Alle Beiträge von Brodie79

Lieber Antoine als gar keinen Ärger

Die Kommissarin Yvonne (Adèle Haenel) erfährt daß ihr verstorbener Mann Santi (Vincent Elbaz) korrupt war und unter anderem den unschuldigen Antoine (Pio Marmai) für acht Jahre ins Gefängnis gebracht hat. Also heftet sich Yvonne an Antoines Fersen und sucht nach einem Weg die Schande wieder gut zu machen …

In diesem Falle hatte ich das Gefühl einen Film zu schauen der auf einem frühen Drehbuchentwurf basiert in dem noch nichts passend abgewogen und aufeinander abgestimmt ist. Das würde mir zumindest das finale Machwerk irgendwie erklären: die Story in der eine gutmütige Polizistin versucht die Sünden ihres Mannes zu korrigieren könnte für ein Drama, eine Komödie oder einen Thriller herhalten. Dieser Film hat aber Elemente von allem die in keinster Weise ausgeglichen sind: da liefert ein Mörder Körperteile bei der Polizei ab und der Beamte schickt ihn wiederholt weg, da laufen Beamte bei dem Weg zu einem Einsatz wie Idioten durch eine Absperrung, da wird die Backstory einer Figur in Form eines Exploitation Clips geschildert und da bekommt man eine Figur wie den titelgebenden Antoine bei dem man nicht weiß ob man ihn mögen, verachten oder ihm verzeihen soll. Hauptfigur Yvonne ist indes zwar sehr mögenswert, aber während sie im Minutentakt zwischen zwei Figuren pendelt weiß´man obendrein nicht ob sie noch sauber tickt wenn sie Antoine eigentlich helfen will, ihm dann aber bei einem Autodiebstahl und einem Überfall zur Hand geht, ebenso wenig warum eine Frau nicht schreit wenn ihr Ex nachts in einem Teufelskostüm in ihrem Zimmer auftaucht … am Ende habe ich den Film regelrecht beleidigt verlassen. Und versuche garnicht erst sachlich zu schreiben.

Fazit: Absurder Mix aus allen Genres der dem Zuschauer eine regelrechte Tortur beschert.

Im hohen Gras

Als die Geschwister Cal (Avery Whitted) und Becky DeMuth (Laysla De Oliveira) an einem Feld i Kansas vorbei fahren hören sie Kinderschreie. Als sie in das Gras rennen verlieren sie schnell komplett die Orientierung – und merken daß ihnen eine unerklärliche Gefahr dort droht …

Ein Netflix Film der auf Stehen King basiert? Das kann Fluch wie Segen zugleich sein, bedenke man den durchaus gelungenen 1922 oder den unfassbar schwachen „Das Spiel“. Dieser hier muss solche Vergleiche aber wohl nicht fürchten da er zu eigenständig ist. Und man muss sich selbst fragen ob man mit einem solchen Titel etwas anfangen kann der bereits sehr früh klarmacht dass hier rationales Vorgehen und Logik ausgehebelt werden. Eine Handvoll Figuren gelangen in ein hohes Feld in dem Zeit, Raum und einiges andere ganz anders laufen und damit beginnt ein wirres Verwirrspiel. Das kann man sehr leicht für absoluten Quatsch und Schwachsinn halten, zumal die Vorgänge auch nur leidlich erklärt werden. Oder aber man mag das Gedankenspiel und läßt sich darauf ein, zumal das ständige Gras mit einer ganz speziellen Gruselatmopshäre daherkommt. Da der Film ein schlichter Streamingtitel ist kann mans einfach mal versuchen … und entsprechend schnell auschalten wenns nicht paßt.

Fazit. Dicht am Mindfuck gebauter Thriller mit sperriger Thematik und ohne nennenswerte Charaktere!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=Wi48S40dboI

Breakthrough – Zurück ins Leben

Der 14-jährige John (Marcel Ruiz) wächst als Adoptivsohn von Joyce (Chrissy Metz) und Brian Smith (Josh Lucas). Beio einem Unfall bricht er ins Eis ein und stirbt – doch Joyce schafft es auf unerklärliche Weise ins Leben zu holen …

