The Irishman

Der Ex-Soldat Frank Sheeran (Robert DeNiro) gelangt in die Kreise des Mafiabosses Russell Bufalino (Joe Pesci) und arbeitet als Geldeintreiber und Auftragsmöder. So wird er auch zum Beschützer des Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa (Al Pacino) – bis dieser seine Lage unterschätzt …

Eigentlich finde ich die Entstehungsgeschichte viel spannender als den Film an sich. Der Film ist dreieinhalb Stunden lang und dokumentiert die Geschichte eines Ex-Soldaten der in die Mafiakreise gerät, dort ein Mann für alles wird und eben viele Jahrzehnte die Drecksarbeit verrichtet. Mich selber hats aber nach einiger Zeit aus dem Film rausgeworfen: zu viele Charaktere, zu viele Verstrickungen und zu viele Verbindungen zur amerikanischen Geschichte die ich so nicht aufzählen oder mitverfolgen konnte. Aber ich respektiere den Film für eine andere Sache: Martin Scorsese hat ihn durchgezogn. Einen Gangsterfilm von epischer Lauflänge zu produzieren in den er zehn Jahre Arbeit reingepackt hat und seine ganzen alten Darsteller in typische Rollen verbaut hat. Dies ist wie eine filmische Privatparty die sich an eine ganz bestimmte, kleine Klientel richtet die dann davon sehr beglückt sein dürfte. Obendrein setzt der Film Standards an die digitale Verjüngung der Darsteller. Deswegen lohnt sich ein Blicj definitiv, wie viel man daraus mitnehmen kann fällt aber vielleicht sehr unterschiedlich aus.

Fazit: Epische und überlange Gangstersaga!

Rating: ★★★★☆

Dancing Queens

Die in die Jahre gekommene Martha (Diane Keaton) zieht in die Rentengegend von Sun Springs und wirbelt das dortige Leben durcheinander. Sie bringt ihre neuen Freundinnen Sheryl (Jacki Weaver), Olive (Pam Grier) und Alice (Rhea Perlman) dazu mit ihr eine Cheerleadergruppe zu gründen …

Nur weil man alt ist, ist noch lange nicht Schluss … gut, diese Botschaft wurde unzählige Male auf die Leinwand gehievt, aber die Nummer ist im Kern ja nicht völlig verkehrt und kann durchaus mehrere Versionen abgeben. Aber dann sollte man auch etwas beifügen was zumindest theoretisch frisch oder neu daran ist. Davon findet sich in dieser Fassung rein gar nichts. Eine Truppe Omas hat im Altenheim keine Lust auf Langeweile und beginnt mit dem Cheerleadertraining, dabei gibt es die übliche Hürden zu überwinden: körperlicher Verfall, Selbstzweifel und die bösartige Leitung welche nichts anderes zu tun hat als den lustigen Senioren Hindernisse in den Weg zu packen. Das wäre nicht so schlimm wenn andere Parts stimmen würden: eine lustige Seniorentruppe etwa würde viel retten, leider sind diese von relativ bleichen Klischeefiguren durchsetzt; Diane Keaton gibt auch keine gute Anführerin ab sondern wirkt als würde sie sich vorrangig selbst inszenieren und das Skript hat eigentlich keine Wendung zu bieten die man nicht meilenweit im Voraus erahnen kann. Ich kann mir zwar denken daß dieser Film für eine ganz bestimmte Klientel ein großes Vergnügen ergibt – aber die sind wohl in einer Minderheit.

Fazit: Bunte Klischeepackung ohne neue Ideen, dürfte aber für ein älteres Publikum funktionieren!
Rating: ★★☆☆☆

The Farewell

Billi Wang (Awkwafina) ist eine erfolglose Schriftstellerin aus New York mit chinesichem Hintergrund. Als sie erfährt daß ihrer Großmutter Nai Nai (Zhao Shuzhen) nicht mehr viel Zeit bleibt reist sie nach Hause zurück um ihr beizustehen – wobei ganz Unterschiedliche ansichten aufeinander treffen …

