The High Note – L.A. Love Sings – Der Song meines Lebens

Sängerin Grace Davis (Tracee Ellis Ross) ist eine Pop-Diva die ihrer Assistentin Maggie (Dakota Johnson) die Hölle auf Erden bereitet mit ihren Launen. Als aber ein Manager (Ice Cube) mit einem Angebot um die Ecke kommt geraten beide Frauen an ihre Limits …

Im Grunde greift der Film einige altbekannte Thematiken auf die man in der einen oder anderen Gewichtung schon mal geschaut hat. Im Zentrum steht eine junger Frau die als Assistentin für einen Star arbeitet, gleichzeitig aber eigene Karrierewünsche und ziele hat und damit versucht in dieser Medienwelt klar zu kommen, dazu kommt noch der Part daß sie selber bemüht ist einen künftigen Star „aufzubauen“. Ebenso steht es im Zentrum seine Träume zu verfolgen, Abstriche zu machen und die Karriere mit dem privaten zu vereinen, außerdem nimmt das zwar enge, aber eben dienstliche Verhältnis zwischen Angestellter und Chefin viel Raum ein, als Bonus gibt’s die Ängste und Sorgen des Stars. All dies ist relativ ereignislos, aber trotzdem entspannt gefilmt mit schönen Sets schönen Menschen und angenehmer, warmer Beleuchtung. Und mit Dakota Johnson in der Hauptrolle hat man eine mögenswerte Figur die zwar keine Ecken und Kanten hat, aber für die seichte Handlung absolut ausreicht. So ist der ganze Film wie ein Lied das man beim Autofahren im Radio hört – beiläufig, harmlos und hinterher schnell vergessen.

Fazit: Schick aufgemacht, aber inhaltlich kaum erwähnenswert!

Rating: ★★★☆☆

David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück

Die Lebensgeschichte des gutmütigen David Copperfield (Dev Patel) der im viktorianischen England aufwächst. Sein ereignisreiches Leben gibt ihm viel Inspiration auf seinem Weg zum Schriftsteller …

Dies ist die Verfilmung eines Literaturklassikers von Charles Dickens welchen ich nie gelesen habe, daher kann ich (wie so oft) wenig Referenz ziehen wie sehr das Werk erfasst wurde. Aber es war wohl nicht die Absicht die schriftliche Vorlage so getreu wie möglich auf die Leinwand zu wuchten, da das Buch insgesamt eher schweren Gemüts und „belastend“ ist und dieser Film wohl mehr in den Bereich eines fantasievollen Lustspiels geht. Die Hauptfigur erzählt einfach ihren Lebensweg der kapitelhafte Szenen aneinander reiht und das treibende Element ist der stetige Wechsel zwischen wohlhabenden und ärmlichen Umfeldern. Einen wirklichen Plot habe ich dabei nicht festgestellt, sehr wohl aber eine lange Reihe an Szenen in denen komisch geredet wird und sich reihenweise Darsteller die Klinke in die Hand zu geben um in abgedrehten, exzentrischen Szenen zu spielen. Man könnte zwar klagen daß der Film über einen langen Zeitraum spielt und manche Figuren nicht altern aber das geht wohl zu weit. Irgendwie ordnet sich der Film zwischen Ernst und Fantasie ein und dank des energiegeladenen Dev Patel in der Hauptrolle folgt man dem Titelcharakter einfach gerne.

Fazit: Trotz ernster Themen durchaus im humorigen Sektor einzuordnen!
Videoreview von mir: https://youtu.be/14LdBaIjklI

Freaks – Du bist Eine von uns

Wendy (Cornelia Gröschel) nimmt sein Kindertagen Tabletten ein die ihre Depressionen im Zaum halten. Dann aber trifft sie auf Marek (Wotan Wilke Möhring) der ihr eröffnet daß sie Superkräfte hat und diese durch die Tabletten unterdrückt werden. Also setzt Wendy die Pillen ab und entwickelt unglaubliche Eigenschaften …

