Auerhaus

Höppner (Damian Hardung), Frieder (Max von der Groeben), Vera (Luna Wendler) und Cäcilia (Devrim Lingnau) gründen in einem kleinen Dorf eine Schüler WG, vorrangig um den depressiven Frieder vom Selbstmord abzuhalten. Mit der Pyromanin Pauline (Ada Philine Stappenbeck) stößt bald ein weiterer Krisenherd zu der Gruppe …

Hier bin ich wie so oft etwas aufgeschmissen da es eine Buchverfilmung ist bei der ich die Vorlage nicht gelesen habe. Trotzdem kann ich sagen daß es einen großen filmischen Imagewechsel beeinhaltet: Max von der Groeben hat in zahlreichen Filmen den Vollproleten gegeben und ist insbesondere durch die „Fack ju Ghoete“ Filme bekannt und soll hier nun der tragende Part eines ernsthaften Jugedramas sein? Klingt unpassend, aber es funktioniert. Der Film bringt auf glaubhafte Weise das Jahr 1983 auf die Leinwand und erzählt die Geschichte einiger Jugendlicher die in einem Haus zusammenleben wobei eben einer von ihnen hochgradig selbstmordgefährdet ist. Das ist eine Story die ohne große Schauwerte und eigentlich ohne spektakuläre Momente auskommt – dafür mit einem sensiblen, soliden und glaubhaften Grundton aufwartet. Gerade dadurch trifft der Film und seine letzten Minuten ungemein gut und auch in den Magen. Wie sehr dies dem Buch entspricht kann ich aber nicht bewerten.

Fazit: Ruhig und unauffällig, aber mit sensiblem Grundton und authentischen Darsterllern!

Rating: ★★★★☆

Emma

Emma Woodhouse (Anya Taylor-Joy) ist hübsch, klug und aus gutem Hause. Obendrein ist sie eine leidenschaftliche Kupplerin – allerdings findet sie für sich selbst die Liebe nicht. Allerdings ist das was sie sducht direkt in ihrer Nähe …

Dieser Film war wohl für eine Sache relevant für die er gar nichts konnte: als die Corona Pandemie begann und die Kinos geschlossen wurden war er gerade angelaufen und wurde zu einem der ersten Filme die man ab sofort auch im VoD nach Hause holen konnte – zu einem höheren Preis. Dies war bei „Trolls 2“ recht erfolgreich, im Falle von Emma blieb ein großér Erfolg bei dieser Ma0nahme wohl aus. Das kann man allerdings verstehen da dies ein Film ist der sich an eine bestimmte Zuschauerschaft richtet: Liebhaber von Literaturverfilmungen und eben Fans der VORlage an sich. Diese wurde ja zahlreich in Serien und Filmform aufgearbeitet – worzu also noch eine Version Nun, immerhin bietet sie einige neue Ideen. Der Plot und die Verstrickungen bleiben soweit gleich, was aber fehlt ist die komplette „Überzuckerung“ bei der Inszenierung. Trotz netten Austattungen und prächtigen Kostümen wirkt es irgendwie geerdet und durch die leicht reduzierten Farben kommt es viel weniger wie ein Hochglanz-Schmalzfilm daher. Obendrein gibt Ana Tylor Joy eine sehr mögenswerte und zeitgmeäßte Version der Figur wieder. Insofern: man kann den Film mit Vorkenntnissen schauen und wird gleichermaßen neues wie vertrautes finden.

Fazit: Solide Verfilmung mit einigen neuen und bewährten, alten Elementen!

The Kissing Booth 2

Nach einem wundervollen Sommer den Elle (Joey King) mit ihrem Freund Noah (Jakob Elordi) verbracht hat geht dieser aufs College. Während sie bemührt ist ihre Zusage fürs College zu erarbeiten trifft sie auf den attraktiven Marco (Taylor Zakhar Perez) …

