Intrigo – Tod eines Autors

Übersetzer David Moerk (Benno Fürmann) läßt sich vom Kollegen Henderson (Sir Ben Kingsley) bei seinem Roman helfen als er beauftragt wird ein Manuskript des Schriftstellers Germund Rein zu übersetzen. In dessen Werk kommt David einer grausamen Geschichte auf die Spur …

Das klingt ja spannend: die Basis ist ein skandinavischer Roman der nun als Serie ins Kino kommen soll, dies kommt nun als internationale Verfilmung die ausschaut wie ein ZDF Fernsehfilm, in der aber Ben Kingsley mitspielt … und zahlreiche bekannte deutsche Nasen wie Veronica Ferres und inbesondere Benno Fürmann. Letzterer als Protagonist und derjenige der die verschachtelte Story tragen muß, das aber garnicht schlecht macht. Der Film selsbt baut ein großes Geheimnis auf um einen scheinbaren Mord, verschachtelt die Lösung noch mit Rahmenhandlungen und diversen Verwirrtatktiken. Keine neue Sache, aber solide konstruiert und rübergebracht. Bleibt dabei natürlich recht actionarm, aber auf dem Level eines guten TV Films gesehen geht der Film auf ganzer Linie in Ordnung.

Fazit: Spannender Thriller mit guter Besetzung und solider Pointe – nie besonders, aber immer solide!

Isn’t it romantic

Die junge New Yorker Architektin Natalie (Rebel Wilson) ist der Liebe gegenüber sehr zynisch eingestellt. Nachdem sie einen Schlag auf den Kopf findet sie sich in einer romantischen Komödie wieder die auch noch recht jugendfrei erscheint …

Ich las daß dieser Film der „Scream“ der romantischen Komödien sein soll, das klingt soweit ja sogar ganz interessant: ein Film der gleichermaßen das Genre parodiert und ein Film aus eben dem Genre selbst ist. Das klappt hier auch ganz gut – zumindest zur Hälfte. Wenn es im die Parodie geht macht der Film vieles richtig, zählt reihenweise Klischees und Unsinn auf und nimmt die typischen Dinge wunderbar auseinander. Leider will der Film zum Ende hin keine Püarodie mehr sein sondern eben wirklich ein romantischer Film und gerät dabei ins Straucheln: man kann für Figuren die vorher Karikaturen waren nicht plötzlich ernsthafte Emotionen entwickeln und Romantik oder gar Tiefe gehen auch nicht auf Knopfdruck. Rebel Wilson macht das trotzdem ganz gut und insgesamt ist der Film für mich ein passabler Streaming Titel – ins Kino hätte er aber nicht gehört.

Fazit: Solide Comedy mit guter Idee deren Konzept in der zweiten Hälfte nicht so gut aufgeht …

Rating: ★★★☆☆

Utoya

Die 18-jährige Kaja (Andrea Berntzen) und ihre jüngere Schwester Emilie (Elli Rhiannon Müller Osbourne) verbringen ein paar Ferientage auf der norwegischen Insel Utøya. Als Kaja eines Tages in Diskussionen mit einigen anderen vertieft ist fallen Schüsse – ein wahnsinniger Massenmörder geht auf dem Gelände herum und erschießt jeden der ihm begegnet. Kaja versucht verzweifelt Emilie zu finden …

Hier ist natürlich ganz besondere Vorsicht geboten: ein Ereignis wie den Anschlag auf Utoya in einen Film zu verfrachten beinhaltet sehr viele Risiken. Es darf nicht passieren daß man das ganze als Thriller oder sonstigen Unterhaltungsfilm verfrachtet, ein dokumentarisches Abbilden eines Gemetzels macht ebenso wenig Sinn und Material für denjenigen der Spaß an einem Gemetzel hat sollte man soweit auch nicht liefern. Der Film findet im Ansatz den richtigen Weg, wenngleich ich es diskutabel finde die Thematik überhaupt filmisch zu verarbeiten. Im Film bekommen wir eine junge Frau als Hauptfigur und erleben die Vorfälle aus ihrer Sicht: d.h. man bekommt keinen umfassenden Blick, keine Hintergründe und keine Übersicht, sondern eben ein junges Mädchen daß am Anfang unbedarft mit ihren Freunden zusammen ist und dann geht das Gemetzel los. Allerdings wird es aus der sehr eingeschränkten Sicht der Hauptfigur geschildert: man sieht die Leichen und Opfer die sie sieht, ohne zu wissen wen es dort jeweils erwischt hat; man hört permanent die Schüsse und Schreie ohne zu sehen was dort vorgeht. Die Kamera klebt in langen Einstellungen an der Hauptfigur und wackelt mitunter daß einem schwindelig wird. Aufgrund der flüchtigen und bleichen Darsteller entwickelt man mit keiner Figur eine persönliche Bindung, gewinnt aber dennoch einen wagen Eindruck der aussichtslosen und verzweifelten Lage in die hier die besagten Jugendlichen gerieten (wenngleich ein Film so einen Vorfall natürlich nur wage erfassen kann). Am Ende bleibt ein Zwiespältiger Eindruck. Eigentlich ist das alles solide und ordentlich gefilmt und hält des öfteren auch die nötige Distanz – trotzdem erfüllt es eigentlich keinen Sinn.

