Playmobil – Der Film

Marla reist in die mysteriöse Playmobil Welt um ihren dort verschwundenen Bruder Charlie ) zurück zu holen. Dort kommt es zum Kampf mit dem bösartigen Imperator Maximus – aber Marla erhält ebenso Beistand von einigen Weggefährten und Freunden …

Was zu erwarte war? Nicht bsonders viel. Nachdem sich Lego ja relativ erfolgreich auf der Kinoleinwand etabliert hat kommt nun Playmobil mit dem entsprechenden Versuch daher. Im Ansatz ist es die Blaupause eines Kinder-Fantasyfilms: eine von Problemen gebeutelte junge Frau und ihr lieber, kleiner Bruder werden in eine Phantasiewelt gesogen. Das ist dann eben das Playmobil Spielzeugland in dem sie dann diverse Abenteuer durchstehen müssen. Der Gag das Playmobilfiguren im Grunde nicht laufen können wird nur kurz aufgegriffen, ab danach ist es einfach nur ein quietschbunter Kinderfilm. Dabei stimmen aber die Töne nicht ganz, der Film beginnt mit einem albernen Gesinge, kippt dann in brutale Dramasphären und wechselt auch im weiteren Verlauf öfters mal in platten Klamauk. Für ganz kleine Kinder wird das wohl funktionieren, für mich war der Humor viel zu unlustig und das ganze trotz der bunten Optik kalt und ohne Herz. Falls Kinder daran Spaß haben sei es ihnen vergönnt – als Erwachsener dürfte man (selbst mit Playmobil Vergangenheit) keine gute Zeit haben.

Fazit: Unsagbar unlustiger Geldmachversuch an dem auch die prominenten deutschen Sprecher garnichts retten können!

1917

Die britischen Soldaten Schofield (George MacKay) und Blake (Dean-Charles Chapman) müssen im Ersten Weltkrieg durch feindliches Land gelangen um eine Botschaft zu überbringen die vor einem Angriff warnt. Blake riskiert dabei alles – da auch sein Bruder Opfer des Angriffs wäre …

Hier muß man aus verschiedenen Blickwinkeln drauf schauen: zum einen ist es erst mal ein klassischer Kriegsfilm in dem zwei Mann auf eine Mission geschickt werden, die Story ist ganz simpel und dient nur als Aufhänger um das Spektakel loszutreten. Zum zweiten ist der Film ein Meisterwerk der Kameratechnik da die ganze Geschichte wie ein One Shot Film aussieht, als wäre absolut alles in einer endlos langen Kamerafahrt festgehalten. Diese Vorgehensweise bietet manchmal Nachteile wenn Szenen für den Zuschauer nicht gut oder zumindest nur sehr begrenzt dargestellt werden, erreicht aber ebenso das beklemmende Gefühl hautnahe dran zu sein. Inhaltlich wird aus der geringen Ausganslage das absolute Maximum rausgeholt. Obwohl die zwei Protagonisten kaum vorgestellt werden wachsen sie einem schnell ans Herz und man hängt gebannt an ihren Erlebnissen. Auch wenn es manchmal etwas unglaubwürdig zugeht (etwa wenn jemand auf offenes Feuer zuläuft und dabei nicht getroffen wird) sitzt man angespannt und mitgerissen da und ist ebenso von der atemberaubenden Kameraarbeit begeistert. Dies ist ein Beleg dafür was Kino alles kann.

Fazit: Spannend, mitreißend und unglaublich fesselnd mit einer Inszenierung die den Atem raubt!

