Hereditary – Das Vermächtnis

Galeristin Annie (Toni Collette), ihr Mann Steve (Gabriel Byrne) und die Kinder Peter (Alex Wolff) und Charlie (Milly Shapiro) leben in einem Haus am Waldrand. Nach dem Tod von Annies Mutter beginnen dort rätselhafte und unheimliche Ereignisse konfrontiert und sie kommen einer düsteren Familienvorgeschichte auf die Spur …

Ich gebe gerne und offen zu wenn mich ein Film überfordert und das war bei diesem hier eindeutig der Fall. Ich bin da auch völlig unvorbereitet rangegangen, wußte nicht was kommt und hatte nichtmal einen Trailer geschaut – und ahnte eben wirklich nicht in welche Richtung die Reise geht. Dementsprechend war ich insbesondere in der ersten Stunde sehr aufgeschmissen, da der Film definitiv nicht besonders klassisch ist und an allen Ecken von gängigen Normen abweicht. Hierbei liefert er aber ein sehr gebremstes Erzähltempo bei dem man überhaupt nicht weiß was vorgeht – und dem Gemurmel im Kinosaal entnommen war ich nicht der einzige der recht unbeeindruckt geblieben ist. Dafür läuft das Ganze auf ein unfassbar krasses Finale raus und die letzten zwanzig Minuten stellen ein paar der unangenehmsten Kinominuten 2018 dar die man gesehen haben sollte. Daher kann ich den Film nicht uneingeschränkt empfehlen und ich bin mir sicher daß er seine Zuschauer spalten wird – anber auch einige sehr zufrieden sein werden.

Fazit: Krasses Finish nach der eher langsamen ersten Hälfte – nicht für jedermann geeignet!

Genauso anders wie ich

Kunsthändler Ron Hall (Greg Kinnear) und seine Frau Deborah (Renée Zellweger) scheinen nach außen hin eine wundervolle Beziehung zu führen, in Wirklichkeit haben sie sich nach 19 Jahren Ehe nichts mehr zu sagen weswegen Ron eine Affäre begionnen hat. Deborah träumt indes von einem fremden Mann der ihr eines Tages in Gestalt von Denver Moore (Djimon Hounsou) gegenüber steht …

Ein Ehepaar das sich nach langer Zeit nichts mehr zu sagen hat sucht die Freundschaft eines Obdachlosen der ihr Leben verändert und in positiver Weise durcheinander wirbelt – klingt nach Edelkitsch, hat aber mit der hochkarätigen Besetzung durchaus ein wenig Interesse verdient. Wobei mich eigentlich zwei Dinge sehr fasziniert haben: zum einen eben daß die Story wahr sein soll, zum anderen Rene Zellweger die zwar nicht allzu viel darstellerisch zu tun hat, aber hier irgendwie so optisch umgestaltet wurde daß sie fast garnicht mehr zu erkennen ist. Ansonsten hat man sanftes, ruhiges und geschwätziges Dramakino mit einem Schuß Wohlfühlfaktor, ergänzt durch einen ganz kleinen Funken „Märchen“: nichts was unbedingt geschaut werden muß, aber ebensowenig etwas vor dem man sich „weigern“ braucht sollte man mal in die Lage kommen es zu schauen.

Fazit: Redseliges Drama mit leichtem Humoranteil; nicht gerade unfassabr neu, aber sehr wohl interessant!

Alex Strangelove

Alex Truelove (Daniel Doheny) hat alles was er sich wünschen kann: eine gut laufende Schaulaufbahn, eine wundervolle Freundin (Madeline Weinstein) und eine strahlende Zukunft vor sich. Allerdings ist er noch Jungfrau – und bekommt ausgerechnet beim schwulen Mitschüler Elliot (Antonio Marziale) unerwartete Hilfe …