Manchmal braucht ein Film keine richtige Story, so auch in diesem Fall: der Schwerpunkt liegt einfach darauf eine Hauptfigur in eine Situation zu bringen die der Zuschauer eben miterleben und durchstehen muß. Das bedeutet in diesem Film: die Hauptfigur ist eine junge Frau die zu einer Hochzeit reist bei der sie weiß daß die anwesende Großmutter todkrank ist, wie auch alle anderen Anwesenden – nur die betroffene Person weiß nichts. Ihre emotionale Anspannung in dieser Lage reicht schon um den Film zu füllen. Es reiht einfach Szenen aneinander wie das gemeinsame Essen, betrunkene Verwandte, beiläufige Gespräche … das wirkt nicht sehr spektakulär, aber eben ungemein lebensecht was darauf begründet daß die Geschichte wahr ist (und im Abspanne ine schöne Pointe bereit hält). Dadurch entsteht eine hohe emotionale Dichte und anderthalb ruhige, aber mitnehmende Kinostunden nach denen man gleichermaßen fröhlich wie etwas traurig den Film verläßt.

Fazit: Sensibles Drama ohne besondere Ereignisse, aber wunderbar ruhiger Erzählweise und hoher Glaubwürdigkeit!

Rating: ★★★★☆

Doctor Sleep

Danny Torrance (Ewan McGregor) ist inzwischen erwachsen, aht ein Problem mit dem Alkohol und ebenso die besondere Fähigkeit des Shinings. Dies nutzt er um in einem Hospiz um die Patienten zu trösten – schon bald wird es aber gebraucht um gegen die Sekte „Der Wahre Knoten“ anzugehen …

Ich hatte nie eine besondere Anbindung an „Shining“, respektiere aber seinen Stellenwert als Klassiker. Trotzdem hätte e sfür mich keinen weiteren Teil gebraucht, auch wenn es ein Buch dazu gibt. Immerhin ist dieser Film kein Neuaufguss sondern eine ganz eigene Story die eben nur auf bekannte Elemente setzt. Bein einer Lauflänge von 152 Minuten werden dabei drei verschiedene Handlungsstränge angesetzt die sich lange Zeit nicht berühren. Die Story ist ok, aber sehr speziell, erklärt nicht alles und dürfte sich einem Mainstreampublikum eher entziehen. Die Aufzählung zum Horrorfilm paßt auch nicht völlig; aes gibt zwar ein paar Elemente, aber am Ende fällt der Film wohl mehr unter Mystery mit ein paar Gruselmomenten. Es funktioniert aber, vorrangig auch durch die gute Besetzung und eine entsprechende Atmosphäre. An das Original kommts nicht ran, aber das war nicht zu erwarten.

Fazit: Überlange Gruselnummer mit extrem dichtem Showdown!
Rating: ★★★★☆

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=Ji1OUupQL5o

Vor drei Tagen fand Louis Fugain (Gregoire Ludig) eine Leiche vor seinem Wohnhaus, nun muß er dem Kommissar Buron (Benoit Poelvoorde) zu seinem Fund Rede und Antwort stehen. Es dauert nicht lange und Louis steht selbst unter Verdacht …

Wenn man keine Ahnung hat sollte man wohl einfach den Mund halten, das sollte auch mein Credo bei diesem Titel sein. Ich habe mich mit Quentin Dupieux nie großartig beschäftigt, daher kann ich nicht sagen daß ich mich in der „Welt“ hier sehr auskenne oder klar komme. Der Film hat auch nichts von einem Genre oder irgendwas daß greifbar, normal oder mit irgendwas vergleichbar wäre, daher ist er als Film durchaus eine interessante Erfahrung. Obendrein eine die mit 73 Minuten relativ zeitsparend ist. Mir kam es vor als würde ich als Amerikaner einen Helge Schneider Film sehen, ich war kein Stück damit zu „vereinen“ oder sonst irgendwie in Verbindung zu bringen. Im Kern steht ein Verhör bei dem ein dusseliger Kommissar einen freundlichen Mann befragt, das ist aber nur eine Randerscheinung bei der öfter auch al die vierte Wand angeschrammt wird. Mancher Witz passt, manche Ideen sind so unglaublich absurd (etwa das der Kommissar aus dem Bauch raucht) und alles ist das Hirngespinst eines Filmemachers zu dem ich keinen Zugang habe.