Über den Film kann ich mit über 40 schnell urteilen: eine banale, mich nicht mehr betreffende oder „erreichende“ High School Nummer. Aber ich muß auch Fairness dazu geben: der erste Film war im Jahre 2018 ein kleiner Sensationshit auf Netflix was wohl darauf fußt daß sich viele davon echt angesprochen gefühlt haben. Besonders beeindruckend ist daß es auf einem Buch fußt welches von einer 17 jährigen geschrieben wurde, man kann also festlegen daß die Sorgen, Gedanken und Dinge die hier von Jugendlichen gezeigt wurden durchaus mit denkbaren, realen Szenarien überein gehen. Nun also gibt’s das Sequel welches alle Bausteine ankarrt die man erwarten kann: die Hauptfigur führt eine Fernbeziehung was aber problematisch ist, fasst kleine Indizien direkt als Katastrophe auf, es geht um Kommunikation mit anderen (etwa daß sie dem besten Freund zur Last fällt), der Frage wo es in ihrer Zukunft hin gehen soll … alles also bekannte Versatzstücke. Diese werden aber ruhig, entspannt und fern von Klamauk präsentiert, leider über eine etwas zu epische Lauflänge von 130 Minuten. Für jemanden wie mich bleibt das alles uninteressant, als spaßiger und leicht emotionaler Film für jüngere Zuschauer kann man nicht klagen.

Fazit: Gar nicht so dumm, sondern mitunter sehr emotionaler Mix aus bekannten Versatzstücken!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=yX823iUrVDM

Onward – Keine halben Sachen

Zwei Elfen-Brüder erfahren daß es auf dfer Welt keine Magie mehr geben soll. Daher versuchen Sie mit einem magischen Stock ihren Vater wiederzubeleben – dabei geht aber einiges schief …

Der Name Pixar steht für Qualität, was ihm aber auch zum Nachteil werden kann. Gerade in einem Falle wie diesem hier: mit Meisterwerken wie „Ratatouille“ oder „Oben“ oder gar den „Toy Story“ Filmen kann es „Onward“ sicherlich nicht aufnehmen, aber dennoch stimmen am Film alle Versatzstücke, Komponenten und Details. Die Story in der es um das kurzzeitige Zurückholen eines verstorbenen Vaters geht hat einen emotionalen Unterbau, die zwei Helden sind sympathisch, chaotisch und liebenswert und die Optik ist auf höchsten technischen Niveau. Die Geschichte, welche es schafft „weltliche“ Aspekte mit Fantasy zu kombinieren geht auch völlig in Ordnung und läuft auf ein emotionales Ende hinaus. Warum dies nicht in solche Sphären steigt wie eben andere, zeitlose Werke kann man nicht festlegen, aber das muß man auch nicht. Dies ist auf höchstem Level oberer Durchschnitt und eine stellenweise rührende Familienstory.

Fazit: Bunt, witzig und mit emotionalem Unterbau: auch bei seinen kleineren Titeln liefert Pixar hochwertige „Ware“.

Berlin, I love you

Eine Liebeserklärung an die Stadt Berlin – in diversen Episoden verschiedener Regisseure sehen wir Menschen und Ereignisse rum um die Stadt …

Das Konzept dieser Filme ist eigentlich wunderschön: es wird stets eine Stadt ins Zentrum gerückt (Paris, New York, nun eben Berlin), dann kommen eine endlose Anzahl an Filmemachern zusammen und jeder erzählt eine eigene, kleine Geschichte die sich dann in einem Film vereinen der die Stadt großartig darstellt. Obendrein reichen sich große Namen bei den Darstellern wie auch bei den Regisseuren die Hände. Und für mich persönlich ist es interessant weil all diese Filme in Städten spielen die ich selber schon mal bereist habe. Trotzdem bleibt das Resultat stets im Mittelfeld: die Geschichten sind zumeist kleine, uninteressante Miniplots die ständig in den Stimmungen, Inszenierungen und Thematiken schwanken, so daß auf eine traurige Lovestory auch mal eine spannende Agentenstory oder eine komödiantische Szene folgen kann (wenngleich auf unfreiwillig – vor allem bei dem absurden Auftritt von Mikey Rourke als jung operiertem Schmierlappen). In der ersten halben Stunde kam er mir nicht langweilig vor, er hat mir die Stadt Berlin aber trotzdem nicht interessant dar gestellt  – im späteren Verlauf merkt man dann aber daß kaum ein tieferer Sinn besteht oder die Geschichten in irgendwwelche nennenswerten Richtungen verlaufen. Man kann sich auch die Frage stellen: warum spielen in einem Film über eine deutsche Stadt so viele US Stars mit?

Fazit: Viele prominente Gesichter und mancher netter Moment, abre weeder auf erzählerischer Ebene noch mit der Sicht auf Berlin wirklich spannend.

