Archiv der Kategorie: Thriller

Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula

Lula Pace (Laura Dern) und Sailor Ripley (Nicolas Cage) liegeb sich von ganzem Herzen, aber ihre Mutter Marietta Fortune (Diane Ladd) möchte sie unbedingt trennen. Sailor und Lula brennen daraufhin durch und begehen einen absurden Trip bei dem sie auch auf den den dubiosen Bobby Peru (Willem Dafoe) treffen …

Ich sah den Film als Teenager einmal, allerdings bevor ich Nicolas Cage als meinen damaligen Lieblingsdarsteller entdeckte (das geschah erst mit „The Rock“). Vielleicht ist es auch die hier erfolgte Synchronisation mit der Stimme von Rolf Zacher durch die Cage damals nicht richtig cool wirkte. Dabei hat der Film doch einen ganz anderen Schwerpunkt: den Regisseur. David Lynch gilt bis heute als Meister des mysteriösen und des verstörenden Kinos und diese Einflüsse sind hier natürlich auh zugegen. Wobei der Film, verglichen mit anderen Lynch Werken, geradezu geradlinig ausfällt: ein junges Paar flieht und erlebt diverse Abenteuer auf der Flucht, einige populäre Darsteller tauchen in Nebenrollen auf und das wüste Spiel wird öfters mal durch märchenhafte Einspielungen ergänzt. Kein simples Spaßkino, kein leicht zugänglicher Film – sehr wohl ein kleiner Klassiker.

Fazit: Schräger Film mit teils verrückten Ideen!
Rating: ★★★★☆

Intrigo – Tod eines Autors

Übersetzer David Moerk (Benno Fürmann) läßt sich vom Kollegen Henderson (Sir Ben Kingsley) bei seinem Roman helfen als er beauftragt wird ein Manuskript des Schriftstellers Germund Rein zu übersetzen. In dessen Werk kommt David einer grausamen Geschichte auf die Spur …

Das klingt ja spannend: die Basis ist ein skandinavischer Roman der nun als Serie ins Kino kommen soll, dies kommt nun als internationale Verfilmung die ausschaut wie ein ZDF Fernsehfilm, in der aber Ben Kingsley mitspielt … und zahlreiche bekannte deutsche Nasen wie Veronica Ferres und inbesondere Benno Fürmann. Letzterer als Protagonist und derjenige der die verschachtelte Story tragen muß, das aber garnicht schlecht macht. Der Film selsbt baut ein großes Geheimnis auf um einen scheinbaren Mord, verschachtelt die Lösung noch mit Rahmenhandlungen und diversen Verwirrtatktiken. Keine neue Sache, aber solide konstruiert und rübergebracht. Bleibt dabei natürlich recht actionarm, aber auf dem Level eines guten TV Films gesehen geht der Film auf ganzer Linie in Ordnung.

Fazit: Spannender Thriller mit guter Besetzung und solider Pointe – nie besonders, aber immer solide!

Hard Powder

In einem Skigebiet in den Rocky Mountains bricht das Leben des Schneepflugfahrer Nels Coxman (Liam Neeson) zusammen als sein Sohn ermordet wird. Nels kommt schnell dahinter daß DrogenkönigViking (Tom Bateman) dahinter steckt und beginnt einen blutigen, brutalen Rachefeldzug gegen dessen Leute der schon bald ganz andere Leute mit einschließt …

