Anonyma – Eine Frau in Berlin

Berlin im Mai 1945: obwohl noch immer Gefechte auf den Straßen toben ist der Krieg verloren und vorbei. Eine anonyme Frau (Nina Hoss), die einst Fotografin und Journalistin war und deren Mann an der Fornt kämpft muß miterleben wie die Rote Armee in ihren Häuserblock einzieht und die Soldaten ungehemmt die wehrlosen Frauen vergewaltigen. Daher sucht sich die Frau einen Beschützer, einen Russen der ihr den Rücken frei hält und dafür mit ihr schlafen darf.  Die Wahl fällt auf den bedachten Andrej (Evgeny Sidikhin) …

Wieder mal ein tragisches, deutsches Kriegsdrama – und wieder einmal funktionierts vorzüglich. Da hier mal wieder jedweder Hochglanz, Weichspüler oder sonstwie filmbeschönigendes fehlt erreicht der Streifen ein Höchstmaß an authentischem Feeling: ich war selber (zum Glück) damals noch nicht dabei, aber genauso wies gezeigt wird kann ich mir vorstellen daß es wirklich so war. Und dann liegt es bei einem selbst wie man das Handeln der Hauptfigur auslegt – eine die Überleben wollte und dazu einen berechnenden, aber notwendigen Weg geht. Ob das richtig oder falsch war bleibt dem Zuschauer überlassen,d er Film selber bezieht keine Stellung sondern zeigt einfach nur. Dadurch wird er gleich in mehrerer Hinsicht unbequem und anstrengend – aber ebenso wichtig.

Fazit: Ein bislang kaum behandeltes Thema des Kriegshorrors, lebensnah und neutral eingefangen so daß man sein eigenes Urteil bilden muß!
Rating: ★★★★☆

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