Wir

Gabe (Winston Duke) und seine Frau Adelaide (Lupita Nyong’o) wollen eigentlich mit ihren Kindern eine schöne Zeit in einem Strandhaus verbringen – dann aber fallen ungebetene Besucher über sie und das Haus her. Schnell erkennen sie mit Schrecken daß die Angreifer Abbilder ihrerselbst sind …

Mit dem Namen des Regisseur, Jordan Peele sind automatisch sehr hohe und fast schon unrealistische Erwarungshaltungen verbunden da viele Leute sein Werk „Get Out“ so derbe abgefeiert haben daß dieser hier von Anfang an nichts weniger sein darf als ein Meisterwerk. Aber man darf in der Tat zufrieden sein: was Jordan hier abliefert ist ein Film mit einer gewissen Einzigartigkeit. Das heißt: ich selber wüßte keinen anderen Titel, kein Referenzwerk auf den ich deuten könnte um zu sagen „ist wie „Wir“. Allerdings muß man mit ein paar Dingen klarkommen: der Film entwirft ein wunderbar schauerliches Szenario, ist aber im Umkehrschluß recht sparsam mit Erklärungen und Begründungen und diejenigen die gegeben werden sind eigentlich eher dürftig. Im Umkehrschluß funktionieren sie aber ungemein, ebenso hat der stimmige Trailer bewußt zurückgehalten mit den späteren Wendungen so daß man ihn ab einem bestimmten Part wirklich ohne Vorwissen sehen kann. Auf dem Sektor erwischt er einen auch ungemein hart, ungemein passend und als eine wirklich eigene Kinoerfahrung.

Fazit: Nicht wirklich plausibel, aber mit eigenständiger Idee und krasser Wirkung!Rating: ★★★★☆

Finish – Enspurt bis zum Sieg

Die unglaubliche Geschichte des Kanadiers Ned Hanlan (Nicolas Cage) der auf einem beschwerlichen Weg zum erfolgreichsten Ruderer der Welt im 19. Jahrhundert wird …

Nicolas Cage in gaaaanz jung … und ich finde es aus heutiger Sicht wieder faszinierend welche damalige Synchronstimme er hatte und wie viel diese zu seinem Image beiträgt, ebenso ob die Story ihm die Chance für seine typischen Austicker gibt. Im vorliegenden Fall: eher nicht. Hier spielt er die Lebens und Liebesgeschichte eines jungen Sportlers nach; auch wenn dies eine Biographie sein soll verläuft diese in jeder Hinsicht auf typischen und filmisch eingängigen Pfaden. Sportlicher Erfolg, Aufstieg und Misserfolg und eben einige menschliche Quereleien. Pech dabei daß es ein Sport ist den man filmisch nicht gut umsetzen kann – Rudern gibt optisch wenig her und man hat sich irgendwann dran sattgesehen wie Cage immer über schöne blaue Gewässer strampelt. Trotzdem kann man dem Film nicht so richtig böse sein: er ist auf sympathische Weise altmodisch und „miefig“ und meilenweit von heutigem geglättetem Hochglanz entfernt.

Fazit: Harmlose Biographie mit Nicolas Cage in bemerkenswerter körperlicher Bestform.