Der Film basiert auf einem wahren Fall. Ich kenne diese Umstände nicht und weiß nicht wie sehr sie für den Film angepasst wurden, stehe aber am Ende vor einem Zwiespalt. Ich bin emotional ganz bei den Figuren: ein Junge bricht im Eis ein und liegt im Koma, die verzweifelten Eltern müssen eine unfassbare Situation ertragen und versuchen sich mit Hoffnung, beten und dem Glauben an Gott zu retten. Das mag im wahren Leben geklappt haben, aber wie viele ähnliche Geschichten gab es die trotz Gottvertrauen und Hoffnung nicht so geendet sind? Dieser Film nimmt diesen Fall und propagiert diese Werte, das man immer weiter hoffen muss als Lösung. Darum kann ich verstehen wenn Leute, gerade wenn sie etwas vergleichbares ertragen mussten, aus dem Film Kraft und Hoffnung schöpfen, man möge aber auch mein Empfinden respektieren in dem das Geschaute vor allem unglaublich naiv erscheint. Als Unterhaltungsfilm geht er wohl klar, reißt aber auch keine Bäume aus.

Fazit: Schwieriges Thema, eigentlich recht einfach angepackt!

Rating: ★★★☆☆

Gemini Man

Henry Brogan (Will Smith) hat viele Jahre als Auftragsmörder gearbeitet und will sich nun in den Ruhestand verabschieden – dann aber jagen ihm seine Auftraggeber jemanden auf den Hals der ihn liquidieren soll. Henry stellt fest daß der Gegnerein 25 Jahre jüngerer Klon von ihm ist …

Diesen Film kann man wohl unter mehreren Aspekten sehen. Der schlichte Aufhänger ist ein Twist den es im Film erst nach einer Dreiviertelstunde gibt, nämlich daß ein Auftragskiller von seinem eigenen, 30 Jahre jüngeren Selbst gejagt wird und dazu Will Smith auch wirklich selbst digital verjüngt wurde. Das ist neu in dieser Umsetzung, in Punkto Story aber nicht so ungewöhnlich (mir kam es vor wie eine Mischung aus Looper und „The Sixth Day“). Was den digitalen Smith angeht, so funktioniert er je nach Szene anders: in manchen Einstellungen ist die Illusion perfekt, in anderen springt einen der digitalte Look geradezu an. Und der Film wird dadurch interessant daß er in einer anderen Framerate gedreht wurde mit 120 Bildern in der Sekunde, was aber wenig nützt da viele Kinos das nicht abspielen können. Dableibt letztlich ein passabler, aber sehr oberflächlicher Actionfilm der nie wirklich in die Tiefe geht (will Smith schafft es nicht die ausgebrannte Figur die er spielt auch glaubhaft ausgebrannt wirken zu lassen), hier und da mal ein paar gute Sprüche platziert und ein paar formelhafte Actionsequenzen die eben auch allzu oft durch CGI gestützt werden. Und für einen Bruckheimer Film ist die Nummer letztlich sogar ziemlich klein geraten.

Fazit: Solide Action mit ein paar marketingtechnischen Aufhängern die aber kaum ins Gewicht fallen!

Rating: ★★★☆☆

Willkommen im Wunder Park

June (Lena Meyer-Landrut) entdeckt im Wald den Wunder Park, der zwar vielseitig, aber ziemlich heruntergekommen ist. Sie entdeckt daß der Park mit ihrer Fantasie verbunden ist ufnd es an ihr liegt ihn wieder zu großer Schönheit zu bringen …

Der Umstand daß die Hauptfigur im deutschen von Lena gesprochen wird reduziert etwas die Möglichkeiten den Film wirklich ernst zu nehmen, was schade ist da der Titel das nicht verdient. Wer den Trailer kennt freut sich dabei vermutlich auf ein buntes Animationsspektakel mit viel Spaß, könnte aber von einer anderen Handlungskomponente sehr überrascht werden. Es geht um ein Mädchen daß mit der Erkrankung seiner Mutter zu kämpfen hat und dann eben durch diese Umstände in den fantasievollen Park gelangt – eine Art filmische Selbsttherapie. Dadurch hat der eigentlich fröhlich daher kommende Film eine emotionale, mitunter bedrückende Ausgangslage, schaltet dann aber über die längste Spielzeit um in fröhliches und buntes Kinderkino. Die Größe und Tiefe eines Pixarsfilms wird dort zwar nicht reicht, bedenkenloser Spaß für Kinder aber sicherlich.

