Eurovision Song Contest – The Story of Fire Saga

Die abgedrehten Musiker Lars (Will Ferrell) und Sigrit (Rachel McAdams) bekommen die Chance, für ihr Land beim Eurovision Song Contest anzutreten …

Will Ferrell geht zum Eurovision Song Contest … eine Zeile, ein Konzept und ein Film. Und eine endlose Palette an Möglichkeiten wie man das Thema behandeln und angehen könnte. Es könnte eine bissige Mediensatire werden welche die Machenschaften hinter den Kulissen präsentiert, es könnte eine Success Story sein über einen unscheinbaren Typen der seinen Traum verfolgt und ihn erreicht oder ein großes Musical welches die Chance nutzt um ihre Gesangsmomente zu erzeugen … am Ende sit es aber vorrangig eben eine typische Will Ferrell Komödie. Der Mann polarisiert ja schon von Grund auf; man kann ihn echt mögen und witzig oder aber grausam und zum davon laufen finden, daran wird dieser Film hier auch nichts ändern. Da er seine chaotische Figur mit all seinen Marotten anlegt bleibt eine reale, emotionale Bindung an den Hauptcharakter aus, es ist eben eine Lachnummer. Der Film macht zwar ein paar nette Scherze zum Ablauf des GrandPrix, veräppelt ihn aber nicht wirklich böse und man merkt daß im Grunde eine Verbeugung vor dem Event gedacht ist. Und die musikalische Variante wird ganz toll ausgespielt: die Nummern die hier ständig geschmettert werden sind total drüber, aber irgendwie doch so als seien es reale Eventnummern von dort – diese stellen wohl das Highlight dar. Das ist der Film letztzlich wohl nicht, nur eben eine gefällige, etwas überlange Komödie mit typischem Humor, ein paar treffenden Gags und einigen tollen Liedern. Für eine Netflixproduktion definitiv ok.

Fazit: Wenn man den GrandPrix mag gibt einem der Film sicherlich etwas mehr – ansonsten ist es eben die typische Will Ferrell Komödie mit viel Musikbeigabe!
3 Punkte

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=Dz8dBH-cbe0

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

Der Tierarzt Dr. John Dolittle (Robert Downey Jr.) hat zwar die Fähigkeit mit Tieren zu sprechen kommt aber nach dem Tod seiner Frau nicht darüber hinweg und verkriecht sich.Als aber die junge Königin Victoria (Jessie Buckley) von einer Krankheit befallen wird, beginnt Dolittle eine abenteuerliche Reise um ein Heilmittel zu finden …

Dieser Film ist wohl auch durch einige sehr problematische Phasen in der Entwicklung gegangen, aber die Aussicht und der erste Trailer waren gar nicht mal so schlecht: Robert Downey jr. Als abgedrehter Tierarzt der mit Tieren sprechen kann, spielend in einem viktorianischen Zeitalter … das schien klar zu gehen. Deswegen ist es umso erschütternder was dort für ein Film bei herum kommt. Viele der Vorwürfe die ich ihm machen möchte sind im Grunde nicht so schlimm, da es sich um einen Kinderfilm handelt – aber auch dort gibt es welche die albern, aber nicht dumm sind. Das trifft hier nicht zu: Downey jr. Gibt den abgedrehten Spinner dem eine Gang an sprechenden Tieren zur Seite steht, doch weder er noch seine Begleiter strahlen irgendeinen Charme, irgendeine Chemie oder gar Herz aus. Die Story ist eine schlichte Abenteuergeschichte die ok ist, aber nur als Aufhänger für viel Klamauk herhält. Und die Spezialeffekte sind eine merkwürdige Mischung aus extrem gut und sichtbar günstig. Alles in allem keine gute, funktionierende Mischung die maximal für ganz kleine Kinder ein wenig Spaß ergeben dürfte.

Fazit: Sehr viele verschenkte Ansätze in einem überzogenen, unangenehmen Film.

