Veronica Guerin – Die Journalistin

Irland in den 90er Jahren. Die energiegeladene Journalistin Veronica Guerin (Cate Blanchett) schreibt einen Bericht über drogensüchtige Kinder und wird davon so ergriffen, dass sie sich komplett mit dieser Thematik beschäftigt. Engagiert kämpft Veronica gegen einen Drogenbaron und neuartige Gesetze, die es den Verbrechern noch leichter machen. Dabei kann sie nichts von ihrem Weg abbringen – auch nicht ein Mordanschlag, der auf sie verübt wird. Trotz der Bitte ihrer Familie, mit ihrem Kampf gegen die Unterwelt aufzuhören, macht Veronica weiter – und bezahlt dies mit dem Leben…

Da haben sich zwei zusammengetan: Produzent Jerry Bruckheimer und Regisseur Joel Schumacher (der mittlerweile in absolut jedem Genre einen Film vorweisen kann!). Dieses Duo läßt einen gigantischen Actionkracher erwarten – aber das Resultat überrascht dann doch total.Es ist die wahre Geschichte der Veronica Guerin, die 1996 ermordet wurde (im Film gleich in der Anfangsszene). Der Streifen ist eine Widmung, eine Danksagung und eine Verbeugung vor ihr und dem, was sie getan und geleistet hat. Das ist ehrenhaft und respektvoll – nur leider nicht besonders unterhaltsam.Langweilig ist der Streifen nicht, insbesondere die fantastisch agierende Cate Blanchett hält einen bei der Stange, aber irgendwie ist es eine Abfolge von Szenen, in denen eine sympathische, starke Frau finsteren Unterwelttypen was hustet, mit einem Hauch von Handlung dazwischen. Alles recht trist (dafür gibts einen putzigen, aber völlig unnötigen Kurzauftritt von Colin Farrell). Aber dann kommen die letzten 10 Minuten des Filmes, in denen wir wieder am Anfang sind: Veronicas Ermordung. Und was Schumacher uns dort vorsetzt, grenzt an ein kleines Wunder.Wie sie stirbt, wissen wir halt schon vom Anfang: Veronica fährt nach einer Gerichtsverhandlung mit dem Auto nach Hause, an einer Ampel prescht ein Motorradfahrer neben sie, schlägt das Fenster ein und erschießt sie. Allerdings wird diese Szene am Ende nahezu endlos ausgedehnt – was sie ungemein tragischer erscheinen läßt. Wir müssen als Zuschauer hilflos zusehen, wie die ahnungslose Veronica auf der Autobahn fährt, der Mörder hinter ihr her, dann wie hilflos sie in den Lauf der Waffe blickt, in Panik gerät und dann brutal niedergeschossen wird. Wir sehen minutenlang immer wieder ihre Leiche in ihrem Wagen liegen während ihre Angehörigen von dem erfahren, was passiert ist und zum Schluß dann noch ihre Beerdigung. Ok, da mag ein wenig Bruckheimer durchschimmern (etwa bei der Zeitlupeneinstellung, in der ihr Sohn den Sarg der Mutter küßt), aber trotzdem schafft er es hier auf eindrucksvolle (und echte) Weise, den Zuschauer in Tränen zu versetzen.Fazit: Ein Hohelied auf eine starke Frau und ihr tragisches Schicksal – inhaltlich trist, dafür mit bewegendem und schmerzhaftem Ende.

Rating: ★★★☆☆

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