Archiv der Kategorie: Horror

Stolz und Vorurteil und Zombies

Als in England eine Zombieplage ausbricht unterrichtet Mr. Bennet (Charles Dance) seine fünf Töchter im Kampf bei dem sich besonders Elizabeth (Lily James) hervortut. Derweil ist ihre Mutter Mrs. Bennet (Sally Phillips) mehr bemüht die Mädchen an einen reichen Mann zu bringen …

Ein Film der seinen einzigen Gag bereits im Titel trägt: dies ist die Geschichte von „Stolz und Vorurteil“ mit der ach so lustigen Ergänzung daß die Figuren die hier umeinander herumeiern eben auch noch Zombies jagen. Wobei ich die Viecher nichtmal Zombies nennen mag: es sind irgendwelche bluttriefenden Möchtegern Horrorgestalten die schwer verwundet aussehen; dabei aber ständig sprechen oder sonstwie geordnet handeln – also was auch immer sie sind, sie entsprechen nicht der im Moment recht gängigen „Definition“. Ansonsten ist das Hauptproblem des Films aber gänzlich anders gelagert: keine einzige der Figuren hat einen Ausdruck, es ist als wäre es mit kreidebleichen Gestalten von der Straße besetzt worden. Daher bin ich garnicht erst in die dürftige Handlung gekommen deren wirklich einziger Gag daraus besteht daß hier Frauen als Zombiekiller loslegen – boa, wie aufregend! Im Ernst, dies sind die anderthalb ausdrucksärmsten Filmstunden die ich in diesem Jahr bislang gesehen habe: ganz ganz furchtbar, ganz ganz langweilig! Und jedes weitere Wort wäre schon zuviel!

Fazit: Lustige Grundidee die sich in einen schleppenden und bierernsten Film entwickelt ohne jeden Ausdruck!
Rating: ★★☆☆☆

Visions

Eveleigh Maddox (Isla Fisher) zieht mit ihrem Mann David (Anson Mount) auf ein abgelegenes Weingut in Agoura Hills um dort einen furchtbaren Unfall zu vergessen bei dem ein Baby sein Leben verloren hat. Dabei entwickelt sie verrückte Visionen die sie als Depression ansieht – doch es steckt etwas ganz anderes dahinter …

Öhm, ja … Filme dieser Art die eine Lauflänge von rund 79 Minuten (inklusive Abspann) aufweisen machen einen mitunter recht stutzig ob da wirklich viel Story kommt – sind aber erfreulicherweise im Normalfall recht schnell vorbei. Dieser auch, aber die Zeit bis zum Ende zieht sich als würde man einen Zwei Stunden Film anschauen. Und das was so unterwegs kommt und passiert fällt in die Sparte: kaum weiter erwähnenswert. Eine Frau hat unheimliche Visionen, an allen denkbar unpassenden Ecken und Enden blitzt Gefahr und msyteriöses auf, man weiß nicht ob es wahr oder fantasiert ist … gähn. Ein paar passende Momente und stimmige Augenblicke gibt es, die Auflösung ist ok und Isla Fisher ist nicht grundsätzlich eine schlechte Darstellerin, trotzdem weicht dieser Film an keiner Stelle in irgendeine nennenswert interessante Richtung ab. Das Einzige herausstechende: „The Big Bang Theory“ Star Jim Parsons versucht sich in einer Nebenrolle – und doch sehe ich nur Sheldon.

Fazit: Schema F Horror der an keiner Stelle nennenswertes rauskramt!
Rating: ★★☆☆☆

Ouija – Urprung des Bösen

Alice Zander (Elizabeth Reaser) verdient ihr Geld im Jahre 1965 als Wahrsagerin und zockt ahnungslose Kunden mit faulen Tricks ab, unterstützt von ihren Töchtern Paulina und Doris (Annalise Basso und Lulu Wilson). Als aber ein echtes Ouija Brett zum Einsatz kommt und damit ein echter Geist beschworen ist ist der Spaß vorbei: ein böser Geist ergreift Besitz von Doris und beginnt damit die Familie zu terrorisieren …

