Archiv der Kategorie: Kriegsdrama

Only the Brave

Der Angriff der Japaner auf Pearl Habor im Jahre 1941 verändert für viele japanischstämmige Menschen das Leben in den USA – so werden hundertausende in Lagern internerniert. Junge Männer allerdings die ihre Vaterlandsliebe beweisen wollen dürfen sich zur Armee melden. So wird eine solche Einheit nach Frankreich geschickt und kommt in die kritische Lage ein eingekesseltes USA Regiment befreien zu müssen …

Es ist ziemlich gefühllos und doch ziemlich zutreffend in diesem Falle zu sagen: das Übliche. Aber es stimmt. Der Film ist ein Kriegsfilm der mit sichtlich geringerem Budget entstanden ist, daher kann man zwar knatternde Maschinengewehrsalven ect. erwarten, wer aber fetten Feuerzauber usw. erhofft braucht gar nicht erst loszulegen. Ansonsten ist der Film bemüht die zwei Seiten zu zeigen: einerseits die Soldaten in der Schlacht wie sie sich mühsam und tapfer hindurchkämpfen, andererseits gibt’s permanente Rückblenden die den Hintergrund zeigen, die Familien und vor allem Dialoge die zeigen wie eben die Familie es auffassen dass einer von ihnen ins Gemetzel ziehen muß. Leider ist auf beiden Seiten dramaturgischer Kollateralschaden zu vermelden: trotz des guten Konzepts berühren einen die Schicksale der armen Schweine irgendwie gar nicht, die Kampfsequenzen sind hingegen total finster und unübersichtlich gehalten. Ein schlechter Film ist es definitiv nicht, aber eben auch keiner der sich bemerkenswert ins Gedächtnis einbrennt. Obendrein hat er aber einen wunderschönen Kurzauftritt eines alten Bekannten und mittlerweile verstorbenen zu bieten: Pat Morita alias „Mr. Myagi“ kommt in zwei Szenen kurz ins Bild.

Fazit: Bewegende Momente, aber alles in allem nicht weiter auffälliges Kriegsdrama!
[rating: 3}

Unter Bauern – Retter in der Nacht

Im Westfahlen des Jahres 1943 soll die jüdische Familie Spiegel deportiert werden. Familienvater Menne (Armin Rhode)  sieht nur eine Möglichkeit zur Rettung: er trennt sich von seiner Familie und lässt sich und sie auf dem Land auf zwei Bauernhöfen unter falscher Identität unterbringen. So sind sie zwar in Sicherheit, doch die Trennung voneinander droht sie schlichtweg rasend zu machen …

Man könnte jetzt böse sein und sagen dass der Krieg als Filmthema ausgelutscht ist – aber das ernsthaft zu sagen wäre kriminell daneben. Fakt ist dass es in dieser furchtbaren Zeit so unfassbar viele Einzelschicksale gab die nicht erzählt wurden und die schlimmer sind als alles was man sich vorstellen kann. Mir persönlich ist es lieber wenn solche Themen in einer solchen Form transportiert werden als wenn sie an der heutigen Jugend vorbeiziehen wenn sie dies im Geschichtsbuch überblättern.  Selbst wenn die mir nicht wirklich sympathische Veronica Ferres mitspielt. Und es bewegt einen wirklich, mich besonders eine Szene zum Ende in der eine Nebenfigur einen so unfassbar sinnlosen Tod findet oder am Ende ein paar einfache, naive Kindersätze unerträglich schlimm wirken. Aber auch der restliche Film wirkt sehr realistisch (ich was zum Glück nicht selbst dabei und kann es zum Glück nicht aus eigener Erfahrung bezeichnen) und schildert das harte Leben während dieser schlimmen Zeit. Dabei wird nicht auf plumpe Schockeffekte gesetzt oder falsche Dramatik, sondern alles lebensnah und annehmbar präsentiert. Darum rührt es auch zu tränen wenn am Ende die wahren Personen ins Bild treten.