Ein Superheldenfilm aus deutschen Landen, direkt für Netflix produziert – kann das was geben? Durchaus wenn man gewisse Abstriche macht. Zum Beispiel die Erkenntnis zulässt daß es wirklich nichts gibt was dieses Genre nicht schon auf die Leinwand geworfen hat, man aber eben aus der Mischung der richtigen Elemente durchaus einen passablen Titel schnitzen kann. Das ist hier passiert: Szenen in denen eine schüchterne Figur sich dank neugewonnener Kräfte behaupten kann sind nicht neu, aber eben etwas was gut funktioniert, ebenso ist der altbekannte Plotpoint daß jemand der immer aufs Maul bekommen hat mit den Kräften die er erhält nicht umgehen kann und seine neue Macht einsetzt um sich zu rächen immer wieder gut angebracht. Ansonsten geht es ums Aktzeptieren seiner Kräfte und rausfinden wer man ist … das kommt auch immer gut. Man muß eben nur akzeptieren daß der Film auf deutschem Produktionsniveau passiert und daher Effekte, Kämpfe und all das auf einem sehr kleinen Level passieren. Das ist aber im gesamten nicht schlimm: als deutsche Produktion ist der Film dabei sehr in Ordnung, sehr kurzweilig und geht klar – nur trotzdem muß das offene Ende nicht unbedingt das Intro für ein Sequrl sein.

Fazit: Für eine deutsche Produktion ist das alles solide – nur das auf Fortsetzung schielende Ende irritiert!

Videoreview von mir: https://youtu.be/jEQA6ZdF-Z0

Ronny & Klaid

Die beiden Kumpels Ronny (Franz Dinda) und Klaid (Sahin Eryilmaz) schulden dem Casinobetreiber Bernhard Chipper (Guido Broscheit) 80.000 Euro – obendrein erweist sich Ronnys neue Freundin Emily (Xenia Assenza) als Chipper Tochter. Sie wollen mit einem irrwitzigen Plan aus der Klemme entkommen …

Dieser Film sah für mich aus als sei hier ein Studentenfilm mit professionellen Möglichkeiten inszeniert worden. Bild, Ton, Kamera, Sets … alles war mindestens auf dem Level einer soliden TV Produktion, wenn nicht hochwertiger. Die Story in der zwei Deppen anfangen Menschen zu entführen um ihre Schulden zu begleichen ist auch nur ein Aufhänger für ein endloses Feuerwerk an Gags die teilweise geradezu körperlich wehtun, aber eben dadurch ungemein effektiv sind. Und die Darsteller haben einen Charme dadurch wie sie sich ungehemmt in diese Blödelei werfen dem man sich kaum entziehen kann. Am Ende bleibt eben die Erkenntnis: nein, dies ist kein hochwertiges Kino, aber exzellenter Spaß.

Fazit: Ungemein albern und schmerzfrei, aber mit treffenden Gags und endloser Kreativität!

Rating: ★★★☆☆

The Photograph

Fotografin Christina Eames (Chanté Adams) stirbt unerwartet – ihre von ihr distanzierte Tochter t Mae (Issa Rae) findet in ihrem Nachlass eine merkwürdige Photographie. So enthüllt sie langsam die Geheimnisse ihrer Vergangenheit …

Eigentlich gibt es nichts im Film was man nicht kennt: es werden zwei Liebesgeschichten auf zwei Zeitebenen erzählt, bei der die Protagonistin der einen Story die Tochter der Protagonistin der anderen ist. Im Schwerpunkt verfolgt man wie ein Reporter und eine Kuratorin sich kennenlernen, näherkommen und im wesentlichen eine Beziehung an den Start kriegen, auf der anderen Seite erfährt man durch stetige Rückblenden das Chaos und emotionale Geflecht aus dem sich die Mutter einst freikämpfen mußte. Dabei wird klar daß sich die Geschichte nicht direkt wiederholt, sehr wohl aber gleiche Momente aufbringt. Trotzdem: nichts davon ist irre, spektakulär oder sonst wie erwähnenswert, aber es funktioniert mehr als gut. Liebe und Beziehungen sind zwar etwas was man filmisch aufpeppen kann, wenn es aber realistisch bleibt mag es nicht sehr aufregend daherkommen, aber für die handelnden Figuren ist es eben die ganze Welt. Und so passiert es hier: die beiden Protagonisten wachsen einem ans Herz und ihre Probleme berühren den Zuschauer sehr, ebenso die bitteren Entscheidungen welche die Mutter in ihrer Jugend treffen muß. Mit dem jazzigen New Orleans Sound unterlegt ist der Film eine ganz ruhige Kugel – und eine der angenehmsten Lovestorys die es lange gab, zumal auf den Zuckerstreuer verzichtet wurde.

Fazit: Harmlose und ereignisarme Story, aber liebenswerte Figuren und ganz viel Gefühl. Top!

