Hulk

In den 60ern führt der Wissenschaftler David Banner (Nick Nolte) illegale Gen-Experimente durch und benutzt dazu seinen eigenen Körper. Das führt dazu, dass er seinem Sohn Bruce zusätzliche Gene vererbt. Als der erwachsene Bruce (Eric Bana), der ebenfalls Wissenschaftler ist, bei einem Unfall einer Überdosis Gamma-Strahlen ausgesetzt wird, erwachen die zusätzlichen Gene zum Leben. Die Folge: wenn Bruce wütend wird, verwandelt er sich in einen gigantischen wutschnaubenden Riesen mit übermenschlichen Kräften. Schon bald sind sein Vater David sowie das Militär hinter ihm her – Bruce’s einzige Hilfe ist seine Kollegin und Ex-Freundin Betty (Jennifer Conelly)…

„Spiderman“; „Daredevil“; die „X-Men“ – gegenwärtig sind die Marvelsuperhelden auf der Leinwand recht gefragt. Im Vergleich zu den Vorgängern fällt „Hulk“ jedoch recht enttäuschend aus. Eines von Regisseur Ang Lee’s bekanntesten Werken ist das Familiendrama „Der Eissturm“ – und dummerweise versucht er auch diesen Film komplett auf den Vater/ Sohn-Konflikt von David und Bruce Banner zu stützen, was völlig mißlingt – das Resultat sind endlose, langweilige Dialoge, in denen viel geschrien und wenig gesagt wird. Des weiteren verzichtet Lee auf etwas, was die anderen Superhelden-Filme der letzten Zeit so erfolgreich gemacht hat: den Humor. „Hulk“ ist komplett finster und todernst inszeniert, Gags oder irgendwas Auflockerndes gibt es nicht, wodurch der Film erst so richtig bleischwer wird: Außerdem wirken alle Charaktere (auch die Hauptfigur) derart unsympathisch, dass man keine Bezugsperson hat. Weiteres Manko: die Superkräfte des Hulks werden maßlos übertrieben. Wenn das grüne Michelinmännchen Labors plattmacht oder Wände einreißt, funktioniert das noch, aber beim Panzerweitwurf oder der Tatsache, dass der Hulk aus dem Stand 3 Meilen weit springen kann, schüttelt man nur den Kopf. Bei der Inszenierung wollte Ang Lee originell sein und läßt das Bild sehr oft, wie bei einer Comicseite, in mehrere kleine Bilder splitten – nur dass man dabei oftmals den Überblick verliert und es schlichtweg nervt.Aber man muss fair sein: die Action-Szenen sind zwar völlig unglaubwürdig, aber immerhin kracht es ganz ordentlich. Und wenn der Hulk am Ende jede Menge Militärsuspensorium und schließlich San Francisco plattmacht, ergibt das wenigstens kurzweilig was fürs Auge. Vielleicht macht man es beim zweiten Teil besser – der ist bereits beschlossene Sache.In Nebenrollen sind „Hulk“-Erfinder Stan Lee sowie Lou Ferringio dabei, der den Hulk in der Fernsehserie spielte.Fazit: Handwerklich annehmbare, aber inhaltlich völlig vergeigte Comic-Verfilmung, die trotz heftiger Actioneinlagen erschreckend langweilig ausfällt.

Rating: ★★☆☆☆

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