Archiv der Kategorie: Drama

Was wir wollten

Alice (Lavinia Wilson) und Niklas (Elyas M’Barek) leiden in ihrer Beziehung darunter daß sie kein Kid bekommen können. Bei einem Urlaub hoffen sie neuen Mut fassen zu können- doch ihre Bekanntschaft zu einer anderen Familie droht viele Wunden aufzureißen …

Der Titel sollte wohl eher „Was wir wollen“ lauten da dieser Film ins Rennen gehen wird um einen Auslandsoscar im Jahre 2021 – das kann nicht jeder Titel von sich behaupten der einfach mal so im Programm von Netflix aufploppt. Es wird spannend sein zu sehen ob er sich dort hervortun kann, da er eigentlich kein sehr angenehmer Titel ist. Er hat für mich keine Handlung oder einen Plot, er schildert einfach eine Situation, nämlich daß sich bei einem Ehepaar der Kinderwunsch nicht einstellt. Das ist eine schlimme Lage und die Flucht in einen Urlaub erwist sich als neuer Stressbringer da sie dort auf eine Familie treffen die alle verkörpert was ihnen zu fehlen scheint. Viel passiert bei alledem nicht, aber es ist eine überaus genaue Beobachtung von typischen Alltagsmomenten die sich aus der unangenehmen Lage entwickeln. Meist leiste, oftmals ohne Vorkommnisse, aber dennoch mit bitterer Emotion und tollem Schauspiel. Eine Lösung bietet der Film in de Sinne auch nicht an, aber das ist seine Stärke. Ich kann verstehen wenn man dies fade und langweilig findet, wer mit der Thematik aber Berührungspunkte hat erkennt vielleicht vieles wieder.

 

Fazit: Ereignisfrei und trist, aber sehr lebensnah und hochgradig unangenehm!

Rating: ★★★★☆

The King of Staten Island

Scott (Pete Davidson) verlor seinen Vater im Alter von sieben und gammelt bis in seine zwanziger vor sich hin. Als seine Mutter (Marisa Tomei) aber eine Beziehung zu Feuerwehrmann Ray (Bill Burr) beginnt muß sich Scott seinen Emotionen stellen …

Realität trifft Fiktion. Der Komiker Pete Davidson (der mir übrigens gänzlich unbekannt ist) spielt die Hauptrolle eines jungen Nichtsnutzes der gezwungen ist sich mit den emotionalen Altlasten der Vergangenheit zu beschäftigen und die neuen Lebensumstände seiner Mutter zu akzeptieren. Dies alles ist wohl eine Aufarbeitung von Davidsons wahrem Leben mit fiktionalem Einschlag. Worin der besteht kann man so nicht sagen. Für sich alleine genommen fühlte sich der Film aber durchweg wie ein Indie Streifen an und hatte für mich eigentlich keine Geschichte. Er beobachtet einfach seine Hauptfigur wie sie im Alltag und mit den Menschen um sich herum umgeht, sich mal echt toll und oftmals echt furchtbar verhält. Die Wirkung war allerdings daß alle Charaktere nicht eindeutig gut oder böse sind, aber voll ausgefleischt und lebensecht daherkommen und obwohl keine großen Ereignisse anstehen macht es Spaß hinter die Fassaden der Figuren zu schauen. Einige Male überrascht was man da sieht.

Fazit: Eigensinniger Film der etwas lang, aber durchweg lebensecht daherkommt!

Rating: ★★★★☆

Betty und ihre Schwestern

Mutter March (Susan Sarandon) hält das Zuhause und ihre vier Töchter zusammen während ihr Mann im Krieg kämpft. sich Zuhause um ihre vier Töchter kümmert. Meg (Trini Alvarado) öchte sich auf einem ball groß präsentieren, Jo plant eine Karriere als Schriftstellerin, Betty beginnt langsam zu erkranken und Amy (Kirsten Dunst) träumt von der Ehe …

