Archiv der Kategorie: Filme

Filme

Being John Malkovich

Craig (John Cusack) ist ein erfolgloser Puppenspieler und seine Frau Lotte (Cameron Diaz) plant aus der Wohnung ein Tierasyl zu machen- So sucht sich Craig einen Bürojob und landet in einem Gebäude welches eine unglaubliche Eigenschaft hat: wenn man durch eine bestimmte Tür schreitet befindet man sich im Bewußtsein von John Malkovich …

Mein versuch mit Charlie Kaufmann Frieden zu schließen: ich sah diesen Film vor 20 Jahren im Kino und kam mit einem langen Gesicht wieder raus weil mir die abgedrehte Nummer einfach zu viel war. Nun schaute ich es nochmal und komme zum Fazit: Liebe werde ich für dieses Werk nicht empfinden, aber sehr viel Respekt. Es gehört schon etwas dazu sich eine solche absurde Welt aufzubauen, bestehend aus komischen Kauzen und eben der völlig verrückten Idee daß man durch die Tür in einem Büroraum in das Bewußtsein einer anderen eprson reisen kann. Dabei ist der Film nicht auf schnelle Lacher aus sondern schwelgt in der Absurdität seiner Figuren und schafft es die gezeigten Dinge wie „normal“ wirken zu lassen. Hinzu kommen vier tolle Hauptdarsteller die ein wunderbares Quartett ergeben. Auch die Entwicklungen, bis hin zum untypischen Ende, sind etwas anderes als man das normalerweise zu sehen bekommt. Mich packt das alles nicht wirklich, aber ich sehe die Kreativität die nötig ist um ein derartiges Skript zu verfassen und auch noch so umzusetzen. Kaufmann Fan werde ich nicht mehr, aber meine Wertschätzung hat er trotzdem.

Fazit: Absurdes Spiel mit unfassbar schrägen Situationen!

Enola Holmes

Enola Holes (Millie Bobby Brown) ist die Schwester des legendären Sherlock Holmes(Henry Cavill), ist aber auf dem Land bei ihrer Mutter Eudoria (Helena Bonham Carter) aufgewachsen. Als Eudoria spurlos verschwindet und Enola in ein Internat kommen soll begibt sie sich alleine auf die Suche …

Dies fußt zwar auch auf einer Buchreihe, trotzdem ist das Thema Sherlock Holmes für mich in den letzten Jahren ausreichend beackert worden: die Kinofilme mit Robert Downey jr. sowie die filmische Katastrophe mit John C. Reilly, die großartige Serie „Sherlock“ sowie die durchschnittliche Krimiserie „Elementary“ haben diese Figur auf sehr vielschichtige und interessante Weise beleuchtet. Daher finde ich es nicht sonderlich reizviel die Figur hier erneut zu treffen, mit Henry Cavill zwar interessant besetzt, aber ebenso langweilig und gewöhnlich gestaltet. Der Fokus liegt bei Millie Bobby Brown die zwar sehr viel jugendliche Energie und Charme in die Rolle mit einbringt, aber man kann den Grundton des Films der zwischen Spaß und Ernst verläuft kaum erfassen. Das stetige Sprechen mit dem Zuschauer durch das Durchbrechen der vierten Wand reißt permanent aus einer stringenten Handlung raus, letztere ist aber nur eine seichte Rätselgeschichte die sich dann irgendwann einen zweiten Handlungsstrang anbaut. Am Ende hat man ein paar charmante Momente gesehen und versteht daß dieser Film zwar wegen Corona nicht ins Kino gekommen ist, aber dort sehr schlecht aufgehoben gewesen wäre.

Fazit: Triviale Krimistory mit charmanter Heldin deren stetiges Sprechen mit dem Zuschauer radikalt raus reißt!
1 Punkt

Videoreview von mir: https://youtu.be/DrEfN-YFudE

The Hunt

Crystal (Betty Gilpin) sowie Elf andere Menschen werden entführt und landen im Wald auf einer Lichtung. Schnell merken sie daß sie von reichen Sadisten benutzt werden um ein gnadenloses Jagdspiel zu spielen …

So sieht als ein Film aus gegen den sogar Dondald Trump persönlich geschossen hat. Auf den ersten Blick hat man es mit einem erwachsenen „Hunger Games“ Ripp-Off mit einigen Einflüssen aus „Battle Royale“ zu tun: eine Hand voll Menschen landen in einem tödlichen Spiel in dem reiche Leute sie jagen und versuchen zu töten. Diese simple Ausgangslage und die damit verbundenen Erwartungen fliegen schnell aus dem Fenster. Mehrer vermeintliche Hauptfiguren fliegen relativ schnell aus dem Film, ebenso legt der Film in Sachen Brutalität die Messlatte nach ganz weit oben. Ebenso werden ständig neu aufgebaute Erwartungen und Figuren in kürzester Zeit in eine andere Richtung gelenkt – der ohnehin nur 80 Minuten lange Film verfliegt dadurch gefühlt in wenigen Minuten. Die satirischen Elemente kann man darin finden, wer den Film aber als krasses Metzelabenteuer genießen will wird daran seine Freude haben.

