Breaking In

Shaun (Gabrielle Union) fährt mit ihren Kindern Jasmine (Ajiona Alexus) und Glover (Seth Carr) in die Villa des kürzlich verstorbenen Großvaters. Als sich die Familie im Haus befindet taucht eine Gruppe Verbrecher auf, angeführt von Eddie (Billy Burke) die im Haus nach einem Safe suchen. Shaun versucht verzweifelt ihre Familie zu verteidigen …

Nichts ist gefährlicher als eine Mutter die ihre Brut beschützt – Breaking In wirkt so als habe man dieses Sprichwort verfilmen wollen. Dazu mit einem besonderen inhaltlichen Clou: die kämpferische Mutter muß mal nicht aus einer brenzligen Lage ausbrechen, sondern statt dessen den Weg in ein belagertes Haus finden – boa, wie aufregend. Wobei man nicht spotten oder lästern kann, ebenso wenig loben. Der Begriff der den Film am klarsten beschreibt ist soldide. Der Film macht keinen Hehl daraus daß er eine eher kleine Produktion ist, mit routinierten B-Darstellern und geringen Schauwerten, aus den minimalen Optionen kitzelt er aber doch das beste an kurzweiliger Spannung heraus. Kein Film den man unbedingt im Kino schauen mag, als netter Streaming Titel für einen spannenden Fernsehabend ist er sicherlich geeignet.

Fazit: 08/15 Thriller der in allen Belangen solide, aber in keinen Außergewöhnlich auffällt.

Deine Juliet

Journalist Juliet Ashton (Lily James) reist auf die Insel Guernsey um einen Artikel pber einen dortigen Buchclub zu schreiben, der den Mitgliedern geholfen hat den Zweiten Weltkrieg zu überstehen. Dabei wird sie durch die Insel und insbesondere Dawsey Adams (Michiel Huisman) beeindruckt …

Eine Buchverfilmung deren Vorlage ich nicht kenne; deren Cover jedoch die Erwartungen etwas anders lenkt: das sieht alles nach einer Romanze aus. Wenn man den Film aber schaut merkt man daß es um andere Dinge geht: der Zauber des Lesens kommt beiläufig vor, vorrangig ist es aber das Aufarbeiten von schmerzlichen Erlebnissen und Erfahrungen rund um den zweiten Weltkrieg. Eine Schriftstellerin besucht ein Dorf und erfährt welche tragischen Ereignisse dort vorgefallen sind und nebenbei greift sie in die Folgen ein uns es bahnt sich am Rande eine kleine Love an. Das ist kleines, ruhiges und emotionales Kino das sich wohl nur einem entsprechenden Zielpublikum voll erschließt; andere dürften das recht langweilig finden. Für Freunde von solchen Filmen sollte er aber defintiv lohnend sein.

Fazit: Weniger die Romanze nach der er aussieht, mehr ein bitteres und ruhiges Drama!

Rating: ★★★★☆

Robin Hood

Robin Hood (Taron Egerton) kehrt nach langer Zeit aus den Kreuzzügen zurück und erkennt seine Heimat England nicht wieder: die Reichen schwelgen in Luxus, während Arme nahezu verhungern. Mit dem verbündeten Little John (Jamie Foxx) ebeginnt er maskiert die Reichen zu berauben um die Beute den Armen zu geben, außerdem umgarnt er die schöne Marian (Eve Hewson). Allerdings ist der bösartige Sheriff von Nottingham (Ben Mendelsohn) hinter ihm her …

Mit dem Umstand daß es eine neue Robin Hood Version gibt habe ich kein Problem – der Stoff ist klassisch und wird sicherlich immer mal wieder neu aufgelegt. In diesem Falle wird dabei auch einiges richtig gemacht, aber ebenso geht der Film andere, ganz neue Wege die leider nirgendwo hinführen. Wesentlich ist wohl: Taron Egerton ist eine gute Wahl für die Hauptrolle, vielleicht kein so guter Robin Hodd, aber eine tadellose Heldenfigur die einen Film wie diesen hier problemlos tragen kann. Der Sidekick Jamie Fox ist dann schon erzwungener und an vielen Stellen eine geradezu übersteigerte Figur, aber auch das fällt wenig ins Gewicht. Was mir aber übel aufgestossen hat: der Look. Der Film spielt in einer Art Fantasy Mittelalter, hier gibt es Aktenordner, Maschinen, Fabriken und die Kleidung ist nicht weit von moderner Straßenkleidung entfernt. Das ist dadurch zwar ein sehr guter und eigenständer Look, aber keiner der gefällt oder stimmig aufgeht. Aber man erkennt spätestens beim Ende was hier die eigentliche Idee war: ein neues Franchise zu etablieren, daher wird auch in der Schlußszene mit dem Holzhammer ein weiteres Sequel etabliert. Aber eins welches sicherlich nicht umgesetzt wird.

Fazit: Ein paar gute Komponenten, aber dank absurder Umgebung und zu viel Zeitlupen Action ein verschenkter und kaum ausbaufähiger Serienbeginn!

