Der Vorname

Stephan (Christoph Maria Herbst) und seine Frau Elisabeth (Caroline Peters) laden zu einem Abendessen in ihrem Haus ein zu dem René (Justus von Dohnányi) und Thomas (Florian David Fitz) und dessen schwangere Freundin Anna (Janina Uhse) erscheinen. Die werdenden Eltern bringen aber Unfrieden in die Runde als sie verkünden daß sie ihr Kind Adolf nennen möchten …

Dies ist wohl ein Remake eines französischen Films der auf einem Theaterstück basiert – das legt schon mal fest daß man keine wirkliche Bilderflut erwarten kann. Es ist wirklich ein Film der nahezu komplett an einem Abend in einer einzigen Wohnung spielt und einen anderthalb stündigen Dauerdialog zwischen fünf Figuren beinhaltet. Dabei ist die titelgebende Namensdiskussion garnicht das einzige Thema, sondern lediglich ein Funke an dem sich all der Frust aller Personen entlädt, und so kommen über den ganzen Film stetig weitere Punkte auf – und jeder hat irgendwas was ihn an den anderen stört und diese Dinge werden dann hemmungslos rausgelassen. Das wird verkörpert von einer ganzen Armada an großartigen Darstellern die mit ansteckender Spielfreude agieren und geschliffene Dialoge ohne Ende bringen. Letztlich ist dies ein Film in dem einfach mal ein paar Hauptfiguren alle Masken fallen lassen und volle Lotte alles rauslassen – ich finde es schade daß das Namensthema nur ein Teil des Ganzen ist, hatte aber bis zur letzten Minute immensen Spaß daran.

Fazit: Pointierte Dialoge, bissige Spitzen und ganz viel Gelächter!
Rating: ★★★★☆

Das schweigende Klassenzimmer

Die aus der DDR stammenden Abiturienten Theo (Leonard Scheicher) und Kurt (Tom Gramenz) sehen in einem Kino in Westberlin Bilder vom niedergeschlagenen Volksaufstand in Budapest. Mit ihren Mitschülern Lena (Anna Lena Klemke), Paul (Isaiah Michaelski) und Erik (Jonas Dassler) beschließen sie im Unterricht eine Schweigeminute für die Opfer einzulegen. Die harmlose Aktion hat ungeahnte Folgen …

Das ist natürlich ein Titel den man aus der heutigen Zeit nahezu ungläubig schaut: eine Handvoll Schüler zeigen freies Denken und begehen einen völlig harmlosen Protestakt der es aber nach sich zieht daß ihr ganzes Leben den Bach runtergeht und in furchtbaren Folgen für alle Enden könnte. So dramatisch die Lage auch für die Figuren sit, so unscheinbar ist der Film, zumindest in seiner Aufmachung. So gesehen gibt’s ja kaum mehr als eine Handvoll Jugendlicher die in größtenteils Klassenzimmerszenen oder auch in kleinen Hinterkammern reden. Aber es ist eine unglaubliche Bedrohung in der Luft und der Druck lastet mehr und mehr auf den Figuren – und wird für die Zuschauer ebenso langsam spürbar. Die unglaublichen Folgen einer kleinen Geste resultieren in einem hoch spannenden Drama das noch dadurch verstärkt wird daß es eine wahre Geschichte ist.

Fazit: Schülerdrama das zum Polithriller wird – sehr hart und mit stetig steigender Spannung!