Fazit: Ein bewegendes Schicksal, mitfühlsam präsentiert und aufgearbeitet!
Rating: ★★★★☆

The Bang Bang Club

Nelson Mandela wird Anfang der 1990 in Südafrika aus dem Gefängnis entlassen. Die Folge sind furchtbare Machtkämpfe zwischen verschiedenen Stämmen. Inmitten dieses blutigen Szenarios sind vier Kriegsfotographen unterwegs: Greg Marinovich (Ryan Phillippe), João Silva (Neels Van Jaarsveld), Kevin Carter (Taylor Kitsch) sowie Ken Oosterbroek (Frank Rautenbach) wollen gute Bilder vom Geschehen machen. Ihr Dilemma ist aber schon bald die Frage wie weit sie dafür gehen wollen …

Die Thematik ist an sich total spannend, der Film überzeugt mich aber kein Stück und kann mich auch nicht für sich gewinnen. Sehr sehr schade da die Story interessant ist und Spannendes mit Action und Dramatik verbinden kann: wenn vier Kriegsreporter im Krisengebiet unterwegs sind nach dem Superfoto ist das spannend, das Kriegsszenario drumherum liefert reihenweise Actionelemente und der spätere Konflikt wenn die Knipser selber sich die moralische Frage stellen wo sie mehr als nur zuschauen dürfen ist auch nicht ohne. Trotzdem hat das Gesamtwerk mich zumindest sehr kalt gelassen – das liegt wohl in erster Linie an den Darstellern aus denen lediglich Ryan Phillippe heraussticht und der Rest drum herum wirkt total austauschbar und langweilig. Schade eigentlich: mit ein paar zugkräftigeren Akteuren hätte der Streifen sicherlich noch einige Pluspunkte ansammeln können.

Fazit: Die Mischung aus Krieg und Drama hat zwar einiges Highlights, fällt für mich aber wegen bleicher Charaktere durch!
Rating: ★★☆☆☆

Sie fürchten weder Tod noch Teufel

Eine schwere Niederlage ereilt den französischen Colonel Pierre Raspeguy (Anthony Quinn) als er die letzten Überlebenden seiner französischen Fallschirmjäger-Einheit aus Vietnam herausführt – was ihn auch sein Kommando kostet. Doch dann winkt ein letzter großer Einsatz in Algier. Zusammen mit seinem ehemaligen Captain Esclavier (Alain Delon) und anderen früheren Kameraden zieht Raspeguy in eine aussichtslose Schlacht …

Es gab mal eine Zeit, da waren Kriegsfilme noch anders – vor allem unblutig. In diesem hier wird zwar permanent geschossen und gestorben, aber wo heutzutage die Order gilt die herausquillenden Gedärme in Großaufnahme zu zeigen fallen hier die getroffenen meist einfach nur um – ich kann mich nicht entsinnen im Film irgendwo Blut gesehen zu haben. Aber mir ist der Film auch sonst irgendwie durchgegangen: die Story eines eiskalten Oberst der aus egoistischen Gründen vorzieht und auch gerne mal die eigenen Leute brutal opfert während ein einigermaßen humaner Mitstreiter erfolglos versucht das Schlimmste zu verhindern hats danach auch noch hier und da gegeben – und meist in Fassungen die mir selber besser lagen. Dies hier ist somit verstaubtes Starkino mit Helden wie Anthony Quinn und Alain Delon – für Liebhaber solcher ollen Dinger ein Fest, mich kann man damit gar nicht mehr locken. Alleine die steinalte Musik … ne, da kommt kein Erschrecken mehr vor dem Kriegsgräuel auf.

Fazit: Altmodischer Kriegsfilm mit nicht wirklich mögenswerten Figuren, laut und aufwendig, aber leider ohne abschreckende Wirkung!
Rating: ★★☆☆☆

Tage des Ruhms

Der junge Berber Said meldet sich 1943 zusammen mit vielen anderen Nordafrikanern freiwillig zum Dienst in der französischen Armee. Er will seinen Beitrag zu leisten um die Kolonialmacht von der Besatzung durch die Deutschen zu befreien. Dabei muß er aber feststellen daß er damit nur zu einer Hilfsgruppe gehört die zwar dem gleichen Risiko ausgeseztt wird, aber in keiner Weise die gleichen Privilegien genießt …

Ich verstehe den Titel des Films nicht so richtig. Was der Film ja wohl sein soll ist eine Anklage und eine Beschreibung der damaligen Sauerei die die französische Regierung hier angerichtet hat: arme, unbeteiligte Algerier mit in ihre Armee berufen die ihr Leben für ein Land geben dass sie nie gesehen haben – aber eben diese Freiwilligen wurden wie der letzte Dreck behandelt. Dieses Dilemma wird angeklagt, ansonsten ein sehr konventioneller Soldatenfilm abgespult in dem alle bekannten Elemente verarbeitet werden: krachende Kriegsszenen (auch wenn das Budget sichtbar geringer war als bei einem amerikanischen Film dieser Art), Kameradschaft, ein wenig Liebe, sterben der bekannten Freunde und zum Ende ein ziemlich grausamer Showdown in dem seelenlos gemordet wird. Kennt man alles, aber es schmerzt und bewegt trotzdem – zumal man nahezu alle Darsteller aus anderen Filmen und vorrangig Komödien kennt und diese hier total anders erlebt.

