Der Mondmann

Fernsehproduzent George Shapira (Danny DeVito) sieht in einer Kneipe eine Stand-Up Comedy Show des etwas eigenartigen Andy Kaufman (Jim Carrey) – und engagiert ihn vom Fleck weg. Der eigenbrötlerische Andy passt mit seinen Nummern und Späßen allerdings in kein normales Fernsehformat, deshalb bringt Shapiro ihn in einer Sitcom namens „Taxi“ unter. Trotzdem steigt Andy mit schrägen Auftritten in anderen Shows und ausgefallen Einfällen seines Autors Bob (Paul Giamatti) zum Star auf: er ärgert sein Publikum, tritt als rüpelhafter Sänger Tony Clifton auf und fängt an im Fernsehen gegen Frauen zu catchen. Doch gerade als er sich auf dem absteigenden Ast befindet erfährt Andy dass er Krebs hat …

Gewohntes Terrain für Regisseur Milos Forman: nach der erstklassigen Biographie „Larry Flynt“ verfilmt er hier ein weiteres Mal das Leben eines Sonderlings und nimmt sogar die weibliche Hauptrolle Courtney Love mit. Auch beim Erzählen macht er es ähnlich wie beim letzten Mal: er portraitiert seine Figur deutlich und mit allen positiven und negativen Seiten und überläßt es dem Zuschauer sich ein Urteil darüber zu bilden. Das fällt hierbei allerdings nicht leicht: Andy Kaufmann war wohl ein Mensch der Zeit seines Lebens mißverstanden wurde – und auch der Film kann nicht alles was Andy tut wirklich erklären. Trotzdem schafft es Grimassenkönig Jim Carrey in seiner zweiten Dramenrolle nach der „Truman Show“ den komplexen Charakter oscarreif zu verkörpern: auf der Bühne darf er sich nach Herzenslust austoben und ausleben wobei er als einzige Begründung für all die verrückten Aktionen Andys nur die Erklärung findet daß dieser will daß das Publikum „eine Erfahrung macht“, abseits davon verkörpert Carrey Kaufmann zunächst als verklemmten Sonderling und dann als herzerwärmend sensible Seele, im letzten Stück dann als tragisch Todkranken. Es gibt eine Menge zu lachen (wenn auch Kaufmans Auftritte als pöbelnder Tony Clifton ziemlich nerven), trotzdem ist das ganze unterm Strich ein Drama, eine möglichst neutrale Sicht auf einen komischen Kauz den nie einer kapiert hat – und den ein viel zu hartes Schicksal traf.Fazit: Sensible Künstlerbiographie mit Witz und schmerzhaftem Ende in dem sich Jim Carrey die Seele aus dem Leib spielen kann!

Rating: ★★★★☆

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