Hotel Artemis

Waikiki (Sterling K. Brown) und seine Gang wollen während einer Konfliktsitation der Polizei einen Banküberfall durchziehen, doch der Plan scheitert. So landen seine Leute und er in einem Untergrundkrankenhaus das von Jean Thomas (Jodie Foster) und ihrem Assistenten Everest (Dave Bautista) betrieben wird – und in dem sich reihenweise gefährliche Leute einfinden …

Alte Motive ein wenig aufgefrischt: eigentlich ist dies die bekannte Mär des Unterwelt-Unterschlupfes in dem eine ganze Reihe kaputte und verdorbene Gestalten auflaufen die sich das Leben zur Hölle machen. Hier wird aber noch ein leichtes Science Fiction Element untergeschoben indem das in einer nahen Zukunft spielt – trotzdem erreicht die Nummer dabei keinen Coolness Faktor. Das liegt für mich vor allem am Cast: die meisten Rollen sind von unscheinbaren Darstellern besetzt die keinen richtigen Eindruck machen, dem gegenüebr steht mit Jodie Foster allerdings eine Darsteller-Titanin die den Streifen geradezu trägt und an sich reißt. Deswegen: mit etwas anderen Darstellern hätte der Film sicherlich herausragend werden können, so ist er nett, harmlos und gefällig – aber nicht sehr aussagekräftig.

Fazit: Gutes Konzept, passable Umsetzung und eine bunte Mischung aus Supercast und bleichem Durchschnitt!

Rating: ★★★☆☆

 

Manhattan Queen

Maya Davilla (Jennifer Lopez) ist stellvertretende Filialleiterin eines Supermarkts in Queens hochgearbeitet, wegen eines fehlenden Schulabschlusses bleibt ihr aber eine Beförderung vorenthalten. Dann aber erhält sie einen hoch angesehenen Managerposten da der Sohn ihrer Freundin Joan (Leah Remini) ihren Lebenslauf aufgebessert hat. Während sie einerseits mit ihrer Art in der neuen Firma gut ankommt droht das Spiel aufzufliegen …

Dieser Film wirkt als habe Jennfier Lopez das Drehbuch nach „Manhattan Love Story“ beiseite gelegt, sich vorgenommen „Das mache ich beizeiten noch“ und nun hats etwas zu lange gelegen. Daher macht sie sich im Film wohl auch zehn Jahre jünger. Das Resultat triggert zumindest mich an ganz überraschenden Punkten: der Film filmt New York wundervoll ab und wirkt wie ein Relikt aus den 90er Jahren, d.. ich hab an etlichen Stellen das Gefühl wirklich Darsteller zu sehen die an den gezeigten Orten herumgelaufen sind. Allerdings verschweigt der Trailer was den Film dann letztlich zum Einsturz bringt: neben d r obligatorischen Story der Frau von der Straße die sich in der arroganten Geschäftswelt durchboxt hat der Film noch einen weiteren, separaten Subplot der eher in die dramatische und traurige Richtung geht – und den neben all das andere zu setzen ergibt dann eine höchst unausgewogene Mischung. Mit dem oftmals überlagerten „Larger Than Life“ Look den diese Filme sehr oft haben kann man den Dramapart eh nicht sonderlich ernst nehmen – und so bleibt ein schick gefilmter Girliefilm für den Mädelsabend der zwar nicht weh tut, aber auf ganzer Linie verzichtbar ausfällt.

Fazit: Mit Gewalt auf Jennifer Lopez zugeschnittene Romantic Comedy die durch einen Drama-Subplot ausgebremst wird!

Rating: ★★☆☆☆

Die Frau, die vorausgeht

Die Witwe Catherine Weldon (Jessica Chastain) reist von New York nach North Dakota, um ein Porträt des legendären Sioux-Stammeshäuptlings Sitting Bull (Michael Greyeyes) anzufertigen. Mit ihrer ungewöhnlich selbstbewussten Einstellung eckt sie jedoch überall ab, vor allem bei Colonel Groves (Sam Rockwell). Dieser ist auch beschäftigt die letzten Ureinwohner zu verjagen während Sitting Bull und Catherine sich langsam anfreunden …

Ein Western der ruhigeren Art – klar wird hier auch geschossen und es kommen ganze Mannsbilder und Indianer vor, doch es liegt der Fokus auf einer anderen Sache die in jedem anderen Setting ebenso gut funktionieren könnte: der Begegnung zweier Fremder die sich aufgrund ihrer Unterschiede natürlich nicht leiden können, aber dann doch schrittweise annähern und eine Verbindung bringen. Diese altbekannte Mär wird von der großartigen Jessica Chastain wundervoll „getragen“ und vermittelt, dazu wird die Landschaft manchmal wie in einem alten Marlboro Werbespot abgelichtet und gefilmt. Leider kann ich (wie so oft) Fiktion nicht von Realität trennen, ich weiß nicht genau wo reale Ereignisse nachgestellt und korrekt aufgeführt werden und wo die Fiktion das alles dramaturgisch etwas aufpoliert. Trotzdem ergibt der Film für mich einen schön eingefangenen, emotionalen und gut abgefilmten Western – nicht jedermanns Sache, aber einen Versuch wert.

Fazit: Ruhiger Redewestern mit schönen Landschaften und oscarschwerer Starbesetzung!

Rating: ★★★★☆