Archiv der Kategorie: Drama

Jackie

Jacqueline „Jackie“ Kennedy (Natalie Portman) wird zur First Lady als ihr Mann John F. Kennedy (Caspar Phillipson) das Präsidentenamt antritt. Ihre Welt gerät aus den FUgen als John bei einem Attentat brutal erschossen wird – und Jackie alle Mühe hat die Form und Haltung zu bewahren …

Das haben historische Rollen halt so an sich: sie bieten oft die Chance für wirkliche hohe Schauspielkunst an die Darsteller, aber mitunter einen geringen Unterhaltungswert. So ist auch dieser Film eine relativ zusammengeschnittene Menge an Szenen mit ständigen Zeitsprüngen die einfach ganz markante und wesentliche Momente anbringt: Jackie wie sie den Anschlag erlebt, wie sie neben dem Sarg ihres Mannes im Flugzeug sitzt, wie sie ihren Kindern die schlimme Nachricht überbringt oder wie sie nach dem Attentat ins Badezimmer geht und sich das Blut abduscht. Bei all dem ist Natalie Portman geradezu in ihrem Element – wie so oft in solchen Fällen ist das drumherum dann zwar historisch glaubwürdig akkurat gehalten, aber eben einfach nur eine Abfolge von Momenten. Man kann es je nachdem schaffen sich von Portman so gefangen nehmen zu lassen daß man die seelische Leidenstour die ihre Figur durchleiden muß erahnen kann, ich kann aber auch verstehen wenn man diesen Film als pure Langeweile abtut.

Fazit: Groß gespielte Darstellung furchtbarer historischer Momente!
Rating: ★★★☆☆

Monsieur Pierre geht online

Der ruppige Rentner Pierre (Pierre Richard) bekommt vom mittelosen Schriftsteller Alex (Yaniss Lespert) Nachhilfe in der Bedienung eines Computers. So erlertPierre recht schnell die Bedienung einer Dating Seite und arrangiert ein erstes Treffen. Da er aber mit dem Alter gelogen hat muß Alex für ihn einspringen …

Ich mag den Titel des Films: der gibt nämlich nicht gleich den ganzen Film vorweg sondern wirklich nur das was in den ersten paar Minuten passiert: ein alter Mann lernt die Bedienung des Internets und geht online. Die Folgen die dann daraus entstehen sind anders als man es erwarten würde. Ich hätte eine alberne Comedy erwartet bei denen eben all die Begriffe die einem Internetbenutzer geläufig sind duch den unerfahren alten Mann veralbert werden. Statt dessen geht es mehr darum daß der alte Mann online jemanden findet und in alter Weise umgarnt und dann einen jungen Mann als sein Abbild dahin schickt. Das hätte viel chaotischer, hysterischer und überzogener ausfallen können, bleibt aber auf merkwürdige Weise ruhig und leise. Es geht um Sehnsucht, Vergangenheitsbewältigung und den verzweifelten Versuch sich etwas neues aufzubauen. Daraus entstehen diverse Beziehungsverwicklungen und einige Slapstickmomente die aber mitunter in pure Peinlichkeit ausarten. Größter Knackpunkt sind für mich aber die weiteren FIguren: Pierre Richard als grantiger alter Kerl macht seinen Part sehr gut, all die anderen Figuren (insbesondere die männliche Hauptfigur die er sich als als Lehrer engagiert) sind recht uninteressant, unbedeutend und charismaarm. So geht der Film letztlich in Ordnung und es tut auch gut auf albernen und cholerischen Humor zu verzichten – als Film den man unbedingt im Kino gesehen haben muß sehe ich die Nummer aber nicht.

Fazit: Überraschend leise und angemessen ruhig, leider mit sehr bleichen Nebenfiguren!
Rating: ★★★☆☆

Manchester by the Sea

Der Handwerker Lee Chandler (Casey Affleck) erhält die Nachricht daß sein Bruder Joe (Kyle Chandler) verstorben ist und er sich um dessen Sohn Patrick (Lucas Hedges) kümmern soll. So verschlägt es ihn zurück in die Hafenstadt Manchester. Nicht zuletzt durch das Widersehen mit seiner Ex-Frau Randi (Michelle Williams) wird es für Chandler eine schmerzhafte Heimkehr …