Rating: ★★☆☆☆

Kevin – Allein gegen alle

Kevins (Mike Weinberg) Eltern haben sich getrennt so daß er das Weihnachtsfe bei seinem Vater verbringen soll. Das wird aber gefährlich als er erneut auf Marv (French Stewart) und Vera (Missi Pyle) trifft …

Ich habe erst 18 Jahre nach dem Erscheinen dieses Films mitbekommen daß es ihn wirklich gibt – also einen wirklichen, vierten Teil der Reihe. Wobei man hier schon einiges diskutieren kann: der Film gibt wirklich vor inhaltlich an die Macauley Culkin Filme anzuschließen, leistet sich aber in einer Tour Anschlußfehler und Ungereimtheiten. Und es läßt eine Diskussion vor: kein einziger Darsteller ist aus den alten Werken dabei, es sind alles neue Gesichter die alte Charaktere spielen, doch wirklich keiner wirkt irgendwie wie die alten Figuren – ist es dann dann wirklich ein Sequel? Das hat wohl kaum einer mitbekommen, so klein und unscheinbar wie der Film ausgefallen ist. Als zwar kurzer, aber auf niedrigem TV Niveau nach produzierter Nachklapp der einfach nur bekannte Motive nimmt, sie neu mischt und einem zu keinem Zeitpunkt ein Lächeln oder Interesse entlocken kann. Eigentlich nur Erleichterung: daß diese miese Ausbeuternummer von keinem so richtig wahrgenommen wurde.

Fazit: Unglaublich billiges, Nerven kostendes Ausquetschen einer alten Thematik!

Chaos auf der Feuerwache

Jake Carson (John Cena) leitet eine Feuerwehrwache und ein absolut professionelles Team. Dann aber finden sie drei Kinder im brennenden Wald ohne eine Spur der Eltern. Da sie gesetzlich verpflichtet sind nehmen sie die Kinder auf die Feuerwache mit – wo diese recht schnell ein unglaubliches Chaos entfachen …

Filmisch gesehen fast schon eine Tradition: sobald ein muskelbepackter Darsteller (meist mit Wrestling Background) sich als Actionstar etabliert kommt irgendwann ein solcher Titel um die Ecke bei dem derjenige sein Image vorführt und als harter Kerl mit kleinen Kindern zu tun bekommt. Bei Schwarzenegger war es „Kindergarten Cop“, bei Vin Diesel „Der Babynator“, bei Dwayne Johnson „Daddy ohne Plan“ (vom gleichen Regisseur)… und jetzt hat John Cena ebenfalls einen solchen Titel. Leider einen, der merklich sehr günstig produziert wurde, Das merkt man bei den wenigen Actionmomenten und Szenen die in Hubschraubern spielen, da ist die Green Screen Herkunft klar sichtbar. Obendrein arbeitet der Film mit einem sehr kleinen Setting und nur wenigen Figuren. Die Gags sind eigentlich nur das stetige Wiederholen eines einzelnen Witzes: Cena macht den knallharten Knaben um den herum das alberne Kinderchaos ausbricht und natürlich weicht das den Mann mit der Zeit auch auf. Wirklich gut ist das alles nicht, man kann es aber auch nicht so völlig verteufeln. Die Gags mögen plump sein, aber irgendwo ist da doch Charme drin – und Kinder dürften die dusselige Nummer sicher abfeiern.

Fazit: Simpel produziert und endlos albern, für Kinder aber sicherlich sehr zufriedenstellend.

Rating: ★★★☆☆

The Old Guard

Andy (Charlize Theron)ist unsterblich und leitet ein Team von unsterblichen Killern – doch nach einigen Jahrhunderten hat sie keine Lust mehr und möchte endlich sterben. Bei einem Einsatz der schief läuft wird ihre Kraft obendrein in die Öffentlichkeit getragen …