Der Film könnte im Grunde ein ganz normaler, weiterer Liam Neeson Titel sein; wobei dieser klarstellte daß es seine letzte Rolle im Actiongerne sein sollte. Die Handlung vom braven Vater der seinen Sohn verliert und daraufhin die Unterwelt aufmischt klingt typisch, der Trailer in seiner witzigen Darstellung läßt dann aber ahnen daß es nicht ganz so wird wie erwartet. Und so ist es auch – aber nicht unbedingt nur gut. Zu Begin ist alles wie erwartet: den schweigsamen Helden ereilt die Nachricht vom Tode seines Sohnes und daraufhin meuchelt er ein paar Schuldige – dann aber geht der Fokus weg von Neeson, zeigt diverse Gangstergestalten und Gangsterclans und dokumentiert wie alle diese nun reagieren und eine blutige Handlung die nächste nach sich zieht. Mich selber irritiert die Nummer sehr: ich nehme es Neeson nicht ab daß er einen trauernden Vater spielen soll, dazu ist seine Figur mir zu sachlich. Die Handlung hat in der Tat keine großen Actionmomente und der Runninggag daß jeder getötete Charakter eine Einblendung bekommt erschöpft sich schnell. Ebenso wird es zum Handicap daß der Antagonist zwar eine gute Rolle ist und netten Text hat, aber nur relativ bleich gespielt wird. Spaß macht der Film trotzdem wegen einiger Szenen und Momenten, nur eben einen konsequenten und geradlinigen Titel sieht man hier nicht.

Fazit: Überkonstruierter Film mit zu vielen Nebenhandlungen und wenig Fokus auf der Hauptfigur!

Stolen

Will Montgomery (Nicolas Cage) wird aus dem Gefängnis entlassen und von seiner Vergangenheit eingeholt als ein ehemaliger Kollege seine Tochter entführt und das Diebesgut eines alten Raubs einfordert. Zusammen mit seiner (Malin Akerman) muß Will das Geld auf kriminellem Wege besorgen …

Beim Vorspann ließen mich zwei Details kurz wehmütig werden: auch wenn Con Air nie ein guter Film war ist er bei mir mit einer persönlichen Nostalgie gesegnet und somit war es für mich durchaus eine schöne Sache zu sehen daß der dortige Regisseur Simon West und Nicolas Cage nochmal gemeinsam einen Film drehen. Aber natürlich muß man dann gleich die Erwartungshaltung runterdrehen: es ist einer der Cage Thriller die der Mann seit Jahren dreht um die Miete zu zahlen. Allerdings: auf einer langen Liste seiner miesen Titel ist dieser noch einer der klargeht. Ein kleiner, harmloser Thriller über einen Ganoven dessen Tochter entführt wird und die er dann recht aufwendig retten muß. Ein wenig Action, ein paar Sprüche und Cage als solidem Helden, ohne seine üblichen Ausraster – da ist nichts dran verkehrt, aber auch nichts besonders. Deswegen: versuchen kann mans, obs sich trägt … ist jedem selsbt überlassen.

Fazit: Typischer Cage Thriller von der Stange ohne besondere Eigenschaften, aber im Rahmen der Möglichkeiten ganz passabel.

Dying of the Light – Jede Sekunde zählt

Bei CIA-Agent Evan Lake (Nicolas Cage) wird Demenz diagnostiziert wird. Trotzdem versucht er seinem jungen Kollegen Milton Schultz (Anton Yelchin) im Kampf gegen den Terroristen Muhammad Banir (Alexander Karim) beizustehen …

As usual: irgendein günstiges, simples Drehbuch, in dem Falle der Versuch eines Agententhrillers und Nicolas Cage sagt schnell zu da er wieder ein paar Rechnungen zu begleichen hat. Allerdings ist es diesmal auch wirklich eine verbriefte „Altersrolle“ da Cage einen alternden Agenten spielt der an Demenz erkrankt ist und einen Terroristen noch rechtzeitig aus dem Verkehr ziehen will. Die aufgrund der Krankheit auftretenden Ausraster passen dann dabei auch komplett und sehr gut in sein übliches Rollenschema. Dabei hat er einen jugendlichen Kollegen der ihn unterstützt, was man als Zuschauer aber mit einem traurigen Seufzen sieht: es ist der mittlerweile verstorbene Anton Yelchin. Von diesen menschlichen Parts wird man eher abgelenkt so daß man nicht groß auf die Story schaut. Das ist eine völlig austauschbare Agentenkiste vom Reißbrett bei der es schon fast nichts mehr macht daß es Streitigkeiten im Hintergrund gab und sich die Stars vom fertigen Werk distanzierten. Macht echt nichts, Leute: hat keiner gesehen.

