Destroyer

Vor 17 Jahren traf FBI Ermittlerin Erin Bell (Nicole Kidman) auf Silas (Toby Kebbell) was in einem Drama endete – Als gebrochene Polizistin schiebt sie Dienst in Los Angeles – bis sie an einen Tatort kommt bei dem sie Spuren auf Silas wieder entdeckt …

Das gibt’s auch immer wieer: ein Film hat eine Idee, einen guten Gag, eine entscheidende Sache und dehnt diese auf volle Laufzeit aus. Im vorliegenden Falle ist es die altbekannte Kiste eines Ermittlers der sich in einer Mission verliert und sich körperlich, seelisch und in jeder sonstigen Weise aufreibt. Der genannte Gag hierbei: der Ermittler ist eine Frau, wird von Nicole Kidman gespielt und die bringt es auf fast schon exzessive Weise zum äußersten wenn es denn darum geht hier die „Kaputte“ zu spielen. Kidmans Spiel als völlig zerstörte Frau ist dann auch das faszinierende Element wodruch der Film ein wenig Aufmerksamkeit erfährt. Viel mehr als das gibt’s aber nicht zu betonen: ein völlig passabler, aber nicht weiter erwähnenswerter Krimiplot, ein wenig Mutter Tocher Drama am Rande und ein paar Actioneinlagen .. alles solide Ware. Trotzdem kommt sie hier ausgesprochen langsam und etwas gebremst daher.

Fazit: Recht gängiger Polizeifilm mit herausragender Performance von Nicole Kidman!

The Public – Ein ganz gewöhnlicher Held

Die Innenstadt von Cincinnati wird von einem ungewöhnlichen Kältesturm heimgesucht. Die Folge ist das viele Menschen in einer Bibliothek Zuflucht suchen – was für das Personal zur Belastungsprobe wird …

Der Film hat gleich auf ganzer Ebene Pech: kaum Markteting, nichtssagender Titel und obendrein startet er in einer Kinowoche bei der es rund 30 Grad hat, was der direkte Kontrast zum Inhalt ist bei dem es um Erfrieren geht. Trotzdem hat der Film das Herz am rechten Fleck: ein Haufen Obdachloser besetzt eine Bibliothek um so im Warmen zu sein, ein netter A unterstützt sie und das daraus entsehende Chaos treibt diverse Gestalten auf den Plan welche die Lage für ihre Zwecke nutzen wollen. Irgendwie schafft es Emilio Estevez nicht sich auf eine Richtung und ein Genre festzulegen: das geht alles als Drama, als Komödie und auch als Liebesfilm durch. Trotzdem hat der Film im Kern sehr viel Wärme und ach den ein oder anderen rührseligen Moment.

Fazit: Starbesetzung und ein warmherziges Skript – wundervoll menschlicher Film!
Rating: ☆☆☆☆☆

The Shining

Jack Torrance (Jack Nicholson) übernimmt die Stelle des Hausverwalters in einem abgelegenen Hotel in Colorado und hofft in der Ruhe ein Buch zu beenden. Für seine Frau Wendy (Shelley Duvall) und den sechsjährigen Sohn Danny (Danny Llloyd) häufen sich schnell die Anzeichen daß im Hotel etwas nicht stimmt – und in der Tat scheint Jack mehr und mehr den Verstand zu verlieren …

Ich schaute diesen Film einmal im Teenageralter und war damals nicht nenneswert beeindruckt. Nun, über 20 Jahre später habe ich es mit einem Reatch probiert und bin zumindest ein Stück weiter: ich kann verstehen warum dieser Film mich damals kalt ließ, das sind die kaum vorhandenen inhaltlichen Geschehnisse: eine Familie überwintert in einem Hotel, der Vater wird irre und attackiert seine Familie – mehr ist es nicht. Aber der Film ist natürlich ein Meisterwerk der Inszenierung: wie hier mit langen, ausgiebigen Kamerafahrten und großen Sets das Hotel zum Leben ereckt und abgefilmt wird und wie insbesondere durch die Musik eine unglaubliche Hochspannung erzeugt wird ist atemberaubend. Nicht zuletzt sei das sagenhafte Spiel von Jack Nicholson erwähnt. Trotzdem könnte ich mir vorstellen: wenn nun jemand versucht diesen Film nue zu entdecken könnte er sich mit heutigen Sehgewohnheiten beißen.

Fazit: Atmosphärisch dicht und von den Darstellungen her absolut an die Substanz gehend.

Rating: ★★★★☆