Operation 12 Strong

Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 entsendet Amerika eine 12-köpfige Eliteeinheit nach Afghanistan, unter Führung des noch unroutinierten Captains Mitch Nelson (Chris Hemsworth). Sie sollen am Hindukusch ein Bündnis mit der Nordallianz schließen um so den Kampf gegen die Taliban zu begünstigen …

Ist das kalkuliertes Balsam für die amerikanische Seele oder eine „nötige“ Würdigung? Der Film schildert eine unmöglich wirkende und doch erfolgreich durchgeführte Mission die amerikanische Steitkräfte kurz nach dem 11. September ausgeführt haben und beim Kampf gegen die Taliban einen unerhört wichtigen Sieg errangen. Das heißt, der Film ist ein knallharter Militär Actionkracher und natürlich ein pathetisches Heldenlied. In den kühlen Farben in denen er gehalten wird kommt (vermutlich gewollt) zu keinem Zeitpunkt „Spaß“ auf, und auch wenn bekannte Stars wie Michael Pena und Sunnyboy Chris Hemsworth die Hauptrollen spielen bleibt es ein unterkühlter, heftiger Rachefilm. Da das Bruckheimer Symbol im Vorspann kommt ist dies natürlich ein Merkmal für groß angelegte Action und die bekommt man ebenso – nicht mehr oder weniger.

Fazit: Unterkühlte Kriegsaction mit großem Actionanteil und geringen Emotionen!

Rating: ★★★☆☆

Cotton Club

Der „Cotton Club“ liegt in Harlem und ist einer der begehrtesten Jazz-Clubs New Yorks. Eines Abens retten der Jazztrompeter Dixie Dwyer (Richard Gere) und Dutch Schultz (James Remar) einem der großen Mafiabosse das Leben – und wird fortan mehr und mehr in die düstere Gangsterwelt verwickelt …

Ich habe mir vor einiger Zeit eine Liste geschrieben mit allen Filmen von Nicolas Cage die ich nie gesehen habe und wollte diese nachholen, nur aus diesem Grund habe ich mir diesen nun gegeben. Und unter dem Aspekt daß es ein „Cage“ Film ist braucht man ih garnicht zu sehen: er spielt zwar mit, aber nur eine markante Nebenrolle und durch die unfassbar unpassende Synchronstimme hat man ohnehin nicht das Gefühl ihn zu sehen. Aber das Problem zieht sich durch den ganzen Film: viele Darsteller die man kennt sprechen mit für sie untypischen Stimmen (z.B. Richard Gere), ebenso redet einer mit der Stimme Lt. Frank Drebin einst hatte und da kann man halt nicht ernst nehmen. Kann der Film aber ansonsten nichts für dessen größte Stärke die Atmosphäre ist: eine handvoll verwickelter Gangstergeschichten die blutig, vielseitig und größenteils spannend inszeniert werden, untermalt von permanenter Jazz-Musik … wenn einem dies liegt macht man damit nichts falsch. Ich selber konnte weder mit der Zeit in der es spielt noch mit der Zeit aus der dieser Filmstammt wirklich etwas anfangen – hatte aber stetigen Respekt.

Fazit: Atmosphärisch dichte Musik und Gangstersaga mit vielen bekannten Gesichtern!
Rating: ★★★★☆

Sierra Burgess is a Loser

Sierra Burgess (Shannon Purser) entspricht nicht gerade den allgemeinen Schönheitsvorstellungen und war immer eine Außenseiterin – bis sie Textnachrichten von ihrem Schwarm Jamey (Noah Centineo) erhält die aber auf einer Verwechslung basieren da er glaubt Veronica (Kristine Froseth) zu schreiben. Sierra bittet Veronica um Hilfe …

