Black Christmas

An Weihachten ist der Campus des Hawthorne College fast leer, nur Riley (Imogen Poots) und ein paar Freundinnen bleiben in ihrem Verbindungshaus. Dier Feierlichkeiten nehmen ein abruptes Ende als sie von einem unbekannten Killer attackiert werden …

Als Teenager wäre ich an diesen Film sicherlich hibbelig und voller Begeisterung herangegangen. Ich liebte damals die ganzen Slasherfilme der 80er und 80er und das stetige Suchen nach „Wer steckt unter der Maske“ – das Original von „Black Christmas“ habe ich allerdings nie gesehen. Was ich jedoch geschaut habe ist das Remake daß es ein paar Jahre später gab, dieses mißfiel mir aber völlig. Wer hätte gedacht daß dieser hier da noch „drunter“ kommt … vielleicht lag es aber an den Erwartungen. Generell war der Film durchaus brauchbar im Ansatz, insbesondere daß er eine Hauptfigur mit Vergewaltigungsbackground ins Zentrum setzt. Dieser Ansatz bringt aber nicht viel, da der Film gähnend langweilig bleibt – und bei gerade mal 88 Minuten Laufzeit fast eine Stunde braucht um so etwas wie eine spannende Situation zu erzeugen. Diese aber nützt dann auch nichts da dann ein fieser Twist einsetzt der den Film in eine ganz andere, absolut lächerliche Richtung schiebt – mit dem war ich dann restlos raus. Und da der Film auch noch jugendfrei inszeniert ist kann man sich nicht mal an entsprechenden Kills erfreuen.

Fazit: Für den Spaß an diesem Film sehe ich schwarz – nicht nur an Weihnachten!
Rating: ★☆☆☆☆

Lara

Viktor (Tom Schilling) gibt ein großes Klavierkonzert am Geburtstag seiner Mutter Lara Jenkin (Corinna Harfouch), die aber nicht eingeladen ist. Der Versuch Viktors Aufmerksamkeit zu erreichen hat unerwartete Folgen …

Ein Film, eine Darstellerin: Corinn Harfouch. Und eine wie für sie gemachte Rolle, allerdings mit einer Figur mit der man wohl kaum Zeit verbringen mag. Ihre Figur Lara ist eine durchweg verbitterte, unangenehme Frau der wir als Zuschauer einfach nur zusehen und ihr durch einen Tag folgen. Es ist ihr 60. Geburtstag und es ist der Tag an dem ihr Sohn ein großes Konzert spielen wird. Lara ist unterwegs, trifft Menschen und redet viel … erst nach in nach erkennt man als Zuschauer was in dieser Person vorgeht und was sie so umtreiben mag. Dadurch enthüllt der Film mehr und mehr eine verletzte Seele, ob man dafür aber wirklich Gefühl entwickeln kann sei dahin gestellt. Was aber am meisten beeindruckt ist die „Echtheit“: jede Szene wirkt als sei sie nicht gespielt, sondern purer Ernst und das wahre Leben. Und das bleibt am Ende: nur in seltenen Fällen fühlt sich Film so unglaublich echt an.

Fazit: Bitter, traurig und bewegend – und mit Corinna Harfouch in überragender Form!

[rating: 49

Tyler Rake: Extraction

Der emotionslose Söldber Tyler Rake (Chris Hemsworth) soll den entführten Sohn eines inhaftierten internationalen Gangsterbosses befreien. Der Einsatz bringt ihn an die Grenzen der Belastbarkeit …