Fazit: Bleicher, uninteressanter Thriller, ein typisches Cage Produkt!

Kiss of Death

Ex Betrüger Jimmy Kilmartin (David Caruso) will sein Leben wieder in Ordnung bringen, muß dazu aber einen letzten Job mit Cousin Ronnie (Michael Rapaport) durchziehen. Als der schiefgeht ist Jimmy bereit mit der Polizei zusammen zu arbeiten und sich in die Gang des psychopatischen Little Junior Brown (Nicolas Cage) einzuschleusen …

Dieser Film kam raus zu der Zeit als ich anfing mich für Film tiefer gehend zu interessieren, ihn nochmal 2019 zu schauen weckt schon alleine wegen dem Look, der Musik und der ganzen Machart nostalgische Gefühle bei mir. Darüber hinaus ist die Besetzung natürlich erstklassig wenn man scih ein wenig auskennt: mit Gesichtern wie Samuel L. Jackson, David Caruso, Helen Hunt, Stanley Tucci, Philip Baker Hall, Michael Rapaport und Ving Rhames treten reihenweise Personen auf die in den letzten 25 Jahren zahlreich vertreten waren. Über allem thront aber Nicolas Cage, der als fieser Obergangster mit Babygemüt eine frühe Darstellung seines absoluten Wahnsinns liefert, eine großartige Performance mit gigantischem Overacting. Bei alldem fällt mir die Story an sich nicht großartig weiter auf: es ist ein typischer, kleienr Thriller über einen Normalo der sich in Gangsterdingen verstrickt und einen bitteren Weg gehen muß um sich da rauszuwinden. Das ist keine schlimme, aber auch keine nennenswerte Kiste die mit knapp anderthal Stunden Laufzeit auch erfreulich kurzweilig ausfällt.

Fazit: Kleiner, passabler Thriller der aufgrund der Besetzung viel Spaß macht!

Rating: ★★★☆☆

The Domestics

Die Vereinigten Staaten stehen kurz vor dem Unergang. Daher beschließt die Regierung die Bevölkerung auszulöschen mittels Flugzeugen die Gift abwerfen. Mark (Tyler Hoechlin) und Nina (Kate Bosworth) versuchen mit ihrem Auto zu fliehen und brechen zu einem gefahrvollen Trip auf …

Willkommen in der Endzeit: das ist nichts Neues auf der Leinwand und wird auch hier nicht gerade in neue Dimensionen erhoben, aber trotzdem kann aus solchen Dingen durchaus ein brauchbarer Film entstehen. Im Falle von „The Domestics“ wird ein Endzeitszenario entworfen daß sich Versatzstücke aus „The Purge“ aufgreift und sie mit „Mad Max“ vermischt. So entsteht eine kaputte Welt durch die ein zerstrittenws und auch dem Zuschauer eher unsympathisches Ehepaar fährt und auf diverse Figuren trifft, meist sind es harmlos beginnende Szenen bei denen dann schrittweise die unter der Oberfläche lauernde Bedrohung zu Tage tritt. Das ist kurzweilig spannend, bleibt aber nicht im Kopf. Schade daß die im Grunde gewagte zynische Hintergrundbotschaft so eher undeutlich bleibt.

Fazit: Solider Endzeitthriller der aber an seinen zu bleichen Figuren krankt.

Rating: ★★☆☆☆

Glass

Der gestörte Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) ist noch immer frei weswegen sich David Dunn (Bruce Willis) auf die Suche nach ihm macht. In diese Jagd wird auch Elijah Price alias Mr. Glass (Samuel L. Jackson) verwickelt …

