The Photograph

Fotografin Christina Eames (Chanté Adams) stirbt unerwartet – ihre von ihr distanzierte Tochter t Mae (Issa Rae) findet in ihrem Nachlass eine merkwürdige Photographie. So enthüllt sie langsam die Geheimnisse ihrer Vergangenheit …

Eigentlich gibt es nichts im Film was man nicht kennt: es werden zwei Liebesgeschichten auf zwei Zeitebenen erzählt, bei der die Protagonistin der einen Story die Tochter der Protagonistin der anderen ist. Im Schwerpunkt verfolgt man wie ein Reporter und eine Kuratorin sich kennenlernen, näherkommen und im wesentlichen eine Beziehung an den Start kriegen, auf der anderen Seite erfährt man durch stetige Rückblenden das Chaos und emotionale Geflecht aus dem sich die Mutter einst freikämpfen mußte. Dabei wird klar daß sich die Geschichte nicht direkt wiederholt, sehr wohl aber gleiche Momente aufbringt. Trotzdem: nichts davon ist irre, spektakulär oder sonst wie erwähnenswert, aber es funktioniert mehr als gut. Liebe und Beziehungen sind zwar etwas was man filmisch aufpeppen kann, wenn es aber realistisch bleibt mag es nicht sehr aufregend daherkommen, aber für die handelnden Figuren ist es eben die ganze Welt. Und so passiert es hier: die beiden Protagonisten wachsen einem ans Herz und ihre Probleme berühren den Zuschauer sehr, ebenso die bitteren Entscheidungen welche die Mutter in ihrer Jugend treffen muß. Mit dem jazzigen New Orleans Sound unterlegt ist der Film eine ganz ruhige Kugel – und eine der angenehmsten Lovestorys die es lange gab, zumal auf den Zuckerstreuer verzichtet wurde.

Fazit: Harmlose und ereignisarme Story, aber liebenswerte Figuren und ganz viel Gefühl. Top!

Videoreview von mir: https://youtu.be/Sc8u2mIpQQA

Enkel für Anfänger

Karin (Maren Kroymann), Gerhard (Heiner Lauterbach) und Philippa (Barbara Sukowa) sind Rentner und haben keine Lust auf einen langweiligen Alltag. Daher bieten sie sich als Leihgroßeltern an – und begeben sich in ein fröhliches und forderndes Chaos …

Hier hatte ich mich beim Trailer wohl in eine falsche Richtung lenken lassen. Ich hatte erwartet daß es um ältere Menschen geht die sich mit Kindern befassen um ihrem tristen Leben als Rentner neue Impusle zu geben. Das ist so zwar auch drin, aber der Comedyanteil fällt doch deutlich geringer aus als es aussah. Ich sah einen Film über sympathische, ältere Herrschaften die versuchen in ihrem Leben nochmal was auf die Kette zu kriegen und eben dabei die Hilfe von Kindern, welche sie in ihr Leben integrieren setzen – trotzdem blieb für mich der Fokus auf den alten Herrschaften und dem ordnen ihres Lebens und weniger auf plumpem Gagahumor. Das fiel letztlich sehr ruhig, aber angenehm entspannt aus; ebenso spielen die Darsteller unverkrampft und freundlich auf und ergeben eine Handvoll Charaktere mit denen man gerne anderthalb Filmstunden verbringt. Ein Highlight ist dies alles wohl nicht, sehr wohl aber kurzweiliges Spaßkino mit emotionalen Anteilen.

Fazit: Weniger auf Comedy ausgerichtet als auf ein paar älterte Herrschaften auf der Suche!

Tenet

Nach einem vereitelten Terroranschlag wird ein CIA-Agent (John David Washington) auf eine neue Mission geschickt bei der es um das Ende der Welt gehen soll. Zusammen mit Neil (Robert Pattinson) macht er Jagd auf Sator (Kenneth Branagh) der eine unfassbare Technologie in den Händen hat …