Eine fast merkwürdig getimte Veröffentlichung: der Film erscheint auf Netflix gut drei Wochen bevor der Film „Love, Simon“ im Kino erscheint, die haben zwar nichts miteinander zu tun, aber eben doch ein im weitesten Sinne ähnliches Thmea; und dadurch wird verdeutlicht worin die Unterschiede zwischen einem füs Kino und einem fürs Streaming gedrehten Film liegen. Bei dieser „unsicherer Junge entdeckt seine Homosexualität“ Story sind keine bekannten Stars dabei und der Film fährt Geschütze auf aus den Untiefen der High-School Komödie; etwa eine epische Kotzszene und überhaupt das erste Mal als Hauptthema, ist aber in einem Punkt herausragend: beim auslassen von Bewertungen. Die Hauptfigur ist im Taumel ob sie hetero, homo oder bisexuel ist, das wird sogar sehr schön mittels einer Frühstücksszene dargestellt, aber es gibt zu keinem Zeitpunkt etwas wertendes, etwa das eines davon falsch wäre (wie es früher sicherlich der Fall gewesen wäre). Insgesamt ist der Film wohl etwas im Mittelfeld: etwas zu lau für ein Drama und nicht wirklich so lustig wie eine Komödie, aber am Ende doch sympathisch und eben das was er ist: ein Streaming Titel der wenn er zur Verfügung steht bedenklos geschaut werden kann, den im Umkehrschluß aber keiner vermisst!

Fazit: Junge sucht seine sexuelle Ausrichtung – trotz Teeniefilm-Klischees im Kern mit viel Gefühl!

Jurassic World – Das gefallene Königreich

Vier Jahre, nach der Zerstörung von Jurassic World haben die Dinosaurier diese Insel komplett zurück erobert. Dann aber droht ein aktiver Vulkan auf der Insel auszubrechen so daß Owen (Chris Pratt) und die ehemalige Parkmanagerin Claire (Bryce Dallas Howard) dorthin zurück fliegen um ihren alten Schützling Blue zu retten. Schnell aber merken sie daß die Auftraggeber im Hintergrund andere Pläne haben …

Und die alte Zitrone Jurassic Park wird nochmal ausgepresst, wobei die wichtigste Zutat des Vorgängers nicht fehlt: Chris Pratt. Das reicht doch schon um den Film zu füllen: wieder einmal alle Arten von Dinos die herumlaufen und Menschen in die ärgste Bredouille bringen, dazu Chris ratt als flapsiger Held. Im Grunde liefert der Film damit auch genau das was jeder haben und sehen will, aber zu keinem Zeitpunkt etwas das neu daher kommt, überrascht oder originell ist. Und er liefert einen totalen Bruch in der zweiten Hälfte in der er die Handlung in ein enges Haus verlagert in dem die Dinos aus allen Ecken und Enden hervorpreschen – da geht es garnicht darum daß es Dinos sind, es sind einfach nur Horrorwesen für den benötigten Schreckeffekt. Damit und dem Umstand daß der neue genetische Superdino den absurdesten Namen hat, ebenso mit einer großen Palette langweiliger Nebencharaktere nervt und ganz viele inhaltiche Schwächen hat muß man entscheiden: reicht einem das als netter, kurweiliger Spaß? Oder ruiniert einem das geradezu das Thema?

Fazit: Eigentlich strunzdumm, aber nicht langweilig – einfach eine fette Actionbreitseite!
Rating: ★★★☆☆

Cargo

Eine Zombie-Apokalypse ist über die ganze Welt hereingebrochen – in Australien hat sich Vater Andy (Martin Freeman) mit seiner Frau Kay (Susie Porter) und mit ihrer kleinen Tochter Rosie auf ein Hausboot gezogen. Dann wird Andy jedoch infiziert und muß innerhalb 48 Stunden seine Tochter in Sicherheit bringen – auch vor ihm selbst wenn der Virus aktiv wird …

Ich ganz persönlich konnte dem Zombie Thema noch nie nennenswert viel Reiz abgewinnen, habe mich aber trotzdem eine Weile mit „The Walking Dead“ befasst und habe die Serie langsam über – daher war dieser Film im ersten Moment wenig reizvoll für mich. Muß aber sagen daß er im Grunde so ist wie es eine sehr gute „The Walking Dead“ mal war: eine Studie über Menschen in einer Extremsituation in der die Zombies zwar mit drin sind, aber nicht die entscheidende Hauptsache. Das ist hier einerseits Martin Freeman der eine aussichtslose Odysee unternimmt um irgendwo seine Tochter sicher abgeben zu können, auf der anderen Seite ist das die australische Landschaft die großartig in Szene gesetzt wird. Man merkt dem Film in jedem Moment an daß er ein Netflix Titel ist, und scheinbar auch einer der mit nicht allzu hohem Budget realisiert wurde. Aber es reicht auf ganzer Linie für anderthalb unverkrampfte und sehr spannende Stunden, darstellerisch top getragen und ohne Ausrichtung auf falsche Showeffekte.