Fazit: Routiniertes Soldatendrama, gut geespielt und inszeniert, im Gesamten nur etwas schleppend!
3 Punkte

Buffalo Soldiers 44 – Das Wunder von St. Anna

In Italien, während des Herbst es 1944 tobt der Zweite Weltkrieg in der Toskana erreicht wo die deutsche Wehrmacht versucht den Vormarsch der Alliierten aufzuhalten. Die 92. Infanterie-Division der US-Armee versucht, diese Stellung am Serchio Fluss zu durchbrechen, zur Einheit gehören auch die farbigen Soldaten Hector, Stamps, Bishop und Sam. Während eines Angriffs werden sie von ihrer Einheit abgeschnitten und retten einen italienischen Jungen, den sie in ein nahegelegenes Dorf bringen. Dort erleben die zum Ersten Mal Menschlichkeit und Gleichberechtigung …

Voreingenommenheit ist schon ne blöde Sache, war hier aber absolut zugegen: der Film hatte keine Chance bei mir weil er von Spike Lee ist, dem selbsternannten filmischen Bürgerrechtler der sich für die schwarzen im Film einsetzt. Da paßt es ja daß er eine Story auf wahren Fakten beruhend abliefert über ein paar schwarze Soldaten die in Italien im zweiten Weltkrieg einiges erleben. Man muß sich nur eben viel Zeit nehmen für diesen verschwurbelten Film: fette 2 1/2 Stunden dauert er und bei all der Länge ist geradlinigkeit leider nicht wirklich zugegen. Teils in der Gegenwart spielend mit einem ominösen Zwischenfall der erst in der langen Rückblende klar wird spielt der Film auf zwei Ebenen die nicht so wirklich passen. Auch habe ich mich mit den Figuren und einigen etwas breit getretenen Nebenhandlungen aufgehalten, lediglich eine Szene hat sich wahrlich  eingebrannt: die Stelle an der die Nazisoldaten ein ganzes Dorf mit Frauen, Kindern und alten Männern wegmähen ist so furchtbar, das läßt keinen kalt. Der restliche Film indes schon weil Spike Lee wohl sehr bemüht war einen eigenen „Soldat James Ryan“ zu kreeieren. Aber von Spielbergs Meisterwerk ist dieses hier meilen entfernt …
 
Fazit: Überlanges Kriegsepos daß trotz einiger memorabler Momente mehr langweilt als fesselt!
2 Punkte

Green Zone

In Bagdad im März riskiert der US-Army-Offizier Roy Miller (Matt Damon) bei jedem Einsatz mit seinem Team sein Leben – doch die Suche nach Saddams Massenvernichtungswaffen liefert keine Resultae. Miller teilt dies verärgert seinen Vorgesetzten mit, die seine Kritik aber ignorieren. Lediglich der CIA Mann Martin Brown (Brendon Gleeson) nimmt ebenso wie Miller an daß die Dinge im Irak schief laufen. Insbesondere die Informationen vom Pentagon-Beauftragten Clark Poundstone (Greg Kinnear) scheinen stets voller Fehler zu sein …