Rating: ★★★★★

Backdraft 2

Sean McCaffrey (Joe Anderson) ist zwar mittlwerweile als Brandermittler des Chicago Fire Departments tätig, glaubt aber dass sein Onkel Brian McCaffrey (William Baldwin) die Schuld am Tod seines Vaters Stephen (Kurt Russell) trägt. Hinzu kommt eine Gruppe Terroisten die ihre Taten mittels gezielter Großfeuer verschleiern wollen …

Die reine Existenz dieses Films ist für mich ein Aufreger: der Original „Backdraft“ Film ist für mich einer der besten Filme aller Zeiten, auch was Aufwand und Größe angeht, ebenso was die unfassbare Besetzung angeht. Nach fast 30 Jahren schiebt man nun doch ein Sequel nach, allerdings direkt für den Heimkinomarkt. Ich dachte zunächst daß das ein x-beliebiger Feuerwehrtfilm wird der sich nur den Namen klaut, aber es sind in der Tat Verbindungen drin: William Baldwin und Donald Sutherland kehren in ihre Rollen zurück. Das ist aber auch das einzige Aushängeschild welches der Film sich anhängen kann. Das Budget für epische Feuerszenen war nicht vorhanden, daher bleibts bei ein paar Alibi-Brandsequenzen, ansonsten wird der Schwerpunkt auf einen x-beliebigen Krimiplot gesetzt sowie das „Aufarbeiten“ der Familienprobleme innerhalb der Feuerwehrfamilie … kurz gesagt: schlichtes Home-Entertainment welches den Namen nicht wert ist.

Fazit: Verbrennt den guten Namen des Erstlings für einen völlig austauschbaren Billigtitel!

THe House that Jack built

Serienmörder Jack (Matt Dillon) hat über viele Jahe grausame Taten begangen, ist nun aber selber zu Tode gekommen. Er wird von Verger (Bruno Ganz) in die Hölle geführt und erzählt auf dem Weg seine Taten …

Die Story einzig und alleine für sich wäre reine Horrorkost und könnte auch in einen puren Horrorspaß umgewandelt werden. Da es aber ein Film von Lars von Trier ist sollte man das so nicht erwarten, hier hat man es wohl it einer Art Kunstfilm zu tun. Wer Leichen, Gewalt und diese Dinge will wird zwar fündig, aber lohnt es sch 150 Minuten für einen Splatterfilm abzusitzen? Wohl nicht. Es sind aber andere Dinge die faszinieren. Die eiskalte Vorgehensweise des dennoch charismatischen Matt Dillons ist faszinierend, auch der ruhig gehaltene Grundton ist interessant. Ich denke zwar nicht daß ich in die volle Tiefe dessen gelange was von Trier hier beabsichtigt hatte, fand ihn aber durchweg spannend und eben aufgrund der hohen Dialogdichte sehr interessant.

Fazit: Brutalste Morde gepaart mit ewig langen Dialogpasagen – spezielle Kost!

The Raid 2

Rama (Iko Uwais) hat den Hochhauseinsatz überlebt, wird aber in den nächsten geschickt. Dazu wird er ins Gefängnis eingeschleust um Kontakte zum Gangster-Sprössling Uco (Arifin Putra) zu knüpfen der zu dessen Vater Bangun (Tio Pakusodewo) führt …

Ähnlich wie beim Vorgänger geht hier bei mir die Schere zwischen Respekt und Begeisterung. Ich respektiere den Film in jeder erdenklichen Hinsicht und bin beeindruckt von den unzähligen Actionpassagen, von den krassen Nahkämpfen, der ausufernden Gewalt, der Kreativität bei der filmischen Umsetzung und der reinen „Wucht“. Ich verstehe auch warum einige dies für den besten Actionfilm aller Zeiten halten. Leider springt bei mir die pure Begeisterung nicht über. War Teil 1 noch fast ein Kammerspiel, ein krasses Actionszenario an einem Fleck ist Teil 2 eine ausufernde Gangstersaga in der diverse Oberbosse sich gegenseitig bekriegen und zahlreiche Fußsoldaten in blutige Gefechte geraten. Das ist ein Subgenre welches mir nicht liegt und gerade weil hier eine unfassbare Herzlosigkeit im Raume steht ist es nicht ganz meins sich damit 150 Minuten zu beschäftigen. Trotzdem: die epische Kampf und Gangstersaga hat ihre Fans und dies zurecht.

Fazit: Epische Gangstersaga die sich in unfassbare Kampfeinlagen begibt!

