Archiv der Kategorie: Komödie

Hereinspaziert!

Der reiche Autor Jean-Etienne Fougerole (Christian Clavier) fordert in seinem neuen Buch die französische Oberschicht auf ihre Wohnungen für Arme und Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Nach einer verpatzten Fernsehdebatte muß er seine eigene Forderung erfüllen und nimmt eine Roma-Familie um Patriarch Babik (Ary Abittan) in seinem Hof auf die aber ein blankes Chaos auslösen …

Ich bin von sich aus kein Feind es französischen Films; die Werke aus diesem Land können mitunter sehr warmherzig und auch spannend sein, ich tue mich nur schwer wenns so richtig witzig gemeint ist. Die meisten Titel dieser Art kommen auf mich als unangenehm albern und hysterisch daher und leider bildet dieser hier da keine Ausnahme. In der Story in der es ja schon um Integration geht hätte durchaus Potential für kritische Blicke und Gedanken gesteckt, es wird aber lediglich genutzt für alberne Possen und dümmlichen Klamauk. Die Einen benehmen sich stets daneben, die anderen ertragen es weil sie es müssen bis es kracht – ui, wie überraschend und wie begeisternd. Das alles wird noch durch ein restlos unausgegorenes Drehbuch verschlimmert das in die letzten paar Minuten ein paar sehr schnelle und an den Haaren herbei gezogene Gags einbaut. Und am stets grinsenden und gehetzten Clavier konnte ich noch nie viel finden; nach diesem Film wird das nicht besser. Würde mich nicht wundern wenn dieser Titel in Frankreich gut läuft; in meinen Augen kann er im deutschen Kino eigentlich nur absaufen!

Fazit: Unsympathische Figuren und hysterischer Klamauk – das führt zu nichts!

Rating: ★★☆☆☆

Lucky Loser – Ein Sommer in der Bredouille

Seit vor neun Jahren die Beziehung mit seiner Ex-Frau Claudia (Annette Frier) in die Brüche ging, ist Mike (Peter Trabner) erfüllt von dem WUnsch sie zurück zu holen, allerdings
ist Claudia inzwischen mit Thomas (Kai Wiesinger) liiert. Dann aber beschließt seine Hannah (Emma Bading) bei ihm einzuziehen und MIke ist bemühht ein Mustervater zu sein
um so Claudia zu beeindrucken …

Ein deutscher Kinofilm bei dem man permanent das Gefühl aht einen verirrten TV-Film zu schauen: keine Schauwerte, mit Annette Frier ein solides Fernsehgesicht und ansonsten nur kleine zwischenmenschliche Szenen die stellenweise echt und wie mitgefilmt wirken. Mag sein daß der Film keine „Kinoausstahlung“ hat, an der Qualität schmälert das aber nicht. Mir glaubhaften Figuren und greifbaren Problemen und obendrein einigen sehr emotionalen Momenten packt und bewegt der Titel mehr als manch gelackte Streifen es kann. Faszinierend ist dabei auch welche extremen Momente hier stimmig unter einen Hut gebracht werden, von tiefer Trauer bis plumpe Komik und eine Menge Facetten dazwischen. Es bleibt leider zu befürchten daß diesem Film keine große Kinoauswertung beschienen ist, wer aber mal drüber stolpert (spätestens im „Streaming“ Angebot) sollte sich darauf einlassen und ist vielleicht überrascht wie viel darin steckt und darin zu finden ist.

Fazit: Restlos unspektakulär, dabei aber sehr bewegend und zuweilen ungemein witztig!
Rating: ★★★★☆

 

Alibi.com

Grégory Van Huffel (Philippe Lacheau) hat mit seinen Freunden Augustin (Julien Arruti) und Mehdi (Tarek Boudali) eine Internetseite gegründet auf der Kunden sich ein Alibi kaufen könnenw elches sie dann entsprechend umsetzen. Während die Geschäfte großartig laufen und Gregory sich in Flo Martin (Élodie Fontan) kommt es aber zu großen Problemen als deren Vater den Service in Ansprcuh nehmen will …

Die Franzosen machens einem in diesem Falle nicht nennenswert leicht eigentlich ist dies ein furchtbar schlechter Film zum Abgewöhnen. Die Grundidee ist soweit ganz nett und witzig, die Umsetzung jedoch katastrophal: vor allem kriegt der Film keinen einheitlichen Ton hin. Manche Gags sind ruhig, manche zotig, manche cholerisch laut und andere fast schon leise – es geht in ständige Extreme und findet keinen ausgewogenen Grundton. Des weiteren sind die Figuren allesamt schlichte Comedygestalten die über Sketchniveau nicht hinauskommen und nur dem nächsten albernen Gag dienen ohne daß man wirklich Gefühl oder Sympathie für sie entwickelt. Leider haut der Film auf der Gegenseite aber stets extrem gute einzelne Gags raus – man muß nur abwägen ob einem diese richtig guten Lacher es wert sind die ganze Nummer anzuschauen. Als Filmfan bekommt man nämlich einige echt gute Anspielungen (insbesondere eine großartige Assassins Creed Parodie). Wer aber eine romantikkomödie erwartet dürfte doch die zotigen Gas eher abgeschreckt werden.