?Mir gehts langsam auf die Nerven das dieser Film krank und krankhaft versucht sich irgendwie an den populären „Bourne“ Titel anzuhängen? Was soll das? Also gut, zähle auch ich die drei Gründe auf diese Herleitung vielleicht ein wenig zulassen: Punkt 1, Matt Damon spielt die Hauptrolle, einen Soldaten der an seinen Befehlen zweifelt und dann eigenständig gegen die Befugnisse handelt – minimale Bourne Ähnlichkeit, aber nur im Prinzip. Punkt 2, Paul Greengrass inszenierte den zweiten und dritten „Bourne“ Teil, das ist ne gute Referenz, aber kein Grund zu glauben daß jeder weitere Film jetzt auch so wird. Und drittens, ebenso wie die letzten beiden Bourne Folgen benutzt dieser Film sehr gerne die Hand und Wackelkamera, um so ein authentischeres Erleben zu vermitteln. Das wars aber auch. Leider in doppeltem Sinne. Irgendwie hat mir bei alledem komplett die Konzentration gefehlt, ich konnte mich auf den Film nicht so richtig einlassen und hab mich darum ähnlich wie die Soldaten im Gefecht etwas sinnlos in der Story verrannt. Alelrdings hat der Film so ja keine überraschende Pointe zu bieten, leider (in doppelter Hinsicht): ein Soldat bekommt den Eindruck daß der Irak doch keine Massenvernichtungswaffen hat und die ganze diesbezügliche Schlacht daher für den Arsch ist und bekommt diese Tatsache (die wir aus den Nachrichten kennen) bestätigt. Leider zeichnet sich das alles zwar durch solide Darsteller und inszenierung aus, aber punktet zu keiner Zeit so solide daß der Film irgendeine Chance an der Kinokasse hat. Schade eigentlich, denn auch wenns „Kriegsaction“ ist die ja eigentlich zur Befriedigung des Zuschauers da ist funktioniert das ganz gut, das Tempo ist rasant und Matt Damon ein Held mit Seele und Tiefe. Wer auf Politthriller steht und Kriegsfilme mag und den Inszenierungsstil der „Bourne“ Filme gut fand macht hier nichts verkehrt.

Fazit: Brisante Story mit bekanntem Ausgang, trotz toller Inszenierung und Darstellern aber eher unterkühlt und nur wenig mitreissend!
Rating: ★★★☆☆

Max Manus

Max Manus (Aksel Hennie) muß während des zweiten Weltkrieges hilflos mit ansehen wie sich Nazisoldaten in Norwegen ausbreiten. Max kann jedoch entkommen und flieht nach Schottland wo er sich militärisch ausbilden läßt. Wieder zurück in Norwegen schließt er sich einer Wiederstandstruppe an und begeht gezielte und erfolgreiche Terrorakte gegen die Nazis. Die schicken den eiskalten Gestapo-Offizier Fehmer (Ken Duken) los der gegen Max Gruppe einen brutalen Vergeltungsschlag führt …

In so ziemlich jeder Landeshistorie gibt es die nationalen Volkshelden. Das Dumme dabei ist oftmals nur: außerhalb des Landes kennt man sie nicht. Ich gebe zu: bis zu diesem Film hatte ich noch nie von einem Max Manus gehört noch von dem was er gemacht hat. Daher kann ich auch nicht kommentieren in wieweit der Film die Realität wiedergibt und was vielleicht ergänzt oder beschönigt wurde. Aber, nur am Film gemessen war Max Manus ein außergewöhnlicher Kerl der bis an die Grenzen ging um sein Land vor dem Naziterror zu bewahren. Und ebenso großartig wie Manus im Film gezeigt wird ist der Film: man muß bedenken dass dies kein Film aus Amerika ist und daher das technische Level etwas niedrig liegt – trotzdem ist der Film ein episches Kriegsdrama mit aufwendiger Kriegsaction und großen Schauplätzen, also wahrlich großes Kino. Trotzdem stehen die Menschen im Vordergrund die sich hier durch eine schlimme Zeit leiden und die mehr als einmal sehr bitter für das was sie tun bezahlen. Der Film liefert ein episches Kriegsdrama das keine Scheu vor den Big-Budget Produktionen aus Übersee haben muss, ein schmerzliches Drama und im kleinen ein hervorragend gespieltes Epos. Ein großartiger Beleg europäischen Filmschaffens!

Fazit: Heldengesang auf einen tapferen Mann in einem furchtbaren Kriegsfilm mit zuweilen epischer Größe!
Rating: ★★★★☆

Defiance – Unbeugsam

Im Jahre 1941 ermordet das Nazi-Regime die Juden in Osteuropa zu Tausenden. Die Brüder Tuvia (Daniel Craig), Asael (Jamie Bell) und Zus Bielski (Liev Schreiber) können dem Massaker entkommen und verstecken sich im Wald, den sie seit ihrer Kindheit kennen. Sie beginnen einen aussichtlosen Kampf gegen die Nazis, um am Leben zu bleiben. Mit weiteren Flüchtlingen bauen sie in der Wildnis eine kleine Gemeisnchaft auf und gründen mit russischen Widerstandskämpfern eine Partisaneneinheit …