My Days of Mercy

Lucy (Ellen Page) reist mit ihrer Schwester Martha (Amy Seimetz) und ihrem kleinen Bruder Ben (Charlie Shotwell) durch die Vereinigten Staaten, um gegen die Todesstrafe zu protestieren. So lernt sie Lucy Mercy (Kate Mara) kennen in die sie sich verliebt und mit der sie eine Beziehung beginnt. Allerdings wird es zum Problem daß Lucy eine Befürworterin der Todesstrafe ist …

Die Story klang für mich sehr interessant weil sie einige Aspekte zusammen bringt: einerseits geht es um das Thema Todesstrafe und die Gegenüberstellung von nachvollziehbaren Standpunkten, dazu die komplizierte Beziehung zweier Frauen die sich zwar Halt geben, deren Ansichten dabei aber im Konflikt stehen und es ist ein Familiendrama um eine Familie die ein Mitglied im Todestrakt sitzen hat. Daß dabei keine spaßige Romanze rauskommt ist wohl klar, trotzdem war ich leicht ernüchtert darüber wie kalt mich der Film gelassen hat. Das mag aber an mir gelegen haben. Die Darsteller und das Grundthema sind interessant genug um es mal hiermit zu versuchen, zumal es um Ende hin richtig bitter und tragisch wird.

Fazit: Kleiner, unscheinbarer Film mit spannendem Grundkonflikt!

The Raid

Gangsterboss Tama Riyadi (Ray Sahetapy) und seiner Gang leben in einem Appartementhaus in Jakarta von dem aus sie ihre Verbrechen begehen. Ein 20-köpfiges SWAT-Team unter der Leitung von Sergeant Jaka (Joe Taslim) dringt in das Gebäude ein um sie dingfest zu machen – doch der gut geplante Einsatz wird’s schnell zu einem Massaker …

Ich bin auf diesen Film immer wieder als „Referenz“ gestoßen, als besten Actionfilm aller Zeiten … und da ich ihn nun im „Prime“ Angebot fand habe ichs mal versucht. Und mu trennen: ja, ich kann verstehen was so viele Leute daran mögen, hoch loben und sonst wie gut finden, aber der Film löst in mir nur großen Respekt, keine endlose Begeisterung aus. Eine Spezialeinheit stürmt ein Haus voller Gangster und e kommt zu fast 100 Minuten Dauergemetzel – thats all. Dabei wird aber ein großer Schwerpunkt auf Körperlichkeit gelegt. Die wirklich passierenden, körperlichen Kämpfe, das Schlagen, Treten und Schlitzen und alles was sich Menschen wirklich direkt antun können, das raubt einem den Atem, gerade in Zeiten in denen Film vorrangig mit CGI und einstürzenden Welten aufwarten. Dramaturgisch geht es nicht nennenswert in die Teife, aber das braucht es auch nicht.

Fazit: Ungemein blutige Gewaltseite mit krasser Kampfaction!

Bone Tomahawk

Eine Gruppe Kannibalen fällt über ein Dorf zwischen Texas und Mexiko her. Als dabei Samantha O’Dwyer (Lili Simmons) verschwindet beginnt ihr Mann Arthur (Patrick Wilson) die Suche, unterstützt von Sheriff Franklin Hunt (Kurt Russell),Deputy Chicory (Richard Jenkins) und den  draufgängerischen Revolverhelden John Brooder (Matthew Fox) …

An mir ist dieser Film vier Jahre lang gänzlich vorbei gegangen, aber durch divere Erwähnungen und seine Verfügbarkeit auf Netflix habe ichs mal riskiert. Dabei kann ich sehr wohl einige Pluspukte finden und glaube auch die Beliebtheit zu verstehen. Es ist ein Western der einen Schwerpunkt auf Realismus setzt, dabei ein sehr gebremstes Tempo hat und eben die Lebensumstände im Wilden Westen und wie eine solche Reise verläuft extrem lebensecht rüber bringt. Des weiteren wird eine Horrorstory mit erzählt die an manchen Stellen zu krassen Blutmomenten führen die ihresgleichen suchen. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber ich kann verstehen daß es gerade Genrefans sehr zu schätzen wissen. Dazu kommt ein großartiger Cast, wobei mir die deutsche Fassung mit einer unüblichen Synchrostimme von Kurt Russel sehr verstört hat. Wie auch der ganze Film: für Hartgesottene die mit Western und Horror klar kommen ist das hier sicherlich ein Fest, viele andere dürften von der Gewalt und dem Härtegrad restlos verschreckt sein.

