Angel has Fallen

Secret-Service-Agent Mike Banning (Gerard Butler) hat bereits mehrfach den US Präsidenten retten können – trotzdem gerät er selbst unter Verdacht. Nach einem Anschlag auf die Air Force One wird Mike zum Terroristen erklärt und muß fliehen um seine Unschuld zu belegen …

Der dritte Teil der „Mike Banning“ Trilogie, einer Serie der man so viel Saft und so viele Filme wohl nicht unbedingt zugetraut hätte Gerald Butler spielt erneut einen aufrechten Secret Service Agent der den Präsidenten beschützt, allerdings wird die Handlung diesmal nicht von einem „Stirb langsam“ Vorbild abgekupfert sondern von „Auf der Flucht“: dem Helden wird ein Vergehen in die Schuhe geschoben und fortan muß der fliehen und seine Unschuld beweisen. Allerdings ist dies kein Material um einen Actionthriller zu füllen: der Antagonist ist schnell bekannt und die Hintergründe komplett schlicht. Vor diesem Background feuert der Film eine Reihe Actionmomente ab die wie in den Vorgängern mit brutal hohem Bodycount daherkommen und wuchtig sind, aber ebenso wird mit Wackelkamera gearbeitet und oftmals sind die Actionszenen sehr unübersichtlich, sei es im nächtlichen Wald oder in einer Schuttruine. In der letzten halben Stunde verdichtet sich alles zu einem effektiven Showdown und Nick Nolte gbt den unpassenden Sidekick der aber trotzdem etwas Spaß vermittelt. Wer mit den vorherigen klarkam wird auch diesen hier mögen, alle anderen sehen einen banalen und lauten Actionfilm der dem Thema nichts neues gibt.

Fazit: Sehr laute Actionnummer, im Rahmen ok, aber meilenweit davon entfernt interesant oder originell zu sein!

Rating: ★★☆☆☆

Der goldene Handschuh

Fritz Honka (Jonas Dassler) verbringt in den 70er Jahren die Abende in der Kiezkneipe „Zum Goldenen Handschuh“ um seine Opfer zu finden – denn in Wahrheit ist Honka ein Serienmörder der zu unfassbaren Greueltaten fähig ist …

Hier wird mir nicht so ganz klar was der Sinn des Films war – ich ernenne nur worin er nicht besteht. Der Film ist nicht wirklich darauf aus eine dokumentarische Nacherzählung der wahren Ereignisse rund um Fritz Honka und seine Greueltaten zu sein, er setzt ihn zwar ins Zentrum und mag auch vieles authentisch wiedergeben, aber ich bin nachher nicht viel schlauer als vorher. Der Film ist ab 18, enthält auch einiges an Blut und Gewalt, ist aber trotzdem kein Horrorfilm oder gar dem Splattergerne zuzuordnen. Ich denke, es gerht hauptsächlich um die möglichst lebensnahe Milieuschilderung: ich bin nie zu der gezeigten Zeit an den gezeigten Orten gewesen, habe aber doch den Eindruck daß es sehr glaubhaft und authentisch gezeigt wird. Und das ist vor allem siffig, schmuddelig und scheußlich, stellenweise so abstoßend daß man glatt verstehen kann warum dieser Mann auf die Art und Weise wahnsinnig wurde. Und mit Jonas Dassel der hinter der entstellten Maske kaum zu erkennen ist hat man einen derart scheußlichen Charakter daß alleine seine Darstellung das pure Ekel forciert.

Fazit: Blutige und schmierige Nachstellunf des Honka Falls daß sich zwischen die Genres setzt, aber eine abartige Faszination innehat!
Rating: ★★★☆☆

Little Monsters

Straßenmusiker Dave (Alexander England) begleitet seinen Neffen Felix (Diesel La Torraca) auf Kindergartenausflug um die Erzieherin Miss Caroline (Lupita Nyong’o) anzubaggern – wobei er einen Konkurrenten in Gestalt des Entertainers Teddy McGiggle (Josh Gad) bekommt. Das wird aber unwichtig als eine Horde Zombies über den Ort herfällt …

