Alle Beiträge von Brodie79

Antebellum

Die erfolgreiche Bestseller-Autorin Veronica Henley (Janelle Monáe) wird in einer für sie schrecklichen Parallelwelt gefangen in der ihre ganze Existenz in Frage gestellt wird. Die einzige Chance auf ein entkommen scheint ein Rätsel zu sein daß sie unter Zeitdruck lösen muß …

Der entscheidende Faktor ist hier wohl mit welchem Vorwissen man an den Film herangeht. Allerdings haben Marketing und Trailer den wesentlichen Punkt der nach etwa 40 Minuten geschieht schon rausgehauen, daher dürften die meisten im Bilde sein über einen, alles entscheidenden Part: dem Spiel des Films auf zwei Zeitebenen. Diese haben augenscheinlich nicht viel miteinander zu tun, aber es läuft natürlich auf eine Enthüllung hinaus die beides verknüpft. Dieses kann man sicherlich spoilern indem man einen speziellen anderen Film als Referenz anfügt, aber warum sollte man das tun – ebenso sei aber die Frage gestellt ob sich diieser hier lohnt. Im Kern sind ein paar gute Ansätze drin und atmosphärisch sowie in manchen Momenten der Inszenierung zeigt der Film eine ganz große Schönheit, aber mit den eher zurückhalrenden Figuren wird man nur wenig warm.

Fazit: Mit der Kameraarbeit und der Atmosphäre definitiv überdurchschnittlich, der inhaltliche Twist ist aber uralt!

Rating: ★★☆☆☆

My Zoe

Isabelle (Julie Delpy) wurde gerade von ihrem Mann (Richard Armitage) geschieden und kämpft mit ihm um das Sorgerecht für Tochter Zoe (Sophia Ally). Ebenso droht sie aber in ihrem wissenschaftlichen Job alles zu verlieren …

Ich habe diesen Film aus dem Blickwinkel eines Vaters gesehen. Damit ist die eingangs geschehende Lage, in der eine Mutter morgens ihr Kind nicht geweckt bekommt weil es unmerklich ins Koma gefallen ist, an Unerträglichkeit kaum zu toppen. Diese Vorstellung, daß dies mit meinem Kind passieren könnte wirkte auch noch lange nach – nur daß ich mich dadurch mit dem Film im eigentlichen weniger beschäftigt habe. Damit, daß Julie Delpy eine unsympathische Figur spielt (der man das grausame Schicksal trotzdem nicht wünscht) die eine höllische Tortur durchlebt um am Ende eine hochgradig üble Sache zu tun die man zwar verstehen, aber wohl kaum gutheißen kann. Bisd dahin ist es ein langer Weg aus Dialogen, Diskussionen und Streits, unangenehmen Momenten und Gesprächen in Krankenhausumfeld – also das was man nicht sehen und erleben mag, aber sehr wohl etwas daß der Film authentisch vermitteln kann. Wie man über das letzte Drittel und das Ende urteilt liegt wohl bei einem selbst, ich kann Kritik wie Zuspruch verstehen und rate daher selber ein Urteil zu fällen. Man sollte nur nicht erwarten hier einen „Unterhaltungsfilm“ zu schauen.

Fazit: Bleischwer, emotional brutal und durch unangenehme Figuren zusätzlich „fordernd“.

Rating: ★★★★☆

Klaus

Postazubi Jesper liebt das einfache Leben, weswegen er von seinem reichen Vater an den Nordpol geschickt wird um dort die Werte des Lebens zu lernen. Dabei trifft Jesper auf den einsamen Holzfäller Klaus der Spielzeug herstellt …

Dieser Film erschien an Weihnachten 2019 auf Netflix, aber trotz der guten Reviews ließ ich ihn aus. In der Weihnachtssaison 2020 kam er dann wieder auf und das Lob ballerte nur so herab, daher gab ich ihm dann doch mal eine Chance. Und war positiv überrascht: ich kann die Begeisterung verstehen, da der Film herzlich, gütig und schön ist und in der Tat gute Botschaften und eine wohlige Weihnachtsatmosphäre verströmt. Allerdings ist der denoch kein reiner Familienfilm: manche gruslige Sequenz und manches angeschnittene Thema (etwa Kinderlosigkeit) machen die Sache stellenweise sehr ernsthaft und als Film den man mit groß und klein schaut eher ungeeignet. Trotzdem ist es ein Titel der sich mit der Zeit zu einem richtigen Weihnachtsklassiker mausern kann.