Hier kommen einige Dinge zusammen die bekannt klingen: der Film wurde von einem der Russo Brüder geschrieben; liegt also nahe daß man sich Thor Held Chris Hemsworth als Hauptdarsteller holt. Der kann ja einerseits den witzigen Helden geben, aber ebenso den knochentrockenen Ballermann 8wie er es bei „12 Strong“ tat; dieser Tyler Rake ist dann wohl aus der zweiten Kategorie, bekommt lediglich ein paar markante Sprüche. Ansonsten arbeitet der Film eben mit bekannten Versatzstücken: ein Held wird auf eine unmögliche Mission geschickt. In dem Spiel aus Intrigen, wer fällt wem in den Rücken, wann erreicht er sein Ziel, wie ist die Chemie zwischen der Geisel und dem Helden kann man inhaltlich schrauben, das hat man hier sehr solide und zufriedenstellend gemacht. Der Film überrascht aber in zwei anderen Punkten: zum einen kommt der grün / rötliche Look so daher als würde der Film im gleichen Universum wie „Black Hawk Down“ daher, zum anderen erreicht er ein ungeahntes Maß an Härte. Das gilt alleine für eine Szene in welcher der Schurke Kinder ermordet, aber auch die körperliche Härte die in manchen Kampfszenen passiert. Dazu kommen heftige, laute und rabiate Actionszenen wie aus einem Kriegsfilm bis hin zu einer langen Plansequenz die richtig krasse Actionmomente enthält. Leider schwächelt der Film in vielen Nebenfiguren, bzw. den Darstellern: alleine der Scharfschütze der im Showdown eine Rolle spielt ist in seinen Taten ultrakrass, in seiner Wirkung total bleich, ähnliches gilt für die zu rettende Geisel. Trotzdem: wenn schon Streaming, dann eben gerne Titel von dieser Größe und diesem Härtegrad.

Fazit: Fette Kriegsaction mit rabiater Härte und krasser Kameraarbeit, der Rest ist solide und zufriedenstellend – absolut höheres Level auf Streamingniveau.

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=-Dm6LdCfYuc

Heart of America

Die Außenseiter Daniel Lyne (Kett Turton) und Barry Schultz (Michael Belyea) wurden jahrelang an ihrer Schlue gemobbt und gequält. An ihrem letzten Schultag planen sie eine blutige Rache …

Es klingt au heutiger Sicht geradezu absurd: Elizabeth Moss spielt in einem Uwe Boll Film mit. Aber das trifft hier zu, obendrein ist dies ein Film der sich mit einem Boll-Standardthema beschäftigt, nämlich einem Amoklauf. Und das macht er auf gar nicht so schlechte Weise. Man bekommt eine Truppe Schüler an einem ganz normalen High-School Morgen zu sehen, bekommt dann durch Rückblenden nach und nach enthüllt wer mit wem Probleme hatte und wo sich die Gefahr langsam aufbaut bevor sich das alles am Ende in einem blutigen Akt entlädt. Die Darsteller sind zwar nur im Durchschnitt, aber dem Thema entsprechend ganz passabel, der Film ist mit 86 Minuten nicht zu lang und wa man auch immer Boll im handwerklichen vorwirft trifft hier nicht zu.

Fazit: Solides Schuldrama mit krassem, beklemmendem Finish!

Rating: ★★★☆☆

Teen Titans go to the movies

Die Teen Titans finden es ungerecht daß jeder Superheld einen eigenen Film bekommt, lediglich sie nicht – daher wollen sie dies mit List und Tücke erreichem. Dann aber kommt es zum Kampf mit dem fiesen Superschurken Slade Wilson alias Deathstroke (Will Arnett) …

Ich bin bei diesem Film durch einen absurden Zufall gelandet: ich habe mir vorgenommen die gesamte Filmographie von Nicolas Cage abzuarbeiten und da taucht dieser Titel mit auf – wohl nur weil er in ein paar Szenen dem auftretenden Superman seite Simme verleiht. Daher habe ich mit der Reihe, den Figuren und allem weiteren was damit zusammenhängt gar nichts zu schaffen und bewege mich auf einem Sektor auf dem ich mich nicht auskenne. Das ist natürlich ein Freiticket um endlos viele Insider zu verpassen oder vieles andere nicht zu verstehen. Aber es könnte schlimemr sein: das Ganze ist eine fette Parodie auf Comicfilme die auch die Originalfiguren und Namen einbringen kann und sehr detaillierte Referenzen zu den aufgegriffenen Werken enthält. Das sit zwar auf unglaubliche Weise albern, aber vielleicht ist das ja das Konzept: Kinder dürften sich an dem infantilen Humor und den albernen Sprüchen amüsieren, als Erwachsener hat man Spaß an den sorgfältig aufgebauten Filmreferenzen, Anspielungen und Parodien (wenn sich etwa der Schurke anhören muß daß er ausschaut wie „Deadpool“. Somit werde ich mich jetzt sicherlich nicht mit der Teen Titans Thematik weiter befassen, kann diesen für sich aber mit Spaß genießen.