Hier hat jemand einen ziemlich vielseitigen Genreix versucht und ist daran gescheitert was eben solche Mixfilme so schwierig macht: dem Abstimmen der einzelnen Komponenten. Der Film beginnt als RomCom mit einem Deppen der seine Beziehung versaut, leider ist diese Figur so überdreht und unsympathisch daß er als Träger für Zuschauersympathien komplett ausfällt. Dann wechselt der Film schlagartig in einen Horrorfilm und vereint gleichermaßen ultrabrutale Splatterszenen mit übelst albernen Comedymomenten. Hier ensteht aber das Problem daß die Lage zwar auf dem Papier bedrohlich ist, sich aber nie so anfühlt und die von Lupita Nyongo gespielte Lehrerin so cool ist daß man nie wirklich Sorgen um die Hauptfiguren hat. Und es passiert zu wenig außer daß sich die Figuren an einem sicheren Moment verschanzen und ab dort eigentlich nur abwarten. Schade, aber nicht schlimm: aus der Grundidee hätte man sicher was machen können.

Fazit: Findet die richtige Balance zwischen Spaß, Ernst und Spannung nicht!Rating: ★★☆☆☆

On the Basis of Sex – Die Berufung

Ruth Bader Ginsberg (Felicity Jones) hat ihr Jurastudium in den fünfziger Jahren als Jahrgangsbeste abgeschlossen und bekommt lediglich einer Stelle als Professorin begnügen. Da wird ihr ein Fall zugespielt aus dem sie einen Präzedenzfall basteln möchte um auf die ungerechten Verhältnisse hinzuweisen …

Heldenverehrung in Fimform ist eine gute Sache, wenn es angemessen erscheint und wenn die entsprechende Person es „verdient“ hat. In diesem Falle ist es die Geschichte einer hoch angesehenen Juristin, wie sie sich erst selber in eine richtige Position hocharbeiten muß und dann einen spektakulären Fall der Grundsätze verändert übernehmen mu. Dabei geht’s eben um die Darstellung der Hauptfigur, das macht Felicity Jones solide und interessant, obendrein gefiel mir die Chemie mit ihrem Filmehemann der wirklich als ergänzende unt unterstützende Kraft erschien und nicht wie in vielen anderen Titeln irgendwann ur noch durch Streit und Konflikt ausfällt. In die juristischen Details konnte ich nicht so gut folgen da mir das zu explizit wurde mit der Dauer, am Endresultat ändert das aber nichts: ein starker, kraftvoller Film der seine Thematik anschaulich und kurzweilig verpackt

Fazit: Solide gespielt, kraftvoll inszeniert – genau die Art von Film welche für den Schulunterricht taugt!

Rating: ★★★★☆

211 – Cops under Fire

Der alte Polizist Mike Chandler (Nicolas Cage) hat keinen Draht mehr zu seiner Tochter Sarah (Amanda Cerny),  erfährt aber Partner und Schwiegersohn Steve (Dwayne Cameron) daß Sarah schwanger ist. Gerade als er den Schüler Kenny (Michael Rainey, jr.) auf einer Streife mitnehmen muß gerät er in einen Überfall …

Wieder einmal im Videothekensumpf gewühlt und einen der billigeren Nicolas Cage Titel rausgefischt … der aber dann doch in ein paar Punkten überrascht. Gleich zu Beginn redet Cages Figur über den nahenden Ruhestand was für mich selber einfach ein Ausrufezeichen setzt daß der Mann zwar schon lange vom großen Starruhm weg ist, aber eben auch wirklich langsam entsprechend altert. Des weiteren ist dies ein Film der komplett von seinen Macken fernbleibt, ihn als gealterten und soliden Polizisten in Szene setzt. Und dann gibt’s einen Subplot um eine Figur die ich unfassbar tragisch und bewegend fand, mehr als von einem solchen Titel zu erwarten ist. Das sind schon nennenswerte Punkte, da der Rest extrem einseitig ausfällt. Nach einer sehr langweiligen ersten Dreiviertelstunde in der wenig passiert wird ein spannendes Szenario entwickelt aus dem dann in der zweiten Hälfte ein spannungsreiches Extrem wird. Nichts was man nicht schon kennt, nichts was überrascht – aber es funktioniert eben auf dem Sektor der kleinen, zufrieden stellenden Filmkost. Und wie so oft: der Film hätte auch mit jemandem anders als Cage gut funktioniert.

Fazit: Laue erste Hälfte trifft auf heftige zweite, in der aber sehr wohl ordentlich geballert und auch gelitten wird!

