Archiv der Kategorie: Tragikkomödie

Jeff der noch zu Hause wohnt

Den recht durchschnittlichen Pat (Ed Helms) hat die Midlife-Crisis voll erwischt. Als er sich deshalb einen Sportwagen kaufen möchte verbietet ihm seine Frau Linda (Judy Greer) dieses – woraufhin sich Jeff in die fixe Idee verrent dass sie ihn betrügt. Dabei schließt er sich mit seinem  Bruder Jeff (Jason Segel) zusammen, der immer noch bei seiner Mutter Sharon (Susan Sarandon) im Keller lebt.  Gemeinsam beginnen sie die vermeintlich Untreue auszuspionieren …

Merkwürdiger Film: man merkt ja manchmal an der Art und der Inszenierung was möglich ist und kann sich seine Erwartungen danach ein wenig zurechtlegen. In diesem Film hat man eigentlich ein sehr „reales“ Gefühl: wenn hier einer seine Frau beim vermeintlichen Fremdgehen ertappt wird sich keine schräge oder lustige Entwicklung oder slapstickhafte Verwechslung ereignen. Und wenn ein etwas debiler Kerl glaubt auf einer göttlichen Mission zu sein wegen eines Filmes und eines Zufalls … dann ist er einfach nur ein debiler Kerl der spinnt. Oder? Dies ist der schmale Pfad auf dem der Film wandelt und der erst zum Ende hin enthüllt worum es geht. Davor weiß man nicht so richtig was man da eigentlich gerade schaut: einen seltsamen Film der zwischen diversen Genres schwankt und wandelt, keines so richtig bis zum Ende hin ausführt. Die Darsteller kennt man größtenteils aus recht schrägen, bizarren Rollen und Sitcoms und hätte man in einem solchen Film der eher ernsthaft orientiert ist gar nicht so erwartet. Aber das ist in der Tat die Stärke dieses Streifens: weder die Darsteller noch die finale Entwicklung hätte man so erwartet und auch nicht dass man über solch große Strecken mit einem recht herzlichen Lächeln dasitzt. Wobei dies auch eher eine Independentperle ist die eher von weniger Leuten „gepflückt“ wird.

Fazit: Merkwürdiger Mix aus Lächeln und Trauer, durchsetzt von Wehmut und Kummer
Rating: ★★★☆☆

Suburbian Girl – Upper East Side Love

Die Nachwuchslektorin Brett Eisenberg (Sarah Michelle Gellar) arbeitet zwar nur bei einem kleinen Verlag, ist aber übermäßig ehrgeizig. Daher freut sie sich als sie die Verlegerlegende  Archie Knox (Alec Baldwin) kennenlernt Der ist von Anfang an von ihr fasziniert und es bahnt sich eine Beziehung an obwohl Brett bereits liiert Zwischen ihren beruflichen Zielen und den privaten Wünschen muß sich Bret für ihren Weg entscheiden …

Das Cover verpackt es wie eine große Ladung Zucker, im Inhalt ist aber doch einiges an Salz zu finden: der Film versucht bewusst auf der Schiene zu fahren die Werke wie „Sex and the City“ und co vorgegeben haben, erweist sich aber dann schon als ein wenig mehr: es ist nicht nur eine klebrige Liebesgeschichte über ein toughes New Yorker Girl das gleichermaßen beruflich alles regelt und die große Liebe findet. Es ist mehr die Bestandsaufnahme einer Beziehung mit großem Altersabstand und eben der Frage was man im Leben will und was hinter der ersten, mitunter überwältigenden Faszination für den anderen wartet. Episches, zeitloses Kino sieht anders aus, aber lahm und langweilig wird’s nicht. Zumal die Geschichte mit Altstar Alec Baldwin und der zauberhaften Sarah Michelle Gellar wunderbar getragen wird.