Fazit: Extrem alberne Nummer die aber überraschend detailfreudige Filmparodien enthält!

Rating: ★★★★☆

Black and Blue

Alicia West (Naomie Harris) beginnt ihre Job als Polizistin in New Orleans und hat es wegen Ihrer Hautfarbe nicht sehr leicht. Dann wird sie auch noch Zeugin der Taten einiger korrupter Kollegen und steht sowohl im Visier einiger Verbrecher wie auch den eigenen Leuten …

Faszinierend: eine gute Idee und fertig ist das Thrillergerüst. Hier reicht es daß eine mögenswerte, aufrichtige Hauptfigut eine schlimme Tat beobachtet und ab da niemandem mehr vertrauen kann. Ich hätte nicht gedacht daß diese schlichten Komponenten einen derartig gradlinigen, strammen Film ergeben. Aber es funktioniert. Naomi Harris gibt eine sympathische, vernünftige Heldin ab die gleichermaßen tapfer wie auch verletzlich wirkt. Das Heer aus brutalen Polizisten welches gegen sie ins Feld zieht besteht zwar nur aus brutalen Revolverschwingern, aber dort sticht der routinierte Frank Grillo als Brutalobulle hervor. Ansonsten sind einige gängige Klischees zugegen (rabiat sprechende Ghettofiguren) aber trotzdem funktioniert die Nummer in ihrer Gesamtheit um ein vielfaches besser als der einfache Thrillerplot erahnen läßt.

Fazit: Harter Thriller mit wohl dosierter Action und spannender Grundkonstellation!

Rating: ★★★★☆

Der Leuchtturm

In den 1890er Jahren treten Leuchtturmwärter Thomas Wake (Willem Dafoe) und sein neuer Gehilfe Ephraim Winslow (Robert Pattinson) eine Schicht auf einer kleinen Insel an. Thomas läßt dabei Ephraim alle niederen Arbeiten verrichten was stetige Spannung erzeugt. Dann droht sich durch Wetterumstände die Schicht zu verlängern …

Ich gebe ja immer gerne zu wenn ich nicht den richtige Zugang in einen Film finde, das trifft hier wohl zu. Aber ich erkenne schon was das Konzept darstellt: es ist ein stimmungsvoller Horrorfilm über zwei Männer die isoliert sind. Dabei wird auf eine Menge Stilmittel zurück gegriffen: der Film ist in schwarz / weiß und das Bildformat ist 4:3 wodurch ein hohes Gefühl der Enge und Klaustrophobie entsteht. Mit zwei Darstellern die nicht mögenswert sind, wenig gesprochenen Worten und einer gruseligen Soundkulisse entwirft der Film zwei fiese Filmstunden die packen, begeistern und faszinieren, aber nicht leicht zugänglich sind und so manchem Zuschauer vielleicht zu sehr von den Schaugewohnheiten abweichen.

Fazit: Faszinierende Stimmung und Inszenierung, aber ebenso mit einer einskalten Austrahlung!

Rating: ★★★★☆

Betonrausch

Viktor Steiner (David Kross), Gerry Falkland (Frederick Lau) und Nicole Kleber (Janina Uhse) entwickeln ein illegales System mit dem sie im Immobilienhandel mitmischen. Aus den anfänglichen Erfolgen erwachsen schnell eine Menge Probleme …

Deutsche Filme die direkt für NEtflix produziert werden? Da bin ich dabei. Vielleicht kriegt man so einen Titel ins den Fokus der einem sonst entgangen wäre, außerdem könnten Darsteller und Regisseure entdeckt werden und weitere Titel ermöglicht werden. Daher: immer her damit. Leider verhebt sich dieser Film schon im Ansatz: die Geschichte von ein paar Gaunern die ein System entwickeln bei dem sie mit kruden Wohnungskäufen ect. Geld machen können sit für sich genommen interessant, aber warum muß gleich ein so fetter Vergleich mit „Wolf of Wall Street“ her? Dazu kommt daß der Film diesem Vorbild huldigt durch einige Partyszenen in denen in Zeitlupe Drogen konsumiert werden – was restlos over the top ist. Schade, denn der Rest ist solide und gut: David Kross erweist sich ein weiteres mal als optimaler Darsteller, ebenso bringt Frderic Lau als trickreicher Gauner eine passable Vorstellung. Leider sind die Figuren für mich nicht griffig weil sie in der einen Minute cleverer sind als alle anderen und entsprechend andere Leute geschickt über den Tisch ziehen, auf der anderen Seite sind sie regelmäßig überfordert und reiten sich selber in Probleme rein. Und mit Sympathie kommt man nicht weit weil die Typen einfach zu aalglatt sind. Trotzdem ist der Film nicht langweilig und hat einige sehr glaubhafte Momente parat, insbesondere wenn normale Leute über den Tisch gezogen werden.