Fazit: Viele nette Ideen und Gags, aber uncharismatische Figuren und unausgewogenes Gagtempo!Rating: ★★☆☆☆

Cafe Society

Bobby (Jesse Eisenberg) entstammt zwar der Bronx, sucht aber nach einem Weg in Hollywood Karriere zu machen. Dabei ist sein Onkel Phil (Steve Carell) eine große Hilfe, auch wenn ihm dieser vorrangig seine Sekretärin Vonnie (Kristen Stewart) zur Seite stellt. Schon bald verliebt sich Bobby in Vonnie die ihrerseits großes Interesse an Phil hat …

Woody Allen wird immer älter und auf eine gewisse eigene Weise immer nostalgischer. Inhaltlich konnte ich mit diesem neuen Film nur wenig anfangen, es ist wenn mans auf den kleinsten Nenner runter reduziert wieder einmal eine sperrige und komplizierte Love Story in der ein hilfloser Kerl sich verliebt und dann einen langen Film lang braucht um die Sache irgendwie hinzukriegen. Faszinierend dabei ist aber eben die Inszenierung: der Film spielt in den 30er Jahren und erweckt die damalige Zeit regelrecht zum Leben, mit nostalgischen, altmodischen Bildern und permanenter Jazzmusik. Das ist eine Art Film wie es sie heute schon garnicht mehr gibt. Ansonsten reiht sich der Film in Woody Allens Gesamtwerk ein, ist nicht unbedingt der Beste, aber ebensowenig der schlechteste Titel seines Schaffens. Mit ein paar Promis in den Hauptrollen, permanenten geschliffenen Dialogen und eben Nostalgie in hoher Dosis dürften Woody Allen Fans wieder einmal zufrieden sein – und wer die Werke des Mannes eh nie mochte wird auch mit diesem hier nichts anfangen können.

Fazit: Mischung aus Liebesfilm und Gangsterstreifen mit hoher nostalgischer Note!
Rating: ★★★★☆

Girls Night Out

Die alten Freundinnen Jess (Scarlett Johansson), Blair (Zoë Kravitz), Pippa (Kate McKinnon), Alice (Jillian Bell) und Frankie (Ilana Glazer) kommen für einen Junggesellinnenabschied zusammen uund machen eine Nacht lang ordentlich Party – bis bei einem Unfall der engagierte Stripper umkommt. Fortan sind die Frauen sehr bemüht die Leiche verschwinden zu lassen …

Diese Vorschau nervt mich seit Monaten da sie irgendwie vor jedem Film gezeigt wird den ich schaue. Obendrein habe ich im Internet diversen Hass und Zerrisse zu diesen Titel gelesen und nach Konsum des Films kann ich sagen dass diese durchaus berechtigt sind. Gemein dabei ist aber das im Film einiges stimmt: an etlichen Stellen bringt der Film ungemein Gute und treffende Pointen die sich aber über die Lauflänge so verteilen dass es sich nicht lohnt nur deswegen den Film zu schauen. Der Look ist schick und teuer, aber was nützt das wenn Scarlett Johansson und die anderen einen nicht wirklich interessieren. Scarlett spielt eine verstockte Zicke, die anderen sind plumpe Reißbrett Charaktere wie sie für einen solchen Film halt herhalten müssen. Das ist nicht schlimm, aber macht es einem fast unmöglich Sympathie für die Figuren aufzubringen und sich an dem was geschieht Anteil zu nehmen. Immerhin befindet man sich selbst bei Anschauen des Trailers nach ein paar Minuten auf unbekannten Terrain da wirklich nur Dinge aus der ersten halben Stunde verraten wurden. Das kann aber auch damit zu tun haben das nachher nicht mehr viel nennenswertes kommt. Als Party Film für einen lustigen Mädelsabend dürfte die Geschichte taugen, insgesamt ist dies aber ein furchtbar unausgereift es Drehbuch das nur mit einzelnen Treffern punktet und ansonsten kein stimmiges Ganzes ergibt.

Fazit: Stellenweise lustig aber insgesamt nur schlecht funktionierende Comedy!

