Archiv der Kategorie: Filme

Filme

Die Kunst des toten Mannes

In der Kunstszene von Los Angeles erscheinen Werke eines namenlosen fremden Malers. Der Kunstkritiker Morf Vandewalt (Jake Gyllenhaal) befasst sich damit aufmerksam und erkennt daß von den Bildern eine merkwürdige und gefährliche Macht ausgeht …

Das ist die Stelle wo eine Drehbuchidee auf die Inszenierung trifft: im Film geht es um mysteriöse, geheimnisvolle Bilder die auf den Betrachter eine geradezu übermenschliche Sogwirkung haben, dumm nur daß diese Bilder im Film dann zu sehen sind und natürlich auf den normalen Zuschauer keinen solchen Effekt ausüben. Ansosnten sind am Film natürlich sehr spannende Personen beteiligt: „Nightcrawler“ Regisseur Dan Gilroy, der dortige Hauptdarsteller Jake Gylenhaal, ebenso Rene Russo, Toni Colette und John Malkovich sowie Natalia Dayer die aus „Stranger Things“ bekannt sein dürfte. Leider wußten die wohl nicht in welche Richtung sie ihren Film gehen lassen wollen: es beginnt wie eine Satire auf die Kunstwelt, deutet dann einen Thriller an wenn es um die Hintergründe woher die ominösen Bilder stammen und mündet dann einfach wieder in einen schlichten Horrorfilm mit Schockmomenten in dem auch wieder ein gewisses Maß an Fantasy zugegen ist. Das mag zwar handwerklich solide gemacht sein, scheitert aber an unsympathischen Charakteren und seichten Schocks – eine unstimmige Mischung die nichtmal an Durchschnitt rankommt.

Fazit: Trotz solider Inszenierung nur seichter Horror mit Starbesetzung

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=jn26-dhtbCc

The Domestics

Die Vereinigten Staaten stehen kurz vor dem Unergang. Daher beschließt die Regierung die Bevölkerung auszulöschen mittels Flugzeugen die Gift abwerfen. Mark (Tyler Hoechlin) und Nina (Kate Bosworth) versuchen mit ihrem Auto zu fliehen und brechen zu einem gefahrvollen Trip auf …

Willkommen in der Endzeit: das ist nichts Neues auf der Leinwand und wird auch hier nicht gerade in neue Dimensionen erhoben, aber trotzdem kann aus solchen Dingen durchaus ein brauchbarer Film entstehen. Im Falle von „The Domestics“ wird ein Endzeitszenario entworfen daß sich Versatzstücke aus „The Purge“ aufgreift und sie mit „Mad Max“ vermischt. So entsteht eine kaputte Welt durch die ein zerstrittenws und auch dem Zuschauer eher unsympathisches Ehepaar fährt und auf diverse Figuren trifft, meist sind es harmlos beginnende Szenen bei denen dann schrittweise die unter der Oberfläche lauernde Bedrohung zu Tage tritt. Das ist kurzweilig spannend, bleibt aber nicht im Kopf. Schade daß die im Grunde gewagte zynische Hintergrundbotschaft so eher undeutlich bleibt.

Fazit: Solider Endzeitthriller der aber an seinen zu bleichen Figuren krankt.

Rating: ★★☆☆☆

Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Der zehnjährige Lewis (Owen Vaccaro) zieht nach dem Tod seiner Eltern zum schrägen Onkel Jonathan (Jack Black) und wird dort auch von dessen Nachbarin Mrs. Zimmermann (Cate Blanchett) umsorgt. Schon bald entdeckt Lewis daß es dort ein geheimnis gibt daß sich um eine Uhr rankt …

Da besteht jede Menge Anlaß zu Verwirrung: das fängt beim Regisseur an. Von Eli Roth ist man eher härteren Stoff wie „Hostel“ gewöhnt – und nun macht dieser einen kindertauglichen Gruselfilm? Warum aber auch nicht, Robert Rodriguez hat ebenso harten Horror wie „From Dusk Till Dawn“ und Kinderfilme wie „Spy Kids“ abgeliefert. Dann könnte man beim Look des Films und Jack Black in der Hauptrolle schnell annehmen es eventuell mit einem weiteren Teil der „Gänsehaut“ Filme zu tun zu haben, aber auch das ist ein Zufall. Für sich genommen ist dies eine Geistergeschichte, auf einem Buch basierend, allerdings tauglich für jüngere Zielgruppen aufgearbeitet. Dabei soll es wohl massentauglich sein und verzichtet auf kauzige, kleine Ideen wie sie wohl ein Tim Burton eingefügt hätte – doch das macht eigentlich nichts. Technisch hochwertig inszeniert, inhaltlich unverkrampft und harmlos ist dies in der Tat ein kurzweiliger Kindergrusler, als hätte man eine überlange Folge von „Scooby Doo“ vor sich. Nicht mehr oder weniger. Falls dies als Versuch gedacht war eine neue Serie zu starten kann man denoch von weiteren Folgen absehen.

