Buffalo Soldiers – Army go home

Deutschland 1989, kurz vor dem Fall der Berliner Mauer. Der gerissene Soldat Ray Elwood (Joaquin Phoenix) sitzt mit seinen Kameraden in einer Militärbasis bei Karlsruhe und langweilt sich zu Tode. Dafür nutzt Elwood den gutgläubigen Kommandanten Berman (Ed Harris) schamlos aus und hat einen florierenden Schwarzmarkt aufgebaut, auf dem er von Reinigern des Militärs bis hin zu Drogen mit allem handelt und dick abkassiert. Als er nach einem Unfall mehrere Wagenladungen Waffen stehlen kann, glaubt Elwood das Geschäft seines Lebens machen zu können. Doch genau zu dieser Zeit kommt der eiskalte Sgt. Lee (Scott Glenn) auf die Basis, um die dortigen illegalen Aktionen zu beenden – und schon bald hat er Elwood im Visier. Als dieser eine Affaire mit Lees Tocher Robyn (Anna Paquin) beginnt, ist das der Auslöser zu einem brutalen Privatkrieg …

Seine Premiere hatte „Buffalo Soldiers“ am 9 September 2001 – zwei Tage vor dem Anschlag auf das World Trade Center. Danach verschwand er, wie so viele andere Filme, erstmal in der Versenkung und wurde auch bis jetzt noch nicht in Amerika gezeigt. Kein Wunder, da militärbejahende und patriotische Filme eher gefragt waren und es selten einen Film gegeben hat, in dem die US Army so schlecht wegkommt wie hier.Dumm, dass die Amis sich sowas nicht angucken, aber deshalb wird’s nicht weniger lustig für uns: der Film ist eine brutale Satire mit bösartigen Gags, die kein gutes Haar an den Soldaten läßt und sie absolut glaubwürdig als drogensüchtige, schießwütige Revolverhelden abstempelt. Joaquin Phoenix besticht als krimineller Soldat, den man trotz all seiner Verfehlungen doch nur gern haben kann. Scott Glenn bringt den brutalen Sgt. Lee hervorragend rüber und auch Anna Paquin als Lees selbstbewußte Tochter ergänzt den Film erstklassig. Nebeneffekt: wenn in einer Szene eine Tankstelle zu sehen ist, wo es Benzin für 1,09 DM gibt fühlt man einen ganz schönen Stich in der Magengegend!Fazit: Pechschwarze Militärsatire mit klasse Darstellern, makaberen Wendungen und brutalem Ende – ein Film, den Georg W. Bush wie die Pest hassen müßte!

Rating: ★★★★★

Ein Gedanke zu „Buffalo Soldiers – Army go home“

  1. Bitterböse! „Buffalo Soldiers“ ist mehr als eine Komödie, vielmehr eine bitterböse, makabere Abrechnung mit der Army an sich.Leider ist der Film in den hiesigen Kinos untergegangen, was ich persönlich schade finde, denn der Film hat seine Stärken und ist sehr lustig. Da die Amerikaner sich selbst und ihre Armee meist als die Supertruppe hinstellen, wird hier das Bild wieder zurückgerückt: die Soldaten dealen mit allem, was ihnen in die Finger kommt, kochen Drogen, klauen, lassen dumme Unfälle wie Heldentaten erscheinen, bescheißen sich untereinander nur um den Vorteil einzuheimsen, bekriegen sich gegenseitig und fahren nebenbei mal besoffen/bekifft Panzer.Selten habe ich mich so gut amüsiert wie bei dem Streifen. Auch wenn er gegen Ende einige Schwächen aufzeigt, so kann man ihn doch uneingeschränkt empfehlen. Ein guter, böser Film für einen lustigen Abend.Joaquin Phoenix liefert hier eine Spitzenleistung ab und trägt bravorös durch den Film, unterstützt von der guten Leistung seiner Schauspielkollegen.Fazit: Ein Film, den die Army sicherlich gerne wegsperren würde…

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