Kill Chain

Der Ganove Arana (Nicolas Cage) betreibt ein kleines Hotel. Eines Abends tauchen dort mehre gefährliche Gestalten auf. Arana erzählt diesen eine blutige Geschichte die direkt zu ihm führt …

Hier macht es sich Cage dann aber doch etwas (zu) einfach: bei einem 90 Minuten Film erscheint er in den ersten Minuten, verschwindet dann aus der Handlung und ist dann erst ab der Hälfte wieder dabei. Der Rest ist eine lange Rückblende in der sich ein paar fiese Gestalten nach und nach abschlachten, dabei springt auch mehrfach der Fokus von der einen vermeintlichen Hauptfigur zur nächsten – nur daß jede dieser Figuren relativ uninteressant und unspannend gerät. Wenn dann Cage dazu stößt geht es behäbig weiter, immerhin gibt’s im Showdown ein paar Szenen in denen er den bewährten, irren Spinner geben darf, das ist doch wohl was man von ihm will. Mehr als das gibt’s hier nicht: in trister Umgebung gehen ein paar fiese Schmutzfüße aufeinander los, es gibt ein paar Schießereien und einiges an Kunstblut … aber keine Spannung und keine wirklich nennenswerten Aspekte.

Fazit: Cage-Killer Thriller in dem Cage nur die halbe Zeit auftritt!

The Aeronauts

Luftfahrt-Enthusiastin Amelia Wren (Felicity Jones) möchte Pilotin eines Ballons werden, was die Gesellschaft im 19. Jahrhundert so aber nicht ermöglicht. Als tut sie sich mit James Glaisher (Eddie Redmayne) zusammen der nach arbeitet eine bessere Möglichkeit für die Wettervoraussage zu finden …

Die Stimmung in diesem Film kippt wie das Wetter, das ist alles positiv gemeint. Der Film beginnt einfach zu fröhlich und überschwenglich: eine ungestüme Frau und ein stocksteifer Wissenschaftler steigen gemeinsam in einen Ballon für eine gemeinsame Fahrt in unfassbare Höhen, wobei die wilde Abenteurerin auf den trockenen Theroetiker trifft. Das verströmt mitunter das Gefühl einer Abenteuerkomödie und hat fast schon Aspekte eines Buddy Movies. Aber das bleibt nicht so … je weiter es geht und desto höher der Ballon steigt desto härter und ernster wird es. Das kommt durch die tragsche Vorgeschichten der Figuren die sie zu ihrem Trip antreiben, ebenso wird der Film ab einem gewissen Punkt zum reinen Survivaldrama in dem die zwei Figuren in Lebensgefahr geraten und um das reine Überleben kämpfen. Das passiert im Grunde auf klaustrophobisch engem Raum der dann auch optisch nicht so viel hergibt: die ganze Ballonfahrt entstand vor Green Screen was man leider auch sieht. Das ruiniert den Film nicht, macht aber eben den Unterschied aus zu einem großen Kinofilm. Trotzdem: für den Streamingmarkt ist dies sicherlich ein Highlight da er Herz, Kraft und Witz besitzt.

Fazit: Spannend, mitunter witzig und je weiter es geht immer ergreifender!

Police Academy – Dümmer als die Polizei erlaubt

Ein neuer Gesetzesentwurf macht es möglich daß sich fortan jeder der es möchte an der Polizeiakademie bewerben kann. So landet eine bunte Truppe an schrägen Gestalten dort die eine reines Chaos anrichten – während der bösartige Ausbilder Harris (G.W. Bailey) bemüht ist so viele wie möglich loszuwerden und dabei besonders auf den aufmüpfigen Mahoney (Steve Guttenberg) schaut …