Fazit: Filmische Geisterbahnfahrt für die jüngeren Zuschauer, nett und technisch entsprechend umgesetzt.

Green Book – Eine besondere Freundschaft

1962 geht Pianist Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) auf Tournee durch die USA und engagiert als Fahrer Tony Lip (Viggo Mortensen). So beginnt eine gemeinsame und lange Reise in der die beiden unterschiedlichen Männer sich langsam anfreunden …

Die Rahmenbedingung läßt eben den typischen Oscarfilm erwarten: eine auf einem wahren Fall beruhende Geschichte über einen hemdsärmeligen italienischen Türsteher der im Amerika der sechziger Jahre einen dunkelhäutigen Pianisten durch die Gegend fährt. Dabei läßt der Film gekonnt die Klischees und Gegensätze aufeinanderprallen: Prolet gegen Gebildeten, Weißer gegen Farbigen, Arbeiter gegen Reichen, Familienvater gegen Alleinstehenden. Ebenso ist der Film eine schlichte Abfolge von kleinen Episoden die eben auf einer solchen Reise entstehen und passieren können, vorrangig Momente von damals wohl üblichem Alltagsrassismus. Aber trotzdem: der Film hat keine sonderliche dramatische Fallhöhe sondern wird geradezu zu einem „Feel Good“ Movie. Das liegt vorrangig am Spiel der Hauptdarsteller und insbesondere an Viggo Mortensen, der seine prolige Figur mit Spaß und Witz verkörpert und obendrein vom Drehbuch reihenweise witzige Momente und regelrechte Comedyszenen serviert bekommt. Das führt dazu daß man hier kein furchtbares Drama sondern einen unverkrampften, entspannten Film sehen kann in den man sich geradezu einigelt: sympathisch, harmlos und niemals unfassbar ins bodenlos dramatische Segment.

Fazit: Mehr Spaßfilm als oscarträchtiges Drama – dennoch mögenswert und wohltuend unverkrampt!

Rating: ★★★★☆

Eleonore und Colette

Eleanor Riese (Helena Bonham Carter) leidet zwar an paranoider Schizophrenie, kann aber dank Medikamenten ein halbswegs normales Leben führen. Allderings haben diese Medikamente Nebenwirkungen und Eleanor möchte ihre Dosierung selbst bestimmen. Da dies jedoch verweigert ist zieht sie mit Anwältin Colette Hughes (Hilary Swank) vor Gericht …

Das ist schon auf dem Papier perfekt geplant: ein Drama in dem es um die korrekte Behandlung von psychisch beeinträchtigten Patienten geht, basierend auf einem wahren Fall und mit Darstellern wie Jeffrey Tambor, Helena Bonham Carter und Hilary Swank besetzt .. Selbstläufer. Sollte man meinen, aber so ganz von alleine gings dann am Ende doch nicht. Zumindest im Zuge der Oscars tauchte dieser Titel garnicht auf; und auch ansonsten lief er die meiste Zeit unter dem Radar. Das dann aber schon etwas zu Unrecht: es ist ein engagiertes Drama daß auf sein Thema hinwist, dabei mit entsprechenden Darstellerleistungen aufwartet und im Grunde darauf setzt das Swank gerne die eifrige Verteidigerin spielt und Bonham Carter gerne die etwas exzentrischen Parts macht. Macht nichts verkehrt, erreicht aber wohl nur ein kleinesres Publikum.

Fazit: Engagiertes Thema und eifriges, aber wohl nicht massentaugliches Schauspiel!

