Queen & Slim

Ein Tinder-Date führt Slim (Daniel Kaluuya) und Queen (Jodie Turner Smith) zusammen. Als sie in Notwehr einen Polizisten töten fliehen sie und sind fortan auf der Flucht. Leider bekommen sie ungeahnte Medienpräsenz …

Es  bedarf nur eines schlechten Tages, in diesem Falle eine Verkehrskontrolle, damit dein Leben wie es war endet. Das ist für mich die größte Stärke des Films: wie die beiden Hauptfigur ohne jede Schuld und eigenes Zutun in die Bredouille geraten, aus dem Nichts kommend und unverdient. Das packt und macht entsetzt, selbst wenn die weibliche Hauptfigur mir recht unsympathisch war, im Gegenzug ist mir Daniel Kaluuya aus „Widows“ noch als der Satan in Menschengestalt in Erinnerung und überrascht mich damit wie nett und gutherzig er hier daher kommt. Dabei erlangt der Film durch die George Floyd Proteste im Sommer 2020 ungewollte Aktualität, wobei sein Thema ja auch in Filmen wie „The Hate you give“ bearbeitet wurde. Hier beginnt der Film allerdings sehr stark und fährt dann einen Gang runter – bei einer Lauflänge von 130 Minuten mit diesem Thema sind wir doch recht lange einfach nur mit den beiden Protagonisten unterwegs die eine ungewollte Zwangsgemeinschaft bilden müssen und auf der Flucht irgendwie versuchen einen „ruhigen“ und halbwegs sicheren Hafen zu erreichen. Das ist durch gute Dialoge und ein unverkrampftes Erzählen zwar nicht spektakulär, aber gefühlvoll und liefert einige emotionale Momente. Alles was man aber an „Langeweile“ empfinden könnte wird durch das Finale wieder ausgeglichen – es ist nicht so sehr was passiert, sondern wie heftig es gezeigt, präsentiert  und dargeboten wird und wie gefühlvoll der Film dies dann in den Abspann bringt. Auch wenn ich an manchen Stellen nicht weiß wie stark das Treiben der Polizisten filmisch übertrieben sein könnte.

Fazit: Etwas überlanges Roadmovie mit brisantem Hintergrund und emotionalem Finish!