Über einen Nolan Film lohnt es nicht zu diskutieren, da Fanboys stetig die Fahne hochhalten und jeden der was schlechtes sagt in Grund und Boden reden. Wenn ich also offen zugebe daß mich der Film in vielen Punkten überfordert hat kann das unmöglich am Film, der verkorksten Art und der Aufmachung liegen sondern nur an mir. Seis drum: optisch und visuell ist der Film natürlich ein unfassbares Meisterwerk, was anderes war von Nolan nicht zu erwarten. Inhaltlich hat der Film eine tolle Grundidee aus der sich ein immer komplexeres Szenario entwickelt welches leider nach und nach den Zuschauer außen vor läßt. Und emotional ist der Streifen leider sehr kalt: die Hauptfigur ist nicht wirklich schreiend unsympathisch, aber eben sachlich und namenlos, aber man nimmt weder an den Helden noch an der Bedrohung emotional Anteil. Daher sei der Film jedem ans Herz gelegt der mal wieder einen großen Kinofilm schauen mag – aber die Erwartungen sollten nicht allzu hoch geschraubt sein.

Fazit: Hochspannend und audiovisuell ansprechend, aber inhaltlich total komplex und unemotional!
Rating: ★★★☆☆

Videoreview von mir: https://youtu.be/z5ekj9nWrUQ

Die Hochzeit

Nach einem ereignisreichen Klassentreffen plant DJ Thomas (Til Schweiger) zu heiraten, sein Kumpel Nils (Samuel Finzi) quält sich mit der Untreue seiner Frau herum und Andreas (Milan Peschel) geht auf die Suche nach einer Frau per Onlineportal …

Man kann es drehen und wenden wie man will: Till Schweiger ist ein Mensch der weiß was sein Publikum sehen will und er hat eine gewisse Formel entwickelt die in fast allem Filmen neu angewandt ist: starker Musikeinsatz, Sepia Filter und schnelle Schnittfolgen sowie der stetige Einsatz von bekannten und wohl befreundeten Darstellern. Diese Daten trafen auch auf „Klassentreffen“ zu der hier eine Fortsetzung findet – und dabei zumindest die Probleme des Vorgängers etwas reduziert: das Schnittmassaker des Erstlings ist hier deutlich geringer und der  Billighumor unter der Gürtellinie fällt sanfter aus. Ändert aber nichts daran daß die Figuren plump, unsympathisch und überdreht sind und zumindest bei mir keinerlei Interesse wecken darnu was mit ihnen geschieht. Ansonsten ist es die 1.000 Variante einer chaotischen Hochzeit und einer Beerdigung bei der eine Misere die Nächste jagt und Fettnäpfchen auf Fettnäpfchen folgt. Sein Stammpublikum stellt Schweiger damit sicherlich zufrieden, wer abseits davon mal einen Blick riskiert könnt damit besser klar kommen als mit anderen Werken.

Fazit: Schlichte Chaoskomödie mit unangenehmen Hauptfiguren – gemessen an anderen Schweiger-Filmen aber ruhiger geschnitten und mit weniger plumpen Gags!

Faking Bullshit – Krimineller als die Polizei erlaubt

Die Polizisten Deniz (Erkan Acar), Rocky (Adrian Topol) und das Paar Netti (Sanne Schnapp) und Hagen (Alexander Hörbe) schieben ihren Dienst in einem kleinen Städtchen in dem eigentlich nie etwas passiert. Als die Beamtin Tina (Sina Tkotsch) deswegen die Wache schließen soll versuchen die Polizisten selbst die Kriminalität in ihrem Ort zu entfachen …

Die Story klang für mich sehr vertraut als ich sie las, da versöhnte mich aber dann der Vorspann des Films in dem direkt darauf hingewiesen wurde daß der Film inspiriert ist von „Kopps“. Die Story ist dann auch im Ansatz identisch, nämlich daß die Polizisten einer kleinen Wache selber anfangen kriminell zu werden um dadurch ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Die direkten Vergleiche kann ich nicht mehr ziehen da es an die 20 Jahre her ist seit ich „Kopps“ sah, ich denke aber schon daß die deutsche Variante sich zum Ende hin in eine andere Richtung weiterentwickelt. Dabei stießen mir allerdings zwei Dinge besonders auf: zum einen die starre Inszenierung der Dialoge, bei denen oft drei oder vier feste Kamerapositionen eingenommen werden zwischen denen der Film dann hin und her zappt, das wirkt ungemein klinisch und steril. Obendrein sind ein paar Darsteller dabei die geradezu laienhaft wirken und durch die manche Szenen sehr anstrengend wirken, gerade wenn sie in Szenen agieren mit anderen die irhren Part gut machen. Das heißt aber am Ende nichts: die Figuren wirken sympathisch, sind zwar schlicht umrissen, wachsen einem aber schnell ans Herz so daß man einfach mit diesen herzlichen Charakteren anderthalb kurzweilie Stunden Spaß hat. Und auch wenn dies nicht episches und großes Kino ist, so ist es dennoch vergnüglich und nett.

