Black Hawk Down

1993. In Somalia herrscht Bürgerkrieg. Ohne Skrupel lässt Diktator Aidid die eigene Bevölkerung verhungern und behindert wichtige Hilfslieferungen der Vereinten Nationen. Bereits 300 000 seiner Landsleute sind verhungert. Eine US Truppe ist vor Ort stationiert mit dem Ziel den brutalen Herrscher zu stürzen. In einer relativ simplen Mission soll eine 40-köpfige Delta Force unter Rückendeckung von vier schwer bewaffneten „Black Hawk“-Hubschraubern ein Gebäude in Mogadishu stürmen und zwei von Aidids Oberbefehlshabern entführen. Doch die Soldaten tappen in eine sorgfältig vorbereitete Falle – und aus dem geplanten Kurzeinsatz wird eine erbarmungslose, 16-stündige Straßenschlacht…

Ein Kriegsfilm muss das, was er zeigt verurteilen und es abschreckend darstellen – und in dieser Hinsicht funktioniert „Black Hawk Down“ hervorragend. Man bekommt einen deutlichen Eindruck von den verzweifelten Soldaten die hilflos in der Falle sitzen und unter Todesangst versuchen einen Weg nach draußen zu finden. Die Schlachtszenen sind radikal und so schonungslos brutal, dass sie den Vergleich zur Eröffnungssequenz von „Der Soldat James Ryan“ kam zu scheuen brauchen. Bei den Figuren jedoch gibt’s eine arge Klischeesammlung: z.B. Josh Hartnett als junger besonnener Soldat, Evan McGregor als Feigling, der über sich hinauswächst, „Hulk“ Eric Bana als unverwundbarer Superkrieger, Tom Sizemore als alter erfahrener Hase, den nichtmal ein Treffer in den Hals weiter stört usw. – ok, die Soldaten sind eigentlich nur als Kanonenfutter da, aber einen Hauch von Abwechslung hätte man ihnen schon geben können. Immerhin gibt’s in kleinen wie großen Rollen eine ganze Sammlung prominenter Gesichter.Allerdings muss man sich in einem Punkt schuldig fühlen: auch wenn man sich bei einem Film dieser Art nicht erfreuen sollte – aber in Punkto Action ist er eine wahre Wucht. Hubschrauber, die mit Affenzahn unter Beschuß über die Stadt rasen, zwei, die spektakulär abstürzen, die radikalen Feuergefechte und das permanente Bombardement sind hammerhart und krass inszeniert und bieten eine Menge fürs Auge und Ohr (hier merkt man daß Action-Experte Jerry Bruckheimer dahinter steckt), insbesondere beim „Showdown“, wenn eine Hubschrauberattacke auf ein Gebäude einem die Sinne raubt. Typisch jedoch: die Reinwaschung der Amerikaner, die als strahlende Helden ins Gemetzel ziehen, während die Somalis als verschwitzte, finster guckende Schießbudenfiguren abgestempelt werden.Fazit: Harter Kriegsfilm, der aufgrund der krassen und realistischen Inszenierung Actionfans glücklich macht – inhaltlich allerdings gibt’s eine ziemlich simple schwarz/ weiß Ansicht der Dinge! Trotzdem gut!

Rating: ★★★★☆

Ein Gedanke zu „Black Hawk Down“

  1. „Black Hawk Down“ war ein Film, der mich gespalten hat. Zum einen sind da die schonungslose Darstellungen der Soldaten im Kampfgebiet, die alles andere als verherrlichend ist und zum anderen die mehr als nervende Arroganz der amerikanischen Soldaten. Tut das Not, dass die Amerikaner nicht ohne blöde Sprüche leben können? Leider verkommen die Charaktere zu blassen Figürchen im Geschehen. Das Wenige, was die Charaktere an Tiefe besitzen, wird von der allgemeinen Handlung und besonders von der Action erdrückt. Schade, etwas mehr Tiefe wäre nicht verkehrt gewesen.Actionmäßig wird einiges aufgefahren und das ohne übertriebe Schnick-Schnack-Effekte. Hinzu kommt, dass mal vom Bruckheimer-typischen amerikanischen Nationalschmalz im großen Stil abgesehen wurde. Sieht man mal von den Schwächen ab, ist „Black Hawk Down“ ein eindrucksvoller Kriegsfilm, der sicherlich einer der härtesten und besten in diesem Genre ist.Und wo wir schon beim Loben sind: Ich geniesse heute noch die Szene in der Orlando Bloom aus dem Hubschrauber fällt! 😉

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