Fazit: Spannend, hart und schnell – und voller stets gebrochener Erwartungen!

Rating: ★★★★☆

Eine Frau mit berauschenden Talenten

Patience Portefeux (Isabelle Huppert) arbeitet als Dolmetscherin für die Polizei. Bei einem Einsatz in dem ein Drogenlieferant festgenommen werden soll übersetzt sie bewußt falsch um die Ware selbst in die Finger zu bekommen. Fortan beginnt sie in der Pariser Drogenszene ihren Stoff zu verbreiten und dabei ihr eingeschlafenes Privatleben aufzupäppeln …

Die Geschichte von der einfachen, braven Person welche plötzlich in den Drogenhandel gerät – das hats schon einige Male gegeben wobei „Breaking Bad“ und „How to sell drugs online (fast)“ wohl die Referenzwerke sind. Hier ist eine französische Variante die sich aber etwas ungalant zwischen die Genres setzt: der Film hat leichte Krimianteile, ein wenig Komödie und ganz selten verstreut liegen auch Dramamomente. Eigentlich ist es aber eine Isabelle Huppert Film, der die Kamera einfach folgt und die gefühlt einfach über allem steht. Das hat aber oftmals dem Nachteil daß man ihre Figur nicht versteht: ist sie cool und steht über allem? Oder hat sie mal wirklich Angst? Immerhin macht es zwar nicht immer Sinn, sehr wohl aber durchgehend Spaß ihr bei ihrer Odysee durch die Unterwelt zuzuschauen.

Fazit: Irgendwo zwischen den Genres verortet macht der Film bemerkenswert viel Kurzweil, ist aber nicht stimmig in seinen Emotionswechseln!

Rating: ★★★☆☆

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Anna (Riva Krymalowski) ist neun Jahre alt als sie im Jahr 1933 nach Zürich flüchten muß wegen Hitlers Machtergreifung. Allerdings ist dies erst der Anfang einer Reise die über Paris bis London führt …

Zu meiner Schulzeit habe ich öfters vom Buch gehört,es aber nie in die Finger bekommen. Ebenso wenig wußte ich daß dies der auftrakt eier Trilogie ist und daß die wahre Hauptfigur erst 2019 verstorben ist. Hier hat sich das Team welches „Der Junge muß an die frische Luft“ umgesetzt hat dran gegeben die Buchvorlage auf die Leinwand zu wuchten und zeigt ähnliche Qualitäten wie die Hape Kerkeling Biographie. Für mich war es das absurde Ding daß man hier eine Form des Kriegsgrauens sieht ohne jemals den Krieg zu sehen. Man sieht eine sehr mögenswerte Famile die aufgrund des Erstarkens der Nazis aus Deutschland fliehen muß – den Druck unter dem diese Leute stehen sieht man zwar, aber man kann ihn nicht so exakt spüren Statt dessen hakt man diverse Schauplätze ab an denen die Familie ankommt, sich einlebt und dann doch weiter ziehen muß. Aber bei all dem liegt eine kindliche Naivität über dem Ganzen, eben weil es aus der sicht des Kindes geschildert wird – damit wird der Film, trotz des furchtbaren Backgrounds, irgendwie optimistisch und in manchen Momenten gar fröhlich. Auf jeden Fall ist das die Materie die sich eignet um dies in Schulen an die Kinder heranzutragen.

Fazit: Kriegsdrama aus der Sicht eines kleien Mädchens.