Ich habe die Filme dieser Reihe (wie wohl viele aus meiner Generation) in meiner Jugend etliche Male geschaut, Original wie Sequel, und muß mir wohl eingestehen: wirklich gute Filme waren das nie und ebenso wenig kann man damit wohl in der heutigen Zeit noch „bestehen“. Es bleibt bei mir wohl ein fetter Funke an Nostalgie, außerdem ist es schön bekannte Synchronstimmen aus der damaligen Zeit nochmal zu hören. Obendrein hat man hier ja mitunter die Sequels vor Augen und erkennt wie die Reihe von Folge zu Folge bergab ging und wie gut im Erstling eigentlich noch alles ist. Figuren, Humor und der Slapstick funktionieren eigentlich ganz zufriedenstellend, wobei das was besonders zotig wirkt eher harmlos ist. Trotzdem: wer ein paar Erinnerungen auffrschen mag, der kann ganz froh sein diesen Film im Netflixangebot zu finden, wer ihn noch nie gesehen hat sollte mal einen Blick riskieren – und sei es nur um zu verstehen worüber die vorherige Generation gelacht hat.

Fazit: Stark verstaubt, aber insbesondere durch die Brille der Nostalgie ein großer Spaß!
Rating: ★★★★☆

Die Kunst der Nächstenliebe

Isabelle (Agnès Jaoui) hilft Bedürftigen auf jede erdenkliche Weise – bis sie auf die ähnlich engagierte Elke (Claire Sermonne) trifft deren Methoden ebenso erfolgreich sind. Isabelle empfindet Eifersucht und will sie übertreffen indem sie eine kostenlose Fahrschule errichtet …

Das ist die typische Situation die in Sneak Previews öfters mal auftritt: man sieht einen unbekannten französischen Film und innerhalb weniger Momente leert sich das Kino. Manchmal zu Recht, manchmal entgeht dem fliehenden aber auch das ein oder andere lohnende Wer. Das trifft aber nicht auf diesen hier zu. Ich hatte das Gefühl eine verfilmte, früe, unfertige Drehbuchfassung zu schauen: die Hauptfigur engagiert sich sozial und das bringt einiges an Sorgen mit sich. Die türmt der Film auf, entscheidet sich aber nicht welche der genannten Dinge er nun wirklich zum Thema machen will und springt uninspiriert zwischen allen Storys hin und er. Daß da einzelne Momente ganz witzig ausfallen ist nett, sie kollidieren aber mit ungelenken Dramapassagen und dem Umstand daß die Hauptfigur vorrangig unangenehm daherkommt.

Fazit: Nett gemeint, setzt aber keinen Schwerpunkt in irgendeine Richtung!

Late Night

Der TV Talkerin Katherine Newbury (Emma Thompson) wird vorgeworfen frauenfeindlich zu sein. Daher wird die Autorin Molly (Mindy Kaling) engagiert die ihr in der von Männern dominierten Redaktion den Rücken stärken soll …

Schön wenn Verpackung und Inhalt auseinander gehen, zumindest ein wenig: in diesem Falle läßt die Aufmachung vermuten daß man es mit einer einfachen Komödie zu tun hat in der eine junge Frau bei einer alten, grantigen Moderatorin anfängt und dieser mit ihrer frischen Art endlich neue Wege aufzeigt. Das ist zwar im Kern wirklich der Plot, aber es geht doch etwas anders und auch etwas „tiefer“. Die beiden Hauptfiguren werden komplett zerlegt und präsentiert, es sind keine oberflächlichen Comedygestalten sondern nachvollziehbare Personen mit Ängsten und Hintergrund. Ebenso wird das Schreiberleben zwar kurzweilig und mitunter lustig gezeigt, aber man erkennt schon daß Stress und Druck hinter allem steckt und diese Menschen wirklich um ihre Existenz bangen. All das wird entspannt, ohne überdrehte Komik und sympathisch vermittelt. Filme dieser Art gabs zwar durchaus schonmal, aber schön wenn auf diese Weise einer dazukommt.

Fazit: Kleine Komödie mit großen Darstellerleistungen und ohne platten Humor!

