Abikalypse

Die Außenseitere Musti (Reza Brojerdi), Hannah (Lea van Acken), Yannick (Jerry Hoffmann) und Tom (Lucas Reiber) haben einander geholfen durch die für sie schwere Schulzeit zu kommen. Als der Abschlußball ihrer Schule ausfallen soll kündigen die vier an selbst eine Feier zu veranstalten – leider droht ihnen das Porjekt über den Kopf zu wachsen …

Der Film hat im Trailer mal wieder den Schwerpunkt falsch gesetzt. Es sieht dort nämlich aus als sei dies eine Klamotte über ein paar Außenseiter die eigenmächtig einen Abiball organisieren. Das kommt so natürlich im Film vor, ist aber eben nicht der Dreh und Angelpunkt. Es stehen die Außenseiter im Zentrum die wir als Zuschauer recht klar vorgeführt bekommen und eben dieses Dilemma verstehen: sie sind eigentlich sehr in Ordnung, aber trotzdem werden sie von ihrem Umfeld gemieden. Man bekommt mit wie Geltungsdrang und der Wunsch nach Beliebtheit die Szenerie bestimmen und im Zuge dessen wird auch das Thema soziale Medien sehr üppig beleuchtet. Bestes Beispiel ist eine Szene in der bei einer Party ein Wettbewerb abgehalten wird bei dem die Teilnehmer in möglichst kurzer Zeit ein Instagram Bild mit möglichst viel Likes erreichen müssen. Und generell ist der Dramaanteil des Films überraschend hoch, da es eben um Freundschaften geht, eine Beziehung bei welcher der Status ungeklärt ist ob es Freundschaft oder Liebe ist und daraus einige bittere Momente entsprechen. Ich selber habe nur ein Sympathieproblem mit ein paar der Hauptfiguren – das ändert aber am Gesamteindruck nicht. Nämlich daß ein deutscher Film ein übersteigertes Problem aufbauen kann, damit aber sehr wohl eine ernsthafte Geschichte und dramatische Szenen erreicht. Blöd nur wenn jemand den Film unter falscher Voraussetzung schaut.

Fazit: Mehr dem Drama als der Komödie zugewandt – auf diesem Wege aber mit manchen großartigen Momente!
Rating: ★★★☆☆

The Professor

Professor Richard (Johnny Depp) hat zwar die Nase voll von seinem verkorksten Leben, trotzdem trifft ihn die Information daßer Krebs und kaum noch Lebenszeit hat schwer. Also will er seine letzte Zeit auskosten was vorrangig in Alkohol und Drogenexzessen passiert …

Das muß man wohl trennen: Johnny Depp hatte eine Zeit in der er als absoluter Kassenmagnet galt, leider überreizte er seine typische und irre Darstellungsweise und geriet durch einiges Fehlverhalten in die Schlagzeilen. Das bedeutet aber letztlich daß bei einem kleinen Film wie diesem hier der Fokus mehr auf ihm als Person denn auf dem Film liegt. Das ist schade, denn der steht für sich obwohl er ein altbekanntes Thema erzählt: ein müder Professor erfährt daß er Krebs hat und beginnt sein Umfeld mit radikalem und ehrlichem Verhalten zu konfrontieren da er ja nichts mehr zu verlieren hat. Das alles geht nicht wirklich in eine furchtbare, dramatische Tiefe sondern legt sich mehr auf den humorigen Szene fest. Dabei entstehen auch durchaus einige amüsante, witzige und erfrischende Szenen, allerdings merkt man irgendwann daß der Film nicht so wahnsinnig viel mehr zu erzählen hat. Letztlich ist die Hauptattraktion einfach ein launiger Johnny Depp der den Zuschauer und sein Umfeld verblüfft. Wem das reicht, der soll mal zuschauen.

Fazit: Sterbedrama welches einen eigenartigen Schwerpunkt auf Komik setzt!

Rating: ★★★☆☆