Archiv der Kategorie: Dokumentation

The Doors – When You’re Strange

Spielfilmregisseur Tom DiCillo (Living in Oblivion) erforscht in diesem Dokumentarfilm die Geschichte der legendären Band „The Doors“ – von der Gründung der epochemachenden Band bis zum Tod Morrisons im Jahr 1971. Dabei verwendet er ausschließlich alte Konzert- und Studioaufnahmen, damalige Gespräche und sonstiges Archivmaterial – so dass sich die Geschichte der Band wie eine richtige, spannende Handlung erweist …

Das ist für mich was ganz besonderes: ich hatte in der Schule einen Freund der den Film von Oliver Stone gesehen hatte und ihn mir empfahl und mich temporär zu einem ziemlichen Jim Morrisson und „Doors“ Fan machte – dabei wars eigentlich ziemlich egal dass Stones Spielfilm mit einigen Fakten und Details recht locker umgegangen war. Trotzdem ist dieser Film ein Heiligtum und zahlreiche Szenen fest in meiner Erinnerung verankert – und nun kommt Tom DiCillo mit diesem Meisterwerk an. Was für mich daran so faszinierend war bzw ist: zahlreiche Szenen die ich eben nur aus dem Spielfilm kenne sieht man hier (in teils bislang unveröffentlichtem Material) in echt, etwa eine Szene in der die Doors in ein Flugzeug steigen und dabei interviewt werden oder eben der Auftritt in der Ed Sullivan Show, ebenso natürlich das desaströse Konzert in Miami. DiCillo geht bei allem den radikalen Schritt dass er keinerlei Aufnahmen, Interviews oder Gespräche aus heutiger Sicht verwendet sondern wirklich nur altes Zeug, kommentiert von Johnny Depp. Das Resultat ist wiedermal ein Beleg dafür dass Dokumentationen durchaus im Kino einen Platz haben: es ist unterhaltsam, mit guter Musik und Kurzweile aufwartend und obendrein recht spannend – selbst wenn man weiß worauf es ja eigentlich hinausläuft. Für Fans der Doors absolut unverzichtbar.

Fazit: Spannender Blick auf das Mysterium Jim Morrisson und die Doors – erstklassig in jeder Form!
Rating: ★★★★☆

9 to 5 – Days in Porn

Ein ausgiebiger Blick auf die Pornoszene von Los Angeles: 18 Monate lang besuchte Regisseur Jens Hoffmann Sets und Darsteller, führt ausgiebige Interviews und zeigt das Leben und die Gefühle der Arbeitenden Menschen und was ihre Motivationen waren überhaupt ins Geschäft einzusteigen …

Etwas ironisch bei der Filmthematik so davon zu sprechen, aber es paßt ganz gut: dieser Film ist ein voyeuristischer Blick auf das Pornogeschäft von L.A.. Es werden eine Handvoll Darsteller gezeigt, näher vorgestellt und erläutert wie so ihr Leben ist, wie der Arbeitsalltag so abläuft und was ihre Motivationen sind / waren wieso sie ins Geschäft eingestiegen ist. Allerdings liefert das fertige Werk kaum Informationen oder einen tieferen Sinn, es ist einfach nur ein wenig zuschauen, ein Blick in eine andere, vollkommen fremde Welt. Dazwischen werden am laufenden Band Stadtausschnitte von L.A. Gezeigt und Szenen aus Hardcore Pornofilmen  – das dient vor allem der Schaulust. Trotzdem entsteht ein Film mit einer gewissen Faszination in der aber relativ wenig Tiefsinn drinsteckt.