Fazit: Spannender Zombiefilm in dem Blut, Gewalt und Horror bewußt zurück gefahren werden und der leidende Vater im Fokus steht.

Rating: ★★★★☆

Overboard

Kate (Anna Faris) ist allein erziehend und schuftet sehr hart. Als sie für den mexikanischen Erben Leonardo (Eugenio Derbez) die Yacht reinigt gerät sie mit ihm aneinander – und nach einem Unfall verliert Leonardo das Gedächtnis. Fortan erzählt ihm Kate sie seien verheiratet – und will ihm so eine Lektion erteilen …

Zeit für ein Remake: der Originalfilm ist mit Goldie Hawn und Kurt Russel und stammt aus den achtziger Jahren (worauf im Film sogar scherzhaft Bezug genommen wird), ich selber habe ihn allerdings nie so richtig gesehen und kann daher nicht direkt vergleciuhen ob hier nur der Titel übernommen wurde oder ob es wirklich den Originalstreifen neu aufsezt. Allerdigs kann sogar ich sagen daß die Rollen ausgetauscht wurden: wo es im Original eine reiche Frau und ein armer Mann waren ist es hier eine arbeitende Mutter und ein reicher Schnösel die aufeinander pralle. Letztlich ist die Botschaft dahinter simpel und schlicht: lerne den Wert vonA rbeit und Familie kennen und Reichtum nix ohne die richtigen Menschen an seiner Seite. Irgendwie hat diese simple Botschaft mir hier aber mehr Spaß gemach. Eugenio Derbez hat für mich in siner Rolle zwar von oben bis unten nicht funktioniert, was schade ist da er ja 50% der Hauptrollen ausmach, aber Anna Faris reißt es passabel wieder raus. Ansonsten gibt es wohl dosierten Slapstick und ein soweit ruhige Inszenierung der bekannten Story: Zwar kein Highlight, aber so in der heutigen Zeit schon fast wieder selten.

Fazit: Nettes Remake, klein, harmlos, aber kurzweilig und nett

The Kissing Booth

Elle Evans (Joey King) ist zwar schon länger in der High-School, hat aber noch niemals geküßt. Daher möchte sie eine Knutschkabine auf dem Frühlingsfest ihrer Schule betreiben. Dadurch küsst sie ihren heimlichen Schwarm Noah Flynn (Jacob Elordi) – der aber der Bruder Elles bestem Freund Lee (Joel Courtney) ist was zu einer großen Krise in ihrer Freundschaft führt …

Hier war ich positiv überrascht, nachdem es mit einem Tiefschlag begann: das rasante Intro in dem die Hauptfigur ihre Vorgeschichte erzählt beinhaltet gleichermaßen kindlichen Freundschaftsquatsch wie ein ernstes Sterbedrama – und diese Kombi verwirrt total. Danach gibt eine solide High-School Komödie die auf ihre Hauptfigur ausgerichtet ist und bei der man sich schnell sicher ist: zwei beste Freunde die sich zunächst unabhängig in Beziehungsmist verstricken werden und zum Ende hin zusammen sein müßten. Aber hey, der Film hat was anderes im Ziel. Zwar nichts was man nicht auch erahnen kann, aber eben doch alles etwas anders als die nach klischee aussehende Nummer berfürchten ließ. Mit munteren Figuren und einem kurzweiligen Verlauf ist das zwar immernoch kein Kinomaterial, aber eben ein netter, kleiner und flotter Film den man im Netflix Angebot bedenkenlos anklicken kann.

Fazit: Kleine, launige und kurzweilige Teenieklamotte, trotz plattem Start ab irgendwann richtig vergnüglich!