Brittany runs a marathon

Das New Yorker Partygirl Brittany (Jillian Bell) führt zwar ein exzessives Leben, ist aber unglücklich. Als ihr Arzt sie darauf hinweist daß sie abnehmen muß gelangt sie an eine Lauftruppe. So setzt sich Brittany das ehrgeizige Ziel einen Marathon zu laufen …

Es ist ja mittlerweile ein ständig wiederholtes Prozedere: Streaminganbieter bringen manche Titel kurzzeitig ins Kino um dann später bei Preisverleihungen entsprechend mitsprechen zu können. Warum das bei diesem Hier passiert ist kann ich aber nicht verstehen. Das heißt nicht daß dieser Film schlecht ist, aber er rangiert nicht in solchen Dimensionen. Dafür weiß er zu überraschen: die Aufmachung und die Story sowie Jillian Bell lassen es wirken als habe man es hier mit einen seichten Komödie zu tun. Es gibt durchaus auch humorvolle Momente, aber der generelle Grundton ist merkwürdig traurig. Hier geht es um eine Frau die ihr Leben nicht geregelt bekommt und im Laufen einen Weg findet aus allem auszubrechen. Dabei gibt es Rückschläge, dabei gehen Dinge schief … und die Hauptfigur ist ohnehin jemand der sich selbst überhaupt nicht leiden kann. Diese Dinge werden nicht immer angenehm, aber eben durchgehend sehr ehrlich an den Zuschauer vermittelt. Das liegt wohl daran daß der Film eine wahre Geschichte erzählt. Und auch wenn das alles nicht nennenswert aufregend erscheint: jeder der schonmal versucht hat sich zu sportlicher Aktivität aufzuraffen weiß wie schwer das ist und was für einen Kampf die Hauptfigur alleine damit durchstehen muß.

Fazit: Bemerkenswert ehrlich und irgendwie traurig, ebenso aber mit Optimismus und Kraft!

Bloodrayne 2 – Deliverance

Rayne (Natassia Malthe) ist eine Mischung aus Mensch und Vampir und damit ein Daywalker. Ihr Ziel ist es aber den Untoten den Garaus zu machen. Daher sucht sie im Wilden Western nach Vampir-Boss Billy the Kid (Zack Ward) – und erhält Hilf von Sheriff Pat Garret (Michael Pare) und seiner Getreuen …

Uwe Boll hat daraus nie einen Hehl gemacht: Filme wie diesen hat er nicht wegen „Kunst“, sondern nur des Geldes wegen gemacht. Und mit ihrem kleinen Budget haben sie dennoch ein gewisses Maß an Umsatz erreicht, daher schob er hier seiner Videospielverfilmung „Bloodrayne“ noch einen Teil hinterher. Die halbwegs prominente Kristanna Loken stand ihm dabei als Darstellerin nicht mehr zur Verfügung, daher springt Natassia Malthe ein und gibt die schnetzelnde Vampiri. Ebenso neu ist das Umfeld in dem es spielt: war Teil 1 n einer Art Mittelalter und Fantasywelt geht Teil 2 in den Wilden Westen. Und dort hetzt Boll dann die vertrauten Nasen aufeinander: wer sich ein wenig mit dem Schaffen von Boll auskennt erkennt reihenweise Darsteller die immer in seinen Filmen erscheinen (wie Zack Ward und Michael Pare). Und die liefern eben die Leistungen die man von ihnen gewohnt ist: eine ganz simple Gut gegen Böse Story mit ein paar Schießereien, ein paar blutigen Szenen und keinerlei Überraschungen. Eben genau die Form von billigen Videothekenschnetzlern die man so mit einem Auge wegschaut, aber schon beim Abspann im Kopf löscht.

Fazit: In jeder Hinsicht billiger Metzelfilm dem man seine zahlreichen Macken irgendwie nicht vorwerfen mag!

Underwater – Es ist erwacht

Eine mehrköpfige Crew zu der auch Norah (Kristen Stewart) gehört wird auf eine Unterwasserstation verlegt um dort die Tiefseeforschung voran zu treiben. Durch ein Seebeben gerät die Mannschaft schnell in tödliche Gefahr – doch ebenso scheint ein unheimliches Wesen zum Leben erwacht zu sein …