Die Netflix Produktion der Woche die mal eben 30 Jahre zu spät kommt – der Film ist ganz eifrig drauf gerichtet wie ein 80er Jahre Film zu wirken, setzt dazu altbekannte Darsteller ein (Alan Ruck und Lea Thompson) und permanente Musik die wie Restbestände von „Stranger Things“ wirken. Ebenso wie die Hauptdarstellerin die in der ersten Staffel von „Stranger Things“ mitgewirkt hat. Allerdings funktioniert Nostalgie nur wenig wenn alle Beteiligten permanent mit dem Handy rumspielen. Die Story ist ok, aber nicht neu: zwei die zusammen gehören schreiben sich, dabei ist aber ein grundlegendes Missverständnis im Raum und dann wird getrickst bis es zur Enthüllung kommt. Dabei finde ich das Verhältnis zwischen der sehr erzwungenen Hauptfigur Sierra und ihrem Schwarm uninteressant, viel mehr wie die Figur der zickigen Veronica mehr und mehr bloßgelegt und enthüllt wird. Diese mitunter auch sehr warmherzigen Szenen retten den Film für mich nicht, heben ihn aber aus der banalen Netflix-Soße durchaus heraus.

Fazit: Konventionelle Comedy bei der ein Subplot immens heraussticht

Pakt der Rache

Laura (January Jones), die Frau desHighschool-Lehrers Will Gerard (Nicolas Cage) wird Opfer eines Überfalls. Deswegen geht will mit dem Ganster  Simon (Guy Pearce) einen Deal ein bei dem Simon für Rache an den Tätern sorgen soll. Doch der Preis den Will dafür zu zahlen hat ist hoch …

Gut, aktzeptiert hatte ichs schon lange: Cage ist kein Star mehr der in großen Filmen mitspielt sondern dürftigen Simpelquatsch auf Videothekenlevel raushaut. Aber in diesem Fall mußte ich dann doch gnädig sein: der Ansatz der Handlung ist griffig und plausibel, nämlich ein Mann der eine unmoralische, aber restlos verständliche Entscheidung trifft und sich danach mit den entsprechenden Folgen herumschlagen muß. Auf dem günstigen Produktionlevel heißt das eine lange Reihe an Lauf und Fluchtszenen und jede Menge Schießereien. Dabei hat Cage leider eine recht normale Figur und kaum Möglichkeiten in der für ihn doch so typischen Weise auszuticken, aber das stört nicht: der Film sieht fast aus wie eine TV Produktion, liefert kurzweilige Unterhaltung und tut nicht weh.

Fazit: Von Cages zahllosen Produktionen für das Heimkino einer der Besseren!
Rating: ★★☆☆☆

The Nun

Father Burke (Demián Bichir) untersucht den mysteriösen Tod einer Ordensschwester in den 50er Jahren die in einem rumänischen Kloster Selbstmord beging. Zusammen mit der Novizin Irene (Taissa Farmiga) ergründet Burke ein grausiges Geheimnis des Klosters …

Gut, ich bringe schlechte Voraussetzungen mit: ich fand den zweiten Conjuring Film großartig, den ersten und die beiden Anabelle Titel fand ich nur durchschnittlich. Und so sehr ichs verstehen kann das ein Franchise gemolken werden muß wenn es Umsatz bringt, desto mehr stößt mich diese Praktik ab – und ein Film wie dieser unterstreicht für mich diese Ansicht restlos. Eine handvoll bleicher Gestalten tapst durch eine unliebsame, unschöne Umgebung, mehr als die Hälfte des Films besteht aus Leuten die mit Kerzen und Fackeln merkwürdig dreinblickend durch dunkle Gegenden stapfen …und wann immer Einschlafgefahr zu bestehen scheint wird wie auf Knopfdruck ein Jumpscare oder eine Vision eingefügt. Das ist Grusel von der Stange, der auch nicht durch interessante Figuren aufgewertet wird; und die Verbindung zum Conjuring 1 wirkt wie mit Gewalt erzwungen. Für riesige Fans der Serie sind vielleicht ein paar Pluspunkte drin, ansonsten ist der Nonnenhorror komplett verzichtbar.

Fazit: Gute Kameraarbeit und stellenweise effektive Gruselumgebung, ansonsten nur pure Langeweile!