Fazit: Etwas kleinerer Animationsfilm mit emotionalem Background, bunt und gut animiert!
3 Punkte

 

After the Wedding

Isabel leitet ein Weisenhaus in Kalkutta und wird von der reichen Teresa nach New York gerufen -scheinbar um dort eine große Geldspende zu arrangeiren. Vor Ort stellt Isabel aber fest daß es ganz andere Gründe gibt . Und diese in ihre Vergangenheit führen …

Filmische Zeit für Betroffenheit: zwei Frauen treffen aufeinander, eine aus reiche, eine aus armen Verhältnissen und dann offenbart sich ihnen und dem Zuschauer eine unglaublich bittere und schmerzhafte Vorgeschichte. Wenn man das Original kennt überrascht wohl nichts mehr, mir was das relativ fremd. Daher traf mich der frühe Twist bereits hart, danach kam aber außer einer Wendung nicht mehr viel. Es geht weniger darum eine krasse Story weiter und weiter zu erzählen, mehr die Figuren eben in ein sehr verzwicktes emotionales Verhältnis zueinander zu bringen und dann eben in dieser ratlosen Situation ein Weilchen u verweilen. Gespielt ist das alles solide, Julianne Moore kriegt zum Ende hin auch eine oscarwürdige Weinszene, aber irgendwie reißt es einen nicht mit. Vielleicht weil der Film viele Baustellen aufreißt, mach leicht auflöst und andere ganz vergisst. Trotzdem kann man aus diesem Film ein paar Gedanken mitnehmen, vor allem die Frage: wie würde mand as Dilemma in dem die Hauptfigur steckt selber angehen

Fazit: Plotarme Dramastory mit starken Darstellern, aber sehr wenig Handlung und Verlauf!

Videoeview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=lyG_P7DXR9Y

Serenity – Im Netz der Versuchung

Fischerboot-Kapitän Baker Dill (Matthew McConaughey) lebt in Frieden auf einer einsamen Insel in Ruhe bis ihn seine Ex-Frau Karen (Anne Hathaway) aufsucht und um Hilfe bittet: er soll ihren brutalen Mann (Jason Clarke) umbringen. Damit verstickt sich Baker in einem Netz aus Lügen …

In der ersten Aufmachung und Wirkung erscheint der Film garnicht mal so schlimm, so schlecht oder so speziell: ein Fischer der von seiner Ex-Frau gebeten wird den gewalttätigen neuen Mann zu töten gibt sicherlich einen passablen Thriller her. Die Motivation der Darsteller kann man auch verstehen da der Streifen komplett auf Mauritius gedreht wurde und es sicherlich Spaß macht an solchen Orte zu drehen, alleine wenn McConaughey „Mal duschen“ gehen will und dazu von einer Klippe ins Meer springen kann. Aber es dauert gar nicht lange daß man hier merkt was man eigentlich schaut – bzw. was nicht. Es dauert nicht lange und es zeigen sich Signale die in einen solchen Film wohl nicht wirklich gehören; wenn man das akzeptiert hat kann man entweder den weiteren hanebüchenen Entwicklungen folgen oder aber eben genervt ausmachen. Ein guter Film ist das nicht, außer Top-Stars in schiker Umgebung bietet er nichts. Ob man zu schätzen weiß daß hier zumindest eine innovative Idee scheitert muß man selsbt entscheiden. Und sich frage: wie kann es sein daß so ein absurder Skriptwahnsinn in Produktion geht?

Fazit: Der vermeintliche Crime Hriller nimmt Enwicklungen die man nie erahnt hätte und das fasziniert – macht den Film aber nicht nennenswert gut.