Fazit: Stellenweise starr inszeniert, aber mit einigen passenden Lachern und herzerwärmenden Figuren!

Rating: ★★★☆☆

Videoreview von mir: https://youtu.be/H7lG5JWT6J0

Die Waffen der Frauen

Tess McGill (Melanie Griffith) möchte als Geschäftsfrau groß rauskommen, landet aber als Sekretärinfür Katharine (Sigourney Weaver). Als Tess entdeckt daß diese ihre Ideen klaut gibt sie sich selbst als Geschäftsfrau aus und gerät an den Investmentbanker Jack Trainer (Harrison Ford) der auch Katharines Freund ist …

Diese Filme kann man heute wohl kaum mehr richtig sehen. Eigentlich verwässern diverse Punkte die Sicht darauf. Zum Beispiel ist es toll Stars wie Harrison Ford, Melanie Griffith und Sigourney Weaver noch einmal in jungen Jahren zu sehen, man kann auch in Nebenrollen Darsteller wie Davifd Duchovny und Kevin Spacey entdecken. Des weiteren sind die gezeigten Arbeitswelten heute kaum mehr vorstellbar, in denen Großraumbüros ohne  Handys vorkommen. Und das Streben nach beruflichem Erfolg wurde in solchen Titeln auch immer gerne etwas zu sehr glorifiziert. Auf der anderen Seite liefert der Film am Ende dennoch ganz großes Kino: charmante Stars die sich die Bälle zuspielen und eine herzerwärmende Story in der eine schlaue Frau sich nach oben durchkämpft – das zieht auch einige Jahre später. Und sei es nur die berühmte Schlußeinstellung und die dazu gehörende Musik.

Fazit: Zwar deutlich angestaubt, aber dennoch charmant, witzig und voller Herz!

Rating: ★★★★☆

Follow Me

Die Reise nach Moskau wird für einen Influencer und seine Begleiter zum puren Horror. Beim spaßigen Trip werden grenzen Überschritten zwischen den sozialen Medien und der Realität …

Eigentlich ist dies ein typischer, kleiner, 90 Minuten langer Horrorfilm der wohl unter normalen Umständen direkt ins Heimkino abgewandert wäre. Unter den Umständen zu denen er erscheint, in einer Zeit in der viele Blockbuster auf unbestimmt verschoben sind stellt er aber doch gutes Material dar um halbwegs im Kino anzukommen. Allerdings wird man darin nichts neues entdecken können: der Film klaubt sich Aspekte aus diversen anderen Vorbildern zusammen und montiert sie einfach neu aneinander: dabei sind „Stirb langsam“, „Hostel“, Saw und „Escape Room“, ergänzt durch sehr viel Social Media Kritik. Dabei ist die Spannung gegeben und der Gewaltfaktor ist sehr hoch – auf der anderen Seite läßt es einen kalt weil man mit keiner der Hauptfiguren wirklich mitfiebern kann. Trotzdem ist der kleine und dreckige Film zumindest für Genrefans einen Blick wert.

Fazit: Solider Sampler aus bekannten Ideen mit einer Holzhammer-Schlußpointe!

Rating: ★★★☆☆

Project Power

Eine neue Designerdroge ist auf den Straße von New Orleans und bereitet dem konsumenten ugneahnte Fähigkeiten. Ex-Soldat Art (Jamie Foxx) will den Lieferanten das Handwerk legen nachdem seine Tochter dadurch in Gefahr gerät …

Der Titel „Project Power“ klingt als habe ein zehnjähriger ein Drehbuch verfasst, es handelt sich aber um eine Netflix Neuveröffentlichung. Eine die durchaus ein paar Pluspunkte an den Start bringt, dazu zählen so namhafte Darsteller wie Joseph Gordon Levitt und Jamie Foxx, aber auch eine tolle Grundidee: es geht um eine Droge die bei den Konsumenten Superkräfte freisetzt, allerdings nur für 5 Minuten und man weiß nicht worin diese besteht. Leider wird dies nur als Hintergrund genutzt um eine konventionelle Geschichte eines Mannes zu erzählen der seine verschwundene Tochter sucht, parallel dazu laufen ein paar Handlungen die z.B. um einen Polizisten im Drogensumpf gehen. Die Funktion der Droge wird regelmäßig dramaturgisch genutzt, wenn Gegner diese schnell einnehmen, zu einer Gefahr mutieren und dann eine coole Kampfsequenz folgt. Davon hat der Film einige und diese sind es wohl auch die ihn etwas aus dem Durchschnitt heben. Sonst ist da nicht viel: eine konventionelle Story, solide Darsteller und Charaktere mit denen man nicht wirklich anknüpfen kann sind halt insgesamt etwas wenig.