Heldenverehrung die nächste – oder so was ähnliches zumindest. Der Film verbeugt sich vor ein paar Männern die in einer grausamen, schlimmen Zeit Mut bewiesen haben und viele Menschen retteten – wenngleich sie dabei auch zu Mördern wurden und zu drastischen Mitteln griffen. Fällt mir, einem heutigen Wohlstandsmenschen, aber auch verdammt leicht sowas zu sagen. Immerhin zeigt der Film kein einfaches Schwarz / Weiß Bild sondern schon das gesamte Bild. Und es zeigt daß Daniel Craig zwar Bond ist, aber ebens sehr in einer anderen Rolle als eine andere Figur zu agieren und zu überzeugen weiß. Ansonsten hinterläßt der Film das Gefühl von Panik und Abscheu, aufgrund der permanent gezeigten Greuel – und das ein Kriegsfilm eine solche Wirkung hat ist mitunter das wichtigste.

Fazit: Kriegsgreuel in harter Dosis und menschliche Helden die über sich hinauswachsen – tragisch und bewegend!

Rating: ★★★☆☆

Inglorius Basterds

Unter Führung des eiskalten Rednecks Aldo Raine (Brad Pitt) ziehen während des zweiten Weltkrieges die „Basterds“ nach Frankreich –  eine dreckige kleine Spezialeinheit die nichts anderes tut als Nazis mit grausamsten Mitteln zu töten. Dann jedoch bietet sich eine unglaubliche Chance: im Kino von Shossana (Melanie Laurant) soll ein neuer Nazi-Propagandafilm uraufgeführt werden und Hitler selbst wie sein gesamter Führungsstab werden die Premiere aufsuchen. Während die Basterds einen Angriff auf das Kino planen hat Shosanna eigene Pläne – insbesondere den brutalen SS Oberst Landa (Christoph Walz) betreffend …

Ich hab schon lange keinen Film mehr erlebt der so sehr vom Trailer „verzerrt“ wurde – die Vorschau läßt dies als zynisches Metzefilmchen mit hohem Humoranteil erscheinen in dem ein paar verwegene Hunde reihenweise Nazis abmurksen und Brad Pitt zwischendurch das ganze mit schrägen Sprüchen auflockert. Aber, überspitzt gesagt: der Film ist 150 Minuten lang und von denen wird 148 Minuten nur geredet. Die Actionszenen sind kurz und knapp wie sie eben im Trailer vorkommen und abgesehen davon setzt der gute Quentin auf seine größte Stärke: das gesprochene Wort. Er präsentiert unendlich lange Gespräche, sauber durchkomponiert bis auf die letzte Zeile wobei man eben schon den Sinn und die Geduld dafür haben muß – zumal der Rest eher dürftig ist. Die Story bzw. die zwei nebeneinander laufenden Mordpläne an Hitler sind dünn und der Film ist nicht so eine große Brad Pitt Show wies angekündigt wird – kommt nämlich vor daß er auch mal für ne Dreiviertelstunde garnicht vorkommt. Dafür ist Tarantino nach dem Vorsatz losgezogen daß die entsprechenden Nationalitäten auch von entsprechenden Landsmännern gespielt werden – was bedeutet daß wirklich die gesamte deutsche Filmlandschaft vertreten ist: Gedeon Burkhardt, Daniel Brühl, Til Schweiger (in einer erschreckend kurzen Rolle), Diane Kruger, Zack (ja, dieser Comedy-Depp von Sat.1!!!), Jana Pallaske, Christian Berken und sogar Bela B. Von den Ärzten sind in kleinen oder großen Rollen dabei. Über allem thront aber Christoph Walz als durchgeknallter SS Oberst der mit unglaublicher Spielfreude eines der scheußlichsten Leinwandmonster aller zeiten sicherlich oscarreif verkörpert. Tarantino Freaks könnten sich hier durhcaus vor den Kopf gestoßen fühlen – aber es ist eben ein Film wie ihn eben nur der Meister machen kann – wer sonst würde sich dieses Ende ausdenken bei dem jeder Historiker einen Herzkasper kriegen dürfte!

Fazit: Tarantinos bislang sperrigster Film der auf epische Dialoge und grandiose Schauspielleistungen und kaum auf Action setzt!
Rating: ★★★★☆