Ein Film den ich schon für seine reine Existenz abfeiere: Shymalan wollte eine Superheldentrilogie deren erster Teil „Unbreakable“ kommerziell und bei den Kritikern floppte. Also schob er fast 15 Jahre später mit „Split“ einen scheinbar eigenständigen Film nach der erst zum Ende hin offenbarte daß er mit der Story von „Unbreakable“ zusammenhängt – und damit standen die Weichen dann frei für diesen hier. Allerdings besteht erhöhte Verwechslungsgefahr: ja, es geht um Superhelden, es geht um Comics und die typischen Dinge wie den Helden, den Schurken, Vorhersehung und einen epischen Showdown. Trotzdem könnte dieser Titel gar nicht weiter entfernt sein von den etablierten Standards. Glass ist ein actionarmer, langsamer und sehr dialoglastiger Film der seine stärke aus einer sich langsam aufbauenden Stimmung zieht und einer Atmosphäre durch die insbesondere der Showdown geradezu berauschend wird. Dabei springt der Film zwischen seinen Hauptfiguren hin und her, setzt keinen gezielt ins Zentrum wobei manchmal auch ein wenig die Geschichte ins Stocken gerät. Das ist aber jammern auf absolut hohem Niveau: Glass ist die absolute Vollendung dieser Trilogie, intelligentes und mitreißendes Fantasykino und insbesondere mit James McAvoys Darstellung auc ganz große Schauspielkunst.

Fazit: Episches Finale einer großartigen Trilogie!

Rating: ★★★★☆

Breaking In

Shaun (Gabrielle Union) fährt mit ihren Kindern Jasmine (Ajiona Alexus) und Glover (Seth Carr) in die Villa des kürzlich verstorbenen Großvaters. Als sich die Familie im Haus befindet taucht eine Gruppe Verbrecher auf, angeführt von Eddie (Billy Burke) die im Haus nach einem Safe suchen. Shaun versucht verzweifelt ihre Familie zu verteidigen …

Nichts ist gefährlicher als eine Mutter die ihre Brut beschützt – Breaking In wirkt so als habe man dieses Sprichwort verfilmen wollen. Dazu mit einem besonderen inhaltlichen Clou: die kämpferische Mutter muß mal nicht aus einer brenzligen Lage ausbrechen, sondern statt dessen den Weg in ein belagertes Haus finden – boa, wie aufregend. Wobei man nicht spotten oder lästern kann, ebenso wenig loben. Der Begriff der den Film am klarsten beschreibt ist soldide. Der Film macht keinen Hehl daraus daß er eine eher kleine Produktion ist, mit routinierten B-Darstellern und geringen Schauwerten, aus den minimalen Optionen kitzelt er aber doch das beste an kurzweiliger Spannung heraus. Kein Film den man unbedingt im Kino schauen mag, als netter Streaming Titel für einen spannenden Fernsehabend ist er sicherlich geeignet.

Fazit: 08/15 Thriller der in allen Belangen solide, aber in keinen Außergewöhnlich auffällt.

Hotel Artemis

Waikiki (Sterling K. Brown) und seine Gang wollen während einer Konfliktsitation der Polizei einen Banküberfall durchziehen, doch der Plan scheitert. So landen seine Leute und er in einem Untergrundkrankenhaus das von Jean Thomas (Jodie Foster) und ihrem Assistenten Everest (Dave Bautista) betrieben wird – und in dem sich reihenweise gefährliche Leute einfinden …

Alte Motive ein wenig aufgefrischt: eigentlich ist dies die bekannte Mär des Unterwelt-Unterschlupfes in dem eine ganze Reihe kaputte und verdorbene Gestalten auflaufen die sich das Leben zur Hölle machen. Hier wird aber noch ein leichtes Science Fiction Element untergeschoben indem das in einer nahen Zukunft spielt – trotzdem erreicht die Nummer dabei keinen Coolness Faktor. Das liegt für mich vor allem am Cast: die meisten Rollen sind von unscheinbaren Darstellern besetzt die keinen richtigen Eindruck machen, dem gegenüebr steht mit Jodie Foster allerdings eine Darsteller-Titanin die den Streifen geradezu trägt und an sich reißt. Deswegen: mit etwas anderen Darstellern hätte der Film sicherlich herausragend werden können, so ist er nett, harmlos und gefällig – aber nicht sehr aussagekräftig.

Fazit: Gutes Konzept, passable Umsetzung und eine bunte Mischung aus Supercast und bleichem Durchschnitt!

Rating: ★★★☆☆