Rating: ★★☆☆☆

Small Town Killers

Die sexgeilen Handwerker Edward (Ulrich Thomsen) und Ib (Nicolas Bro) haben ihre Ehefrauen Ingrid (Lene Maria Christensen) und Gritt (Mia Lyhne) satt und wollen sie loswerden. Wegen den immensen Kosten einer Scheidung beschließen sie die beiden umzubringen und heuern dazu einen Auftragsmörder aus Rußland an. Als die Frauen das mitkriegen engagieren sie ihrerseits eine Auftragsmörderin …

Mir begegnete der Film unerwartet in einer Sneak-Preview, aber schon alleine wegen den Namen zweier Mitwirkender wollte ich ihm eine Chance geben: zum einen wegen Regisseur Ole Bornedal dessen „Nightwatch“ mir vor 20 Jahren in die Knochen gefahren ist, zum anderen wegen Hauptdarsteller Ulrich Thomsen den ich noch als Skinhead aus „Adams Äpfel“ in sehr guter Erinnerung habe. Hier war ich allerdings erstmal aufgeschmissen was mir der Film sagen bzw. geben wollte: ich bekam eine Handvoll relativ unsympathischer Figuren die erstmal lange über Sex quatschen als würde ich eine alte Folge „Sex and the City“ anschauen, nur daß dies hier stellenweise extrem peinlich und unangenehm daher kam; dann wurde es zu einer vereinfachten Tarantino Version in der überzeichnete Killer auf Normalos treffen. Immerhin versucht der Film garnicht auf Teufel komm raus wie ein amerikanisches Vorbild zu wirken sondern fährt seine eigene Schiene, ich weiß halt nur nicht wo und in welcher Weise das dänischen Humor widerspiegelt den ich nicht kapiere oder wo die Nummer einfach schlappmund dürftig ist. Über den mitunter blutigen und makaberen Humor kann man diskutieren, aber da muß jeder für sich entscheiden ob er drüber lachen mag. Am Ende bleibt ein kleiner Film an dem einige Dinge und Szenen gut funktionieren, aber auch viele Rohrkrepierer drin hat. Schade daß man durch die relativ unangenehmen Figuren nicht wirklich Interesse an ihrem Schicksal hat.

Fazit: Brauchbare Gags die auf relativ altbackene Elemente treffen und eine passende, aber nicht wirklich überragende Mischung ergeben!

Rating: ★★★☆☆

Schubert in Love

Olaf (Olaf Schubert) ist ein Mann der Tat und setzt jeden Plan auf jedem Gebiet mehr oder weniger sinnvoll um. Dann aber fordert sein Vater (Mario Adorf) endlich Nachwuchs und für den eher Frauen-unkompatiblen Olaf beginnt eine problematische Suche nach der richtigen Partnerin die auf  Pamela (Marie Leuenberger) hinzulaufen scheint …

Es muß nicht so sein, ist aber oftmals so: wenn Komiker oder sonstige Gestalten die eigentlich nicht auf der Leinwand agieren sich mal dahin verirren ist das Resultat für Fans. In manchen Fällen weniger, in diesem ganz extrem. Ich selber bin kein wirklicher Fan Schuberts, hab nur wenige Auftritte von ihm gesehen, dabei den Mann aber zu schätzen gelernt. Trotzdem ist es eine Sache sich hin und wieder mal einen Auftritt auf youtube für 5 Minuten anzusehen und eine ganze andere einen ganzen neunzig Minuten Film durchzustehen. Da sind zwar einige Flosskeln dabei die ein Schmunzeln wert sind, aber alles in allem ist dies keine Komödie die sich jeder so locker anschaut. Das Drehbuch wirkt so altbacken wie die Hauptfigur, die Gags kreisen mitunter zwar um Sex und sind doch durchweg spießig und man hat insgesamt das Gefühl ein Drehbuch aus den siebziger Jahren mit modernen, aber billigen Mitteln verfilmt zu sehen. Wer wirklich ein großer Fan Schuberts ist kanns ja doch mal versuchen, jeder andere dürfte dies als ziemliche Torur empfinden.

Fazit: Ziemlich hüftlahmer Versuch den wohl nur Hardcore Fans wirklich fRating: ★★☆☆☆

Die Hollars – Eine Wahnsinnsfamilie

Der mittellose Künster John Hollar (John Krasinski) wird bald Vater und lebt mit seiner schwangeren Freundin Rebecca (Anna Kendrick) in New York. Die Nachricht von der Erkrankung seiner Mutter Sally (Margo Martindale) zwingt ihn in seine Heimatstadt zurück zu fahren wo er recht schnell unter den Macken und Eigenheiten der Provinzler zu leiden hat …