Fazit: Durchaus interessant, aber irgendwie lang gestrecktes  Schaubild einer bizarren Welt!
Rating: ★★★☆☆

Michael Jacksons This is it

Am 25. Juni 2009 stirbt Michael Jackson vollkommen unerwartet und überraschend – This is ist zeigt die letzten Tage im Leben des „King of Pop“, seine akribische Vorbereitung auf die große Comeback Tournee und seine größten Hits die er mit seinen Tänzern übt und performt …

Darüber daß die Welt mit Michael Jackson in der Tat einen der größten Künstler überhaupt verloren hat braucht man nicht zu diskutieren – und es ist klar daß gerade jetzt mit dem Namen Michael Jackson ’ne Menge Kohle machen kann. Passend zu alldem kommt jetzt dieser Film der aber abrupt enttäuscht – dies ist keine Dokumentation über Jacksons Leben. Nein, Kenny Ortega hat sich 110 Stunden Filmmaterial ansehen dürfen die bei Jackson Proben und Vorbereitungen gefilmt wurden und verdichtet die auf knapp anderthalb Stunden. Und man sieht was man kennt oder was einem zumindest bekannt vorkommen sollte: Michael Jackson der sich akribisch und eisern auf eine ganz große Show, auf ein Megakonzert vorbereitet die es in echt niemals gegeben habt. Dabei werden wirklich alle bekannten Hits durchgezogen und sonst auch schon nichts. Ohne dem mann was zu wollen, aber man hätte eigentlich den gleichen Effekt wenn man den Film direkt als Musik-DVD „Backstage“ oder so veröffentlicht  hätte. Im Kino hat dies wenig zu suchen – aber naja, die Geldmaschine läuft nun mal. Nur daß mit plumpen Tricks gearbeitet wird wie etwa dass der Film mit Absicht nur kurz im Kino lief finde ich geradezu entwürdigend, das hat Michael nicht verdient. Aber was solls: mit seinem Namen werden noch einige Leute einige Cent verdienen. Hoffentlich mit besseren Methoden.

Fazit: Anderthalb Stunden Backstagematerial mit Michael Jackson in Hochform – wär als DVD lohnend, im Kino hats eigentlich nichts zu suchen!
Rating: ★★★☆☆

Where in the World is Osama Bin Laden?

Als Morgan Spurlock erfährt daß er Vater wird macht er sich Sorgen: kann er sein Kind guten Gewissens in eine Welt setzen in der die Menschen in Angst vor Osama Bin Laden und dem Terrorismus leben? Daher beschließt er selber etwas zu unternehmen, macht eine Kampfausbildung und reist persönlich nach Afghanistan um nach Osama Bin Laden zu suchen …

Der nächste Film des „schlanken“ Michael Moore – oder? Der Vergleich liegt zwar nahe, aber Morgan Spurlock ist doch was eigenständiges. Er beherrscht nur ebensogut wie Moore Fakten und Daten zusammenzustellen und diese dann witzig und unterhaltsam zu präsentieren. Die Vorgehensweise ist dabei aber auch ähnlich: mit kindlicher Naivität konfrontiert er die Leute denen er sprucht mit ganz einfachen Fragen und ergötzt sich mitunter an den Reaktionen. Aber letzlich ist das Resultat ein anderes: Spurlock will nicht aufrütteln, mahnen oder provozieren – Spurlock zeigt nur. Eben Menschen aus Afghanistan die ihre Sicht von Bin Laden und dessen Terror darlegen und all dieses bringt er zum Fazit: Bin Laden ist nur eine Verkörperung des Problems, aber ihn zu beseitigen wäre nicht die Lösung. Und das es auch im Nahen Osten viele Menschen gibt die unter den gegebenen Umständen leiden. Was Spurlock für diesen Film an persönlicher Gefahr auf sich geladen hat ist fast unfassbar – und daher sollte man es würdigen. Zumindest dadurch daß man sich den Film mal ansieht.