Videoreview von mir: https://youtu.be/Sc8u2mIpQQA

Enkel für Anfänger

Karin (Maren Kroymann), Gerhard (Heiner Lauterbach) und Philippa (Barbara Sukowa) sind Rentner und haben keine Lust auf einen langweiligen Alltag. Daher bieten sie sich als Leihgroßeltern an – und begeben sich in ein fröhliches und forderndes Chaos …

Hier hatte ich mich beim Trailer wohl in eine falsche Richtung lenken lassen. Ich hatte erwartet daß es um ältere Menschen geht die sich mit Kindern befassen um ihrem tristen Leben als Rentner neue Impusle zu geben. Das ist so zwar auch drin, aber der Comedyanteil fällt doch deutlich geringer aus als es aussah. Ich sah einen Film über sympathische, ältere Herrschaften die versuchen in ihrem Leben nochmal was auf die Kette zu kriegen und eben dabei die Hilfe von Kindern, welche sie in ihr Leben integrieren setzen – trotzdem blieb für mich der Fokus auf den alten Herrschaften und dem ordnen ihres Lebens und weniger auf plumpem Gagahumor. Das fiel letztlich sehr ruhig, aber angenehm entspannt aus; ebenso spielen die Darsteller unverkrampft und freundlich auf und ergeben eine Handvoll Charaktere mit denen man gerne anderthalb Filmstunden verbringt. Ein Highlight ist dies alles wohl nicht, sehr wohl aber kurzweiliges Spaßkino mit emotionalen Anteilen.

Fazit: Weniger auf Comedy ausgerichtet als auf ein paar älterte Herrschaften auf der Suche!

Tenet

Nach einem vereitelten Terroranschlag wird ein CIA-Agent (John David Washington) auf eine neue Mission geschickt bei der es um das Ende der Welt gehen soll. Zusammen mit Neil (Robert Pattinson) macht er Jagd auf Sator (Kenneth Branagh) der eine unfassbare Technologie in den Händen hat …

Über einen Nolan Film lohnt es nicht zu diskutieren, da Fanboys stetig die Fahne hochhalten und jeden der was schlechtes sagt in Grund und Boden reden. Wenn ich also offen zugebe daß mich der Film in vielen Punkten überfordert hat kann das unmöglich am Film, der verkorksten Art und der Aufmachung liegen sondern nur an mir. Seis drum: optisch und visuell ist der Film natürlich ein unfassbares Meisterwerk, was anderes war von Nolan nicht zu erwarten. Inhaltlich hat der Film eine tolle Grundidee aus der sich ein immer komplexeres Szenario entwickelt welches leider nach und nach den Zuschauer außen vor läßt. Und emotional ist der Streifen leider sehr kalt: die Hauptfigur ist nicht wirklich schreiend unsympathisch, aber eben sachlich und namenlos, aber man nimmt weder an den Helden noch an der Bedrohung emotional Anteil. Daher sei der Film jedem ans Herz gelegt der mal wieder einen großen Kinofilm schauen mag – aber die Erwartungen sollten nicht allzu hoch geschraubt sein.

Fazit: Hochspannend und audiovisuell ansprechend, aber inhaltlich total komplex und unemotional!
Rating: ★★★☆☆

Videoreview von mir: https://youtu.be/z5ekj9nWrUQ

Die Hochzeit

Nach einem ereignisreichen Klassentreffen plant DJ Thomas (Til Schweiger) zu heiraten, sein Kumpel Nils (Samuel Finzi) quält sich mit der Untreue seiner Frau herum und Andreas (Milan Peschel) geht auf die Suche nach einer Frau per Onlineportal …

Man kann es drehen und wenden wie man will: Till Schweiger ist ein Mensch der weiß was sein Publikum sehen will und er hat eine gewisse Formel entwickelt die in fast allem Filmen neu angewandt ist: starker Musikeinsatz, Sepia Filter und schnelle Schnittfolgen sowie der stetige Einsatz von bekannten und wohl befreundeten Darstellern. Diese Daten trafen auch auf „Klassentreffen“ zu der hier eine Fortsetzung findet – und dabei zumindest die Probleme des Vorgängers etwas reduziert: das Schnittmassaker des Erstlings ist hier deutlich geringer und der  Billighumor unter der Gürtellinie fällt sanfter aus. Ändert aber nichts daran daß die Figuren plump, unsympathisch und überdreht sind und zumindest bei mir keinerlei Interesse wecken darnu was mit ihnen geschieht. Ansonsten ist es die 1.000 Variante einer chaotischen Hochzeit und einer Beerdigung bei der eine Misere die Nächste jagt und Fettnäpfchen auf Fettnäpfchen folgt. Sein Stammpublikum stellt Schweiger damit sicherlich zufrieden, wer abseits davon mal einen Blick riskiert könnt damit besser klar kommen als mit anderen Werken.