Fazit: Extrem harter Mix aus Western mit Horrorelementen, krass, nüchtern und lebensnah!

Drei Engel für Charlie

Sabina Wilson (Kristen Stewart), Jane Kano (Ella Balinska) und Elena Houghlin (Naomi Scott) werden von der Townsend Detektei engagiert, deren Chef Charlie mit ihnen nur über einen alten Lautsprecher kommuniziert. Angeleitet von Charlies Sprachrohren, den Bosleys( Elizabeth Banks und Patrick Stewart) machen sie Jagd auf eine neue, gefährliche Technologie …

Eigentlich nichts Neues, aber das Alte wenigstens frisch aufbereitet: ich bin kein Kenner der alten Serie, mochte aber damals die zwei Kinofilme dazu (wenngleich diese nach all der Zeit auch nicht mehr so gut wirken). Nun gibt’s das alles in neu aufbereiteter Form: die Townsend Detektei ist nun ein Geheimdienst und es gibt hunderte Frauen die als Engel agieren, der Film fokussiert sich aber nur auf ein Team und eine völlige Reißbrett Story um eine ominöse Energiewaffe. Dabei wird das übliche Paket aus familientauglicher Action, harmlosen Sprüchen und ganz viel Frauenpower aufgefahren, auch wenn es nicht mehr zu einem solchen Schnittgewitter wird wie in den bisherigen Kinoversionen. Wirkliche Tiefe erreicht das Werk dann acuh nicht und fällt vom Gewaltfaktor her etwas ungleich aus: einerseits wird nahezu nie geblutet, trotzdem kommt es zu manchen Leichen und Kollateralschaden die dann mit flotten Sprüchen weggewischt werden. Insgesamt fällt die Balance zwischen Spaß und Ernst oftmals etwas uneben aus, für die anvisierte Zielgruppe (Mädchen um die 12) dürfte der Streifen gut funktionieren, nicht zuletzt aufgrund des popigen Soundtracks.

Fazit: Action für die jüngeren Zuschauer mit manchem amüsantem Moment!
Rating: ★★☆☆☆

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=IqHmlxugIMs

Fishermans Friends – Vom Kutter in die Charts

Musikproduzenten Danny (Daniel Mays ) reist in das Fischerdorf Port Isaac in Cornwall werden um dort eine Musikgruppe von zehn Fischern für seinen Chef zusammenzustellen. Dabei handelt es sich zwar um einen Scherz – das ist Danny aber nicht bewußt …

Die Story klingt so als wäre sie ein verspäteter Neuaufguss von Ganz oder gar nicht: eine Truppe Fischer die bei der Arbeit gerne singt wird von einem Musikproduzenten entdeckt der zunächst widerwillig, danach voller Eifer versucht diese entsprechend herauszubringen. Dabei stehen nicht nur die zunächst überschaubaren Erfolgsaussichten im Weg, ebenso haben die kernigen Typen eigentlich gar keine Lust darauf berühmt zu werden. Aber all das lässt isch sicher in anderthalb Filmstunden beheben, ebenso eine kleine Lovestory am Rande und viel Kabbeln zwischen den Hauptfiguren, genauso das typische Bild der Fischer die als ganze Männer erscheinen. Eigentlich ist also alles bekannt, aber ebenso mag man diese Versatzstücke, vor allem wenn sie wie hier solide zusammengebaut werden. Mit guter Musik und dem Background daß dies eine wahre Geschichte ist entstehen hier knapp anderhalb Stunden Wohlfühlkino für ein entsprechendes Publikum.

Fazit: Herzige Story mit sympathischen Figuren und guter Musik (wenn man auf diese Art steht)!

Rating: ★★★☆☆