Der Film bekommt bei mir wohl nie faire Umstände: ich sah ihn als Teenager im Jahre 1994 im Kino und konnte nicht viel damit anfangen. Nun sah ich ihn 26 Jahre später erneut, allerdings mit dem Eindruck der Neuauflage im Hinterkopf und tat nichts anderes als zu vergleichen, obendrein macht es einen (unsachlichen) Spaß die Darsteller anzusehen die dort in jung auftreten und heute natürlich ganz anders präsent sind: Darsteller wie Christian Bale, Kirsten Dunst und Claire Danes. Außerdem wurde dies damals als Starvehiel für Winona Ryder konzipiert, ist im eigentlichen Sinne aber ein Ensemblefilm über eine Familie mit vier Töchtern die einige schwere Jahre zusammen durchleben und dabei auch sehr innige, verspielte Momente in ihrem Zimmer haben. So ist auch der Ton: verspielt, altmodisch, romantisch, mitunter lustig oder aber zu Herzen gehend. Ich kann jeden verstehen der dies als Edelkitsch abtut, aber auch diese die ihn jährlich zu Weihnachten schauen.

Fazit: Altmodisches Darstellerkino mit Charme und Gefühl!

Rating: ★★★★☆

Wild Rose

Rose-Lynn Harlan (Jessie Buckley) kommt aus dem Gefängnis und möchte endlich den Durchbruch als Country-Sängerin schaffen – auch um mit ihren Kindern endlich aus Glasgow rauszukommen. Der Weg führt über eine Bar bis hin zu einer reichen Familie bei der Susannah (Sophie Okonedo), Rose-Lynns Talent bemerkt …

Nix falsch dran, aber auch nichts überraschendes. Eine junge Frau die ihren Erfolgsweg verfolgt, in dem Fall ist es die Liebe zur Countrymusik, der Wunsch auf der Bühne zu bestehen und eine Reise in die USA zu schaffen. Dabei wird ihr ungewollt und überraschend eine Arbeitgeberin zur Verbündeten und Freundin. Das besondere Element ist daß die Hauptfigur zwar gutmütig, aber dennoch etwas kratzbürtig und eigen erscheint und auch einige Fehler im Laufe der Handlung begeht. Dies wirkt aber sehr menschlich, ebenso wie die großartigen Szenen in denen es um die knifflige Beziehung zu ihrer Mutter geht. Für Freunde von kleinen sensiblen Dramafilmen definitiv einen Blick wert.

Fazit: Schlichte Story, aber diese mit viel Gefühl geliefert.

Rating: ★★★☆☆

The Trial of the Chicago 7

Im Chicago des Jahres 1968 kommt es zu zunächst friedlichen Demonstrationen die schlie0lich in Krawall ausarten. Sieben Beteiligte werden festgenommen, als Schuldige dargestellt und müssen durch einen monatelangen Gerichtsalptraum …

Man kann am Namen des Regisseurs  ableiten was man hier zu erwarten hat: der Film ist von Aaron Sorkin, von dem ach Serien wie „West Wing“ oder „Newsroom“ stammen und Filme wie „Mollys Game“. Sorkin hat ein Talent dafür komplexe Sachverhalte in unterhaltsame Filme zu packen und im weitersten Sinne auch sehr verständlich zu machen. Allerdings sind dabei die Schauwerte nicht hoch, sie bestehen eigentlich immer Aus Personen, meist Anzugträger, die in Räumen sitzen und reden. Da dies ein gerichtsfilm ist sieht das hier nicht anders aus. Der Film folgt einem aufwendigen Gerichtsprozess und beleuchtet mit Rückblenden die Ereignisse auf welche die Verhandlung sich bezieht. Man muß wohl der Typ für Gerichtsfilme sein da ich auch gut verstehen kann wenn man diese Sparte eher langweilig findet.  Beim vorliegenden hat man einige prominente Gesichter in langen Verhandlungsszenen sowie vereinzelte kleine Lacher die aber nicht wirklich komödiantisch gemeint sind, sondern durch das ungehobelte Auftreten von Sacha Baron Coen Figur kommt. Wenn man sich in die Thematik reinfinden kann dürften diese knapp zwei Stunden wie im Flug vergehen.

Fazit: Sperrige Geschichte in unverkrampfter Form präsentiert!