Fazit: Eine Privatveranstaltung für Menschen die diesen Filmemacher kennen!
Videoreveiw von mir: https://youtu.be/_amA2SeHxSE

Escape Plan 3 – The Extractors

Ray Breslin (Sylvester Stallone) ermittelt in einem Entführungsfall und findet eine Spur die zu seiner ehemaligenAbigail (Jaime King) führt. Die Opfer werden in einem Gefängnis namens „Devil’s Station“ gefangen gehalten. Mit seinen Kollegen Trent Derosa (Dave Bautista) und Hush (Curtis „50 Cent“ Jackson) greift Ray ein …

Irgendwie schaffe ich es nicht die Reihe als Franchise zu empfinden. Folge Eins hatte noch den Gag dass dort Stallone und Arnie zusammen auf eine Leinwand gelangten, Teil 2 war restloser Etikettenschwindel indem man Stallone aufs Cover druckte zusammen mit Dave Bautista, diese aber im Film nur wenig zum Einsatz kamen. Hier ist es ähnlich, aber nicht ganz so schlimm. Trotzdem hat es nichts mehr mit dem Kinofilm gemein, es wirkt wie ein ganz dumpfer Videothekenfilm aus den 80er Jahren, leider ohne Unterhaltungswert oder Charme. Die größte Überraschung daran war der Schurke, der von Devon Sawa gepielt wird, der mir noch aus „Final Destination“ ein Begriff ist. Ansonsten gabs ein paar Schießereien, ein paar fetten Kampszenen und ein paar brutale Sekunden, aber nichts was auch noch nach dem Abspann entscheidend im Kopf bleibt. Ich hoffe Stallone nutzt diese Serie nicht um weiterhin die Portokasse zu füllen.

Fazit: Auch ein kleiner Schlußtwist rettet den Film nicht aus völliger Belanglosigkeit
Rating: ★★★☆☆

Jonathan

John und Jonathan (Ansel Elgort) sind Zwillingsbrüder und gehen den Pakt ein niemals eine Beziehung zu beginnen. Über soziale Medien jedoch lernt John doch jemanden kennen was das Verhältnis zu seinem Bruder ins Wanken bringt …

Da bin ich etwas unsachlich wenn ich sage: Ansel Elgort hat von Anfang an bei mir ein paar Pluspunkte. Das liegt wohl daran das er bei „Baby Driver“ einen der liebenswertesten Charaktere die ich je gesehen habe verkörpert hat. Davon ist er im neuen Film weit entfernt, wobei dieser hier mit einem recht spannenden Ansatz daher kommt: ein Bruderpaar teilt sich den gleichen Körper und kommt sich eben dadurch in die Quere als es um eine Frau geht. Wie sehr das glaubwürdig oder gar medizinisch belegbar ist sei dahin gestellt, für den Titel reicht es . Es geht nicht um Kitsch sondern eben ein schweres Verhältnis zwischen zwei Brüdern in einer ungewöhnlichen Lage, um Eifersucht, einen Trennungsprozess und eine komplizierte Dreiecksbezieung Das alles ergibt ekeinen lauten, reißerischen Titel, sondern leises, stilles Dramakino mit kleinen Spannungsgsanteilen. Die Idee ist zwar etwas faszinierender als der Film, nicht zuletzt dank Elgorts spiel kommt aber keine Langeweile auf.

Fazit: Kein Mainstream, sondern ein spezielles Drama in ausgesprochen ruhiger Form!