Fazit: Schlichte Chaoskomödie mit unangenehmen Hauptfiguren – gemessen an anderen Schweiger-Filmen aber ruhiger geschnitten und mit weniger plumpen Gags!

Faking Bullshit – Krimineller als die Polizei erlaubt

Die Polizisten Deniz (Erkan Acar), Rocky (Adrian Topol) und das Paar Netti (Sanne Schnapp) und Hagen (Alexander Hörbe) schieben ihren Dienst in einem kleinen Städtchen in dem eigentlich nie etwas passiert. Als die Beamtin Tina (Sina Tkotsch) deswegen die Wache schließen soll versuchen die Polizisten selbst die Kriminalität in ihrem Ort zu entfachen …

Die Story klang für mich sehr vertraut als ich sie las, da versöhnte mich aber dann der Vorspann des Films in dem direkt darauf hingewiesen wurde daß der Film inspiriert ist von „Kopps“. Die Story ist dann auch im Ansatz identisch, nämlich daß die Polizisten einer kleinen Wache selber anfangen kriminell zu werden um dadurch ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Die direkten Vergleiche kann ich nicht mehr ziehen da es an die 20 Jahre her ist seit ich „Kopps“ sah, ich denke aber schon daß die deutsche Variante sich zum Ende hin in eine andere Richtung weiterentwickelt. Dabei stießen mir allerdings zwei Dinge besonders auf: zum einen die starre Inszenierung der Dialoge, bei denen oft drei oder vier feste Kamerapositionen eingenommen werden zwischen denen der Film dann hin und her zappt, das wirkt ungemein klinisch und steril. Obendrein sind ein paar Darsteller dabei die geradezu laienhaft wirken und durch die manche Szenen sehr anstrengend wirken, gerade wenn sie in Szenen agieren mit anderen die irhren Part gut machen. Das heißt aber am Ende nichts: die Figuren wirken sympathisch, sind zwar schlicht umrissen, wachsen einem aber schnell ans Herz so daß man einfach mit diesen herzlichen Charakteren anderthalb kurzweilie Stunden Spaß hat. Und auch wenn dies nicht episches und großes Kino ist, so ist es dennoch vergnüglich und nett.

Fazit: Stellenweise starr inszeniert, aber mit einigen passenden Lachern und herzerwärmenden Figuren!

Rating: ★★★☆☆

Videoreview von mir: https://youtu.be/H7lG5JWT6J0

Die Waffen der Frauen

Tess McGill (Melanie Griffith) möchte als Geschäftsfrau groß rauskommen, landet aber als Sekretärinfür Katharine (Sigourney Weaver). Als Tess entdeckt daß diese ihre Ideen klaut gibt sie sich selbst als Geschäftsfrau aus und gerät an den Investmentbanker Jack Trainer (Harrison Ford) der auch Katharines Freund ist …

Diese Filme kann man heute wohl kaum mehr richtig sehen. Eigentlich verwässern diverse Punkte die Sicht darauf. Zum Beispiel ist es toll Stars wie Harrison Ford, Melanie Griffith und Sigourney Weaver noch einmal in jungen Jahren zu sehen, man kann auch in Nebenrollen Darsteller wie Davifd Duchovny und Kevin Spacey entdecken. Des weiteren sind die gezeigten Arbeitswelten heute kaum mehr vorstellbar, in denen Großraumbüros ohne  Handys vorkommen. Und das Streben nach beruflichem Erfolg wurde in solchen Titeln auch immer gerne etwas zu sehr glorifiziert. Auf der anderen Seite liefert der Film am Ende dennoch ganz großes Kino: charmante Stars die sich die Bälle zuspielen und eine herzerwärmende Story in der eine schlaue Frau sich nach oben durchkämpft – das zieht auch einige Jahre später. Und sei es nur die berühmte Schlußeinstellung und die dazu gehörende Musik.

Fazit: Zwar deutlich angestaubt, aber dennoch charmant, witzig und voller Herz!

Rating: ★★★★☆