Juhu, ein zweier Ouija Teil … darauf habe ich mich ja so unglaublich gefreut … oder auch nicht. Der Film ist ja quasi ein Sequel obwohl die Story eigenständig und unabhängig ist. Was ich dabei ganz nett finde ist daß der Film sehr bemüht ist so auszusehen als wäre er aus der Zeit in der er spielt, also den 60er Jahren, sogar mit dem Einsatz von Brandzeichen im Bild wenn denn nun die Filmrolle mal gewechselt werden müßte. Für mich ergeben sich daraus allerdings ganz schön starke Kontraste: dies ist kein atmosphärisch dichter Titel der einen in eine entsprechende Gruselstimmung packt, dies ist ein netter Film mit sonnigen Wohlfühlmomenten in den sich dann eben hier und da mal unheimliche Momente einfinden. Diese hat der Trailer schon größtenteils vorweg gegeben, was mich dabei aber restlos stört ist die in meinem Empfinden absolut nutzlose Einsatzweise: der werden Augen plötzlich weiß, da verrenken sich aus dem Nichts Gesichter zu Visagen … aber ich erkenne hier keine Geradlinigkeit drin, vor allem wenn an einer Stelle ein Wesen an einer Wand entlangläuft einfach nur weil es cool ist. Gut gespielt ist das alles; das Ende ist dabei krass und schockierend (sogar überraschend hart bei einem Titel der bis dahin so seicht war) und als Gruselfilm den man sich mal im TV anschaut ist die Nummer sicherlich in Ordnung. Fürs Kino taugts kaum.

Fazit: Eigentlich kaum erwähnenswerter Titel!
Rating: ★★☆☆☆

Blair Witch

Vor 20 Jahren verschwand Heather Donahue mit ihren Freunden in einem Wald. Auf der Suche nach Spuren macht sich Heathers Bruder James (James Allen McCune) mit seinen Freunden Peter (Brandon Scott) und Ashley (Corbin Reid)  sowie  Filmstudentin Lisa (Callie Hernandez) auf in die Wälder von Burkittsville. Es dauert nicht lange und die Truppe stößt im wald auf unerklärliche Dinge …

Ich habe damals den ersten im Kino gesehen und der hat mich richtig gepackt, insbesondere die finalen fünf Minuten. Der war dann eben auch die Grundlage für zahlreiche Found Footage Filme was mich als Genre aber schnell ermüdete. Nun hat man eben doch noch ein richtiges Sequel gemacht (die Suppe in „Book of Shadows“ erwähnt wohl keiner); und eigentlich ist er mehr Remake. Eigentlich ist alles beim alten geblieben, da gehen ein paar gesichtslose Gestalten in den Wald, alles ist ok, dann wird’s schrittweise gruseliger und am Ende ist es blanker Horror. Kaum etwas ist neu und im Grunde bringt der Film brav die gleichen Schockmomente und wendungen, lediglich mit der Neuerung daß der finale Showdown im Horrorhaus diesmal gut 20 Minuten geht. Und so sehr ich mich aufregen mag das dem Filme jede originelle Idee restlos abgeht, das hier kaum kreatives Potential drin stecken mag – eben jener Showdown ist so gigantisch geglückt daß er einen psychisch geradezu mitreißt und fertig macht. Echt ehrlich, hätte ich nicht gedacht.

Fazit: Inhaltlich nur ein Neuaufguss von Folge 1, aber in seinem Showdown unfassbar effektiv!
Rating: ★★☆☆☆

Unfriend

College Studentin Laura (Alycia Debnam-Carey)  nimmt die Freundschaftsanfrage der Außenseiterin Marina (Liesl Ahlers) im Internet an und sieht sich fortan mit bedrohlichen Veränderungen in ihrem Umfeld konfrontiert. Sie muß ein furchtbares und düsteres Geheimnis um ihre neue Freundin lösen …

So schade: der Film wurde von Simon Verhoeven gemacht, dem deutschen Regisseur der auch die „Männerherzen“ Filme gebracht hat. Überraschend daß der man einen Horrorthriller auf internationalem Niveau abliefert. Ebenso ist es toll daß der Film mit einem extrem spannenden Grundthema loslegt: Facebook (auch wenns nicht so genannt wird); Freundschaften, abhängikeiten und eben was passieren würde wenn man die Postings auf seinem eigenen Profil nicht mehr kontrollieren könnte. Das sind alles spannende und interessante Ansätze, der Reiz ist für mich aber völlig verflogen sobald es im Film um Geister, einen Fluch und übersinnliche Vorkommnisse geht. Das hätte der Film, gerade mit seiner realitätsnahen Thematik, so nicht nötig gehabt. So wird das ganze nach interessantem Ansatz nachher mehr und mehr zur Handelsüblichen Gruselshow die zwar atmosphärisch ist, aber eben kaum aus der durchschnittlichen Masse herausragt. Schade: ich hätte gerne mehr Kritik und Warnung vor sozialen Netzwerken gehabt denn die xte Geisternummer.