Little Women

Anfang des 19. Jahrhunderts wachsen die March-Schwestern Jo (Saoirse Ronan), Meg (Emma Watson), Amy (Florence Pugh) und Beth (Eliza Scanlen) zusammen auf, entwickeln sich aber in völlig unterschiedliche Richtungen – und werfen gerne einen Blick auf Nachbarsjunge Laurie (Timothée Chalamet) …

Ich bin kein Experte für die Materie, ich habe lediglich die Verfilmung „Betty und ihre Schwestern“ im Jahre 1995 im Kino geschaut, sonst aber keine Verfilmung oder das Buch genossen. Daher erinnerte ich mich lose an einzelne Entwicklungen und kleine Wendungen, aber im Kern habe ich die Geschichte wie zum ersten Mal geschaut. Aber es gibt ja zahlreiche Gründe die den Film interessant machen, vor allem natprlich die Mitweirkenden. Greta Gerwig holt sich nach „Lady Bird“ erneut Saoirse Ronan in die Hauptrolle, des weiteren sind Darstellerinnen wie Laura Dern, Florence Pugh, Emma Watson und Meryl Streep am Start, ebenso wie männliche Schwergewichte wie Timothee Chalamet, Bob Odenkirk und Chris Cooper. Und der Film an sich mag wie ein „Mädchenfilm“ oder „Frauenstreifen“ wirken, weil eigentlich nur die Frauen im Zentrum wirken und es in zahlreichen Momenten leicht und beschwingt zugeht – aber wer sollte was dagegen haben. Der Film bringt das Kusnttück fertig ein handfester Kostümfilm zu sein, auch so auszusehen, aber nicht so angestaubt und lahm zu wirken sondern frisch, beschwingt und belebend. Vermutlich ist das auch zum großen Teil der Verdienst der literarischen Vorlage – trotzdem hat Greta Gerwig eine gute Arbeit geleistet.

Fazit: Emotional, witzig und trotz langer Laufzeit kurweilig und herzlich – großartige Buchverfilmung!

Cats

Die Katzenschar „Jellicle Cats“ trifft sich jedes Jahr auf dem „Jellicle Ball“ der auf einer Müllkippe in London stattfindet. So kommen sie zusammen und erzählen ihre Geschichten …

Ich habe diesen Film im Kino verpasst und m Nachhinein zu Hause nachgeholt. Dadurch hatte ich allerdings auch keine Möglichkeit mehr ihn unvoreingenommen anzuschauen. Ich habe im Vorfeld von endlos vielen Stellen gehört daß dies der schlechteste Film in Jahren sei – allerdings nicht so humorvoll daneben, sondern ein totales Desaster. Kann ich nach dem „Durchleiden“ auch nur so unterscheiden. Fairerweise sei gesagt: der Film hatte mit 95 Millionen durchaus ein hohes Budget und setzt dies in epischen Kulissen und vielen Effekten um. Allerdings ist es unfassbar in welche Richtung sich diese dann entwickeln: diese befremdlichen Hybriden aus Menschen und Katzen erlauben zu keiner Zeit daß man irgendwie emotional anknüpft. Die Lieder sind natürlich subjektiv anzusehen, wirken auf mich wie eine Endlosrevue lauten Gedudels welches wie ein langweiliger Ton durchzieht ohne daß etwas hängen bleibt. Ich denke mal daß die deutsche Fassung diesen Effekt noch verstärkt hat. Und darstellerisch zieht hier ein Star nach dem anderen durchs Bild und mit jedem die Frage: was denkt er oder sie sich dabei? Wie hat man diesen Darsteller nur dazu bekommen da mitzuwirken? Und wie konnte so ein verdrehter Murks jemals produziert werden?

Fazit: Quälend langweilige Singnummer mit befremdlichen Figuren und endloser Langeweile!

Rating: ★★☆☆☆

Bombshell – Das Ende des Schweigens

Journalistin  Megyn Kelly (Charlize Theron), die Moderatorin  Gretchen Carlson (Nicole Kidman) und News-Produzentin  Kayla Pospisil (Margot Robbie) arbeiten bei Fox News. Als der Chef Roger Ailes (John Lithgow) zudringlich wird bringen die Frauen dies an die Öffentlichkeit woraufhin sich weitere Frauen melden …

Es ist eigentlich eine lobenswerte Sache, wenn man einen realen Fall auf diese Weise entsprechend aufbereitet. Leider bin ich dabei extrem skeptisch da hier offen zugegeben wird daß es ein wahrer Fall ist der aber mit fiktiven Elementen und dramaturgischen Zuspitzungen angereichert ist. Daher bleibe ich stets ratlos weil ich mich frage: was ist zugefügt, was ist echt? Aber gut, es geht wohl nicht um jeden Handgriff, sondern um die gesamte Situation bzw. eine Art Einblick hinter die Kulissen. Gemäß dieses Eindrucks kann man wohl froh sein nie bei Fox gearbeitet zu haben: es wird gezeigt wie hier ein frauenfeindliches Arbeitsumfeld besteht und geschaffen wird welches sich in alle Arten von Alltagsmomenten und bis ins Private auswirkt. Präsentiert wird dies durch drei Powerfrauen in den Hauptrollen: mit Charlize Theron, Margot Robbie und Nicole Kidman hat man drei zugkräftige Gesichter auf dem Filmplakat. Leider überträgt sich die kalte Stimmung die an diesem Arbeitsplatz geherrscht haben muß auf die Figuren und die Darstellungen. Man kann natürlich verstehen wie schlimm die Lage dort ist, ebenso ist die Wut der Figuren nachvollziehbar und griffig, aber leider bekomme ich keinen emotionalen Zugang zu den Hauptcharakteren. Daß mag aber ein persönlicher Punkt sein und bei anderen besser funktionieren. Letztlich ist dieser Film trotzdem sehr wichtig, da er die Aufmerksamkeit auf ein wichtiges, unhaltbares Thema lenkt.

