Mogli

Mogli (Rohan Chand) wird als Kind im indischen Dschungel ausgesetzt und von einem Wolfsrudel aufgezogen. Also der Tiger Shir Khan (Benedict Cumberbatch) auftaucht um Mogli zu fressen sollender gemütliche Bär Baloo (Andy Serkis) und der Panther Bagheera (Christian Bale) das Kind in Sicherheit bringen …

Bei diesem Film lenken die Umstände unter denen er erscheint vom Rest ab:  der Film kommt direkt auf Netflix obwohl er eigentlich fürs Kino gedacht was den düsteren Verdacht weckt daß dies generell  bei Titeln geschieht die sich als zu schlecht fürs Kino erweisen. Dabei ist die Dschungelbuch und Mogli Thematik unlängst mit „The Jungle Book“ ins Kino gekommen was den Film noch mehr in Frage stellt. Allerdings stehen hier wohl zwei andere Aspekte dahinter: zum einen ist es wohl der Sinn die Geschichte einmal komplett ernsthaft und seriös und solide zu erzählen. Das stimmt dann auch, der Film verzichtet auf Gags und ist von der Stimmung und allem anderen her finster – doch im Umkehrschluß, wie gruselig und ernstzunehmen ist es wenn die sprechenden Akteure Tiere sind? Desweiteren ist dies ein Werbeclip für Andy Serkis Animationsstudio das es hier in einer unfassbaren technischen Perfektion schafft Menschengesichter in tierische Gesichtszüge einzuweben. Inhaltlich werden bekannte Aspekte aufgebaut und aufgestellt, aber vieles ist anders und neu: es geht weniger um Moglis Reise zu den Menschen, mehr um Akzeptanz seiner Stelle, dem Aufreiben zwischen zwei Welten und dem Kampf zwischen den Tieren auf der einen Seite und dem bösen Tiger auf der anderen Seite. Das alles wird vollständig humorlos, technisch perfekt und spannend geliefert, außerdem ist das Motion Capture Verfahren hier unschlagbar gut. Bedeutet: für einen Kinofilm hätte es in der Tat nicht gereicht, für einen Netflix-Titel ist es gehobene Qualität.

Fazit: Spannend, dabei aber auch trist und schwer!

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