Fazit: Für einen deutschen Film ganz ordentlich gemacht und mit toller Grundthematik, aber leider mit unnötigem Mystery aufgefüllt.
Rating: ★★☆☆☆

Don’t Breathe

Alex (Dylan Minnette), Rocky (Jane Levy) und Money (Daniel Zovatto) planen einen schnellen Coup: sie wollen in das Haus eines Kriegsveteranen (Stephen Lang) einbrechen und Geld stehlen. Da das Opfer blind ist erwarten sie keine großen Probleme – doch im dortigen Haus erwartet sie eine böse Überraschung …

Manchmal ist weniger mehr; in diesem Fall stimmt das jedenfalls hunderprozentig. Der Film hat ein kleines, einfaches Konzept das aber für sich genommen schonmal ungemein effektiv ist und reizt es dann über 85 Minuten genial aus. Eigentlich wird die gleiche Situation xmal abgespult, eben das ein paar Leute sich vor einem Blinden verstecken müssen – und daraus entstehen permanent krasse Situationen die einem den Atem rauben. Gut, mit viel Gewalt findet man bestimmt ein paar Minuspunkte, etwa die Motivation der Hauptfiguren die nicht so ganz eindeutig bei allen ist und das etwas gebastelte Ende das eben etwas gewollt originell ausfällt – aber es ruiniert nicht. Wirklich, man kann kaum mehr sagen als das: der Film entwirft ein Szenario und ein Konzept, hält sich dran und erzielt so maximale Wirkung. Echt ehrlich!

Fazit: Kleiner Film, dabei aber episches Hochspannungskino!
Rating: ★★★★★

Lights Out

Bereits als Kind litt Rebecca (Teresa Palmer) unter Angst vor der Dunkelheit. Viele Jahre später bemerkt sie als erwachsene Frau das ihr Halbbruder Martin (Gabriel Bateman) ebenfalls von Erscheinungen im Dunkeln geplagt wird. Rebecca entdeckt daß ihre Familier im Clinch mit einer übersinnlichen Macht steht …

Einer der effektiveren Trailer: eine düstere Gruselgestalt macht hier einer Familie das Leben zur Hölle und eben jenes Horrorwesen kann nur im Dunkeln stehen, gehen und existieren. Simples Konzept das aber zu einer heftigen Umsetzung führt, aber man muß sich bewußt sein: diesen Horror und diese atemlose Schreckatmosphäre die der Film im Trailer verspriucht hält er nicht über die ganze Zeit. Dazwischen gibt’s auch ruhige und relativ normale Passagen die aber zu überraschen wissen: der Horror ist effektiv, aber nicht neu, dazwischen finden sich eben Spielszenen von der betroffenen Familie und da ist man in der Tat verwundert wie gut diese Charaktere funktionieren: sie wirken wie aus Fleisch und Blut, sind sympathisch und handeln meistens außerordentlich plausibel. Damit heben sie sich vom Rest ab, der bestenfalls sehr durchschnittlich daherkommt, aber  nur weil alles gezeigte so oder so ähnlich schonmal da war. Trotzdem ist man am Ende überrascht wie unglaublich gut dieser kleine, aber mitunter harte Film dann ist – auch weil er fast gänzlich blutarm auskommt.

Fazit: Nicht die Revolution des Hororgenres, aber ein ungemein effektiver Vertreter.
Rating: ★★★★☆

The Boy

Greta (Lauren Cohan) zieht auf der Flucht vor ihrer eigenen Vergangenheit von Amerika nach England um dort eine Arbeitsstelle zu übernehmen bei der sie sich um den Sohn von Mr. und Mrs. Heelshire (Jim Norton und Diana Hardcastle) verreist sind, soll sie sich um deren achtjährigen Sohn Brahms kümmern soll. Vor Ort erweist sich Brahms als menschgroße Puppe für die sie eine Reihe an Anweisungen erhält. Recht bald merkt Greta daß von der Puppe eine furchtbare Gefahr ausgeht …

Wieder mal so ein Fall wo der Film exakt das liefert was der Trailer ankündigt, leider ist das nicht nennenswert viel. Ich sah einen Trailer der mir eigentlich schon alles klar macht: eine junge Frau die mit einer scheinbar lebenden Puppe in einem Haus hockt, es ereignen sich reihenweise Gruselszenarien die so eigentlich nicht sein könnten und alles was vorenthalten bleibt ist die Auflösung, was denn nun dahinter steckt und was mit der Puppe los ist. Eigentlich ist das sehr langweiliger Stuß, zumal unlängst „Conjuring 2“ auf beeindruckende Art und Weise gezeigt hat wie man so einen Geisterfilm effektiver inszeniert hat und von dessen Qualitäten hat „The Boy“ nahezu garnichts. Lediglich eine sympathische und interessante Heldin, die man dann in ei paar Standardszenarien sehen kann. Wer selten Horrorfilme guckt kommt mit diesem hier sicherlich klar, alle anderen können ihn getrost auslassen.