Fazit: Ein furchtbarer Anschlag wie ein Thriller aus den Augen einer Betroffenen inszeniert – läßt nicht kalt, erfüllt aber auch keinen Zweck!

The Sisters Brothers

Der ominöse „Kommodore“ befiehlt den Auftragsmord an Hermann Kermit Warm (Riz Ahmed), den Eli (John C. Reilly) und Charlie Sisters (Joaquin Phoenix) ausführen sollen. Für Charlie ist dies kein Problem während Eli recht schnell anfängt über den Auftrag nachzudenken …

Der Titel könnte verwirren: es handelt sich nicht um eine Komödie, sondern um einen Western, zumindest in den Grundzügen. Die Story spielt 1851 im Wilden Westen, die Hauptfiguren sind typische Cowboys und die Szenerie ist öfters mal mit Schießereien, reiten durch die Prärie und sonstigen Wild West Momenten durchsetzt. Im Kern geht es aber um das menschliche Drama: vier Figuren werden ins Zentrum gesetzt die allesamt ihre Motive, Gedanken, eigenen Dinge haben die sie antreiben und deren Wünsche und Vorstellungen eigentlich im Widerspruch stehen. Größte Stärke dabei war es für mich daß ich mir über ein paar Figuren, ihr Verhalten und alles weitere sehr schnell sehr sicher war, der Film dann aber doch einen gänzlich anderen Verlauf nahm. Das bedeutet nicht daß die finalen Wendungen so unfassbar krass waren, aber eben doch abseits dessen was regulär zu erwarten war. Dies alleine reichte schon um mich sehr wohlgesonnen zu stimmen und den Film zu empfehlen, auch wenn relativ klar ist daß man es hier nur mit einem kleinen Geheimtipp zu tun hat der vermutlich nicht wirklich groß warhgenommen wird.

Fazit: Harter Western mit krassen Momenten, aber ebenso sensiblen Augenblicken!
4 Punkte

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=i9Y5qJtVaww

Vice – Der zweite Mann

Dick Cheney (Christian Bale)ist die rechte von US-Präsident George W. Bush (Sam Rockwell) und fast genauso mächtig und populär. Über 8 Jahre begleitet er Bush durch zwei Amtszeiten und greift entscheidens in dessen handeln ein …

Ich gebe oft und gerne zu wenn ein Film zu anspruchsvoll für mich ist, das hier sit in manchen Teilen eben ein solcher: damit meine ich daß ich nicht alle Intrigen die Cheney und die Verwicklungen und Folgen so kapiere wie der Film sie darlegt. Aber es gibt auch andere Gründe den Film zu mögen: das ist zum einen sein rotzfrecher Inszenierungsstil der zwar mit stäöndigen Zeitsprüngen und Betrachtungsweisen einiges abverlang, aber ebenso einen grundlegend witzigen Ton anschlägt. Zum anderen ist es Schauspielerkino vom Feinsten: Bale als abgebrühtes Drecksschwein trägt alleine den Film, aber mit Amy Adams, Steve Carrell und insbesondere Sam Rockwell als George W Bsh hat man eine Riege Akteure die gleichermaßen faszinieren wie auch scheinbar Spaß an ihren Rollen haben. Und obwohl der Film eigentlich eine furchtbare Thematik behandelt bringt er höchsten Unterhaltungswert und beste Laune zustande.