Fazit: Eine kritische, aber doch nie wirklich mahnende Doku, hochspannend und unterhaltsam!
Rating: ★★★★☆

The 11th Hour – 5 vor 12

Was ist der Klimawandel? Wie entsteht er, was bewirkt er, was hat der Mensch damit zu tun? Was sind die langfristigen Folgen? Und was kann man dagegen tun? Leonardo DiCaprio präsentiert Experten und Wissenschaftler die diese und andere Fragen beantworten, Ursachen und Lösungsvorschläge präsentieren … (gear)

Ok, man kann es leugnen und ausblenden aber man läuft vor der eigentlichen Wahrheit nicht ewig davon: die Erde ist in Gefahr und die Umwelt hat schwere Schäden genommen die auf lange Sicht den Menschen schwer treffen werden. Manifeste, Warnungen und Lösungen kann man präsentieren und sollte man auch – sie werden von den Menschen nur recht gerne ignoriert. Darum macht mans hier geschickt: der Film kommt gleich ins Kino und es ist Leonardo DiCaprio hoch anzurechnen das er sein prominentes Gesicht dafür hergibt und daher hoffentlich die breite Masse anspricht. Wenn man sich den Film dann anschaut muß man fast schon mit dem Notizblock daneben sitzen weil einen eine solche „Überfülle“ an Informationen fast aus den Socken haut. Aber letztich ist es doch gut und wichtig sich diese Infos und vor allem die Warnnung anzusehen und aufzunehmen.

Fazit: Pralles Paket aus wichtigen Informationen, ansprechend präsentiert und sehr wichtig!
Rating: ★★★★☆

Die Reise der Pinguine

Das Portrait des Kaiserpinguins der am Rande der Antarktis der Natur trotzt.. Ein ganzes Jahr lang beobachtete der französische Biologe und Filmemacher Luc Jacquet den außergewöhnlichen Lebenszyklus dieser faszinierenden Vögel, ihre eleganten Bewegungen bei der Fischjagd unter Wasser, ihren tollpatschigen Gang beim langen, beschwerlichen Marsch über das Eis, ihre Liebestänze, das Schlüpfen der Jungen und ihren immerwährenden, teils grausamen Kampf ums Überleben …

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Inside Deep Throat

Der Sexfilm „Deep Throat“ wurde in nur sechs Tagen in einem Hotelzimmer für 25.000 Dollar mit Mafiageldern gedreht. Er avancierte 1972 zu einem weltweiten Hit, drang als erster Hardcore-Film in Kinos außerhalb der Bahnhofsmeilen vor, machte den Porno chic und spielte schätzungsweise weltweit 600 Mio. Dollar ein. Von diesem filmhistorischen Kapitel ausgehend, entwickeln die Dokumentarfilmer Fenton Bailey und Randy Barbato an Hand von Interviews, Dokumenten und Anekdoten ein äußerst komisches Panorama der kulturellen, ästhetischen, politischen, juristischen, massenmedialen, kriminellen und ideologischen Hintergründe der Zeit …

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Super Size Me

Der Journalist Morgan Spurlock stellt die Frage: wieso ist Amerika das dickste Land der Welt. Auf der Suche erforscht er das Essverhalten der Amerikaner, ihre Beziehung zu Fast Food, die Werbung für gesunde und ungesunde Nahrung. Obendrein wagt Spurlock einen Selbstversuch: 30 Tage lang ernährt er sich ausschließlich von McDonalds und lässt die zum Teil dramatischen Veränderungen seines Körpers von mehreren Ärzten protokollieren …

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Fahrenheit 9/11

Michael Moore präsentiert George Bush und seine Taten in den 4 Jahren seines Amtes: er zeigt den Skandal rund um die Wahlauszählungen, Bushs Beziehungen zur Bin-Laden-Familie, seine Reaktionen am 11. September und sein Vorgehen im Irak. Dem gegenüber stellt Moore jedoch die aus dem Krieg resultierenden Schicksale, eine Familie, die ihren Sohn verloren hat und die Abgeordneten in Washington, die die Gesetze, die sie absegnen, nicht mal gelesen haben …

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