Dirty Dancing 2 – Havana Nights

Im Jahre 1958 zieht die schüchterne Schülerin Katey Miller (Romola Garai) mit ihrer Familie nach Kuba, da ihr Vater dort einen lukrativen Job bekommen hat. Bei den reichen und verwöhnten Kids in der Schule und ihrem Wohnviertel findet die naive Katey jedoch keinen Anschluß. Dafür lernt sie den bettelarmen, aber herzensguten Kellner Javier (Diego Luna) kennen. Um ihm und seiner von den politischen Umständen arg gebeutelten Famile zu helfen, überredet Katey Javier, an einem hoch dotierten Tanzwettbewerb teilzunehmen. Also beginnen die beiden das nötige Training – ohne an die gesellschaftlichen Folgen zu denken…

Da kann man lange drüber diskutieren (obwohl es letztlich völlig egal ist): ist dies wirklich eine Fortsetzung von „Dirty Dancing“? Da der Film inhaltlich 1958, also 5 Jahre vor dem ersten spielt, wäre es genau genommen ein Prequel, aber das ganze hat eh in keinster Weise mit den Ereignissen bei Kellermanns zu tun… oder etwa doch? Patrick Swayze hat eine kleine Nebenrolle: er spielt den flotten Hoteltanzlehrer, der der schüchternen Katey ein paar mal wertvolle Ratschläge gibt. Der Abspann weist ihn auch nur als Tanzlehrer und nicht als „Johnny Castle“ aus – zumal er (wenn er wirklich die Rolle aus dem ersten Film spielen soll) eigentlich 5 Jahre jünger sein müsste als da und in Wirklichkeit nun mal 17 Jahre älter als damals ist… obwohl man ihn beachtlich jung geschminkt hat und er immer noch eine flotte Sohle aufs Filmparkett legt.Spielt aber wie gesagt keine Rolle: das ganze ist ein kleiner, aber durchaus gelungener Tanzfilm mit klasse Tanzeinlagen und sehr viel hervorragender Musik, der aber mangels bekannter Gesichter vermutlich unbeachtet in die Videothekenregale gewandert wäre und sein Hauptaugenmerk dem populären Titel verdankt. Es geht nur ums Tanzen und um Liebeleien. Das merkt man vor allem daran, dass mehrmals Handlungsansätze angefangen werden, die sogleich wieder verpuffen: Katey kommt mit ihren arroganten Mitschülern nicht klar? Macht nichts, nach 30 Minuten verschwinden die gänzlich aus dem Film! Die Revolution bricht aus? Kratzt keinen, ist in 2 Filmminuten erledigt! Die Eltern kommen dahinter, dass ihre Tochter mit einem armen Kellner tanzt? Der Vater findet es toll, die Mutter braucht nur ein paar Worte von der Tochter und schon ist wieder heile Welt! Und wenn am Schluss ein Bruder den anderen davon abgebracht hat, ein Attentat zu begehen, ist dieser Zwist mit einem kurzen Gespräch über verlorene Bücher schnell bereinigt…Aber was interessiert Handlung, tieferer Sinn etc, wenn das, worum es geht so gelungen ist – mit Diego Luna und Romola Garai steht ein süßes Paar im Mittelpunkt, die Inszenierung ist flott und fröhlich und die Tanzeinlagen sind absolut top. Und auch wenn (so wie in dem Kino, in dem ich den Film sah!) die Leute eigentlich nur pärchenweise im Kino sitzen und sie die Leinwand anhimmelt und er sich ins Nachbarkino in „Kill Bill 2“ wünscht – auch Jungs werden diesen Film locker überleben.Fazit: Hat mit dem ersten Film eigentlich nix zu tun, ist aber für sich genommen ein simpler, aber schwungvoller und schöner Tanzfilm – nicht mehr oder weniger!

Rating: ★★★★☆

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.