Bei solchen Filmen werde ich im Kern immer ein wenig mißtrauisch: ein kaputter Kerl mit schlimmer Vergangenheit kehrt in seine einstige Umgebung zurück und muß sich diversen emotionalen Problemen stellen, all das gefasst in eine überragende Darstellung. Ich möchte einen solchen Film würdigen wie er es auch verdient, trotzdem kann ich ihm nur die Achtung entgegenbringen zu der ich fähig bin. Im vorliegenden Fall würde ich sagen: ich bin im Stande den Film zu respektieren. Casey Afflecks Figur ist wirklich eine arme Sau der schlimmes passiert ist und dem man abnimmt daß er ein mächtiges emotionales Gepäck geschultert hat und Affleck spielt diese wandelnde Wunde mit intensiver Wirkung. Ansonsten kriegt man die übliche Zusammenstellung von Familiendramen geboten die zwar alle so schonmal da waren, hier aber auf bewegende und ergreifende Form neu zusammengeschustert wurden. Das ergibt am Ende einen sehr bewegenden und berührenden Film für den man sich allerdings viel Zeit nehmen muß und der trotz minimalem leisen Humor kein wirklicher Spaß ist. Für Liebhaber solcher Titel ists aber sicherlich ein Fest.

Fazit: Großes Schauspielerkino und bitteres Familiendrama!
Rating: ★★★☆☆

Florence Foster Jenkins

Im Jahre 1944 fühlt sich die Millionärin Florence Foster Jenkins (Meryl Streep) zur Opernsängerin berufen und beginnt mit Auftritten neben dem Pianisten Cosmé McMoon (Simon Helberg). Dabei entgeht Jenkins daß sie eigentlich gar kein Talent hat und niemand es ihr so sagt – auch nicht ihr Ehemann St. Clair Bayfield (Hugh Grant) …

Bei diesem Film war ich mir von Anfang sicher daß ich ihn entsetzlich hassen würde – die Geschichte einer eitlen, selbstverliebten Frau die nicht singen kann, aber eben dies in einer falschen Wahrnehmung glaubt und ihre Umwelt mit ihrem Gegröle plagt klang für mich wie ein ultimativer Alptraum. Trotz der tollen Besetzung bei der mein persönlich interessantestes Ding allerdings Simon Helberg war und sein Versuch sich über seine Darstellung bei „The Big Bang Theory“ hinaus zu entwickeln. Aber dann überraschte mich der Film doch: er gibt seine freakige Hauptfigur zu keiner Zeit der Lächerlichkeit preis sondern überrascht mit leiser Komik und einem fast sensiblen Annähern an die recht naive Gestalt. Meryl Streep gibt eine weitere großartige Darstellung wobei daneben Hugh Grant ebenso brilliert da er mal wirklich einen Charakter richtig spielt und nicht nur den gelangweilten Playboy. Zusammen mit dem Umstand daß der Film auf einem wahren Fall beruht und der sehr liebevollen Darstellung der damaligen Zeit ergibt dies einen feinen, nicht wirklich leisen, aber mögenswerten Film.

Fazit: Sensible Geschichte, leise und gefühlvoll präsentiert!

Rating: ★★★★☆

Die Erfindung der Wahrheit

Die eiskalte Polit-Strategin Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) soll für die mächtige Waffenlobby der Vereinigten Staaten dafür sorgen daß ein neues Waffengesetz nicht verabschiedet wird. Sie wechselt jedoch überraschend die Kanzlei und arbeitet für die Konkurrenz. So geht sie einen überaus gefährlichen Weg der sie gleichermaßen privat wie beruflich vor hohe Opfer stellen kann …

Ich gebe immer gerne zu wenn mich ein Film überfordert und das war in diesem Falle eindeutig so. Ich bin kein großer Kenner und Experte der amerikanischen Politik und den Strukturen die dort ein GEsetztesentwurf durchlaufen muß und genau darum geht es. Das bedeutet daß man einen Film zu sehen bekommt in dem 130 Minuten Menschen herumlaufen und in Räumen herumsitzen und reden – es gibt keine Actionparts oder sonstiges auflockerndes. Nur endlos lange geschliffene Dialoge, Tricks und politische Winkelzüge bei denen man so garnicht so direkt verstehen kann warum diese eine Figu jetzt genau das tut und was es bei der anderen bewirkt. Das habe ich nach kurzer ZEit begriffen, also daß ich in die richtige thematische Tiefe nicht ausreichend herinkomme. Damit ist der FIlm für mich aber nicht verloren, sondern ich kann mich an dem erfreuen was ihn ebenso ausmacht. Jessica Chastain. Die oscarnominierte Darstellerin gibt eine so faszinierende Darstellung als menschlicher Kühlschrank, als fast emotionsloes Biest daß sie einen geradezu in den Bahn zieht. Daher bleibt eine große Faszination erhalten, selbst wenn man inhaltlich aus der Strecke bleibt – einen Blick ists definitiv wert

Fazt: Überlanger Dialogfilm mit hochkomplexem Aufbau, darstellerisch jedoch mitreißend und packend!