Fazit: Altbekanntes Filmchen, aber mit Gefühl und Unterhaltungswert!
Rating: ★★★☆☆

Willkommen in Cedar Rapids

Der Versicherungsvertreter Tim Lippe (Ed Helms) kommt aus Brown Valley in Wisconsin und soll seine Firma auf einem jährlichen Kongress in Cedar Rapids vertreten. Da er aber noch nie seine Heimat verlassen hat wird dies für ihn eine Fahrt in eine neue Welt. Dank einiger neuer Freunde lernt der naive Tim aber bald wie er aus seinem Job und allem anderen einiges an Spaß herausholt – aber ebenso wie man die ersten Schritte in Richtung erwachsen werden macht …

Einmal Single Karriere, bitte! Dies ist nun der Versuch aus Ed Helms einen selbstständigen Namen zumachen und ihn loszulösen nur ein Teil des „Hangover“ Teams zu sein. Fazit: gelungen, aber noch nicht vollendet. Die Story selbst hätte im Grunde ein schlichtes Plagiat werden können: schüchterner Kerl reist zu einem Kongreß wo er mit Prostiuierten, Drogen und Korruption konfrontiert wird. Trotzdem artet dies niemals in derben Slapstick aus. Hier nimmt der Film im Kern seine Figuren ernst und bei aller Komik durchzieht stets ein ernsthafter Grundton den Film – dies sind nicht lustige Deppen, sondern traurige, handfeste Figuren die unter ihrer Oberfläche merklich ziemlich arm dran sind und wenns auch manchmal echt lustig wird ist stets die tragische Seite der Dinge nicht fern. Für Ed Helms wars ein guter Schritt einen solchen Film zu machen, er selbst ist tadellos, aber man wird diesen Film kaum vielen Zuschauern vorführen. Diejenigen dies aber doch mal riskieren machen sicherlich nichts verkehrt.

Fazit: Sanftes Drama mit einigen lustigen Momenten – liebenswürdiger, leiser Film!
Rating: ★★★★☆

Everybodys Fine – Allen gehts gut

Frank Goode (Robert DeNiro) hat sein Leben lang in einer Kabelfabrik gearbeitet um seiner Familie ein gutes Leben zu ermöglichen – nach dem TOd seiner Frau ist er aber allein und isoliert von seien vier Sprößlingen die weitergezogen und erfolgreiche Lebens begonnen haben. Als aber alle vier aus unterschiedlichen Gründen einen geplanten Besuch bei ihm absagen beschließt Frank seine Kinder selbst zu überraschen: er besuchtden Künstler David (Austin Lysy), die Werbeagentur-Chefin Amy (Kate Beckinsale), den Dirigenten Robert (Sam Rockwell) und die Tänzerin Rosie (Drew Barrymore). Dabei entlarvt er aber die Unzufriedenheiten im Leben seiner Kinder …

Robert DeNiro ist nunmal einer der Darsteller die vermutlich auch einen Sack Kartoffeln überzeugend darstellen können – nun probiert er sich wieder mal in einer ungewohnten Rolle: als alter, ruhiger, fast schon spießiger Rentner. Dabei ist dieser Film das Remake eines französischen Films den ich allerdings nie gesehen habe – naja, da bin ich sehr sicher nicht der Einzige. In der vorliegenden Fassung könnte der herzliche Film dann aber hoffentlich ein paar Zuschauer mehr haben, zumal mit Kate Beckinsale, Drew Barrymore und Sam Rockwell die weiteren Rollen sehr zufriedenstellend besetzt sind. Handlungstechnisch passiert zwar nicht wirklich viel, aber auch wenns zum Ende recht tränenreich wrd hat der Film durchweg einen humorigen Grundton und es zeigen sich in einer Tour Szenen die man irgendwie aus dem eigenen Leben kennt. Ganz ehrlich, eigentlich müßte man die Leute im Film hassend afür wie sie verzweifelt versuchen eben keine Zeit mit dem nervigen Vater zu verbringen – und doch kann mans verstehen und würde im eventuellen Falle ähnlich handeln. Klar daß im Zeitalter von rasanter Action und schnellen Schnitten ein solcehr Film ne lahme Nummer ist – aber für ruhige, sympathische Unterhaltung sei dieser Film jedem ans Herz gelegt!