[rating 4]

Cuties

Amy (Fathia Youssouf) ist elf Jahre alt und kommt aus dem Senegal, lebt aber mittlerweile in Paris. Dort findet sie Anschluß an eine Tänzergruppe aus gleichaltrigen Mädchen – der Schwerpunkt allerdings das Twerken ist …

Es kommt vor daß ein Film auf Netflix ins Gespräch gerät und ungewollt viel Aufmerksamkeit produziert, hier ist es auch geschehen. Dabei ist er das eigentlich nicht wert, er streift halt nur eine Thematik in der es nichts zu diskutieren gibt: eine sexualisierte Sicht auf 11 jährige Mädchen hgeht nun mal nicht. Und er ergeht sich leide rin dem Fehler daß er eine Sache kritisiert, die Einflüsse denen Jugendliche ausgesetzt sind, vor alle aus Medien, und wie sie selbst damit umgehen – aber gleichzeitig nimmt er manchmal einen voyeuristischen Blick ein und zeigt zum Selbstzweck. Das ist schade weil der Kern gut gemeint ist, von einem Mädchen erzählt wird das aus strengen häuslichen Verhälltnissens tammt, sich abe durch tanzen mit einer Mädelstruppe daraus befreut und erwachsener wird. Leider ist die Hauptaktion der Mädels das Twerken was dann im Film auch optisch in Szene gesetzt wird – aallerdings verkommt das manchmal zum Selbstzweck und liefert geradezu unangenehm detaillierte Momente von Kinderkörpern. Das ist sicherlich nicht so böse gemeint gewesen wie es mitunter rüberkommt, aber macht für mich fast schon nichts weil der Film auf der Dramaebene kaum was reißt und die Figuren einem recht egal sein können.

Fazit: Im Kern gut gemeint, in der Ausführung allerdings stark verheddert!

{rating: 2]

The Devil all the time

Die Geschichten einiger Menschen über einen Zeitraum von 20 Jahren bei dem einige tragische Dinge passieren die meistens auf Religion zurück zu führen sind …

Dies ist die Verfilmung eines Buches welches mir nie untergekommen ist, daher kann ich über die Werktreue nur vermuten. Abgeglichen mit dem Wikipedia Eintrag dazu scheint dies aber schon die Schwerpunkte der üppigen Vorlage zu transportieren. Dabei mu man sich aber viel Zeit lassen und einiges in Kauf nehmen: der Film ist beilschwer, deprimierend und mit einer Lauflänge von 138 Minuten auch nicht eben „weggeguckt“. Des Marketing halber sind einige Darsteller etwas größer genannt, etwa „Spider-Man“ Tom Holland, „Batman“ Robert Pattinson oder „Winter Soldier“ Sebastian Shaw, aber die gut 20 Jahre umfassende Handlung hat eigentlich keine konkrete Hauptfigur. Es geht eben um diesen Zeitraum in einem Kleinstädtchen und dem stetigen Blickpunkt auf eine Handvoll Figuren die mitunter unabhängig voneinander agieren, aber doch Einfluß aufeinander haben. Das verbindende Element ist zumeist die Religion, welcher bei all den Katastrophen eine Rolle spielt. Außerdem erleben wir zwei Generationen bei der die „Nachrückenden“ das ausbaden was die Generation vor ihnen verbockt hat. Wenn man sich auf dieses langsam erzählte Drama einlässt braucht man zwar Geduld, aber es zahlt sich aus: die Konflikte sind emotional, erschreckend und es gibt reihenweise überraschende „Tode“ da eben jede Figur zu jeder Zeit verschwinden kann. Der Umstand daß es halt keine Hauptfigur gibt kann es mitunter schwer machen emotional Anteil zu nehmen, vielleicht funktioniert es aber auch umso besser weil man die Dramen breitgefächert  erlebt und mit mehr Überblick als die handelnden Figuren.

Fazit: Bittere Betrachtung eines langen Zeitraums ohne zentrale Figur, aber mit vielen bitteren Tragödien und interessanter Sicht auf Religion!

Rating: ★★★★☆

Nightlife

Barkeeper Milo (Elyas M’Barek) trifft seine Traumfrau Sunny (Palina Rojinski) zbd plant ein Date mit ihr – dann aber taucht sein Freund Renzo (Frederick Lau) auf der ihn auf eine chaotische Jagd durchs nächtliche Berlin schleift …

Ich bin ja auch jemand der sich über fehlende, frische Impulse im deutschen Film beklagt und eigentlich nur laue Komödien sieht die sich kommerziell tragen, ebenso daß eine bestimmte Anzahl an Darstellern wieder und wieder die gleichen Drehbücher durch jagen … da mag eine Menge dran sein, aber ebenso muß man fair sein wenn ein Kandidat wie „Nightlife“ dabei ist. Auch wenn hier nicht das Rad neu erfunden wird mischt der Film bekannte und gute Elemente neu zusammen. Insgesamt sind es zwei Storys: zum einen eine süße Love Story zwischen Barek und Rojinski die miteinander eine beeindruckende Chemie haben, auf der anderen Seite ist es eine typische „eine lange, chaotische Nacht“ Komödien die es in den 80ern und 90er Jahren gab und die damit spielt daß „normale“ Leute in einen Krimiplot geworfen werdne. Und all das geht hier großartig auf, die Story ist kurzweilig, hat Herz und Witz und spielt seine überschaubaren Möglichkeiten bestens auf.