Fazit: Völlig austauschbarer Horrorfilm, erfreulich unblutig, aber ohne nennenswerte Komponenten!

Rating: ★★☆☆☆

The Forest

Die Zwillingsschwestern Sara und Jess (Natalie Dormer) haben einen fast übersinnlichen Draht zueinander. So spürt Sara daß Jess etwas zugestoßen ist und findet heraus daß sie nach Japan gereist ist um in einem Wald Selbstmord zu begehen. Mit einem Freund (Taylor Kinney) und dem Fremdenführer Michi (Yukiyoshi Ozawa) versucht Sara im unheimlichen Wald nach Jess zu suchen …

Gute und atmosphärisch dichte Horrorstreifen gibtsmittlerweile kaum noch und wenn dann sind sie meistens eher auf DVD und kaum im Kino zu finden, daher ists ja schon eine fast nennenswerte Sache daß dieser Titel es überhaupt auf die große Leinwand geschafft hat; selbst wenn er dort relativ unbeachtet geblieben ist. Als DVD Premiere taugt er dann durchaus auch was, allerdings vorrangig für Fans der Materie: heißt, wir kriegen hier einen recht geläufigen Gruseltrip der einfach mit der grundlegenden Angst eines unheimlichen Waldes spielt und arbeitet und eben dieses Szenario mit einem Mix aus Mystery und Thrill erweitert. Mir sind bei solchen Film geradlinige, klare Folgen lieber, daher konnte ich mit dem letzten Drittel wenig anfangen, ebensowenig war ich relativ wenig gefesselt von Nathalie Dormer in der Hauptrolle, will den Film aber garnicht so restlos runterputzen: kurzweilig spannend, atmosphärisch funktionierend und der eingefleischte Fan weiß ich vielleicht richtig zu schätzen. Nicht mehr oder weniger

Fazit: Netter Horrortrip der vorrangig mittels der Atmopshäre funktioniert!
Rating: ★★★☆☆

 

The Conjuring 2

Die Dämonologen Ed (Patrick Wilson) und Lorraine Warren (Vera Farmiga) sollen im Londoner Stadtteil Enfield,die alleinerziehende Mutter Peggy Hodgson (Frances O’Connor) mit ihren vier Kindern Margaret (Lauren Esposito), Janet (Madison Wolfe), Johnny (Patrick McAuley) und Billy (Benjamin Haigh) unterstützen: die Familie wird von einem grausamen Dämonen geplagt …

Schön wenn man auf diese Weise positiv überrascht werden kann: ich hatte den ersten „Conjuring“ gesehen und fand ihn lahm, hab auch den Ableger „Annabelle“ gesehen und auch diesenf and ich alles in allem sehr überschaubar. Und als ich hörte das dieser Film jetzt noch zur richtigen „Bildung eines Franchises herhalten sollte hatte ich erst recht kaum Lust drauf. Aber zum Glück hab ichs dennoch riskiert: man kann dem Film sicherlich einige Vorwürfe machen, sei es die leicht zu lange Lauflänge von 130 Minuten oder die Plotarmut, aber letztzlich sit der Film das was er sein sollte: eine unfassbar effektive Horror-Breitseite. Eigentlich geht es nur im eine Familie die in einem verfluchten Haus sitzt und es wird eine endlose Serie an Szenen aufgebracht in denen unter eigentlich unmöglichen oder unwahrscheinlichen Umständen irgendeine Gemeinheit oder Gefahr droht – aber diese sind so meisterlich und meisterhaft inszeniert das einem die Spucke wegbleibt. Hier gibt es kaum Blut oder Gewalt, dafür aber atmosphärisch dichten Thrill und permanent platzierte, clevere Erschrecker und Jump-Scares. Dazu gibt es menschlich sympathische und angenehme Charaktere die einen bei der Stange halten. Alle Achtung letztlich: auf dem Horrorsektor einer der cleversten und interessantesten Titel der letzten Zeit, dermitreißt und begeistert. Daher: gerne mehr davon.

Fazit: Genialer Horror voller großartig ausgedachter Momente und tollen menschlichen Figuren!
Rating: ★★★★☆