetzt um sich zu rächen immer wieder gut angebracht. Ansonsten geht es ums Aktzeptieren seiner Kräfte und rausfinden wer man ist … das kommt auch immer gut. Man muß eben nur akzeptieren daß der Film auf deutschem Produktionsniveau passiert und daher Effekte, Kämpfe und all das auf einem sehr kleinen Level passieren. Das ist aber im gesamten nicht schlimm: als deutsche Produktion ist der Film dabei sehr in Ordnung, sehr kurzweilig und geht klar – nur trotzdem muß das offene Ende nicht unbedingt das Intro für ein Sequrl sein.

Fazit: Für eine deutsche Produktion ist das alles solide – nur das auf Fortsetzung schielende Ende irritiert!

Videoreview von mir: https://youtu.be/jEQA6ZdF-Z0

Ronny & Klaid

Die beiden Kumpels Ronny (Franz Dinda) und Klaid (Sahin Eryilmaz) schulden dem Casinobetreiber Bernhard Chipper (Guido Broscheit) 80.000 Euro – obendrein erweist sich Ronnys neue Freundin Emily (Xenia Assenza) als Chipper Tochter. Sie wollen mit einem irrwitzigen Plan aus der Klemme entkommen …

Dieser Film sah für mich aus als sei hier ein Studentenfilm mit professionellen Möglichkeiten inszeniert worden. Bild, Ton, Kamera, Sets … alles war mindestens auf dem Level einer soliden TV Produktion, wenn nicht hochwertiger. Die Story in der zwei Deppen anfangen Menschen zu entführen um ihre Schulden zu begleichen ist auch nur ein Aufhänger für ein endloses Feuerwerk an Gags die teilweise geradezu körperlich wehtun, aber eben dadurch ungemein effektiv sind. Und die Darsteller haben einen Charme dadurch wie sie sich ungehemmt in diese Blödelei werfen dem man sich kaum entziehen kann. Am Ende bleibt eben die Erkenntnis: nein, dies ist kein hochwertiges Kino, aber exzellenter Spaß.

Fazit: Ungemein albern und schmerzfrei, aber mit treffenden Gags und endloser Kreativität!

Rating: ★★★☆☆

The Photograph

Fotografin Christina Eames (Chanté Adams) stirbt unerwartet – ihre von ihr distanzierte Tochter t Mae (Issa Rae) findet in ihrem Nachlass eine merkwürdige Photographie. So enthüllt sie langsam die Geheimnisse ihrer Vergangenheit …

Eigentlich gibt es nichts im Film was man nicht kennt: es werden zwei Liebesgeschichten auf zwei Zeitebenen erzählt, bei der die Protagonistin der einen Story die Tochter der Protagonistin der anderen ist. Im Schwerpunkt verfolgt man wie ein Reporter und eine Kuratorin sich kennenlernen, näherkommen und im wesentlichen eine Beziehung an den Start kriegen, auf der anderen Seite erfährt man durch stetige Rückblenden das Chaos und emotionale Geflecht aus dem sich die Mutter einst freikämpfen mußte. Dabei wird klar daß sich die Geschichte nicht direkt wiederholt, sehr wohl aber gleiche Momente aufbringt. Trotzdem: nichts davon ist irre, spektakulär oder sonst wie erwähnenswert, aber es funktioniert mehr als gut. Liebe und Beziehungen sind zwar etwas was man filmisch aufpeppen kann, wenn es aber realistisch bleibt mag es nicht sehr aufregend daherkommen, aber für die handelnden Figuren ist es eben die ganze Welt. Und so passiert es hier: die beiden Protagonisten wachsen einem ans Herz und ihre Probleme berühren den Zuschauer sehr, ebenso die bitteren Entscheidungen welche die Mutter in ihrer Jugend treffen muß. Mit dem jazzigen New Orleans Sound unterlegt ist der Film eine ganz ruhige Kugel – und eine der angenehmsten Lovestorys die es lange gab, zumal auf den Zuckerstreuer verzichtet wurde.

Fazit: Harmlose und ereignisarme Story, aber liebenswerte Figuren und ganz viel Gefühl. Top!

Videoreview von mir: https://youtu.be/Sc8u2mIpQQA

Enkel für Anfänger

Karin (Maren Kroymann), Gerhard (Heiner Lauterbach) und Philippa (Barbara Sukowa) sind Rentner und haben keine Lust auf einen langweiligen Alltag. Daher bieten sie sich als Leihgroßeltern an – und begeben sich in ein fröhliches und forderndes Chaos …

Hier hatte ich mich beim Trailer wohl in eine falsche Richtung lenken lassen. Ich hatte erwartet daß es um ältere Menschen geht die sich mit Kindern befassen um ihrem tristen Leben als Rentner neue Impusle zu geben. Das ist so zwar auch drin, aber der Comedyanteil fällt doch deutlich geringer aus als es aussah. Ich sah einen Film über sympathische, ältere Herrschaften die versuchen in ihrem Leben nochmal was auf die Kette zu kriegen und eben dabei die Hilfe von Kindern, welche sie in ihr Leben integrieren setzen – trotzdem blieb für mich der Fokus auf den alten Herrschaften und dem ordnen ihres Lebens und weniger auf plumpem Gagahumor. Das fiel letztlich sehr ruhig, aber angenehm entspannt aus; ebenso spielen die Darsteller unverkrampft und freundlich auf und ergeben eine Handvoll Charaktere mit denen man gerne anderthalb Filmstunden verbringt. Ein Highlight ist dies alles wohl nicht, sehr wohl aber kurzweiliges Spaßkino mit emotionalen Anteilen.

Fazit: Weniger auf Comedy ausgerichtet als auf ein paar älterte Herrschaften auf der Suche!

Tenet

Nach einem vereitelten Terroranschlag wird ein CIA-Agent (John David Washington) auf eine neue Mission geschickt bei der es um das Ende der Welt gehen soll. Zusammen mit Neil (Robert Pattinson) macht er Jagd auf Sator (Kenneth Branagh) der eine unfassbare Technologie in den Händen hat …

Über einen Nolan Film lohnt es nicht zu diskutieren, da Fanboys stetig die Fahne hochhalten und jeden der was schlechtes sagt in Grund und Boden reden. Wenn ich also offen zugebe daß mich der Film in vielen Punkten überfordert hat kann das unmöglich am Film, der verkorksten Art und der Aufmachung liegen sondern nur an mir. Seis drum: optisch und visuell ist der Film natürlich ein unfassbares Meisterwerk, was anderes war von Nolan nicht zu erwarten. Inhaltlich hat der Film eine tolle Grundidee aus der sich ein immer komplexeres Szenario entwickelt welches leider nach und nach den Zuschauer außen vor läßt. Und emotional ist der Streifen leider sehr kalt: die Hauptfigur ist nicht wirklich schreiend unsympathisch, aber eben sachlich und namenlos, aber man nimmt weder an den Helden noch an der Bedrohung emotional Anteil. Daher sei der Film jedem ans Herz gelegt der mal wieder einen großen Kinofilm schauen mag – aber die Erwartungen sollten nicht allzu hoch geschraubt sein.

Fazit: Hochspannend und audiovisuell ansprechend, aber inhaltlich total komplex und unemotional!
Rating: ★★★☆☆

Videoreview von mir: https://youtu.be/z5ekj9nWrUQ