Rating: ★★★☆☆

Ibiza

Harper (Gillian Jacobs) unternimmt eine Geschäftsreise nach Barcelona und wird dabei von ihren zwei besten Freundinnen Nikki (Vanessa Bayer) und Leah (Phoebe Robinson) begleitet. Die beiden motivieren Harper zu ganz viel Partyaktivitäten wobei sie auch DJ Leo (Richard Madden) kennen lernt. Durch diese Bekanntschaft geht die Reise unvermittelt weiter in Richtung Ibiza …

Ich fand es sehr lustig zu lesen welchen Streß es beiläufig zu diesem Film gab: er heißt Ibiza, gibt vor auf Ibiza zu spielen und das dortige, typische Partyleben einzufangen und wurde in Wahrheit aber in Kroatien gedreht. Ist natürlich blöd, aber gleichermaßen egal, da wirkliche „Aufmerksamkeit“ für diesen Film sicherlich ausbleibt. Mal ehrlich: drei dusselige, bleiche und höchst unsympathische Partynudeln aus New York reisen nach Barcelona wo sie in der dortigen Partyszene versacken und dann eine Weiterreise nach Ibiza anstreben obwohl eigentlich dringende Geschäftliche Termine wichtgier wären – eigentlich braucht man nach durchlesen der Inhaltsangabe garnicht mehr zu schauen da es abseits dieser Reißbrettdramaturgie wenig gibt. Eigentlich nur zwei Komponenten: Partyszenen mit so aufgedrehtem Sound daß einem die Birne raucht, auf der anderen Seite Dialoge in denen den Hauptfiguren möglichst viele unanständige Worte in den Mund gepackt werden. Heißt: plumpes Streamingfilmchen zum angewöhnen.

Fazit: Nett gefilmt, aber dramaturgisch altbacken und ohne interessante Figuren!
Rating: ★★☆☆☆

Jeepers Creepers 3

Sheriff Dan Tashtego (Stan Shaw) findetg in seinem Städtchen Poho Countyeinen LKW voller Leichen. Dies ist aber nur der Auftaktg einer grausamen Mordserie hinter der ein ominöses, übersinnliches Wesen zu stecken scheint daß alle 23 Jahre auf die Jagd geht …

Häßlich, aber kaum zu vermeiden: der Film wird auch von der Realität überschattet: Victor Salva der die ersten beiden Teile schrieb und inszenierte wurde wegen Mißbrauch ins Gefängnis gesteckt und saß seine Strafe ab, das verringert natürlich die Anzahl der Leute die bereit sind in ein Projekt von ihm zu investieren und so kam der neue Film auch nicht wie mal geplant ins Kino. Statt dessen auf den Heimkinosektor wo er aber angemessen hingehört. Ich selber kann der Nummer dabei wenig abgewinnen, das liegt schon alleine am Zeitpunkt zu dem der Film spielt: er ist genau in den Zwischenraum zwischen Folge eins und Folge zwei gepackt, also Sequel und Prequel in einem. Mir erzählt er nichts interessantes über die Figur, liefert lediglich reihenweise Anspielungen auf die anderen Filme und eine ganze Handvoll Szenen in denen Arme Schweine auf den übermächtigen Killer treffen. Als kurzweiliges Schlacht und Murks Event kann man dem Film nichts schlechtes nachsagen, ich selber fand das aber zu wenig.

Fazit. Solider Horrorquatsch für Fans, hätte es zwar nicht gebraucht, schadet aber auch nicht!

Das ist erst der Anfang

Duke Diver (Morgan Freeman) leitet ein Altenheim bei dem den Bewohnern die stetige Möglichkeit zu Party gegeben ist. Dann gerät er aber in einen Disput mit dem Neuzugang Leo (Tommy Lee Jones) um die neue Bewohnerin Suzie (Rene Russo) und er wird obendrein von seiner Vergangenheit eingeholt …

Bei den Beteiligten hätte ja eigentlich Hoffnung bestehen können: Morgan Freeman und Tommy Lee Jones als Rentner-Alphatiere die sich um die herrlich reservierte Rene Russo kloppen, das auch noch unter Regie von Sportfilmer Ron Shelton. Aber die Aussicht auf einen netten, kleinen Film wird durch das banale Drehbuch zunichte gemacht. Da springt die Kiste zwischen permanent wechselnden Themen hin und her, bringt einerseits ein wenig AltherrenCharme, auf der anderen Seite ein wenig Mafiakomödie und stopft das noch mit banalen Nebenplots auf. Leider funktioniert dabei auch die Hauptfigur nicht, Freemans Figur ist ein hibbeliger und nerviger Typ mit dem man nicht mitfiebert, sondern von dem man recht schnell total genervt ist. Und außer einer netten Luxusumgebung in der die Nummer spielt ist lediglich die schnelle Laufzeit von 80 Minuten zu betonen.

Fazit: Wie ein schlechter TV Film!

Rating: ★☆☆☆☆