Wenn der Untertitel zum Spoiler wird: eigentlich würde die im Trailer präsentierte Grundsituation schon für einen spannenden Film reichen: eine Bohrstation in 11 km Tiefe erleidet einen Zwischenfall und schweren Schaden und die wenigen Überlebenden sind nun bemüht irgendwie zu überleben und an die Oberfläche zu gelangen. Allerdings gibt es anscheinend draußen auf dem Meeresboden übersinnliche Wesen die ihnen nach dem Leben trachten … gut, da ist nichts dran was man nicht schon kennt, man fragt sich halt nur welches der vielen bekannten Szenarien hier gewählt wurde. Schade eigentlich da der Survivalpart sehr gut beginnt: der Crash passiert gleich in Minute zwei oder drei, das Tempo ist hoch … leider verliert man dann schnell den Überblick. Die armen Säue müssen einen schwierigen Weg gehen und hinter sich bringen,leider ist man sowohl überfragt was den Weg an sich geht noch kann man bei der düsteren und hektischen Inszenierung irgendwie folgen. Man ist genau so ratlos wie die Hauptfiguren. Ratlos war ich auch bei der Rolle von T.J Miller der als Witzbold das Szenario auflockern soll und gänzlich scheitert. Und was den Monsterpart angeht … der ist ebenso solide, aber ebenso unnütz. Wie der ganze Film: simpel und solide auf ausgelatschten Pfaden.

Fazit: Hoch spannend, aber ohne nennenswerte Charaktere und mit allen Wendungen von der Schablone!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=f7iwJNv7WdU&t=33s

Border

Tina (Eva Melander) arbeitet als Grenzbeamtin und besitzt übermenschliche Geruchsfähigkeiten, ebenso wie die Gabe Emotionen zu erfassen. Dann trifft sie auf Vore (Eero Milonoff) mit dem sie einiges gemeinsam zu haben scheint …

Dies ist wohl der Prototp eines Festivalfilms und ich werde garnicht erst so tun als sei ich der richtig Typ für so einen Stoff. Ich kann aber respektieren da0 hier eine unscheinbare geschichte entfaltet wird mit einer ungewöhnlichen Hauptfigur – und damit eine sehr eigene Mischung aus Fantasy, Krimi, Thriller und Drama ausgebaut wird. Mit der entstellten Hauptfigur hat man schon eine ganz markante Heldin, die Teilung zwischen deren beruflichen und privaten Problemen macht fast schon zwei Filme draus. Der Look ist manchmal gezielt trist, in manchen Momenten ist aber auch eine fast märchenhaft anmutende Stimmung im Raum … und mehr sollte man schlichtweg nicht sagen. Ich selber habe mehr Respekt als Begeisterung für diesen Genremix über, aber es gibt sicherlich so einige die ihn restlos zu feiern wissen.

Fazit: Spezieller Genremix der sicher nicht für jeden Zsuchauer klappt!

Cujo

Donnas Trenton (Dee Wallace) steckt ohnehin in großen Eheproblemen, aber dann gerät sie mit ihrem Sohn Tad (Danny Pintauro) in eine lebensgefährliche Lage: der eigentlich liebenswürdige Hund Cujo hat sich Tollwut eingefangen und mutiert zur rasenden Bestie – und setzt sie beide hilflos in einem liegengebliebenen Auto fest …

Stephen King Geschichten sind nicht nur Horror, sehr oft nimmt Kleinstadtleben und die Betrachtung der Lebensumstände einen großen Teil ein. Hier kommt für mich der Horror erst im letzten Drittel wenn Muter und Tochter von dem bösen Hund belagert werden, vorher war es mehr ein Ehedrama in dem eine Frau fremdgegangen ist und die Ehe kriselt … und dann kommt eben die Extremlage mit dem Hund. Eigentlich ist das alles kaum mehr gruselig, die Vorstellung selbst in dieser Lage zu stecken ist natürlich schlimm, aber ein Szenario in dem die Figuren bei hellem Sonnenschein von einem Hund angekläfft werden bring eigentlich keinen mehr ins Schwitzen. Daher geht der Film trotz einiger blutiger Momente eben als kleiner, namentlich populärer Klassiker durch den man als Stephen King Fan kennen sollte, ansonsten wohl auch heute als netten Spannungsfilm sehen kann.

Fazit: Mehr die Betrachtung einer kriselnden Familie als blutiger Hundehorror!