Fazit: Keine Revolution der deutschen Komödie, aber solide Zusammenführung bekannter Parts!

The Outpost – Überleben ist alles

Im Jahre 2009 haben die Amerikaner in Afghanistan das Camp Keating errichtet welches an einer strategisch schlechten Position am Fuße von drei Bergen liegt. Als das Lager geschlossen werden soll fällt eine Armee aus Taliban über das Camp her …

Für wen werden solche Filme gedreht?`Ich hoffe sie nützen Menschen die ähnliches erlebt haben um damit irgendwie beser klar zu kommen oder ein Gefühl davon bekommen als Helden verehrt zu werden. Dramaturgisch hat der Film nicht viel zu bieten was aber genau im Sinne der Geschichte ist: eine Stunde lang bekommen wir den Alltag auf einer Militärbasis zu sehen auf der wenig passiert. Es gibt ganz unregelmäßig Talibanangriffe, viele Dialoge zwischen den sich kaum unterscheidenden Figuren, hier mal eine Mission, dort mal einen menschlichen Moment … wenn dies das Leben abbilden soll stimmt das auch da es wirklich keinen roten Faden git. In der zweiten Hälfte wird der Film zu einem einstündigen Dauershowdown in der geballert, gestorben und gekämpft wird. Hier greift mein übliches Problem damit: es wird lebensnah und krass erzählt und is hochspannend, da jede Figur entbehrlich ist und jeder zu jedem Zeitpunkt verenden kann (und es auch tut). Ich selber will aber an sowas nicht Spaß und Freude haben, vor allem wenn es auf einem wahren Fall basiert. Daher weiß ich letztlich nicht an wen sich dieses Werk richtet.

Fazit: Solide Kriegsaction mit austauschbaren Figuren, aber hoher Wucht!

Videoreview von mir: https://youtu.be/JHGuc_CJB6M

New Mutants

Magik (Anya Taylor-Joy), Wolfsbane (Maisie Williams), Mirage (Blu Hunt), Cannonball (Charlie Heaton) und Sunspot (Henry Zaga) sowie einige andere Jugendliche werden in ein Krankenhaus gebracht. Dort merken sie recht schnell daß sie Mutanten sind und das Krankenhaus in Wirklichkeit darauf aus ist ihre besonderen Fähigkeiten zu erkennen und für sich zu nutzen …

Eigentlich steckt hier ein interessanter Ansatz hinter: der Film gehört zur X-Men Serie und spielt auch im X-Men Universum, ist aber ebenso eigenständig und unabhängig von den bisherigen Filmen und begibt sich auf völlig neues Genre-Terrain: es ist der erste Horrofilm der Serie. Eigentlich sollte er der Auftakt einer Trilogie sein, eigentlich sollte er mit „Dark Phoenix“ zusammen erscheinen – aber all das zerschlug sich. Der Film wurde zwei Jahre lang immer wieder aufgeschoben, weiter vertagt … mittlerweile gehört das X-Men Franchise wieder Disney die daran eigentlich kein Interesse haben und diesen Film für sich einfach nur verramschen wollen. Schade, aber nicht ganz unverständlich da dieser Probleme hat seine Schwerpunkte zu setzen. Es geht um junge Mutanten die schlimme Schicksale erlebt haben und darüber reden, habt also etwas vom „Frühstücksclub“ an sich, dann gibt es die übliche Mutantenaction in abgespeckter Form und es gibt zahlreiche Ausflüge in Horrorszenarien die aber kaum so krass oder schlimm ausfallen daß jemand wirklich davon erschreckt wird. Die zum Teil großartige Besetzung reißt es solide raus, ein paar Spannungsmomente sind drin und alles in allem ist der Film für sich genommen solide – aber zu keinem Zeitpunkt überragend, überraschend oder sonstwie erwähnenswert. Als Ende der X-Men Serie jedenfalls weniger geeignet als es „Logan“ war.

Fazit: Merkwürdiger Mix aus mehreren Genres bei dem keines so richtig bedient wird.

Rating: ★★★☆☆