Bohemian Rhapsody

Freddie Mercury (Rami Malek) gründet mit Brian May (Gwilym Lee), Roger Taylor (Ben Hardy) und John Deacon (Joseph Mazello) im Jahre 1970 die Band Queen. Während die Band sehr erfolgreich wird und nach außen hin eine glitzernde Fassade aufbaut sieht es hinter den Kulissen ganz anders aus: Freddie kämpft damit sich seine Homosexualität einzugestehen …

Hier kann man nicht rational drüber schreiben oder gar urteilen: wenn man als Fan die Thematik rangeht ist man so sehr mit dem Herz dabei daß einen die Schwächen des Films nicht eine Sekunde lang stören werden. Dramaturgisch bzw. erzählerisch könnte man dem Film manches vorwerfen, z.B. daß er keinen Schwerpunkt hat: eine Biographie der Band, ein direkter Blick auf Mercury selbst, ein Betrachten der Musik – all solche Elemente sind drin, werden aber letztlich zu einem Unterhaltungsfilm verdampft. Heißt, man hat eigentlich eine komplette Standardstory einer Band die sich findet, aufsteigt, strauchelt, sich wieder vereint und einen fuliminanten Showdown zieht, in dem Falle das Live Aid Konzert. Inhaltlich nähert sich der Film der Figur Mercurys auch nicht richtig an, zeigt ihn oberflächlich als komischen Kauz, aber netten Kerl und die emotionale Fallhöhe ist dabei auch nicht besonders hoch. Aber was stört das wenn man am Ende kriegt was das Fanherz wünscht: die Jungs werden trotz mancher Macken als sympathischer Haufen gezeigt und die Musikeinlagen sind wuchtig und episch, wenn auch überlang inszeniert. Schade nur daß bei den finalen Konzertszenen die Spezialeffekte nur so überschaubar ausfallen.

Fazit: Inhaltlich zwar emotional, aber etwas seicht, doch die Musikeinlagen und sympathische Darstellung der Personen wird dem Fan für alles genügen!

Rating: ★★★★☆

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=XFZjnZYXpGo&t=6s

Der Buchladen der Florence Green

Die verwitwete Florence Green (Emily Mortimer) zieht in den 50er Jahren in die Küstenstadt Hardborough. Dort eröffnet sie eine Buchhandlung beginnt die Anwohner des Ortes für Literatur zu begeistern – macht sich damit aber die einflussreiche Violet Gamart (Patricia Clarkson) zur Feindin …

Hier bin ich wohl selber ein wenig Opfer meiner eigenen Erwartungen geworden: ich hatte den Trailer nicht wirklich gesehen, nur das Cover und die Story gelesen. Daraus hatte ich wohl eine Art „Bücherversion“ von Chocolat erwartet, in dem eine Frau mittels lesen zauber und Begeisterung in ein kleines Dorf trägt. So kommt der fertige Film aber nicht daher: es ist ein fast schon düssteres Drama über eine offenherzige Frau mit ehrlichem, guten Anliegen der von allen Seiten Steine in den Weg gelegt werden. Dabei sind insbesondere die Szenen in denen sie mit Bill Nighy zu tun hat emotional und bewegend, der Rest macht einen bei dem Groll der Emily Mortimer entgegen schlägt geradezu wütend. Die kleine, feine britische Komödie die ich mir gewünscht habe war es leider nicht, dafür ein trauriger, feinfühliger Stoff darüber wie auch gute Absichten scheitern können – ohne daß man sich nachher schlecht fühlt.

Fazit: Traurig, aber irgendwo doch optimistisch!

Rating: ★★★★☆