Rating: ★★★★☆

The Dinner

Geschichtslehrer Paul (Steve Coogan) und seine Frau Claire (Laura Linney) treffen sich zum luxuriösen Essen mit seinem Bruder Stan (Richard Gere) und seiner Schwägerin Katelyn (Rebecca Hall). Der Anlaß ist allerdings dramatisch: die Kinder der Paare haben ein schlimmes Verbrechen begangen und nun muß geklärt werden ob die Eltern sie dafür an die Justiz übergeben wollen oder nicht …

Die Grundkonstellation fand ich super: vier Figuren, auch von guten Darstellern verkörpert, treffen zu einem Essen zusammen welches zunächst zivilisert abläuft und vermutlich in furchtbare seelische Abgründe zum Ende hin abdriftet. Ich habe zumindest kein Problem damit ein Quasi Theaterstück auf der Bühne zu schauen. Aber der Film will ganz woanders hin: er liefert mittels Rückblenden ausgiebige Darstellungen der seelischen Abgründe und Motivationen der vier. Auch das ist eigentlich kein schlechter dramaturgischer Schritt, hat dann aber leider den Nachteil daß er sich restlos in den Nebenstorys verliert. Und schon ist man mitunter zwanzig Minuten vom eigentlichen Essen weg und kriegt stattdessen einen Vortrag über amerikanische Geschichte oder eine Dokumentation einer seelischen Erkrankung. Wenngleich es großartige Darsteller sind die sich hier in manchen Momenten mit echter Power und Energie beharken stellt sich dabei einfach kein wirkliches Interesse ein, Mitgefühl für die Hauptfiguren ist eh nicht eingeplant und das unklare Ende verstört zusätzlich. Schade eben da die Grundliegende Frage spannend und die Motivationen der Figuren in genauem Gegenteil zum richtigen stehen, aber es ist eine einzige Tortur diesen Film zu schauen der bei einer Lauflänge von 120 Minuten sich anfühlt wie drei.

Fazit: Eine bleischwere Ladung die sich in NebenpartRating: ★★☆☆☆

Little Men

Schauspieler Brian Jardine (Greg Kinnear) und seine Frau Kathy (Jennifer Ehle) erben ein Haus von Brians verstorbenem Vater in Brooklyn in das sie schnell einziehen. Ihr Sohn Jake (Theo Taplitz) freundet sich schnell mit Nachbarsjungen Tony (Michael Barbieri) an. Als sich ihre Elternbeginnen zu streiten planen Tony und Jake helfend einzugreifen …

Wer mich kennt weiß: sobald es nach Ney York geht in filmischer Form bin ich sehr gerne dabei. Einfach weil ich die Stadt liebe und alle Arten Film die sie aufgreifen und darstellen. So auch diesen hier der mal wieder ein Indie Picture darstellt. Leider eins daß scheinbar für den deutschen Markt nicht synchronisiert wurde und daher nur in englischer Fassung mit Untertitel vorlag, zumindest wurde er mir so von amazon geliefert. Leider macht es bei meinen überschaubaren Englischfähigkeiten nur bedingt Sinn sich sowas dann anzuschauen, aber es gehtg klar: hier wird die Geschichte einer Freundschaft erzählt und eben den Kontrast wie such die Porbleme der Erwachsenen auf das Verhältnis der Kinder auswirkt. Das eben in recht schönen New Yorer Aufnahmen die die Stadt wunderbar einfachen. Die Story an sich ist sensibel, die Darsteller frisch und unverbraucht. Trotzdem hat mich der Film nur in Maßen gepackt: irgendwie bleiben mir die Figuren etwas fremd und erreichen mich nicht richtig. Aber das ist ganz individuell bei mir – jedem der Indie Filme mag empfehle ich einen Blick.

Fazit: Sensibles Drama mit schönem New York Blick, aber irgendwie distanziert wirkenden Figuren.

Rating: ★★★☆☆

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Die High-School Schülerin Samantha Kingston (Zoey Deutch) stirbt bei einem Unfall mit drei Freundinnen – und erwacht am näcshten Tag erneut am Morgen des besagten Tages. Sie durchlebt jenen Tag wieder und wieder und sucht nach möglichkeiten die KAtastrophe zu verändern. Erst langsam wird ihr bewußt daß es einen anderen ausweg gibt …
Im Grunde sind Zeitschleifen Filme ein eigenes Genre: eine Figur erlebt einen Tag oder ein Ereignis wieder und wieder und wieder. Der prominenteste Vertretet ist sicherlich „und täglich grüßt das Murmeltier“; aber schaut man sich Titel wie „Edge of Tomorrow“, „If only“ oder „12:01“ an sieht man schon daß man das Grundkonzept für verschiedene Filme und auch Genres taugt. Auch dieser hier fällt uinerwartet ernsthaft und sensibel aus, was wohl durch seine Herkunft begrtündet ist; es ist nämlich die Verfilmung eines Jugendbuches. Und es ist kein „mach alles richtig, dann wird alles besser“ Ding: ein junges Mädchens tirbt bei einem Unfall und erlebt ihren letzten Tag wieder und wieder und wieder – und erkennt dabei die zahlreichen Kleinigkeiten die ihr sonst entgangen sind, vor allem kleine Momente in denen sie SItuationen aus einer anderen PErspektive erfährt. Klar kommen dabei bekannte dramaturgische Effekte zum Einsatz und natürlich sind die Botschaften recht einfach (behandel jeden mit Respekt ect.) aber wenn sie wie hier so sensibel und einfühlsam vermittel werden und von so guten Darstellern getragen sind funktioniert das Ganze enorm gut. Ich wüßte keine wirkliche Zielgruppe für einen soclhen bzw. für gerade diesen Titel, lege ihn abre jedem ans HErz der es mag wenn seine Gedanken nach dem anschauen noch ein wenig in der Filmthematik verbleiben. Auch wenn das Ende relativ unbefriedigend daher kommt.

