Late Night

Der TV Talkerin Katherine Newbury (Emma Thompson) wird vorgeworfen frauenfeindlich zu sein. Daher wird die Autorin Molly (Mindy Kaling) engagiert die ihr in der von Männern dominierten Redaktion den Rücken stärken soll …

Schön wenn Verpackung und Inhalt auseinander gehen, zumindest ein wenig: in diesem Falle läßt die Aufmachung vermuten daß man es mit einer einfachen Komödie zu tun hat in der eine junge Frau bei einer alten, grantigen Moderatorin anfängt und dieser mit ihrer frischen Art endlich neue Wege aufzeigt. Das ist zwar im Kern wirklich der Plot, aber es geht doch etwas anders und auch etwas „tiefer“. Die beiden Hauptfiguren werden komplett zerlegt und präsentiert, es sind keine oberflächlichen Comedygestalten sondern nachvollziehbare Personen mit Ängsten und Hintergrund. Ebenso wird das Schreiberleben zwar kurzweilig und mitunter lustig gezeigt, aber man erkennt schon daß Stress und Druck hinter allem steckt und diese Menschen wirklich um ihre Existenz bangen. All das wird entspannt, ohne überdrehte Komik und sympathisch vermittelt. Filme dieser Art gabs zwar durchaus schonmal, aber schön wenn auf diese Weise einer dazukommt.

Fazit: Kleine Komödie mit großen Darstellerleistungen und ohne platten Humor!

Brittany runs a marathon

Das New Yorker Partygirl Brittany (Jillian Bell) führt zwar ein exzessives Leben, ist aber unglücklich. Als ihr Arzt sie darauf hinweist daß sie abnehmen muß gelangt sie an eine Lauftruppe. So setzt sich Brittany das ehrgeizige Ziel einen Marathon zu laufen …

Es ist ja mittlerweile ein ständig wiederholtes Prozedere: Streaminganbieter bringen manche Titel kurzzeitig ins Kino um dann später bei Preisverleihungen entsprechend mitsprechen zu können. Warum das bei diesem Hier passiert ist kann ich aber nicht verstehen. Das heißt nicht daß dieser Film schlecht ist, aber er rangiert nicht in solchen Dimensionen. Dafür weiß er zu überraschen: die Aufmachung und die Story sowie Jillian Bell lassen es wirken als habe man es hier mit einen seichten Komödie zu tun. Es gibt durchaus auch humorvolle Momente, aber der generelle Grundton ist merkwürdig traurig. Hier geht es um eine Frau die ihr Leben nicht geregelt bekommt und im Laufen einen Weg findet aus allem auszubrechen. Dabei gibt es Rückschläge, dabei gehen Dinge schief … und die Hauptfigur ist ohnehin jemand der sich selbst überhaupt nicht leiden kann. Diese Dinge werden nicht immer angenehm, aber eben durchgehend sehr ehrlich an den Zuschauer vermittelt. Das liegt wohl daran daß der Film eine wahre Geschichte erzählt. Und auch wenn das alles nicht nennenswert aufregend erscheint: jeder der schonmal versucht hat sich zu sportlicher Aktivität aufzuraffen weiß wie schwer das ist und was für einen Kampf die Hauptfigur alleine damit durchstehen muß.

Fazit: Bemerkenswert ehrlich und irgendwie traurig, ebenso aber mit Optimismus und Kraft!