The Card Counter

William Tell (Oscar Isaac) kommt aus dem Knast und zieht als Pokerspieler durchs Land wobei er perfekt als Kartenzähler ist. Das wird zum Problem als er den jungen Cirk (Tye Sheridan) trifft …

Hier können Titel und Aufmachung in die falsche Richtung führen. Dies scheint ein weiterer Film über einen Glückspieler zu sein, allerdings erweist sich der Film dann als etwas vielschichtiger. Die spielende Hauptfigur hat etwas aus der Vergangenheit was sie beschäftigt und was einen großen Teil der Zeit einnimmt und auch zu einigen echt krassen Momenten und Rückblenden führt. Damit rechnet man nicht unbedingt und das könnte für manchen schon zu viel sein. Ansonstne funktioniert die Nummer aber bestens: Oscar Isaac gibt als gebrochener Held eine weitere erstklassige Perfomance ab, der Rest schockiert stark und der ganze Part wenn es ums Kartenzählen geht ist wohle her was für die Leute die sich damit im Detail auskennen. Trotzdem: einen Versuch ist es wert.

Fazit: Mischung aus Glückspielerdrama mit einem anderen, unerwarteten Genre

Schachnovelle

Der Anwalt Josef Bartok (Oliver Masucci) wird 1938 von den Nazis in Isolationshaft genommen und dem bösartigen Franz-Josef Böhm (Albrecht Schuch) stetig verhört. Dafür gelangt ihm ein Schachbuch in die Finger …

Hier hatte ich ein sehr großes Interesse dran, da ich das Buch in der Schule gelesen und nie ganz vergessen habe. Recht schnell wurde mir aber klar daß der Film einen Schwerpunkt ganz anders setzt: im Buch wurden die beiden Schachgegner in Rückblenden beleuchtet und es ging um den Konflikt und das Schachduell der Rahmenhandlung. Im Film ist der Schwerpunkt aber auf die von Oliver Massuci gespielte Figur gesetzt, welche in Isolationshaft gesetzt wird und monatelang in einem Raum sitzt. Dabei ist ein Buch mit Schpartien sein Versuch seinen Verstand klar zu halten. Der Film erweist sich somit als eine Art Psychodrama der den Leidensweg und den Abstieg in den Wahnsinn zeigt, der Schpart wird dabei eher zweitrangig. Aber so ist eine wunderbare Bühne gegeben auf der Massuci eine unglaubliche, starke Perfomance abliefern kann. Daher ist dies eher was für Freunde von Thrillern als für Literaturfans.

Fazit: An die Nieren gehender Psychothriller über einen Mann der in Isolation de Verstand zu verlieren droht.

Rating: ★★★☆☆

 

Nebenan

Daniel (Daniel Brühl) ist ein populärer Schauspieler und führt ein komfortables Leben in Berlin. Kurz vor einem neuen Dreh stoppte r in einer örtlichen Kneipe – wo er auf den merkwürdigen Bruno (Peter Kurth) trifft …

Ach Mensch … ich wollte diesen Film wirklich mögen. Ich bin kein wirklicher Fan von Daniel Brühl, kenne ihn aber seit dem Film Schule aus dem Jahr 20ß00 und habe ihn immer gerne gesehen. Ebesnso fand ich es beeindruckend was für eine Karriere er gemacht hat. Hier macht er dann seinen ersten Film als Regisseur der anscheinend auch einige persönliche Aspekte aufarbeitet, da zu seiner Hauptfigur einige Dinge fallen die auch auf den echten Daniel Brühl passen. Ich finde es gut daß es ein kleiner Film ist, quasi ein Kammerspiel und mit der Inszenierung macht Brühl dabei alles richtig: auch wenn es fast komplett in einer Kneipe spielt ist das alles frisch und gut mitgefilmt. Mein Kernproblem liegt an einer Sache: ich finde beide Hauptfiguren furchtbar unsympathisch. Wenn ich dann zusehe wie zwei unangenehme Gestalten sich Bösartigkeiten um die Ohren werden habe ich kein Interesse daran, sondern finde die Charaktere nur nervig. Auch wenn die Inszenierung und die finalen Wendungen gut klappen, so fehlt mir die emotionale Anbindung.

Fazit: Solides Regiearbeit von Brühl bei denen zu wenig Herz in den Hauptfiguren steckt!