Ein fast schon filmischer Prototyp und Rückgrat vieler Independent Filmer: der Sohn der irgendwann von zu Hause getürmt ist kehrt  notgedrungen in seine Heimat zurück und findet das blanke Unglück wieder. Dabei ist stets der gleiche Balanceakt vonnöten: es ist eigentlich alles schlimm, tragisch und furchtbar, trotzdem kommt stetig ein rotziger Humor hindurch der viele Momente erträglich macht. Diese Formel wendet John Krassinski auch hier an, in seiner Funktion als Hauptdarsteller und Regisseur. Eine richtige Handlung hab ich dabei allerdings nicht gefunden sondern eine Aneinanderreihung von Szenen, Situationen und Momenten. Teils lustig, teils bewegend, aber insgesamt durchweg glaubwürdig und ehrlich. Vieles kann man zwar erahnen und das Ende überrascht auch nicht möglich, aber wer einen solchen Titel schaut oder generell einen Hang für Independent Filme hat sollte zufrieden sein. Es ist als würde man mal wieder eine vertraute Speise in einem altbekannten Restaurant wieder essen: zwar nichts Neues, aber sehr wohl annehmbar.

Fazit: Wenig Story, dafür gefühlvolle Familienszenen mit leisem Humor!
Rating: ★★★☆☆

Mein neues bestes Stück

Die allein erziehende Jeanne (Audrey Dana) ist irgendwann zu der Erkenntnis gekommen daß man einen richtigen Schwanz braucht um sich in der Welt zu behaupten. Nach einem heftigen Gewitter erwacht sie und hat einen – und damit jede Menge Probleme. Alelrdings erkennt sie schnell daß ihr dadurch neue Vorteile entstehen …

Französische Komödien können durchaus was: ich habe mit „Ziemlich beste Freunde“ oder auch den Schtis sehr lustige und auch emotionale Filme gesehen bei denen ich herzlich lachen konnte. Wenns aber albern, cholerisch oder sonstwie überdreht wird scheitern diee Filme leider restlos für mich. Vielleicht liegt das daran daß ich den lokalen Humor so nicht erfassen oder witzig finden kann? Keine Ahnung. Im vorliegenden Fall habe ich jedenfalls das Gefühl eine steinalte, verfilmte alte Drehbuchfassung zu sehen: eine Frau hat einen Schwanz, lernt die Vorteile daran zu entdecken, nutzt diese und findet aber nachher wieder zur normalität zurück: mit diesem Skript gewinnt man keinen Blumentopf, aber trotzdem läßt man dabei die Hauptfigur in irgendeiner Form eine Entwicklung durchmachen. Dieser hier macht das kaum, reiht einfach alberne und dusselige Szenen aneinander die mit dem Gag „Frau mit Penis“ hoffentlich von alleine funktionieren. Das mag in manchen Momenten sogar stimmen und sein, doch sind diese klar die Ausnahme: der hysterische, viel zu beschleunigte Humor und eine uncharismatische, alberne Hauptfigur ruinieren jedweden Sehspaß im Keim. Es bleiben ein paar vereinzelte, nette Pointen die aber im Nichts verpuffen – außer einem Supergag in der Schlußsekunde.

Fazit: Banale Gags und eine uninteressante Hauptfigur ruinieren einzelne ganz nette Gags!

Rating: ★★☆☆☆

Robbi, Tobbi und das Fliewahtüt

Der kleine Tobbi Findteisen (Arsseni Bultmann) ist ein begabter und leidenschaftlicher Erfinder. Eines Tages trifft er auf den gestrandeten Roboter Robbi und öchte ihm helfen zurück zu seinen Eltern zu kommen. Dazu erfindet er ein Fahrzeug das fahren, fliegen und schwimmen kann. So brechen die beiden zu einer Reise auf bei der sie allerdings von finsteren Gestalten verfolgt werden …

Ich habe als Kind die Fernsehserie geschaut, wenngleich ich keine wirklichen Erinnerungen daran hatte. Trotzdem bekam ich einen wütenden Schub als ich den Trailer das erste Mal sah: den unfassbar flachen Furzwitz der da schon angekündigt wurde fand ich so grausam daß ich deng anzen Film meiden wollte. Nun hab ich mich doch mal dran getraut und bin positiv überrascht: ich weiß nicht ob der Film die Buchvorlage ordentlich umsetzt, für sich genommen geht die Nummer aber durchaus in Ordnung: als herzerwärmender Kinderfilm der seine simplen Botschaften unverkrampft vermittelt, technisch ordentlich umgesetzt ist und mit charmanten Figuren zu begeistern weiß. Manches ist zwar albern und dumm (insbesondere die bösen Agenten); doch diesen unsäglichen Furzwitz kann man restlos verzeichen.

Fazit: Friedlicher Kinderfilm, simpel, aber lustig und durchweg herzerwärmend!
4 Punkte