Fazit: Bittere und grundböse Betrachtung eines raffinierten Mannes mit unglaublich guten Darstellern!
Rating: ★★★★★

Ein Weihnachtsmärchen

Geizhals Scrooge bekommt in der Weihnachtsnacht Besuch von drei Geistern die ihm die Weihnachten der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft vor Augen führen – und das er in seinem rabiaten und grausamen Lebensstil dringend Dinge verändern muß …

Dieser Film gelangte auf meine Liste dadurch daß ich mir einst eine lange Liste schrieb mit allen Nicolas Cage Titeln die ich eben noch nicht gesehen habe. Und auch wenn Cages Anteil gegen null geht ist er hier denoch vertreten, er spricht eine Nebenfigur fürein paar Sätze. Sonst hätte ich mir das Ding sicher nicht angeschaut, gut 25 Jahre nach Erscheinen und ohne daß es Weihnachten ist. Aber ich war doch positiv überrascht wie gut der Film daherkam, man muß eben nur ein paar Dinge wissen und akzeptieren: es ist keine Animation sondern Zeichentrick, es ist nicht Disney und es ist sehr trist in den Farben gehalten, was die traurigeren Parts sehr unterstreicht. Doch es hat Herz und zieht die altbekannte Weihnachtsgeschichte in gerade mal 74 Minuten gekonnt und ausreichend durch. Deswegen: auch in dieser verstaubten Form weiß Charles Dickens Klassiker noch zu überzeugen.

Fazit: Zwar technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit, aber mit Charme und Herz und dem richtigen Ton!

Hard Powder

In einem Skigebiet in den Rocky Mountains bricht das Leben des Schneepflugfahrer Nels Coxman (Liam Neeson) zusammen als sein Sohn ermordet wird. Nels kommt schnell dahinter daß DrogenkönigViking (Tom Bateman) dahinter steckt und beginnt einen blutigen, brutalen Rachefeldzug gegen dessen Leute der schon bald ganz andere Leute mit einschließt …

Der Film könnte im Grunde ein ganz normaler, weiterer Liam Neeson Titel sein; wobei dieser klarstellte daß es seine letzte Rolle im Actiongerne sein sollte. Die Handlung vom braven Vater der seinen Sohn verliert und daraufhin die Unterwelt aufmischt klingt typisch, der Trailer in seiner witzigen Darstellung läßt dann aber ahnen daß es nicht ganz so wird wie erwartet. Und so ist es auch – aber nicht unbedingt nur gut. Zu Begin ist alles wie erwartet: den schweigsamen Helden ereilt die Nachricht vom Tode seines Sohnes und daraufhin meuchelt er ein paar Schuldige – dann aber geht der Fokus weg von Neeson, zeigt diverse Gangstergestalten und Gangsterclans und dokumentiert wie alle diese nun reagieren und eine blutige Handlung die nächste nach sich zieht. Mich selber irritiert die Nummer sehr: ich nehme es Neeson nicht ab daß er einen trauernden Vater spielen soll, dazu ist seine Figur mir zu sachlich. Die Handlung hat in der Tat keine großen Actionmomente und der Runninggag daß jeder getötete Charakter eine Einblendung bekommt erschöpft sich schnell. Ebenso wird es zum Handicap daß der Antagonist zwar eine gute Rolle ist und netten Text hat, aber nur relativ bleich gespielt wird. Spaß macht der Film trotzdem wegen einiger Szenen und Momenten, nur eben einen konsequenten und geradlinigen Titel sieht man hier nicht.

Fazit: Überkonstruierter Film mit zu vielen Nebenhandlungen und wenig Fokus auf der Hauptfigur!

Alita – Battle Angel

Im 26. Jahrhunderf indet der Mechaniker Dr. Dyson Ido (Christoph Waltz) findet den Kopf eines weiblichen Cyborgs auf dem Schrott und bringt ihn wieder zum Laufen. Daraus entsteht Alita (Rosa Salazar) die Ido wie eine Tochter betreut und aufzieht. Allerdings hat sie eine düstere Vergangenheit die sie schon bald einholt …