Fazit: Inhaltlich sehr geradlinig und konventionell, auf optischer Ebene mit einigen Highlights!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=IRKPSaDQi3s

Ruf der Wildnis

Während des Goldrauschs der 1860er wirdHaushund Buck aus seinem Zuhause gestohlen und als Schlittenhund in Alaska eingesetzt. Er gelangt an den raubeinigen John Thornton (Harrison Ford) und wird zu zu einem Hund der nur noch auf seine Instinkte hört …

Harrison kommt auf den Hund? Das würde der Trailer gerne vermitteln, eine Mensch / Tier Freundschaft in welcher Harrison Ford als netter, alter Haudegen mit einem Hund fröhlich durch die Prärie zieht … kommt abre leider nicht so hin. Der Film ist anderthalb Stunden lang und Ford tritt erst nach der Hälfte so richtig auf und nimmt sich des Hundes an. Bis dahin ist es ein auf das Tier ausgerichtetes Ding da erzählt wie ein aus reichem Hause stammender Hund von Herrchen zu Herrchen weitergereicht wird, Abenteuer erlebt und nach und nach erwachsen wird. Daran ist nicht viel verkehrt, man kann sich aber an ein paar Details stören. Vor allem natürlich die Aufmachung des Hundes der ein digitales Geschöpf aus dem Computer ist. Das sieht zwar fotorealistisch und toll aus, aber man erkennt eben doch immer mal wieder daß es kein lebender, echter Hund ist; ebenso sind große Teile des Film im Studio und nicht wirklich in der freien Natur entstanden was einen Hauch der Künstlichkeit nach sich zieht. Am Ende ist das für mache Zuschauer sicherlich eine große Mogelpackung, andere werden das relativ entspannt genießen können. Als einfacher Abenteuerfilm ist es sicherlich in Ordnung, als Verfilmung eines Literaturklassikers überraschend zahm.

Fazit: Unscheinbare Abenteuergeschichte mit gewisser Kurzweil und künstlichem CGI Look.

Candyman 3 – Der Tag der Toten

Caroline McKeever (Donna D’Errico) hört die Saga des Candymans den man angeblich rufen kann indem man seinen Namen fünfmal in einen Spiegel spricht. Als sie dies tut passieren furchtbare Bluttaten in ihrer Umgebung – und sie scheint den Alptraum nur mit Hilfe einer Wahrsagerin besiegen zu können …

Die Candyman Reihe hat zwar nicht den Stellenwert und Kultfaktor erreicht den ein „Freddy Krüger“ oder Michael Myers geschafft hat, aber immerhin gibt’s drei Filme und ein Remake. Obendrein ist der Film „treu“ bei seiner Hauptfigur bzw. dem Darsteller Tony Todd, der das feste Gesicht der Figur ist. Weniger fest ist die Reihe bei den sonstigen Figuren, daher rückt im dritten Film erneut eine neue Person bzw. Frau in den Fokus. Diesmal ist es „Baywatch“ Nixe Donna D’Ericco die mit dem Hakenmann verwandet ist und eher durch Zufall das ganze Gematsche von vorne lostritt. Damit ist alles in trockenen Tüchern und auf der alten Bahn: die Story ist totaler Käse und führt nirgendwo hin, sie reiht einfach nur gruselige und blutige Szenen aneinander in denen eben Tony Todd auftreten und meucheln darf. Das ist stellenweise spannend, hier und da erschreckend und ebenso an vielen Stellen einfach nur absurd. Aus heutiger Sicht kann man an die Nummer wohl nur mit etwas Nostalgie herangehen.

Fazit: Blutiger Quatsch der in manchen Momenten immerhin stark atmosphärisch ausfällt.

Rating: ★★☆☆☆