The Exit Place Interview 2
Fünf Fragen an:
Dennis Dinstühler * Esther Bühl * Thomas Breuer * Diana Mayer
Was sagen sie zu dem Vorwurf daß Sie im Grunde immer nur dieselbe Geschichte erzählen?
Naja, vermutlich daß das stimmt. Das Handlungsgerüst “ein harmloser Normalo gerät an einem ganz normalen Tag in eine außergewöhnliche Sache und muß über sich selbst hinauswachsen um zu überleben” ist eigentlich seit “Reasons for Living” dassgleiche. Aber das macht mir persönlich nichts, ich weiß daß ich kein besonders guter Geschichtenerzähler bin; ich lege meine Schwerpunkte anders fest.
Und was sind diese Schwerpunkte?
Genaugenommen drei Stück: erstens will ich versuchen glaubhafte und vor allem liebenswürdige Charaktere zu erschaffen. Die Zuschauer müssen Dennis und Esther in ihren Rollen mögen, sonst läßt es sie doch total kalt was mit ihnen passiert; und genau darum soll es auch eine Fortsetzung des “Exit Place” geben, damit es ein Wiedersehen mit den vertrauten Figuren gibt. Zweitens das Ausloten und Inszenieren einiger Szenen; vor allem des Happy Ends. Die schönste Szene in meinen Augen ist wie Dennis Esther zudeckt; und eben darum geht es mir, schöne Szenen mit liebgewohnenen Charakteren. Und drittens muß das Filmen Spaß machen, sonst hat alles andere gar keinen Sinn – und mir persönlich macht halt alles wo es rundgeht viel Spaß.
Was ist für Sie bei der Filmerei das größte?
Kommt ganz auf die Definiton der Frage an. Ich würde sagen die großartigsten Dinge dabei sind eigentlich totale banalitäten die für mich aber wahnsinnig toll sind. Z.B. als Diana mir aus der Schweiz schrieb ich solle ihr schonmal ihren Text schicken damit sie ihn lernen kann; Esther die mich vor “Shopper 2″ fragte wie ihr Outfit für den Film aussehen solle, Dennis der sich die Haare platt / Haare hoch Sache für den Exit Place ausdachte, Iris die sich selbst Text schrieb, Benno wie er die Hülle kreierte – es ist ein unbeschreiblich tolles Gefühl wenn man feststellt wie sich andere mit deinen Ideen auseinandersetzen und sich Gedanken dazu machen und zu was für Kombinationen und tollen Details das ganze nachher wird. Und total irre fand ich wie willkommen wir bei der Premiere im Lindentheater waren, als man uns zuerst Kaffee anbot und sogar den Schriftzug draußen anbrachte.
Bei den “Shopper” Filmen haben Sie gesagt daß Knox Overstreet sowas wie ihr Alter Ego war. Wie steht es mit persönlichen Dingen im “Exit Place”?
Wer mich ein wenig kennt kann im Film diverse kleine Gags; Anspielungen ect auf mich und mein Leben entdecken, z.B. daß ich wirklich ein jahr lang im Frechener Krankenhaus gearbeitet habe oder natürlich diie Gerling Szene weil ich wirklich eine ganz intime Feindschaft gegen den Laden hege. Was meine Figur angeht ist es eher eine Utopie: mein Charakter ist in jeder Hinsicht glücklich und zufrieden, diese Zufriedenheit und Sorglosigkeit würde ich mir selber auch wünschen.
Weshalb bekamen Sie bei der Premiere als Sie vorne standen kaum einen Ton raus?
Weil ich nicht darauf vorbereitet war oder damit gerechnet hatte was sagen zu müssen. Ich bin in dem Punkt ein wandelnder Widerspruch (gerade Dennis müßte ein Lied davon singen können): entweder ich kriege kaum einen Ton raus oder ich rede wie ein Wasserfall – auch wenn ich eigentlich nichts zu sagen habe. Aber das ganze hat einen Vorteil: es muß ein nächstes Mal geben bei dem ich’s richtiger und besser mache … womit der nächste Film gesichert ist.
Spielen Sie ihre Szenen als Ihre Rolle oder lassen Sie doch recht viel von sich persönlich in die Rolle einfließen?
Bisher habe ich meine Szenen wirklich nur als Rolle gespielt. Die Figuren, die ich spielte, waren ja eher kleine Nebenfiguren, die keinen erkennbaren eigenen Charakter hatten. Vielleicht hätte ich sonst auch etwas von mir einfließen lassen oder mich mehr in die Figur hineingedacht. Dennoch glaube ich, dass immer etwas von einem in der Rolle ist, wenn auch unabsichtlich.
Bei “Shopper 3″ haben Sie einen eher tragischen Kurzauftritt; im “Exit Place” geraten Sie in eine Action-Szene – was liegt Ihnen mehr?
Natürlich habe ich gerne viele Szenen zu spielen!!Die Action-Szene hat mir besonders viel Spaß gemacht:-)!
Sie haben zwar noch nicht so viele Szenen gedreht, aber haben Sie eine lustige Erinnerung vom Filmen?
Das Filmen insgesamt ist eine lustige Erfahrung, da die Atmosphäre immer sehr locker ist und einem Versprecher oder Lacher nicht übel genommen werden. Besonders lustig sind nun mal die Missgeschicke oder unerwartete Zwischenfälle.
In Ihren bisherigen Szenen waren Sie immer zusammen mit Dennis Dinstühler – gibt es jemanden mit dem Sie gerne mal spielen wollen?
Dennis ist natürlich ein sehr angenehmer Filmpartner, mit dem ich immer wieder gerne Szenen drehen würde! Andere Partner lehne ich auch nicht ab, eine bestimmte Vorstellung habe ich jedoch nicht!
Gibt es etwas daß Sie gerne mal vor der Kamera machen würden?
Am liebsten spiele ich in den Filmen von Thomas mit! Was sollte man sonst vor einer Kamera machen…;-)