Rating: ★★★★☆

Adaptation

Drehbuchschreiber Charlie Kaufmann (Nicolas Cage) hat zwar mit „Being John Malkovich“ einen Hit geschaffen, leidet aber unter einer Schreibblockade und mangelhaftem Selbstvertrauen. Als er ein Buch namens „Der Orchideendieb“ adaptieren soll beginnt er mit seinem Bruder Donald (Nicolas Cage) der Autorin nachzuspionieren …

Ich bin vor 18 Jahren mit großer Neugier und Vorfreude an diesen Film herangegangen, was wohl in erster Linie an Nicolas Cage in einer Doppelrolle gelegen hat. Damals war ich vom Film vollkommen enttäuscht, nun habe ich es mit einer zweiten Runde versucht und mein Urteil fällt zwar milder aus, aber immer noch nicht wirklich gut. Es werden hier interessante Themen verarbeitet: eine bizarre Lebensgeschichte eines Rauhbeins, eine im Leben verlorene Journalistin die aus ihrer Welt ausbrechen soll und ein verklemmter Mann der versucht etwas in Drehbuchform zu pressen was nicht funktioniert. Klar, Cage kann sowas spielen, erst Recht in einer Doppelrolle, ebenso ist es ein Vergnügen Meryll Streep und Chris Cooper in ihren Parts zu sehen. Leider findet der Film für mich keinen guten Schwerpunkt sondern verliert sich restlos in seinen vielen Rückblenden und Handlungsverläufen de einen schnell raus werfen können. Das ist immernoch hoch interessant und nimmt zum Ende hin einen krassen Verlauf, aber irgendwie hat man hier sehr viele Parts, von Comedy bis Thriller, die einen bleischweren Unterton haben.

Fazit: Überragend gespielt, aber sehr verschachtelt ohne richtigen Schwerpunkt!

Rating: ★★★☆☆

Das Rosenbett

Der introvertierte Florist Lewis Farrell (Christian Slater) sieht die Geschäftsfrau Lisa Walker (Mary Stuart Masterson) weinend in ihrem Fenster stehen und schickt ihr einen Korb mit Blumen – dadurch kommen sich zwei verletzte Seelen zögerlich näher …

In Listen mit romantischen Filmen der 90er ist dieser hier nie zu finden – warum eigentlich? Vielleicht weil er zwar eine ultimative Schmacht und Kitschpackung ist, im Gegensatz zu vielen Genrevertretern aber nicht lustig gemeint ist. Hier treffen zwei geschundene Seelen aufeinander, unter unspektakulären, aber süßen Umständen und friemeln sich langsam zusammen. Überraschungen gibt es nicht und die Hindernisse die der Film aufwirft sind kaum erwähnenswert. Trotzdem erreicht er vielleicht auch heute noch das ein oder andere Herz: eine junge Frau die nicht glaubt daß sie es wert ist geliebt zu werden, ein junger Mann voller Wärme und Unsicherheiten die sich im Leben den richtigen Halt geben, dazu der wundervolle Look auf New York in den 90er Jahren und ganz viele Blumenmetaphern … gibt’s keinerlei Klagen.

Fazit: Unspektakulär und schmalzig, aber dank Musik, Darstellern und Look ein emotionales Highlight!

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Anna (Riva Krymalowski) ist neun Jahre alt als sie im Jahr 1933 nach Zürich flüchten muß wegen Hitlers Machtergreifung. Allerdings ist dies erst der Anfang einer Reise die über Paris bis London führt …

Zu meiner Schulzeit habe ich öfters vom Buch gehört,es aber nie in die Finger bekommen. Ebenso wenig wußte ich daß dies der auftrakt eier Trilogie ist und daß die wahre Hauptfigur erst 2019 verstorben ist. Hier hat sich das Team welches „Der Junge muß an die frische Luft“ umgesetzt hat dran gegeben die Buchvorlage auf die Leinwand zu wuchten und zeigt ähnliche Qualitäten wie die Hape Kerkeling Biographie. Für mich war es das absurde Ding daß man hier eine Form des Kriegsgrauens sieht ohne jemals den Krieg zu sehen. Man sieht eine sehr mögenswerte Famile die aufgrund des Erstarkens der Nazis aus Deutschland fliehen muß – den Druck unter dem diese Leute stehen sieht man zwar, aber man kann ihn nicht so exakt spüren Statt dessen hakt man diverse Schauplätze ab an denen die Familie ankommt, sich einlebt und dann doch weiter ziehen muß. Aber bei all dem liegt eine kindliche Naivität über dem Ganzen, eben weil es aus der sicht des Kindes geschildert wird – damit wird der Film, trotz des furchtbaren Backgrounds, irgendwie optimistisch und in manchen Momenten gar fröhlich. Auf jeden Fall ist das die Materie die sich eignet um dies in Schulen an die Kinder heranzutragen.

