Gattaca

In nicht all zu ferner Zukunft reicht eine Blutprobe, um das Leben eines Menschen vorauszusagen. Ein Tropfen Blut und der damit beinhaltete Blick auf die DNA des Besitzer reichen, um zu erkennen, wie wichtig ein Mensch für die Gesellschaft ist. Kinder werden in dieser Zukunft kaum noch auf natürlichem Weg geboren. Viel mehr wird die Geburt eines Kindes in die Hände des „Hausgenetikers“ gelegt, der dem neuem Leben nur die besten Eigenschaften der Eltern mitgibt. Kinder, die auf diese Weisen geboren werden, gehören zur Gruppe der „Validen“, während der Rest, natürlich und unvollkommen, der Gruppe der „Invaliden“ angehört. Genoismus heisst diese neue Form der Klassifizierung.Vincent (Ethan Hawke) ist ein solcher „Invalider“, erfüllt von dem Traum zu den Sternen zu reisen. Getrieben von seinem Traum, nimmt Vincent die Rolle des „Validen“ Jerome Eugene Morrow (Jude Law) an, um sich so Zugang zur Raumfahrgesellschaft Gattaca zu erlangen.

Eine Interessante Idee, einfallsreich und klasse umgesetzt. Als ich den Film vor einigen Jahren im Kino sah, wusste ich nicht, worauf ich mich einließ, doch schon nach wenigen Minuten war ich fasziniert von dem, was sich dort vor mir auf der Leinwand auftat. Die Story in Gattaca ist intelligent und im Bezug auf ihre knappen Entfernung zur Realität irgendwo beängstigend. Zwar basiert sie auf dem utopischen Zukunftstraum der Amerikaner in den 50er Jahren, aber so ganz kann man sich der Welt nicht verschließen. Andrew Niccol, Drehbuchschreiber und Regisseur, zeigt eine schier perfekte, glatte, in goldenes Licht getauchte Utopie, die allerdings unter ihrer Oberfläche nichts anderes als ein kalter, emotionsloser Ort ist.Trotz alledem beinhaltet „Gattaca“ doch den Kerngedanken, dass man im Leben seine Träume nicht aufgeben sollte. Solange man daran glaubt und dafür kämpft, existiert eine Chance, dass sie sich erfüllen. Dies wird auch überzeugend von den Schauspielern dargestellt.Ansonsten besticht der Film durch seine Darstellung und die Verwendung von verstärkten Farben in einigen Szenen, was die Stimmung unterstreicht und dem Ganzen eine besondere Optik gibt. Wer „Gattaca“ aufmerksam ansieht, wird danach sicherlich drüber nachdenken müssen.“Gattaca“ ist einer meiner absoluten (Geheim)Favoriten.

Rating: ★★★★★

Ein Gedanke zu „Gattaca“

  1. „Gattaca“ ist ein Film, der in erster Linie durch seine seltsame, sterile Optik auffällt – wer aber einen hippen ScieneFiction-Film in coolem Design erhofft, wird ein langes Gesicht ziehen. Das ganze ist ein trauriges, schwermütiges Drama, dass sich eigentlich mit dem Klonen beschäftigt, die Krimihandlung oder die Sachen, wie sich Durchzusetzen oder der angezeigte Bruderzwist, laufen nebenher. Es ist ein Film, auf den man sich durchaus einlassen muss, weil es keine 08/15-Mainstream-Kost ist. Aber wenn man es tut, hat man nachher wirklich ein paar sehr interessante und diskutierbare Gedanken parat.Ist nicht jedermanns Sache, meine nicht unbedingt, aber dank der tollen Aufmachung, der famosen Darsteller und der Tatsache, dass der Streifen auch mir ein wenig zu denken gegeben hat, gestehe ich ihm eine sicherlich höhere Einstufung zu als vergleichbaren Werken.Fazit: Eigenwilliges ScienceFiction-Drama mit guter Grundidee und seltsamem Look – keine leichte, aber interessante Kost!

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