Toy Story 4 – Alles hört auf kein Kommando

Cowboy Woody ist seit Jahren stetig in Kinderzimmern mit stetig neuen Kindern zu Hause. Seine Existenz als Spielzeug beginnt er zu hinterfragen als ein neues Spielzeug auftaucht namens Forky. Forky ist sich nämlich sicher kein Spielzeug zu sein …

Hier war ich zwar skeptisch, aber nicht emotional betroffen: ich habe die ersten drei Filme der Reihe zwar gesehen, aber jeweils nur einmal und ohne einen besonderen emotionalen Bezug zu den Figuren zu haben. Daher sah ich einen vierten Film als unnötig an und hatte auch keinen so großen Drang die bekannten Charaktere wiederzusehen. Umso überraschter bin ich vom Resultat welcher eigentlich zwei Skripts ineinander packt: zum einen betont der Film auf sehr schön gezeichnete Weise warum die Figur Forky so wichtig für die menschliche Hauptfigur Bonnie ist – das hätte man kürzer gestalten können, ist aber so wie es ist sehr eindringlich. Danach gibt’s das xte Abenteuerszenario in dem die Figuren eine von sich retten müssen, die besonderen Fähigkeiten einzelner an manchen Stellen entscheidend werden … gabs alles schon zu Hauf, wird aber hier großartig eingesetzt um geliefert. Dazu gibt’s manchen emotionalen Augenblick dessen Intensität durchaus zu überraschen weiß: das an die Nieren gehende Finale könnte auch kleinen Kindern eine Träne im Auge mit nach Hause geben.

Fazit: Unnötige, aber in jeder Hinsicht gelungene Fortführung der Reihe mit hohem emotionalem Anteil!
Rating: ★★★★☆

Once upon a time in Hollywood

Im Jahre 1969 gerät die Karriere des Westerndarstellers Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) ins Stocken. Mit seinem Freund und Stuntdouble Cliff Booth (Brad Pitt) versucht Dalton, den Wechsel zum Spielfilm zu schaffen. Obendrein zieht neben ihm der gefeierte Regisseur Roman Polanski (Rafal Zawierucha) mit seiner Frau, der Schauspielerin Sharon Tate (Margot Robbie) ein …

Kein anderer außer Quentin Tarantino könnte wohl diesen Film machen … nicht weil kein anderer so etwas schreiben, inszenieren und ermöglichen könnte, aber keiner sonst käme bei seinen Geldgebern so damit durch. Denn dieser Film ist vorrangig ein filmisches Freiticket: es gibt wenig Story, aber eine endlose Schwelgerei im Moment. Man sieht minutenlang Figuren durch die Stadt gehen, das Zeitgefühl authentisch eingefangen oder sieht endlos beim Dreh der fiktiven Westernserie zu die DiCaprios Figur spielt. Eine Story gibt e skaum, diese läuft aber im Leerlauf und kommt kaum voran – aber das Schwelgen in Nostaglie und das Verweilen in der gezeigten Zeit reicht auch schon. Wir haben eine reihe cooler und mögenswerter Figuren und der Film ist damit zufrieden diese einfach nur eine Weile zu beobachten – und jede noch so kleine inszenierte Szene wirkt unter der Leitung von Tarantino nochmal so gut. Warum das alles so laufen soll enthüllt allerdings erst das Ende in dem es um die wahren Morde an Sharon Tate und deren Freunde geht – und dann wird klar was Quentin eigentlich mit diesem Film beabsichtigt … aber das soll jeder für sich rausfinden. Allerdings könnte der langsame Inszenierungsstil und das lange Ausbleiben von Handlung so einige vor den Kopf stoßen.

Fazit: Fügt sich erst am Ende zu einem Gesamtbild zusammen – dann aber einem genialen, kurzweiligen und vor Spaß Funken sprühendem!

Rating: ★★★★★