Good Boys

Der 12-jährige Max (Jacob Tremblay) wird zu einer Kussparty eingeladen. Um sich vorzubereiten spioniert er mit seinen Freunden Thor (Brady Noon) und Lucas (Keith L. Williams) die Nachbarin mittels einer Drohne. Als diese in Mitleidenschaft gezogen wird beginnt ein irrer Trip durch die Stadt um den Schaden zu ersetzen …

Kann man dem Genre „Teenager-Komödie“ eigentlich was Neues abgewinnen? Vermutlich nicht. Aber man kann alte Gags neu zusammenwürfeln und richtig abstimmen wenn man auf gewisse Dinge achtet. In diesem Falle ist auch das wichtigste Detail beachtet worden: das Herz. Worum es eigentlich geht (eine Drohne) ist nebensächlich, es geht nur darum die drei Helden auf eine chaotische Odyssee zu schicken. Diese ist dann mit reihenweise schrägen Momenten und chaotischen Gags gespickt die eine unerwartet gute und hohe Treffsicherheit haben. Dabei geht so einiges unter die Gürtellinie, aber auch nicht so unglaublich viel wie es das Marketing suggerieren möchte. Trotzdem überrascht am Schluß die warmherzige Chemie der drei Hauptfiguren die sigar in einige sitzende emotionale Momente führt. In dramatische Tiefen gleitet das zwar nicht ab, sehr wohl aber in großartige Spaßmomente und 89 ungemein kurzweilige Filmminuten.

Fazit: Weniger zotig als es das Marketing darstellt, statt dessen warmherzig, stimmit und mit emotionalen Augenblicken!
Rating: ★★★★☆

Spielmacher

Durch kriminelle Machenschaften hat sich Ivo den Traumeeiner Karriere als Fußballer (Frederick Lau) verdorben. Dann aber plant er Nachwuchskicker Lukas (Mateo Wansing Lorrio) zu fördern und landet obendrein bei dessen Mutter Vera (Antje Traue). Allerdings wird seine kriminelle Vergangenheit zum Problem …

Bei Filmen die ind er deutschen „Unterwelt“ spielen erlaube ich mir von Anfang an immer eine sehr hohe Skepsis, weil ich befürchte daß diese versuchen amerikanische Vorbilder abzubilden und dabei extrem überhöht geraten und dabei die Glaubwürdigkeit verloren geht. Dies stellt keinen solchen Fall da: Frederik Lau gibt mit bewusst gebremstem Spiel einen Ex-Fußballer der nach schlimmer Vergangenheit aus dem Gefängnis kommt, in die Glücksspielszene gerät und gleichzeitig sein dortiges Gangsterleben wie auch die Freundschaft zu einem jungen Spieler und die Beziehung zu dessen Mutter geregelt bekommen muß. Dabei fällt das Ergebnis bemerkenswert stimmig aus: der Strudel an Konsequenzen der hier losgetreten wird ist durchweg plausibel, wird in langsamem, aber nicht langweiligem Tempo berichtet und mit Oliver Massuci hat der Film einen wunderbaren Antagonisten der gleichzeitig grundböse wie hoch charismatisch erscheint. Deusches Kino wie es selten daher kommt: spannend, aufs Nötigste reduziert und auf eine gewisse Weise sogar sehr menschlich.

Fazit: Mag ein paar Klischees enthalten, ergibt aber einen stimmigen, spannenden und kraftvollen Film!

Rating: ★★★★☆

Toy Story 4 – Alles hört auf kein Kommando

Cowboy Woody ist seit Jahren stetig in Kinderzimmern mit stetig neuen Kindern zu Hause. Seine Existenz als Spielzeug beginnt er zu hinterfragen als ein neues Spielzeug auftaucht namens Forky. Forky ist sich nämlich sicher kein Spielzeug zu sein …

Hier war ich zwar skeptisch, aber nicht emotional betroffen: ich habe die ersten drei Filme der Reihe zwar gesehen, aber jeweils nur einmal und ohne einen besonderen emotionalen Bezug zu den Figuren zu haben. Daher sah ich einen vierten Film als unnötig an und hatte auch keinen so großen Drang die bekannten Charaktere wiederzusehen. Umso überraschter bin ich vom Resultat welcher eigentlich zwei Skripts ineinander packt: zum einen betont der Film auf sehr schön gezeichnete Weise warum die Figur Forky so wichtig für die menschliche Hauptfigur Bonnie ist – das hätte man kürzer gestalten können, ist aber so wie es ist sehr eindringlich. Danach gibt’s das xte Abenteuerszenario in dem die Figuren eine von sich retten müssen, die besonderen Fähigkeiten einzelner an manchen Stellen entscheidend werden … gabs alles schon zu Hauf, wird aber hier großartig eingesetzt um geliefert. Dazu gibt’s manchen emotionalen Augenblick dessen Intensität durchaus zu überraschen weiß: das an die Nieren gehende Finale könnte auch kleinen Kindern eine Träne im Auge mit nach Hause geben.