Rating: ★★☆☆☆

Tresspass

Die Ehe von Kyle (Nicolas Cage) und Sarah (Nicole Kidman) erscheint nach auße hin perfekt – bis die Familie von flüchtigen Gangster als Geisel genommen werden. Während Kyle nach einer Möglichkeit zur Gegenwehr sucht scheint Sarah die Gangster zu kennen …

Namen die ja doch ein wenig Hoffnung ins Produkt rechtfertigen: Nicolas Cage in der Hauptrolle, Nicole Kidman als seine Frau und auf dem Regiestuhl Joel Schumacher der durchaus einige große Blockbuster abgeliefert hat. Mit Kidman geht’s ja bis heute nich gut weiter während die beiden genannten Herren nicht mehr allzu präsent sind – woran dieser Film zwar sicherlich nicht schuld ist, aber auch nichts entscheidend an der Sachlage geändert haben dürfte. Ein kleiner, mit überschaubarem Budget abgedrehter Psychothriller, lokal begrenzt auf einen Schauplatz und dem einzigen originellen Nebenpart daß einer der Gangster eine psychische Macke besitzt und öfter mal Dinge aus dem Zusammenhang heraus falsch auffasst oder umsetzt – wow, wie spannend. Wenn man weiß worauf man sich einläßt kriegt man austauschbaren Thrill knapp über TV Niveau, wer bei den namhaften Darstellern einen richtig guten Film erhofft hat eben schlichtweg Pech.

Fazit: Nahezu überraschungsfreies Home Invasion Szenario mit populären Mitwirkenden, aber kaum nennenswertem Resultat!

Book Club – Das Beste kommt noch

Vivian (Jane Fonda), Diane (Diane Keaton), Carol (Mary Steenburgen) und Sharon (Candice Bergen) sind bis ins hohe Alter engste Freundinnen und treffen sich regelmäßig zusammen in einem Buchclub. So kommen sie eines Tages dazu „Fifty Shades of Grey“ zu lesen – und das deftige Buch hat auf die Damen ungeahnte Auswirkungen …

Vier ältere Damen lesen Shades of Grey – aus diesem schlichten Konzept macht der Film einen Trailer der befürchten läßt daß die Nummer echt peinlich wird, daß diese Ideen die sie aus dem Sadomaso Buch gewinnen umgesetzt werden und peinlich enden. Allerdings tut man damit dem Film unrecht, da gibt’s kaum was zu klagen: vier reife Damen, allesamt von echten Charakterdarstellerinnen gespielt lesen Shades of Grey und nehmen dies als Auslöser um in ihrem jeweiligen Leben etwas zu ändern – man kann sich zwar fragen warum der Film Shades of Grey als die ultimative Bibel des sexuellen Erwachens feiert, muß das aber nicht. Denn es entwickeln sich diverse kleine Handlungstränge die zwar nicht wirklich tolle neue Geschichten erzählen, aber sehr wohl Herz und Charme besitzen. Ergänzt wird dies durch eine herzliche Männerriege die ihrerseits eine fette Charmeoffensive abfeuern. Heißt, der Film ist sicher für ein weibliches Publikum ausgelegt, wer sich aber dazu zählt und es mal versucht könnte einen besseren und kurzweiligeren Film bekommen als es der railer vermuten lässt

Fazit: Herzig und nicht zotig mit großem Staraufgebot!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=SRW7DtdgutU

BlacKkKlansman

Ron Stallworth (John David Washington) ist in den Siebzigern der erste Schwarze, der beim Polizeidepartment arbeiten darf. Unerwartet bekommt er einen telefonischen Kontakt zum Ku-Klux-Klan und wird dort Mitglied – muß aber seinen jüdischen Kollegen Flip (Adam Driver) zu den realen Treffen schicken …

Leider meinte es bei diesem Film die eigene Kondition nicht so gut mit mir: nach gut der Hälfte entschwand meine Aufmerksamkeit und später auch meine geistige Anwesenheit (ich bin im Kino dezent weggeknickt). Daher kann ich den Film nicht im Großen und Ganzen bewerten, nur meine sporadischen Eindrücke aus dem Anfang preisgeben: ich mochte den Film soweit, stieß mich aber an ein paar Dingen. Z.B. daran daß die Hauptfigur zu Beginn ins Bild tritt und die Handlung direkt losgeht ohne die Person irgendwie näher vorzustellen, ähnlich auch bei anderen Figuren. Des weiteren kam mir der Film ein wenig gedehnt vor, also daß manche Szenen etwas zu lang geraten sind (etwa eine Sequenz bei der der Protagonist eine Black Panther Veranstaltung infiltriert und die Kamera zwei Minuten lang die Feier dort einfängt ohne daß es die Handlung antreibt). Ansonsten ist es natürlich ein spannendes und wichtigs Thema, der Kampf gegen Rassismus und Haß, und daß der Film trotz der ernsten Grundlage bemüht ist dort wo es geht locker und humorig daher zu kommen. Daher kann man sich soweit auf den Film einlassen, sofern man etwas Sitzfleisch mitbringt.

