Flucht von Alcatraz

Frank Morris (Clint Eastwood) wird auf Alcatraz eingekerkert. Er erträgt mühsam die Schikanen und den schlimmen Knastalltag – und entdeckt bald eine Möglichkeit eine Flucht anzugehen …

Das ist wohl auch ein Klassiker den man mal gesehen haben sollte – ich habe es bislang nie und ihn deshalb auf Prime mal nachgeholt. Ich war positiv überrascht, mußte aber auch etwas Geduld aufbringen: das Pacing, das Tempo und alles andere ist unheimlich langsam, zumindest nach den heutigen Maßstäben. In der ersten Stunde ist das Thema Flucht garnicht so präsent, es ist einfach ein harter Gefängnisfilm der den Alltag in diesem Gefängnis zeigt, wie sehr der an der Realität dran ist weiß ich nicht. Ich war überrascht wie viele Details ich gefunden habe die mir aus typischen Knastfilmen bekannt sind, aber dieser Film ist ja quasi ein „Original“ aus dem sich viele andere bedient haben. Action gibt’s dabei nicht so viel, dafür Clint Eastwood in einer seiner besten Rollen und eine sehr spannende zweite Hälfte. Wenn man in der Lage ist sich für so einen Film interessiert zu öffnen sollte man diesen definitiv mal versuchen (wenn man ihn nicht ohnehin schon kennt).

Fazit: Sehr langsam erzählter Klassiker, mit Härte und Spannung!

Babyspeck und Fleischklößchen

Der schüchterne Rudy Gerner (Chris Makepeace) wird über die Sommerferien in ein Feriencamp geschickt in dem er sich sehr unwohl füht. Lediglich der Aufseher Tripper Harrison (Bill Murray) steht ihm bei und versucht ihm Selbstvertrauen zu vermitteln …

Das hat für mich was ganz irritierendes: mal abgesehen von „Der kleine Horrorladen“ habe ich Bill Murray nie vor „Ghostbusters“ gesehen, somit ist es für mich schon komisch den Mann den ich vorrangig aus den letzten Jahren kenne in so jung zu sehen. Ebenso irritierend ist die deutsche Synchro in der Murray mit der Stimme von Bruce Willis redet, allerdings ist auch die spätere Standardstimme von Arne Elszholz bei einer anderen Figur zu hören. Aber das ist wohl nebensächlich: diesen Film kannst du keinem mehr als lustig verkaufen oder präsentieren, der ist in allen Belangen veraltet: den Frisuren, den Witzen, der Musik, der ganzen Aufmachung eben. Ich denke mal da kommt man nur richtig rein wenn man in einem entsprechenden Alter ist und da mit Nostalgie draufsehen kann – wobei der Handlungsstrang in dem Bill Murray einen Jungen unterstützt durchaus rührend ist.

Fazit: Sonnig, fröhlich und je nachdem etwas nostalgisch – veralteter, überspitzter und doch harmloser Humor!

Rating: ★★★☆☆

Unter Verdacht

Detektiv Tony Aaron (Liam Neeson) lebt davon Männern einen Ehebruch nachzuweisen – bis bei einem seiner Jobs seine Frau (Maggie O’Neill) und eine andere Person getötet werden. Tony gerät unter Mordverdacht und entdeckt daß er Opfer eines miesen Spiels ist – und das Angeline (Laura San Giacomo) drin verwickelt ist …

Es gab Zeiten, da hatte Liam Neeson zwar schon viel gemacht, war aber trotzdem noch keine Name mit dem Mann einen Film effektiv verkaufen konnte. Obendrein war ein „Liam Neeson“ Thriller damals noch keine effektive Marke. Dieser hier schonmal garnicht, der bereits damals wie aus der Zeit gefallen wirkte: er spielt in den 50er Jahren, verströmt aber kein Feeling dieser Zeit. Als Film noir der wirklich in den 50er Jahren gedreht worden wäre hätte dieser sicherlich Potential zum Klassiker gehabt, zu seiner Erscheinungszeit Anfang der 90er war er nur ein ungewöhnlich aufgemachter Film. Einer der mich eigentlich sehr langweilig war, es war ein typer „Wer wars Thriller“ ohne Action, mit ein paar falschen Fährten und ein paar überraschend freizügigen Sexszenen. Was dann aber doch absolut überraschend war ist das Ende – da gibt’s eine knifflige Situation die ihre Spannung bis zum Limit ausreizt und eben diese Szene hat für mich den Film nachträglich nochmal aufgewertet. Wer den Film (so wie ich) auf Prime angezeigt bekommt kann mal draufschauen – auch wenn er enttäuscht, man weiß ja zu welchen Leistungen Liam Neeson später noch in der Lage war.

Fazit: Völlig austauschbarer Krimi der in seinem Schlußakt schweißtreibend spannend wird!
3 Punkte