Das ist endlich mal wieder Kino mit einer gewissen epischen Größe wie man sie selten sieht und wie es wohl nur ein James Cameron auf eine Leinwand wuchten kann, und wenn auch nur als Produzent. Das gepaart mit Robert Rodriguez als Regisseur verspricht eine spannende Sache zu werden – aber man muß Einschränkungen in Kauf nehmen. Zum einen könnten manche an der Heldin Anstoß nehmen die mit digitaler Technik im Gesicht animiert ist was durchaus den berüchtigten Uncanney Valley Effekt haben kann. Mir selber kam sie als Figur aber unglaublich liebenswert vor. Die Story baut diverse Plotlines auf die aber stetig gewechselt werden, ich hab hier irgendwie keine geradlinige Geschichte die vermittelt werden sollen. Für lles andere entschädigt eine gigantische, atemberaubende Optik die insbesondere im Kino durch die 3D Brille sagenhaft aussieht. Deswegen: trotz inhaltlicher Schwächen lohnt sich definitiv ein Kinoticket.

Fazit: Inhaltlich mitunter schwächelnde, aber von der Aufmachung her gigantische Effektbreitseite!

Rating: ★★★☆☆

Happy Deathday 2U

Tree Gelbmans (Jessica Rothe) konnte die Zeitschleife durchbrechen durch die sie an ihrem Geburtstag wiede rund wieder ihren Tod erleben mußte. Doch dann beginnt das Grauen erneut und betrifft diesmal auch Ryan (Phi Vu) und Carter (Israel Broussard). Wieder sind sie auf der Suche nach einem Weg aus dem Teufelskreis auszubrechen …

Wieder einmal ein Sequel daß niemand erwartet, gefordert oder gewünscht hat – aber eins das dennochg erne genommen wird da der Erstling zwar auch nicht gerade das filmische Rad neu erfand, denoch zu einem sympathsichen kleinen Hit wurde. Beim Sequel verschiebt man ein wenig das Genre: es gibt zwar auch hier einen maskierten Mörder dessen Identität enthüllt werden mu, aber das passiert völlig beiläufig und nur nebenbei, ansonsten mixt der Film vorrangig die Bereiche Science Fiction und Comedy. Dabei entsteht ein zwar restlos bekloppter, aber über manche Strecken unterhaltsamer Mix. Mit nahezu allen relevanten Darstellern des ersten Teils, einem ähnlichen Look und einigen netten Ideen macht der Film bemerkenswert Spaß, allerdings nur wenn man bereit ist bei dem Quatsch das Hirn entsprechend auszuknispen. Und wie man das Grundszenario findet in dem er ddie ganze Geschichte neu aufrollt … nun, ich war zufrieden, ich kann aber auch verstehen wenn es manch anderem zu blöd ist. Dennoch: Spaß ist vorhanden und mit Jessica Rothe hat der Film einmal mehr eine großartige Heldin von der man mehr sehen mag.

Fazit: Absurder Genremix, erfreulich blutarm, aber irgendwo unentschlossenw as er denn erzählen will!

Escape Room

Eine merkwürdige Box mit einer Einladung führt Amanda (Deborah Ann Woll), Mike (Tyler Labine) und Ben (Logan Miller) mit anderen Fremden in einem Warteraum zusammen. Eigentlich soll es um die Einladung zur Teilnahme an einem Escape Room gehen – dann aber merken sie daß sie bereits im Spiel sind in dem es auch ums nackte Überleben geht …

Fluch und Segen zugleich: der Film braucht nur ein paar Minuten um die Figuren im benannten Escape Room zu platzieren und loszulegen – allerdings hatte man bis dahin eigentlich keine Chance eine von ihnen näher zu betrachten, kennen zu lernen und damit nimmt man kaum einen emotionalen Anteil an dem was den Charakteren ab dort blüht. Das ist eine von Saw und Titeln wie „Cube“ inspirierte aneinanderreihung von Krisenszenen: Figuren geraten in eine fiese Lage, kämpfen sich frei, dann kommt die nächste, dann kommt die nächste und immer so weiter – dumm nur das meist einer der Protagonisten eine solche Aktion nicht überlebt. Mit Realismus hat das alles nichts zu tun, dies ist nicht eine glaubwürdige Nachstellung eines echten Escape Rooms, dies ist purer Over the Top Quatsch. Als kurzweiliger Horrorfilm geht’s dann auch in Ordnung, aber insbesondere das an den Haaren herbeigezogene Sequel zum Ende hin verdirbt die Laune.

Fazit: Kleine, spannende Moment sind drin, aber bleiche Figuren und over the Top Ideen dämpfen den Spaß deutlich!

Rating: ★★☆☆☆