Glam Girls

Penny (Rebel Wilson) und die Trickbetrügerin Josephine (Anne Hathaway) beschließen zusammen zu arbeiten um Männern ihr Geld abzuluchsen. Nachdem Josephine aber Penny „ausgebildet“ hat beginnen die beiden zu konkurrieren …

Auf dem Papier ist dies ein ultimativer Selbstläufer: es ist ein Remake eines Titels mit Steve Martin und Michael Caine in den Hauptrollen, mit Rebel Wilson und Anne Hathaway sind populäre und bekannte Gesichter für die Nachfolge gefunden; obendrein spielt der Film in der Upper Class und somit in sehr edlen Kulissen. All das stimmt und macht es leicht den Film anzuschauen, weils wirklich edel gedreht ist und eben routinierte Darsteller die Dialoge und Gags abspulen. Allerdings gibt das Material nicht so ultimativ viel her: zwei nicht wirklich sympathische Betrügerinnen duellieren sich darum einen reichen Kerl rum zu kriegen, tricksen und fuschen herum und wann immer man denkt daß jetzt alle Karten auf dem Tisch liegen kommt um die nächste Ecke wieder eine Enthüllung. Das ist alles erfreulich kurzweilig, nicht wirklich übertrieben albern und an manchen Stellen auch durchaus lustig – aber ebensowenig verbleibt der Film nach hinten raus großartig im Gedächtnis.

Fazit: Edel aussehendes Remake das mit Optik und ein paar guten Lachern solide unterhält.

Lloronas Fluch

Während eine Sozialarbeiterin (Linda Cardellini) das merkwürdige Verschwinden zweier Kinder untersucht entdeckt sie Verbindungen die zu ihrer eigenen Familie führen und auf ein altes Volksmärchen hinweisen …

Willkommen zurück im Conjuring Universum, zumindest quasi. Die Llorona Legende ist wohl ein altes Volksmärchen, daher wollte man den Film als Titel für sich selbst stehend bewerben denn als Spin-Off zur Serie. Die Verbindung ist ohnehin minimal und beschränkt sich auf einen Auftritt einer Figur. Daher, wer den Film zur „Vollständigkeit“ sehen möchte kann dies tun, als eigenständiger Film geht’s aber auch. Aber warum sollte man? Ansprüche sind nicht angebracht. Es wird eine Geschichte entfacht in der eine Frau zum Monster wird und eine Familie in den siebzigern Jahren belästigt und „begruselt“. Dabei gibt’s das übliche Spiel aus Bangemangen, Jumpscares und ein paar Erschreckern … handwerklich solide gemacht, mit vereinzelten Schockern und viel Geschrei. Gute Serienware wenn man solche Titel öfter guckt, aber kaum mehr als ein filmisches Fertiggericht, insbesondere wenn man öfters solche Filme schaut. Mir selber ist noch mit Linda Cardellini ein Bonus gegeben da ich die Frau sehr gerne sehe – aber ich kann ebenso jeden verstehen der die Nummer lieber auslassen will,

Fazit: Solide Horrornummer ohne Kanten und Ecken und mit stetigem Jumpscare Einsatz!

Skin

Skinhead Bryon Widner (Jamie Bell) lernt Julie (Danielle MacDonald) kennen und bekommt den Wunsch sein gewalttätiges Leben hinter sich zu lassen. Dazu geht er einen Deal mit dem FBI ein: Bryon muß Hinweise aus der Skinheadszene liefern und bekommt im Gegenzug die Tatoos entfernt …

Da kommt wieder mal die Realität auf die Leinwand und wie so oft bei solchen Vorlagen kann man als normaler Zuschauer nur bedingt sagen wie sehr die Handlung wahr ist und was hier dramaturgisch angepasst wurde. Trotzdem ist eine unglaubliche Stärke des Films die Glaubwürdigkeit: es ist nicht so sehr der einfache Plot eines Rechtsradikalen der sich aus der Szene freikämpft, es ist keine Thrillerstory darüber wie einer in seinen eigenen Reihen undercover geht, es ist vorrangig ein Drama in dem schrittweise geschildert wird wie die Hauptfigur beginnt die Sehnsucht nach einer Familie und den Ausstieg aus dieser Welt hinzukriegen. Dies wird durch kraftvolle Darstellungen von Jamie Bell und auch Vera Farmiga erreicht sowie manchen Szenen mit höchster Spannung. Leider wird dabei trotzdem sehr oft auf das Stilmittel der Wackelkamera zurück gegriffen waqs den Film zwar nicht ruiniert, aber es auch nicht gebraucht hätte. Es ist sicherlich nicht der angenehmste und sicherlich nicht der spaßigste Kinostoff, aber sehr wohl starkes Kino mit bewegender Story.

Fazit: Hoch spannend, menschlich und nicht geradce angenehm zu schauen – kraftvolles Drama!
Rating: ★★★★☆

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=kPkvK3qxkvg