Fazit: Nicht in allen Punkten aufeinander abgestimmter Mix aus Partyfilm, Drama, Thriller und allem anderen dem man huldigen möchte!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=wEHgDfQmpDU

Das perfekte Geheimnis

Bei einem geselligen Abend unter Freunden wird ein Spiel gespielt: alle legen ihre Handys offen auf den Tisch und jede kommende Nachricht wird laut vorgelesen. Das zunächst lustige Spiel wird schon bald zur Belastungsprobe als sensible Daten ans Licht kommen …

Einer der seltenen Fälle die ich nicht objektiv schauen konnte. Ich habe im Vorfeld Kommentare vernommen daß ein lieber Bekannter von mir geradezu persönlich beleidigt und verletzt durch diesen Film, daher sah ich mir diverse Besprechungen und Kommentare dazu an – inklusive Spoiler. Das führte dazu daß ich von Anfang an auf ablehnende Weise an den Film ran gegangen bin. Fairerweise muß ich sagen daß der Rahmen trotzdem stimmt: der Film spielt fast komplett in einer Wohnung die schick, edel und gut beleuchtet ist. Dazu hat man eine sehr erlesene Schar deutscher Stardarsteller in den Rollen und ein Skript daß wirklich 114 Minuten nur mit Dialogen füllt. Leider aber gibt’s die Kehrwende: die gezeigten Figuren sind hochnäsig, arrogant und mitunter bösartig. Es soll zwar lustig sein wenn diese mehr oder weniger ungewollt ihre Geheimnisse offenlegen, leider passiert dies ohne Charme und mehr mit einem Effekt daß man Zorn empfindet. Dann gipfelt der Film in diversen homophoben Momenten die wirken als seien sie aus einem Skript von vor vielen Jahren und diese fallen enorm unsympatisch und unpassend aus. Wer einfach nur einen banalen Film schauen mag kommt hiermit bestimmt klar, es kann aber sehr wol sein daß man richtige Wut empfindet wenn man sich in gewisse Details reindenkt.

Fazit: Schicke Optik und prominente Darsteller, aber leider fehlen Charme und Herz!
Rating: ★★☆☆☆

Halloween Haunt

In der Halloweennacht wird Harper (Katie Stevens) von einigen Freunden überredet in ein Horrorhaus zu kommen wo sie einen unheimlichen Parkour absolvieren müssen. Recht schnell wird klar daß der vermeintliche Spaß blutiger Ernst ist …

Der Film kam an Halloween in die Kinos und ich kann es voll verstehen, dies ist exakt der Stoff den man sich zu diesem Anlass geben kann: ein paar Jugendliche geraten in ein Geisterhaus welches Spaß verspricht, die abgezogene Gruselshow scheint aber dann doch ernst und blutig zu werden. Die einzigen Probleme die der Film haben dürfte: einerseits sind sowohl Darsteller wie auch Charaktere kreidebleich und völlig austauschbar, ein Subplot mit einem Stalker verläuft gänzlich im Nichts und insgesamt ist die Nummer nicht nennenswert originell. Auf der anderen Seite ist das Ganze aber durchweg effektiv: die Masken der Bösen sind unangenehm, die Fallen blutig und die Atmosphäre ist dicht und funktioniert. Langfristig hat das zwar keinen Effekt, als unkomplizierter Old-Schoo Spaß taugt das aber bestens.

Fazit: Völlige Horrorblaupause die auf ihren eingeschränkten Pfaden alles richtig macht!

Rating: ★★★☆☆