Fazit: Ein rundherum kleiner Film trotz namhafter Besetzung mit Herz, Humor und hohem Tränenanteil!
Rating: ★★★★☆

I love you Phillip Morris

Stephen Russel (Jim Carrey) ist nach außen hin ein Bilderbuchmann – nach einem Unfall jedoch besinnt er sich auf seine wahren Vorlieben, outet sich als schwul und verläßt seine Familie. Fortan führt er einen extrem noblen Lebensstil der seine Finanzen recht schnell übersteigt – und als er sich in diversen Betrügerreien verstrickt landet er im Gefängnis. Dort trifft er allerdings auf seine große Liebe: den schüchternen Phillip Morris (Ewan McGregor) …

?Bei der Vermarktung fährt der Film bewußt ne falsche Schiene: das Filmplakat läßt den Endruck zu daß mans hier mit einer übersteigerten Schwulencomedy zu tun hat und auch der Trailer legt seinen Schwerpunkt auf den typischen Jim Carrey Humor. Den enthält der Film zwar durchaus, aber in nur sehr eingeschränkter Form. Vordergründig ist dies die Biographie eines linken Hundes: der von Carrey gespielte Russel ist ein Hochstapler und BEtrüger der zwar nie Gewalt anwendet (außer gegen sich selbst), aber sonst keinen noch so linken Trick scheut um sich selber ein komfortables Leben zu ermöglichen, selbst wenn er laufend im Knast landet. DAs er dann einen Mann trifft der zu seiner großen Liebe wird ist eigentlich nur ne Nebenhandlung, aber eine die dann Ewan McGRegor ins SPiel holt der mal wieder alle gespielten Rollenbilder von ihm übern Haufen wirft: als sanftes, blondiertes Weichei brilliert er absolut. Leider krankt der Film daran daß er Jim Carrey so sehr ins Zentrum stellt, allerdings ist seine Figur himmelschreiend unsympathisch – von daher kann man sich nichtmal für die Hauptfigur freuen wenn ihm mal eine seiner Betrügereien gegglückt ist. Immerhin rundet der Film mit einer netten Schlußpointe ab – und es sei hoch angerechnet daß zwei so große Stars so zahlreiche homosexuelle Szenen absolvieren ohne jemals in die Gefahr zu laufen ihren guten Ruf einzubüßen.
 
Fazit: Weniger Humor als man ahnt, mehr die traurige Geschichte eines egoistischen Hochstaplers der sich irgendwie durchs Leben fuscht!
Rating: ★★★☆☆

Fleisch ist mein Gemüse

Heinz Strunk (Maxim Mehmet) lebt mit seiner kranken Mutter (Susanne Lothar) in den 80er Jahren in Hamburg und wünscht sich ein erfolgreicher Musikproduzent zu sein. Diesem Ziel kommt er zwar zunächst nicht näher, dafür wird er von Gundolf „Gurki“ Beckmann (Andreas Schmidt) angeheuert, mit ihm und seiner band „Tiffanys“ zu spielen. Fortan tritt er mit den Jungs bei zahlreichen unbefriedigenden Seniorenfeiern auf. SO lernt er aber auch die Kellnerin Jette (Anna Fischer) kennen mit der er hofft endlich ein erfolgreiches Lied zu produzieren … (gear)

Was für eine Hölle!!!! Ganz ehrlich, dieser Film zeichnet ein überaus glaubhaftes und lebensnahes Bild eines jungen Musikers der in den 80er Jahren versucht Erfolg zu haben (das ganze fußt auf einem Buch das allerdings nicht vollständig wahr ist) und man leidet förmlich mit: die trostlose Wohnung und das erbärmliche Umfeld in dem die Hauptfigur lebt, vor allem aber die bis zur Unerträglichkeit spießigen Tanzabende und Feste bei denen die Bands auftreten. Ein Film der also nervige Anläße sehr real nachstellt – und dadurch selber leider etwas nervt. Also, wer mal ein deutsches Musikerdrama sehen will, schmerzlich nahe an der Realität und bitter und lakonisch hat hier den richtigen Film – wers mehr konventionell mag sollte zu entsprechenden US Produktioonen greifen.