Fazit: Kriegsdrama aus der Sicht eines kleien Mädchens.

[rating 4]

Cuties

Amy (Fathia Youssouf) ist elf Jahre alt und kommt aus dem Senegal, lebt aber mittlerweile in Paris. Dort findet sie Anschluß an eine Tänzergruppe aus gleichaltrigen Mädchen – der Schwerpunkt allerdings das Twerken ist …

Es kommt vor daß ein Film auf Netflix ins Gespräch gerät und ungewollt viel Aufmerksamkeit produziert, hier ist es auch geschehen. Dabei ist er das eigentlich nicht wert, er streift halt nur eine Thematik in der es nichts zu diskutieren gibt: eine sexualisierte Sicht auf 11 jährige Mädchen hgeht nun mal nicht. Und er ergeht sich leide rin dem Fehler daß er eine Sache kritisiert, die Einflüsse denen Jugendliche ausgesetzt sind, vor alle aus Medien, und wie sie selbst damit umgehen – aber gleichzeitig nimmt er manchmal einen voyeuristischen Blick ein und zeigt zum Selbstzweck. Das ist schade weil der Kern gut gemeint ist, von einem Mädchen erzählt wird das aus strengen häuslichen Verhälltnissens tammt, sich abe durch tanzen mit einer Mädelstruppe daraus befreut und erwachsener wird. Leider ist die Hauptaktion der Mädels das Twerken was dann im Film auch optisch in Szene gesetzt wird – aallerdings verkommt das manchmal zum Selbstzweck und liefert geradezu unangenehm detaillierte Momente von Kinderkörpern. Das ist sicherlich nicht so böse gemeint gewesen wie es mitunter rüberkommt, aber macht für mich fast schon nichts weil der Film auf der Dramaebene kaum was reißt und die Figuren einem recht egal sein können.

Fazit: Im Kern gut gemeint, in der Ausführung allerdings stark verheddert!

{rating: 2]

The Devil all the time

Die Geschichten einiger Menschen über einen Zeitraum von 20 Jahren bei dem einige tragische Dinge passieren die meistens auf Religion zurück zu führen sind …

Dies ist die Verfilmung eines Buches welches mir nie untergekommen ist, daher kann ich über die Werktreue nur vermuten. Abgeglichen mit dem Wikipedia Eintrag dazu scheint dies aber schon die Schwerpunkte der üppigen Vorlage zu transportieren. Dabei mu man sich aber viel Zeit lassen und einiges in Kauf nehmen: der Film ist beilschwer, deprimierend und mit einer Lauflänge von 138 Minuten auch nicht eben „weggeguckt“. Des Marketing halber sind einige Darsteller etwas größer genannt, etwa „Spider-Man“ Tom Holland, „Batman“ Robert Pattinson oder „Winter Soldier“ Sebastian Shaw, aber die gut 20 Jahre umfassende Handlung hat eigentlich keine konkrete Hauptfigur. Es geht eben um diesen Zeitraum in einem Kleinstädtchen und dem stetigen Blickpunkt auf eine Handvoll Figuren die mitunter unabhängig voneinander agieren, aber doch Einfluß aufeinander haben. Das verbindende Element ist zumeist die Religion, welcher bei all den Katastrophen eine Rolle spielt. Außerdem erleben wir zwei Generationen bei der die „Nachrückenden“ das ausbaden was die Generation vor ihnen verbockt hat. Wenn man sich auf dieses langsam erzählte Drama einlässt braucht man zwar Geduld, aber es zahlt sich aus: die Konflikte sind emotional, erschreckend und es gibt reihenweise überraschende „Tode“ da eben jede Figur zu jeder Zeit verschwinden kann. Der Umstand daß es halt keine Hauptfigur gibt kann es mitunter schwer machen emotional Anteil zu nehmen, vielleicht funktioniert es aber auch umso besser weil man die Dramen breitgefächert  erlebt und mit mehr Überblick als die handelnden Figuren.

Fazit: Bittere Betrachtung eines langen Zeitraums ohne zentrale Figur, aber mit vielen bitteren Tragödien und interessanter Sicht auf Religion!

Rating: ★★★★☆