Fazit: Süße Geschichte und Animation mit emotionalem Finish!

Rating: ★★★★☆

Captive State

Vor zehn Jahren haben Außerirdische die Erde übernommen. Diese haben die Erde gewaltfrei und friedlich gemacht, allerdings werden die verbleibenden Menschen steig überwacht und kontrolliert. Langsam beginnt sich aber unter den Menschen ein Widerstand zu bilden …

Die Story mag im ersten Moment eindeutig erscheinen: Aliens haben die Welt unterjocht, aber unter den Menschen bildet sich ein Widerstand. Das wird aber durch eine ungewöhnliche Ansicht und Herangehensweise aufgewertet: der Film verzichtet auf ein Gesamtbild, Erklärungen die an Nebenschauplätzen passieren sondern zeigt alles wirklich nur durch die Augen der Hauptfiguren. Dazu ist das ganze recht schlicht inszeniert, die Aliens treten nur in wenigen Szenen auf und das ganze Umfeld wirkt dreckig und simpel. Das macht es sehr atmosphärisch, aber eben auch zu einem Science Fiction Film den Fans und Kenner schätzen können, der einfache Zuschauer aber nicht unbedingt ins Herz schließt. Spannung, ein paar gute Actionszenen und ein wuchtiges Ende sind zwar drin; ob man darüber aber mit den Figuren warm wird muß jder selsbt entdecken.

Fazit: Konventioneller Rahmen der in einen eigenwilligen und sehr speziellen Film für Fans mündet
Rating: ★★★☆☆

Tremors 7 – Shriekers Island

Eine Gruppe wohlhabender Trophäenjäger läßt genetische Veränderungen an einigen Graboid-Eiern durchführen um ein neues Jagderlebnis zu ermöglichen. Als das Resultat jedoch entflieht muß der legendäre Graboidenjäger Burt Gummer (Michael Gross) die Lage retten …

Ich bin nach wie vor kein Vollblutfan der Tremos Filme. Der erste Teil hat auf ewig einen Stellenwert in meinem Herzen, ab Folge 2 war nur noch Sympathie dabei und nach Folge 3 war es das neugierige Beobachten wie oft sie die Figur des Burt Gummers noch heraus kramen wolle. Wie man hier sieht: ein weiteres Mal, wobei der Film starke Anzeichen setzt daß es sich hier um die finale Folge handelt. Sollte dem so sein wäre dies aber nicht schlimm: der Film belegt warum die Reihe eigentlich seit langem im Direct to DVD Sektor dümpelt. Es wird die altbekannte Story varriert: Burt Gummer muß an einem bestimmten Ort gegen die Riesenwürmer und all ihre Mutationen antreten, die Figur seines Sidekicks wird von John Heder anstelle von Jamie Kennedy ausgefüllt und irgendwann erkennt man daß die Horrorviecher sich wieder etwas weiter entwickelt haben. Auf diesem Grund gibt’s wie gehabt ein paar blutige Augenblicke, ein paar dumme Sprüche und die ein oder andere Actionpassage. Lediglich das Finale und der emotionale Abspann überraschen und könnten der Schlußpunkt sein für eine zu langlebige Serie der man zwar nicht nachweint, aber nochmal respektvoll zuwinken darf.

Fazit: Vermutliches Finale der Tremors Saga mit allen bewährten Elementen, aber keinen innovativen, neuen Ideen!