Rating: ★★★☆☆

Creed II

Der aufstrebende Boxer Adonis Creed (Michael B. Jordan) steht kurz vor einem gefährlichen Kampf: er muß gegen Viktor Drago (Florian Munteanu) antreten, dessen Vater Ivan Drago (Dolph Lundgren) einst Apollo Creed im Ring tötete. Allerdings stellt sich Rocky Balboa (Sylvester Stallone) an Adonis Seite …

In seinen Grundfesten ist es für mich vorrangig eine Sache: ein Boxfilm. Ein komplett typischer, nie die eigentliche Blaupause hinter sich lassender Boxfilm mit brav festgelegter Dramaturgie von der er auch niemals entsprechend abweicht. Aber es gibt andere Komponenten die ihn besonders machen: er ist der 8. Teil einer Serie die seit über 40 Jahren besteht, außerdem setzt er eine Story fort die im 1985 erschienen „Rocky 4“ begann und bringt nun nach über 30 Jahren Originaldarsteller wieder auf die Leinwand. Es hat seinen Reiz Dolph Lundgren wiederzusehen und u hörenw as aus ihm in der Zwischenzeit wurde. Ansonsten bleibt alles auf vertrauten Bahnen: Creed oxt, verliert, trainiert, boxt wieder … denkt euch den Rest. Dazwischen gibt’s einige banale Alltagsmomente im Leben des Boxers, von der Hochzeit bis zur Geburt der Tochter, das würde mir alles mehr zusagen wenn ich mit „Creed“ Darsteller Michael B. Jordan nur irgendwie warm würde aber das passiert wohl nicht mehr. Mit Stallone komme ich da besser klar der leider in der deutschen Fassung eine neue, sehr befremdliche Synchronstimme hat, aber aufrichtig bemüht ist seiner Figur einen würdigen finalen Auftritt zu liefern. Wirklich beklagen kann man letztlich nichts, wirklich hervorheben auch nicht.

Fazit: Einfach ein solider Boxfilm mit immenser Backgroundgeschichte!

Rating: ★★★☆☆

Astro Boy

In der Wolkenstadt Metro City wird Astro Boy kreiert, ein Roboterjunge dem der brillante Wissenschaftler Dr. Tenma unglaubliche Fähigkeiten verliehen hat. Nach einem schlimmen Zwischenfall reißt Astro Boy aus …

Der Grund warum ich mir diesen Film überhaupt gegeben habe mag ziemlich absurd erscheinen: ich habe mal eine Liste mit allen mir unbekannten Nicolas Cage Filmen geschrieben und arbeite die nun schrittweise ab – das schließt auch diesen hier ein da Cage im Film eine Synchronrolle spricht. In der deutschen Fassung merkt man davon aber gar nichts da ein anderer Sprecher die Figur spricht. Auch ansonsten ist dies ein Film der mich nicht so direkt anspricht: als er rauskam wirkte er auf mich einfach nur wie ein typischer Kinderfilm, der Bezug zu einem Mangavorlage ist mir ebenso fremd. Aber umso überraschter war ich vom Resultat: die Story hat einen durchweg ernsten Kern, nämlich die Geschichte eines Mannes der seinen toten Sohn als Roboter neu erbaut, diesen aber verstößt und fortan folgen wir dem jungen wie er in seiner utopischen Welt versucht klarzukommen. Das ist kindergerecht, aber hat sehr wohl einige sehr ernste Aspekte und ebenso Action und Spannung. Vor allem strahlten der Titel und das Cover für mich eine alberne „Kindlichkeit“ aus – und dafür war es dann doch eine sehr erwachsene und ernsthafte Variante. Daher: überraschende Empfehlung und auch nach zehn Jahren alter einen Blick wert.

Fazit: Kindgerecht, aber mit ernsthaftem Background und sehr emotionalen Elementen!

Drachenzähmen leicht gemacht 3 – Das geheime Land

Hicks träumt von einer Welt in der Menschen und Drachen friedlich miteinander leben können. Da wird sein Drachen-Kumpel, der Nachtschatten Ohnezahn von einem weiblichen Drachen weggelockt – woraus schwere Konsequenzen für Hicks und sein Dorf entstehen …

Ich hatte die ersten beiden Teile gesehen, aber so total im Kopf gelöscht daß ich diesen hier anschaute als hätte ich keinerlei Vorkenntnisse. Das erwies sich aber nicht als schwer: man muß nur die Grundkonstellation kennen in der Menschen und Drachen harmonisch zusammen leben, den Rest kriegt man problemlos hin. Das liegt daran daß man hier ein braves und konventionelles Skript eines typischen Kinderfilms zu Grunde liegen hat der aber so ausfällt daß er Kinder begeistert, erwachsene Zuseher ab nicht großartig nervt. Die Themen sind universell und bekannt und funktionieren immer wieder: etwa die Frage wo man hingehört, wenn der Drachenfreund eine Artgenossin findet und seinen Platz in der Welt festlegen muß oder eben Hauptfigur Hicks als Anführer Dinge tun und entscheiden muß die früher sein Vater übernahm. Ansonsten ist der Film immens schön anzusehen: es gibt optische Breitseiten auf die 3D Brille und reihenweise wundervolle Animationen, dazu viel Klamauk und Action ohne daß es zur Reizüberflutung wird. Wer die anderen Filme sehr mag wird hier sicherlich nicht das Highlight der Serie sehen, aber einen runden, stabilen und soliden Schlußpunkt.