Fazit: Unnötige, aber in jeder Hinsicht gelungene Fortführung der Reihe mit hohem emotionalem Anteil!
Rating: ★★★★☆

Once upon a time in Hollywood

Im Jahre 1969 gerät die Karriere des Westerndarstellers Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) ins Stocken. Mit seinem Freund und Stuntdouble Cliff Booth (Brad Pitt) versucht Dalton, den Wechsel zum Spielfilm zu schaffen. Obendrein zieht neben ihm der gefeierte Regisseur Roman Polanski (Rafal Zawierucha) mit seiner Frau, der Schauspielerin Sharon Tate (Margot Robbie) ein …

Kein anderer außer Quentin Tarantino könnte wohl diesen Film machen … nicht weil kein anderer so etwas schreiben, inszenieren und ermöglichen könnte, aber keiner sonst käme bei seinen Geldgebern so damit durch. Denn dieser Film ist vorrangig ein filmisches Freiticket: es gibt wenig Story, aber eine endlose Schwelgerei im Moment. Man sieht minutenlang Figuren durch die Stadt gehen, das Zeitgefühl authentisch eingefangen oder sieht endlos beim Dreh der fiktiven Westernserie zu die DiCaprios Figur spielt. Eine Story gibt e skaum, diese läuft aber im Leerlauf und kommt kaum voran – aber das Schwelgen in Nostaglie und das Verweilen in der gezeigten Zeit reicht auch schon. Wir haben eine reihe cooler und mögenswerter Figuren und der Film ist damit zufrieden diese einfach nur eine Weile zu beobachten – und jede noch so kleine inszenierte Szene wirkt unter der Leitung von Tarantino nochmal so gut. Warum das alles so laufen soll enthüllt allerdings erst das Ende in dem es um die wahren Morde an Sharon Tate und deren Freunde geht – und dann wird klar was Quentin eigentlich mit diesem Film beabsichtigt … aber das soll jeder für sich rausfinden. Allerdings könnte der langsame Inszenierungsstil und das lange Ausbleiben von Handlung so einige vor den Kopf stoßen.

Fazit: Fügt sich erst am Ende zu einem Gesamtbild zusammen – dann aber einem genialen, kurzweiligen und vor Spaß Funken sprühendem!

Rating: ★★★★★

Crawl

Haley Keller (Kaya Scodelario) reist an die Küste von Kalifornieren um ihren in einem Sturm vermissten Vater Dave (Barry Pepper). Sie findet ihn im Keller seines überfluteten Hauses – ebenso wie einige Alligatoren …

So ein guter Beginn, so ein derber Absturz: der Film baut in wenigen Minuten ein einfaches, aber extrem funktionales Szenario auf: eine junge Frau und ihr schwer verletzter Vater sind in einem Haus in dem langsam der Wasserpegel steigt und durch das Alligatoren schwimmen. Leider versaut sich der Film den großartigen Aufbau durch eine endlose Abfolge an unglaubwürdigen Momenten: extreme Verletzungen die sich scheinbar folgenlos abbinden lassen und nicht weiter stören, ein extrem verwinkeltes und unübersichtliches Umfeld, keine klare Information darüber wie viele Alligatoren sich dort befinden und extrem schlechte Charakterentscheidungen die wohl auf einem lausigen Skript basieren … jede einzelne dieser Tropen wäre wohl zu ertragen und nicht weiter erwähnenswert, allerdings treten sie hier in einer Heftigkeit auf die den Film stark schadet. Was eben schade ist: als kleiner, dreckiger Horrorfilm taugt er, hat ein paar gute Jumpscares und ist kurzweilig – wenn man das Hirn ausgeschaltet läßt geht es wohl klar.

Fazit: Atmosphärisch dichtes Minimalszenario mit scheußlichem Skript!Rating: ★★★☆☆