Rating: ★★☆☆☆

Hellraiser – Das Tor zur Hölle

Frank (Sean Chapman) kauft in einem orientalischen Laden einen Zauberwürfel mit dem er das Tor in die Welt der Zenobiten öffnen kann. Dort kommt er aber nur schwer entstellt wieder heraus und benötigt Blut zur Regeneration – und seine alte Affäre Julia (Clare Higgins) beginnt damit ihm Opfer zu liefern …

Die Hellraiser Reihe gehört zu jenen Horrorfilmserien die zwar einen populären Namen haben, mir aber nie völlig geläufig waren und die ich nie komplett geschaut habe. Dieser Erstling wurde in meiner Teenagerzeit als sehr krass und speziell angesehen, damals konnte ich ihn auch einmal schauen, aber ohne daß er bemerkenswert im Kopf blieb. Nun also versuchte ich es nach gut zwanzig Jahren nochmal und bleibe hinterher mit einer Mischung zurück. Einer Mischung aus Ratlosigkeit, Respekt und Schmunzeln. Ratlosigkeit weil mir nicht klar wird was diese Horrorwelt ausmachen soll, Respekt für die handgemachten Effekte und wie man es schafft aus den doch recht simplen Produktionsmitteln solch ein Werk hinkriegt und ein gewisses Schmunzeln wie hier Gewalt und eben die Effekte nach all der Zeit wirken. Der Respekt überweiegt aber: mich selber erreicht Werk und Thematik weiterhin nicht, ich sehe aber wo der Reiz herkommt. Und verglichen mit modernem, seelenlosen CGI hat vieles hier echt viel Charme.

Fazit: Sehr spezielle Horrorserie die zwar heutigen Standards nicht mehr entspricht, aber sehr viel Retrocharme liefert!
Rating: ★★★★☆

Body Cam

Während Unruhen in Los Angeles vorherschen wird ein Polizist bei einer Verkehrskontrolle getötet. Polizistin Renee (Mary J. Blige) erkennt in der Body Cam des Getöteten ungeahnte Botschaften …

Zwei Genres die sich nicht grundlegend ausschließen, aber auch nicht wirklich Hand in Hand gehen: übersinnlicher Mystery Horror und Copthriller. Es gab schon ein paar Versuche in diese Richtung (z.B. „Erlöse uns von dem Bösen“ mit Eric bana), aber es paßt für mich eifnach nicht. Bodenständige, ruppige Figuren die plötzlich auf Gruselgestalten ect. Treffen und in ihrer knüppelharten Art draufballern macht keine stimmige Mischung. Im vorliegenden Fall wird das obendrein dadurch erschwert daß die Hauptfigur geradezu abweisend und in sich gekehrt ist und eigentlich keine sehr mögenswerte Protagonistin abgibt. Die Story um ein paar Geistererscheinungen, eine kaputte Polizistin die denen entgegentritt und natürlich mit korrupten Kollegen ins Gehege kommt hat keine Überraschungen und versucht den Grusel vorrangig dadurch zu ermöglichen daß die Heldin mit Taschenlampe im Anschlag durch dunkle Gebäude schleicht. Obendrein wird die filmische Kapitulationserklärung „Plötzliche Alptraumsequenz“ ausgespielt. Außer einem Endbild welches wie eine Cutscene aus „Freitag der 13.“ Wirkt hat man hinterher nix was im Kopf bleibt.

Fazit: Düster gehalten mit distanzierter Heldin und unattraktiver „Buhh!“ Geisterstory!
Rating: ★☆☆☆☆

Scoob – Voll verwedelt!

Wie kam es zum Treffen zwischen Scooby Doo und seinem Kumpel Shaggy? Und wie kam es daß sie mit ihren Freunden Daphne, Fred und Velma die Mystery AG gründeten – als welche sie ich aufmachen müssen und die „Bellokalypse“ zu verhindern … lustige Fortführung oder laue Neuauflage?

Ich bin der Scooby Doo Thematik nicht sonderlich zugewandt, ich habe lediglich als Kind einzelne Folgen davon geschaut, bin aber nicht mit herzlicher Erinnung daran verbunden. Am ehesten beruht der Stoff für mich auf einer sehr witzigen Supernatural Episode sowie den beiden Filmen mit Freddie Prince jr. Von Anfang der 2000er Jahre. Daher habe ich mich nach dieser neuen Auslegung und Umsetzung nicht gesehnt, finde es aber in Ordnung wenn das Thema mit modernen Mitteln akkurat für ein junges Publikum aufbereitet wird. Technisch gibt es daran auch gar nichts zu meckern, dies ist ein quietschbunter Animationsfilm der sicherlich auf einer Kinoleinwand großartig ausgesehen hätte und was die Farbenprächtigkeit und Animation angeht locker mit den Werken von Illumination mithält. Beim Inhalt bin ich aber reserviert: die Geschichte als eine Art „Scooby Begins“ zu erzählen ist auch in Ordnung, weckt aber eben den Verdacht daß hier gezielt eine neue Kinoserie gestartet werden soll; außerdem ist die Story welche die Hauptfiguren für lange Zeit voneinander trennt eher überschaubar und über viele Parts unfassbar albern. Das mag zwar im Sinne der alten Serie sein, ist aber (zumindest als Erwachsener) sehr anstrengend anzuschauen. Daher rate ich nicht ab, aber wage zu behaupten daß dies einer der Filme ist an denen kleine Kinder wirklich Spaß haben können, die Eltern währendessen aber genervt am Handy spielen.