Fazit: Zwar absurde Story, aber sensibel und sehr einfühlsam vermittelt!

Rating: ★★★★☆

Das Ende ist erst der Anfang

Die Privatermittler Gilou (Bouli Lanners) und Cochise (Albert Dupontel) fahren durch die belgische Landschaft und sind auf der Suche nach einem Handy welches belastendes Material enthält. Dieses befindet sich in den Händen von Esther (Aurore Broutin) und Willy (David Murgia) die glauben noch etwas erledigen zu müssen bevor die Welt untergeht …

Als regelmäßiger Besucher von Sneak Previews ist es schon hart wenn ich einen Film als die bislang übelste Sneak Erfahrung bezeichne, aber dieser hier verdient es. Ich nahm es als Beleg daß während des Films gut das halbe Publikum aufstand und rausging, da wurde mir klar daß ich wohl nicht der Einzige war mit einem gewissen Problem mit diesem Machwerk. Wobei meine größte Schwierigkeit das Wetter war: der Film ist bei permanenter Bewölkung gefilmt, es sieht in jeder Einstellung grau, düster und hässlich aus. Die Herangehensweise eine Handvoll Personen zu zeigen und erst langsam zu enthüllen wer sie sind und in welcher Verbindung zueinander sie stehen find ich nicht grundlegend verkehrt, funktioniert hier aber ebensowenig: zum einen sind die Figuren meist unsympathisch und austauschbar, zum andern haben sie so wenig Charme und Charisma wie der restliche Film. Und die Verwicklungen die ihnen auferlegt werden wirken wie aus Versatzstücken von anderen Filmen abgeschrieben. Außer ein oder zwei netten Szenen am Ende stimmt hier wirklich garnichts – und es ist zu erwarten daß der Film an jedwedem Publikum unbemerkt vorbeiläuft.

Fazit: Bei der kruden Road-Movie Ballade stimmt einfach nichts!
Rating: ★☆☆☆☆

 

Sieben Minuten nach Mitternacht

Conor (Lewis MacDougall) lebt in England mit seiner Mutte rund ist sowohl privat wie auch in de Schule geschlagen: ein bösartiger Schläer bedrängt ihn beständig und seine Mutter liegt in den letzten Zügen einer schlimmen Krankheit. EInes nachts erwacht vor Conors Fenster um sieben Minuten nach Mitternacht ein merkwürdiges Baumwesen (Liam Neeson) zum Leben und beginnt ihm GEschichten zu erzählen die Conor helfen sollen …

Einer der Fälle wo Trailer und Film stimmig ineinander gehen: der Film ist wirklich so wie es die Vorschau vermittelt, gleichermaßen haut der Film keine entscheidenden Wendngen oder Spoiler raus. Wobei der Film ohnehin recht poltarm bleibt: eigentlich wird nur ein kleiner Junge ins Zentrum gestellt, dessen furchtbares Leben und Umfeld ausgeführt und dann geht der Film auf eine emotionale Reise durch das Seelenleben des Jungen sowie eines furchtbaren Abschiedsprozesses. Die Actionszenen sind dabei zwar von Transformers Größe, erfüllen aber einen gänzlich anderen Sinn und der Film rangiert in einer ständigen Grauszone zwischen Drama und Fantasy. Dabei muß man sich klar machen: dies ist zwar die Verflimung eines Jugenbuches, aber dennoch ein anspruchsvoller und bitterer Streifen der keinen Spaß macht, sondern zu Herzen geht und belastet. Mit einer grandiosen Besetzung und hoher emotionaler Wucht bietet der Film so eniges für denjenigen der sich drauf einlassen kann.

Fazit: Bewegendes Drama mit visueller Brillianz und hohen emotionalen Anteilen!
Rating: ★★★★☆