Fazit: Humoriger Mix auf Krimi und Komödie mit realem Bezug, vielleicht etwas zu ausgedehnt in einzelnen Szenen

Rating: ★★★★☆

Honeymoon in Vegas – Aber nicht mit meiner Braut

Am Sterbebett verspricht Privatdetektiv Jack Singer (Nicolas Cage) seiner Mutter niemals zu heiraten. Trotzdem gedenkt er dann seine Freundin Betsy (Sarah Jessica Parker) zu ehelichen – allerdings bringt ihn dann eine Runde des Profizockers Tommy Korman (James Caan) in große Probleme …

Da ich bemüht bin alte Nicolas Cage Filme nochmal nachzuholen ist mir dieser hier untergekommen den ich zwar irgendwann mal im Fernseheng esehen habe, aber kaum mehr auf dem Schirm hatte. Und auch wenne s unfair ist. Schon nachw enigen Sekunden fühlte sich der Film für mich nicht mehr nach einem Nicolas Cage Film an. Der Grund war seine Synchronstimme die mir die Figur komplett fremd machte, dafür hatte der Streifen dann doch ein paar seiner populären Ausraster und Schimpftiraden parat, obendrein macht es einen Heidenspaß wer hier alles in Mini Rollen auftaucht, von Sarah Jessica Parker über „Mr. Myagi“ und Bruno Mars sind einige dabei. Der Film an sich strömt den Geist und den Look eines 90er Jahre Films aus, allerdings eines recht belanglosen. Ein paar Verwicklungen, ein par nette Dialoge und Gags, aber am Ende doch ein kaum über Durchschnitt herauskommendes Filmchen.

Fazit: Kleine Komödie mit ein paar guten Momenten!

Das schönste Mädchen der Welt

Roxy (Luna Wedler) wechselt in die Klasse des Außenseiters Cyril (Aaron Hilmer) der sich schnell in sie verliebt. Roxy wirft aber mehr ein Auge auf Rick (Damian Hardung). Da aber auch Weiberheld Benno (Jonas Ems) hiner Roxy her ist understützt Cyril Rick dabei indem er mails und Lieder schreibt die dieser als seine ausgeben kann …

Schon der Trailer machte ein wenig Hoffnug daß der Film nicht nur ein hirnloses, plumpes Filmchen wird und zeigt schon in den ersten Minuten da0 er durchaus was zu bieten hat. Das heißt, keine irren, spektakulären Momente, aber sehr wohl eine herzige, herzliche und mögenswerte Hauptfigur und Figuren zwischen denen Chemie und Herzlichkeit besteht und die eine tolle Dynamik miteinander haben. Die sich dann ergebene Verwechslungsgeschichte finde ich anstrengend, aber sie wird hier nicht so exzessiv und mit immer weiteren künstlich erzwungenen Wendungen gestreckt und verlängert, der Reiz liegt bei kleinen, lebensechten Dialogszenen und zahlreichen Musikomenten. Diese sind zwar nicht imemr logisch (warum hört das Mädchen die Lieder wie der Zuschauer, also als perfekt abgemischte Hip-Hop Musik) aber sie funktionieren, ebenso gibt es klitzekleine Logiklöcher im gesamten die aber nicht weiter stören. Wenn man davon absieht daß es eine deutsche Teenagerkomödie ist und sich unvoreingenommen dran gibt kann man wirklich einen herzerfrischenden Film vorfinden und viel mehr als zu erwarten war.

Fazit: Ungemein sympathisch und im Kern sehr erhlich!

Rating: ★★★★☆