Fazit: Lebensnaher und deprimierender Blick auf einen Musiker, gefangen im Spießertum der 80er!
Rating: ★★★☆☆

Zusammen ist man weniger allein

Die eigensinnige Putzfrau Camille (Audrey Tautou) die ein gewisses Talent zum Zeichnen hat kommt in einer Pariser Männer WG unter und bringt ganz schön frischen wind in die Wohnung in der der stotternde Historiker Philibert (Laurent Stocker) und der gefrustete Koch Franck (Guillaume Canet) leben. Bald findet auch die vitale Seniorin Paulette (Françoise Bertin) auf der Flucht vor dem Altenheim einen Platz in der Wohnung – und die vier werden füreinander zu wichtigen Stützen im Alltag …

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Wahrheit oder Pflicht – Lüge lieber ungewöhnlich

Annika (Katharina Schüttler) verpatzt eine entscheidende Klausur und bleibt in der 12. Klasse zum zweiten Mal sitzen – dadurch fliegt sie von der Schule und ihre Chance auf ein Abitur ist weg. Da ihre Eltern jedoch große Hoffnungen in sie gesetzt haben traut sie sich nicht und erfindet eine große Lüge: sie spielt ihren Eltern vor weiterhin zur Schule zu gehen und verbringt die Tage in Wirklichkeit in einem einsamen Bus auf einer Wiese. Dort entdeckt sie schon bald der gutmütige Kai (Thomas Feist) der ihr Geheimnis auch für sich behält – doch das Lügenmärchen kann nicht ewig aufrecht erhalten bleiben …

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Ein Freund von mir

Der Versicherungsmathematiker Karl (Daniel Brühl) ist zwar hoch angesehen und überaus erfolgreich in seinem Job – trotzdem erscheint ihm sein Leben trostlos und langweilig. Dann aber ändert sich sein Leben als er für eine Recherche ein paar Tage in einer Autovermietung arbeiten muss und dabei den lebensfrohen Querdenker Hans (Jürgen Vogel) kennen lernt. Obwohl Karl und Hans eigentlich nichts gemeinsam haben freunden sie sich dennoch an und Hans bringt Karl mit verrückten Ideen laufend in peinliche Situationen. Richtig kompliziert wird es aber als Karl sich in Hans Freundin Stelle (Sabine Timoteo) verliebt … gear

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Stranger than fiction – Schräger als Fiktion

Harold Crick (Will Ferrell) ist ein Angestellter der US-amerikanischen Steuerprüfungsbehörde und führt dabei ein genau geplantes, genormtes aber auch einsames Leben. Seine Liebe gilt in erster Instanz der Mathematik denn Zahlen sind sein Leben: Nie über oder unterschreitet er die ganue Anzahl von Bürstenbewegungen beim Zähneputzen noch weicht er sonst in irgendeiner weise von irgendetwas ab. Sein Leben läuft so rund wie ein Uhrwerk bis Harold eines Tages eine Frauenstimme (Emma Thompson) vernimmt die sein Leben anscheinend literarisch aufbereitet kommentiert.Verwirrt beginnt durch die Stimme in seinem Kopf sein Leben aus dem Takt zu geraten. Mit Hilfe des Literaturexperten Professor Jules Hilbert (Dustin Hoffman) versucht er den Dingen in seinem Kopf auf die Spur zu kommen bis zwei Dinge passieren die ihn vollends aus der gewohnten Bahnwerfen:Bei einer Steuerprüfung in einer Bäckerei verliebt Harold sich in deren Besitzerin Ana Pascal (Maggie Gyllenhaal) und er erfährt zwischenzeitlich durch die Stimme, dass er in Kürze sterben wird…

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