Rating: ★★★☆☆

The Silence

Bei  New Jersey attackieren parasitäre Insekten eine Kolonie von Fledermäusen wodurch diese blutrünstig werden. Die taube Teenagerin Ally (Kiernan Shipka) und ihre Familie werden angegriffen und fliehen in einen Wald wo sie verzweifelt einen Weg in Sicherheit suchen …

Ich verstehe das nicht: der Film ist in den meisten Ländern direkt auf Netflix erschienen, in Deutschland hat man sich an einer Kinoauswertung versucht. War man darauf aus bei der fast identischen Story noch ein paar Zuschauer aus dem Fährwasser von „A Quiet Place“ abzufischen? Dürfte kaum funktioniert haben. Grundlegend verkehrt ist der Film dann zwar nicht, arbeitet aber eben mit dem bekannten Motiv daß ein paar Menschen in furchtbaren Umständen überleben müssen und dabei keinen Laut von sich geben dürfen. Das auffälligste dabei ist der kalte, ausgewaschene und farbarme Look der fast wie Sepia erscheint. Ansonsten bleibt es bei banalen, harmlosen und braven Erschreckern die fürs heimische Spfa aber ausreichen.

Fazit: Kleine Horrornummer ohne nennenswerte Figuren und im Fährwassereines anderen dümpelnd!

Rating: ★★☆☆☆

Last Chrismas

Kate (Emilia Clarke) war Elfin in einem Weihnachtsladen, hängt nun aber total durch und denkt übe ihr verkorkstes Leben nach. Dann aber begegnet sie Tom (Henry Golding) – und im Weihnachtstrubel beginnt eine folgenreiche Romanze …

Schade: die Idee einen Film zu machen der auf dem Lied fußt erschien ganz nett und der Trailer hatte eine gewisse Energie weswegen ich mich doch auf den Film gefreut habe. Hinterher folgte aber doch die Ernüchterung da der Film vorrangig eines ist: frei von jeder Story. Wir beobachten einfach eine Hauptfigur und ihr Leben: Emilia Clarke spielt die chaotische Kate die in einem Shop arbeitet, versucht als Sängerin Erfolg zu haben und eine tragische Vorgeschichte die sich nachher enthüllt. Immerhin trifft sie auf einen wunderbaren jungen Mann der ihr das Leben erträglich macht, aber ebenso ein Geheimnis trägt … ua. Einzelne Szenen, manche Scherze und kurze Momente funktionieren dabei auch, es ist aber insbesondere Emilia Clarkes sympathische Figur die alles zusammenhält und trägt. Leider kann sie damit das scheußliche Skript auch nicht retten; welches einfach nur eine Mischung aus Weihnachtsklischees, Romanzenstandards und einem plötzlich einsetzenden Dramateil ist. Als Weihnachtsromanze wird der Film sicherlich einige Leute zufrieden stellen, man merkt aber das hinter dem ganzen Kram nicht viel steckt.

Fazit: Eine überragend gute Emilia Clarke rettet nicht das laue Skript mit seiner lange vorhersehbaren Pointe!
Rating: ★★☆☆☆

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=hzqCmABWDKc

High Life

Monte (Robert Pattinson) und seine kleine Tochter Willow (Jessie Ross) leben auf einem ramponierten, ehemaligen Gefängnisraumschiff. Dieses jedoch droht Kurs auf ein schwarzes Loch zu nehmen …

Ich bin kein Fan von harter Sci-Fi; ebenso wenig konnte ich mit „Good Times“ etwas anfangen in dem Robert Pattinson zeigte daß er ein guter Darsteller ist und sich mit Vorliebe abseits des Mainstreams bewegt. Der Grund warum ich dann aber doch mal versucht habe diesen Film zu schauen war ein ganz anderer: der Film wurde wohl komplett in Köln gedreht, in einem hiesigen Studio, wenn auch nahezu keine Szene außerhalb spielt und man vom lokalen nichts zu sehen bekam. Und der Film an sich ist eben das was ich unter einem solchen Sci Fi Stoff erwarte: trist, düster, bedrückend. Das Setting ist und schön anzusehen, die Figuren sind kantig und unangenehm und alles in alles war dies ein langer, anstrengender Titel in den ich nicht wirklich reingekommen bin. Schade, aber wohl logisch. Man muß wirklich der Science Fiction mehr als nur durch Star Wars offen gegenüber stehen, dann eröffnet sich vielleicht ein interessanter Film und ein paar spannende Ansätze. Für mich wars reine Qual.

Fazit: Wie ein Hardcore Sci-Fi Fan dieses Werk auffast weiß ich nicht – als Laie und auf den Unterhaltungswert schauend war es für mich abre pure, unzugängliche Schwere!