Fazit: Spaßiger Abschluß der Trilogie, erfüllt zufriedenstellend alle wichtigen Parts eines Kinderfilms!

Rating: ★★★★☆

Glass

Der gestörte Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) ist noch immer frei weswegen sich David Dunn (Bruce Willis) auf die Suche nach ihm macht. In diese Jagd wird auch Elijah Price alias Mr. Glass (Samuel L. Jackson) verwickelt …

Ein Film den ich schon für seine reine Existenz abfeiere: Shymalan wollte eine Superheldentrilogie deren erster Teil „Unbreakable“ kommerziell und bei den Kritikern floppte. Also schob er fast 15 Jahre später mit „Split“ einen scheinbar eigenständigen Film nach der erst zum Ende hin offenbarte daß er mit der Story von „Unbreakable“ zusammenhängt – und damit standen die Weichen dann frei für diesen hier. Allerdings besteht erhöhte Verwechslungsgefahr: ja, es geht um Superhelden, es geht um Comics und die typischen Dinge wie den Helden, den Schurken, Vorhersehung und einen epischen Showdown. Trotzdem könnte dieser Titel gar nicht weiter entfernt sein von den etablierten Standards. Glass ist ein actionarmer, langsamer und sehr dialoglastiger Film der seine stärke aus einer sich langsam aufbauenden Stimmung zieht und einer Atmosphäre durch die insbesondere der Showdown geradezu berauschend wird. Dabei springt der Film zwischen seinen Hauptfiguren hin und her, setzt keinen gezielt ins Zentrum wobei manchmal auch ein wenig die Geschichte ins Stocken gerät. Das ist aber jammern auf absolut hohem Niveau: Glass ist die absolute Vollendung dieser Trilogie, intelligentes und mitreißendes Fantasykino und insbesondere mit James McAvoys Darstellung auc ganz große Schauspielkunst.

Fazit: Episches Finale einer großartigen Trilogie!

Rating: ★★★★☆

Chaos im Netz

Die Suche nach einem Ersatzteil treiben Randale-Ralph Rennfahrerin Vanellope von Schweetz (Sarah Silverman) aus ihrem Accade-Spiel in die Weiten des Internets. Die einzige Möglichkeit scheint die Webseite OhMyDisney.com zu sein …

Sequels auf die keiner so unfassbar dringend gewartet hat, aber die doch Spaß machen wenn sie kommen. Diese Fortsetzung von „Ralph reichts“ ist so ein solcher Film, aber selbst der Titel „Chaos im Netz“ grenzt sich ja schon vom ersten Teil ab; und man kann das Sequel abgesehen von ein paar kleineren Anspielungen auch komplett für sich alleine Schauen. Dabei funktioniert der Film eigentlich nur mit einem einzigen Gag der entsprechend variiert wird: die zwei Hauptfiguren landen im Internet welches im Film als eine Art große, bunte Stadt gezeigt und präsentiert wird und alles was man so aus dem alltäglichen Internetkonsum kennt wird dort in lustiger Form präsentiert. Mehr brauchts eigentlich nicht, um das ein wenig storytechnisch zu stützen gibt’s eine banale 08/15 Geschichte über die Suche nach einem MacGuffin und ein paar Einschüben zu Freundschaft und seinen Platz im Leben finden. Das Ergebnis ist meistens zum schmunzeln, nicht allzu oft zum lachen und für Kinder sicherlich ein Heidenspaß, ältere Semester haben sicherlich Freude an den zahlreichen Anspielungen auf z.B. Disney und Marvefilme. Aber ganz ehrlich: kurz nach dem Abspann ist die bunte Bilderschau auch wieder aus dem Gedächtnis verschwunden.

Fazit: Quietschbunter und netter Kinderfilm ohne Tiefe oder Nachwirkung, aber mit passablem Spaßfaktor!]

Rating: ★★★☆☆