Fazit: Farbenprächtig, aber sehr albern und wohl nur für ein junges Publikum erträglich!

Mulan

Als Mulan (Yifei Liu) erfährt, dass ihr geschwächter Vater für einen Krieg gegen die Hunnen eingezogen werden soll verkleidet sie sich als Mann und geht an seiner Stelle zur Armee. Auf ihrem gefahrvollen Weg wird sie von Drachen Mushu begleitet …

Bei diesem Film hat scheinbar keiner auf den Titel an sich geschaut, sondern auf die Umstände. Diese waren ja auch ungewöhnlich, dadurch daß der Film mehrfach verschoben wurde, dann mit einem experimentellen Abomodell auf Disney plus erschien und im Hintergrund auch noch ein politischer und Imageschaden die Folge war. Aber hat einer wirklich den Film um seiner selbst geschaut und bewertet? Kaum. Und ich selber habe meine Probleme mit dem Streifen da ich sein Konzept nicht kapiere. Grundsätzlich ist dies ein weiteres Werk bei dem ein Disney Zeichentrickklassiker in realer Form neu auf die Leinwand kommt, da ist zwar nichts originelles, aber auch nichts falsches dran. Ich verstehe nur nicht was das Konzept im eigentlichen ist. Durch Wegfall des Drachen Mushu ist die Nummer bieder und todernst und hat nichts vom herzlichen der Vorlage. Ist also kein Kinderfilm. Die Story einer jungen Frau die in den Krieg zieht passt ja auch dazu, aber die Wirkung verpufft dann wenn die entsprechenden Kampfszenen künstlich unblutig gehalten werden. Und ich verstehe nicht warum der Film trotz seiner hochwertigen Produktion in manchen Momenten so triviale Effekte auffährt. Heißt am Ende: als netter und solider Stramingtitel geht das Teil wohl in Ordnung. Als die Mega-Kinonummer als die es mal geplant war taugt er nicht.

Fazit: Hybrid aus diversen Absichten und Richtungen – hochgradig unstimmig!

Rating: ★★★☆☆

Guns Akimbo

Nichsnutz Miles (Daniel Radcliffe) wird von der gnadenlosen Organisation SKIZM gezwungen einen Gladiatorenkampf zu bestreiten der auch noch weltweit übertragen wird. Dabei werden automatische Waffen an seinen Händen befestigt …

Daniel Radcliffe hat es für mich schon lange geschafft sein Harry Potter Image abzustreifen und als eigenständiger Darsteller zu erscheinen. Dabei erweist er auch ein Gespür für unkonventionelle, extravagante Stoffe und in diesen reiht sich „Guns Akimbo“ perfekt ein. Ich selber sehe wohl viele Parallelen zu Crank: ein Typ der wider Willen gegen eine Übermacht an Gangstern kämpfen muß und dies wird unfassbar blutig sowie mit Videospieleffekten angereichert und temporeich inszeniert. Ob man auf den blutigen Humor, das flotte Tempo und den brutal lauten Soundtrack steht muß man für sich entscheiden. Wer sowas nicht aushält erlebt hier sicher eine persönliche Filmhölle. Für Videospielliebende Jugendliche ist dieser knallige Bilderrausch aber sicher ein Heidenspaß.

Fazit: Brutal, wild und mit Daniel Radliffe als töffeligem Helden bestens besetzt – krasser Gewaltrausch der Spaß macht!

Rating: ★★★★☆