The Guilty

Asger Holm (Jakob Cedergren) war früher Polizist, ist aber nun in einem Call Center. Dort empfängt er den Anruf von Iben (Jessica Dinnage) die gerade enführt wird – und er versucht ihr zu Hilfe zu kommen …

Weniger geht wirklich nicht: ein Mann sitzt in einem Raum und telefoniert, in diesem Fall ein Angestellter in einer Notrufhotline. Der ist eigentlich voller Polizist und voller Tatendrang und wird in einen Sachverhalt verwickelt in den er sich gerne mehr involvieren würde, lehnt sich dabei auch mitunter ganz schön weit aus dem Fenster. Ich fand es klasse weil man so sehr in die Lage der Hauptfigur versetzt ist: man hat nur was man aus dem Hörer hört, sieht nichts, hört nichts und kommt aufgrund der Indizien zu den gleichen Schlußfolgerungen wie die Hauptfigur – daß deren Ansichten mitunter falsch sind und später auch zu falschen Schlüssen führen wird dadurch absolut nachvollziehbar. Und dank dem zwar unsympathischen, aber greifbaren Helden entstehen 80 Minuten pures Spannungskino daß zwar keine optischen Schauwerte hat, aber eine durchgehende Spannungskurve.

Fazit: Thrill pur mit krassem Twist – minimalistisch, aber effektiv!

Stronger

Beim Bombenanschlag auf den Bostoner Marathon im Jahre 2013 wird Jeff Bauman (Jake Gyllenhaal) verletzt und landet im Rollstuhl. Zwar hilft er entscheidend bei der Aufklärung mit, muß sich aber mit den neuen, furchtbaren Lebensumständen arrangieren …

Hier macht wohl der Funken Realität den Unterschied: die Geschichte ist wohl relativer Standard für ein Behindertendrama, zumindest auf rein filmische Sicht beschränkt. Ein Mann verliert durch schlimme Umstände seine Beine und der film dokumentiert wie er sich mit der Situation arrangiert und auch sein Umfeld davon betroffen ist. Daran ist nichts neu, nichts überraschend, aber es ist wohl auch keine Story die voller Twists ect. stecken kann oder könnte. Jake Gylenhaal spielt die Rolle des sympathischen Chaoten auch sehr gut, in den emotionalen Szenen und insbesondere in einer Rückblende die ihn nach dem Attentat zeigt wächst er über sich hinaus. Das Besondere an dieser ganzen Geschichte ist eben: die Nummer ist wahr. Ich kann natürlich nicht sagen wo hier exakt die Grenze verläuft, wo das die Wahrheit ist und wo filmisch beigeschnitten wurde, aber man kann sich eigentlich nicht beklagen: 110 Minuten Dramakino mit gelegentlichen Lächelmomenten, optimistischer Botschaft und für den Amerikaner ist es sicherlich ein wenig Balsam.

Fazit: Standard-Behindertendrama mit traurigem realen Background!