Der Film basiert auf einer Graphic Novel Vorlage die ich nicht kenne, daher weiß ich nicht ob die Probleme welche ich mit dem Film hatte in der Vorlage oder der Umsetzung basieren. Für mich ergibt das Werk kein stimmiges Ganzes. Die Story um eine unsterbliche Soldatin ist pures Fantasymaterial, der Film spielt aber im hier und jetzt und läßt diese Figuren in modernem High-Tech Setting agieren, das ist ok, aber verströmt eben kein Stück Fantasyatmosphäre. Die Handlung vermengt diverse Schwerpunkte von denen aber keiner wirklich auserzählt wird: es wird berichtet wie diese Figuren unter ihrer Gabe leiden, wie eine Person in diese Welt eingeführt wird und wie ein Pharmakonzern versucht die Gabe der Unsterblichkeit auszunutzen – jede von diesen Plotlines hätte einen ganzen Film gefüllt, in diesen abgespeckten Dosierungen kommt nicht viel durch. Und letztlich ist der Film für mich extrem kritisch bei den Darstellern: Charlize Theron spielt einfach nur eine müde Soldatin, man nimmt ihr keine Sekunde lang ab daß sie Jahrhunderte alt sein soll. Die weiteren Figuren haben durchaus interessante Aspekte, aber sie wirken nicht da sie von extrem bleichen Darstellern verkörpert werden. Wer den Film nur für ein paar gute Actionszenen sehen mag kann das tun, allerdings sind diese über den Film verteilt und fallen auch nicht so sehr ins Gewicht.

Fazit: Viele Aspekte und Richtungen sind drin, letztlich ist das Resultat aber bleich, unemotional und langweilig!

Rating: ★★☆☆☆

Darkman III – Die Darkman Die

Peyton Westlake (Arnold Vooslo) attackiert und zerschlägt Gangsterbanden um deren Finanzen für seine Forschung nach einem dauerhaften Hauttransplantat zu nutzen. So gerät er auch mir dem brutalen Peter Rooker (Jeff Fahey) aneinander. Im Laufe dieses Kampfes gerät Westlake an Rookers Familie …

Der erste Darkman Film ist ein Klassiker meiner Jugend gewesen den ich endlos oft angeschaut habe weil ich ihn als TV-Aufzeichnung vorliegen hatte – dort spielte noch Liam Neeson den Titelhelden. Die zwei Fortsetzungen die direkt für den Videomarkt produziert wurden habe ich damals nur einmal geschaut und kaum in Erinnerung behalten. Nun habe ich nach über 20 Jahren mal einen zweiten Blick drauf geworfen und muß natürlich zugeben: ein wirklich guter Film ist dies nicht. Aber ein sehr zeitgemäßer und einer der einen absurden Charme besitzt. Daß der Film ab 18 ist kann man bei dem bestehenden Gewaltfaktor nur müde belächeln, die Story ist ein simples Gut gegen Böse Szenario vom Reißbrett. Es ist obendrein etwas irritierend daß Arnold Vosloo als Held auftritt da er eigentlich nur für Schurkenrollen bekannt ist. Aber trotz allem hat der Film mir aus heutiger Sciht gefallen, einfach weil die Musik, die Farbgebung und die Stimmung mich kurzweilig in meine Jugend versetzt haben.

Fazit: Trashiger Unsinn mit düsterer Stimmung und klischeetriefenden Zutaten!

Was gewesen wäre

Nach zweimonatier Beziehung machen Astrid (Christiane Paul) und Paul (Ronald Zehrfeld) einen Kurzurlaub in Budapest. Dabei trifft Astrid auf ihre Jugendliebe Julius (Sebastian Hülk) und durchlebt alte Gefühle ….

Das sind die immer wieder zitierten Stärken des deutschen Films: er mag nicht sehr aufregend, sehr spektakulär und voller Wendungen und Überraschungen sein, aber dafür wirkt er oftmals als habe er das wahre Leben eingefangen. Dies ist so ein Fall. Ein noch frisch verliebtes Paar macht Urlaub, stößt auf die Vergangenheit, verliert sich in Orientierung für die Zukunft und Erinnerung an die Vergangenheit … mehr braucht es nicht. Mit Christiane Paul und Ronald Zerfeld hat man zwei absolut authentische Darsteller, der Film ist kurz, kurzweilig und dialoglastig und die Thematik ist etwas was vermutlich jeder Zuschauer so kennt oder teilweise selbst mitgemacht hat. Dadurch weird er Film nicht aufregender, aber eben „echter“: weil es so ist als könne man mal bei einer emotionalen Krise einer Person zuschauen die letztlich sehr ähnliches durchlebt wie man selbst.

Fazit: Eigentlich frei von großen Momenten, dafür ungemein lebensecht und unaufdringlich gespielt!

Rating: ★★★★☆