Fazit: Starbesetzt und emotional unterkühlt – trotzdem ein wichtiger Aufschrei!

Vox Lux

Eine Tragödie zerstört das Leben von Celeste (Raffey Cassidy / Nathalie Portman) – aber nachdem sie bei einer Trauerfeier singt steigt sie dadurch zum Popstar auf. Nachdem sie ein Skandal zu Boden wirft will sie sich aber mit einem neuen Album nach oben durchkämpfen …

Irgendwie war alles was mit diesem Film zu tun hatte merkwürdig – das fing schon an mit seiner Verfügbarkeit; da er im Amazon Streaming Angebot nicht erhältlich war, im von mir genutzten DVD Versand aber schon. Und sobald es losging hatte ich auch permanent die Frage im Kopf: was soll das, was schaue ich da, worum geht es? Das wurde mir bis zum Ende nicht so wirklich eindeutig klar. Die merkwürdige Musik, die Farbgebung und sonstige Aufmachung ließ es wirken als würde ich einen Kunstfilm schauen. Inhaltlich legt er sich nicht auf ein Thema fest: es geht um einen Amoklauf und das Überleben eben jenes, dann folgt die Biographie und der Aufstieg eines Popstars und dann deren Umgang mit einem schlimmen Vorfall, viele Jahre später bis hin zu einem lauten Konzertfinish – als das bleischwer kommentiert von einem Sprecher. Wirklich populär und spektakulär ist der finale Film nicht wahrgenommen worden, zumal er am Ende eigentlich nur eins ist: ein Megavehikel für Natalie Portmann. Die liefert sowohl in Dialogphasen wie auch in den Konzertmomenten eine sagenhafte Performance – leider liefert mir der Film einfach keinen Grund dafür.

Fazit: Mehrere Themen streifender, unentschlossener Film den Natalie Portmann solide trägt!

Motherless Brooklyn

Detektiv Lionel Essrog (Edward Norton) erhält im Jahre 1954 die unerfreuliche Aufgabe den Mord am Gangsterboss Frank Minna (Bruce Willis) aufzuklären, wobei nicht nur der Umstand daß er selbst für Minna gearbeitet hat zum Problem wird sondern auch seine Tourette Erkrankung …

Edward Norton mag im wahren Leben nicht wirklich der angenehmste Mensch sein, auf seinem filmischen Sektor macht ihm aber kaum jemand etwas vor. Darstellerisch hat er sich schon einige Male sehr hervorgetan, als Regisseur war er auch solide – nun kombiniert er dies und gibt gleichermaßen Regisseur und Hauptdarsteller., sowie den Drehbuchschreuber Und dies bei einem sehr speziellen Film: Bruce Willis, der zwar dick auf dem Plakat angekündigt ist, scheidet nach sehr kurzer Zeit aus dem Film und Edward Norton gibt den ermittelnden Protagonisten. Das besondere Markenzeichen ist dessen Behinderung die sich im ständigen Fluchen zeigt, was aber etwas unpassend zur restlichen Umgebung wirkt: der Film wirkt alt, altmodisch und ist unglaublich ruhig erzählt – und dann brüllt die Hauptfigur ständig Schimpfworte rein. Trotzdem paßt das alles irgendwie: es ist eine Kriminalgeschichte die lang, langsam und sehr ruhig erzählt wird, viele Stars in den Nebenrollen hat und durchaus ein gewisses Maß an Konzentration erfordert. Forderndes Kino für diejenigen die auch ein weilchen „Durchhalten“ können – das mag nicht ür jeden passen, aber das richtige Publikum weiß es zu schätzen.

Fazit: Etwas lang, aber atmosphärisch dicht und ruhig erzählt!