Marry Poppins

Im London des Jahres 1910 werden die Kinder Michael (Matthew Garber) und Jane Banks (Karen Dotrice)  von ihren Eltern vernachlässigt, so daß sie aus Frust jedes neue Kindermädchen in di9e Flucht treiben. Dann aber schwebt das magische Kindermädchen Mary Poppins (Julie Andrews) ins Haus…

Ich habe diesen Film nun mit fast vierzig zum ersten Mal gesehen und das eigentlich auch nur um gewappnet zu sein falls mir das anrückende Sequel mal unterkommt. Und auas heutiger Sicht schaut man unweigerlich anders drauf als man es wohl damals getan hätte; ebenso blickt man aus den Augen eines erwachsenen Menschen anders auf die Materie. Kindlichen Zauber kann ich dann für mich nicht damit verbinden, wohl aber einen Film der die Mittel und Möglichkeiten seiner Entstehungszeit vollkommen ausreizt, wenngleich viele der Effekte heute natürlich stark veraltet wirken Dafür beeindrucken die zahlreichen Tanz und Musicaleinlagen auch immer noch und ich war überrascht wie viele Einstellungen ich aus Zusammenschnitten her kannte. Bei der Story finde ichs natürlich witzig daß gerade der große Disneykonzern hier zum Ende hin Geldgier so scharf verurteilt … aber seis drum. Die Musik berührt das Herz und die herlich kindliche Story steckt voller Zauber, unbeschwerter Gelassenheit und Fohsinn. Unterschwellig ist die Nummer dabei auf unfassbare Weise kreuzbrav und bieder.

Fazit: Zu Recht ein Klassiker den man leicht ins Herz schließt!

Nur ein kleiner Gefallen

Stephanie (Anna Kendrick) versorgt alleine ihren Sohn Miles (Joshua Satine) und ist stets hilfsbereit. So nimmt sie auch Nicky (Ian Ho), den Sohn ihrer Freundin Emily (Blake Lively) für ein paar Stunden zu sich – doch Emily kehrt nicht zurück um den Jungen auszuhelfen …

Der Film kombiniert zwei gängige Elemente in sehr eigenartiger Ausrichtung: Comedy und Thriller. Leider stehen sich diese im Weg: der Film ist über weitete Strecken amüsant und stetig lustig, das aber verhindert sehr oft daß die richtige Spannung aufkommen kann. Das kann sie aber auch aus einem anderen Grund nur schwer: wegen den restlos überzeichneten Hauptfiguren und der Umgebung. Hier ist alles larger than life: vor allem Anna Kendrick als perfektionierte Übermutti die ihr Leben, einen Blog, das Kind, einfach alles stetig schafft und dabei nicht mal einen Funken Ermüdung zweigt, ebenso Blake Lively die eine perfekt auf sie zugeschnittene Rolle als Miststück abgibt. Die Spannung entsteht letztlich wohl mehr aus der Neugier daß man wissen will was es denn nun final mit den Figuren auf sich hat als durch eine gelungene Atmosphäre – aber am Ende ist man überrascht daß dieser oftmals ungleich ausbalancierte Film durchaus so amüsant daher kommt.

Fazit: Sehr merkwürdiger Film mit edler Ausstattung und restlos überzeichneten Figuren!

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=Xe5r7Py63bI

Max Schmeling – Eine deutsche Legende

Während des Dritten Reiches schafft es Max Schmeling (Henry Maske), zum populärsten Boxer Deutschlands aufzusteigen – und verleugnet so gut es geht daß Hitler ihn für Marketingzwecke einspannt. Gleichzeitig versucht er jedoch jüdischen Flüchtlingen zu helfen …

Bei dem Film gibt’s ja aufgrund der beiden Hauptbeteiligten kaum eine Chance ihn ernst u nehmen: zum einen wegen Regisseru Uwe Boll, der seinen Ruf als schlechtester deutscher Filmemacher partout nicht losgeworden ist weswegen viele dem Titel keine wirkliche Chance einräumen wollten. Zum anderen wegen der Besetzung der Hauptfigur die gleichermaßen passend und unpassend ist, nämlich Boxer Henry Maske. Der kann dann natürlich in den zahlreichen Boxpassagen physisch großartig bestehen, ist aber umso hölzerner in den Spiel und Dramaszenen. Aber das muß man gar nicht so hoch hängen: es ist kein fetter Blockbuster und kein episches Ding, sondern eben ein deutscher Film dem an manchen Stellen nur ein überschaubares Budget zur Verfügung stand und der versucht daraus alles was geht zu nutzen. Wie historisch akurat die Geschichte dabei ist vermag ich nicht zu sagen, halte sie aber für glaubwürdig, ebenso denke ich daß die Darstellung Schmelings vielleicht nicht allzu großartig, aber interessant und mögenswert ist. Daher: Versuch ist es wert wenn man die Vorurteile über Boll einfach mal ausblendet.

Fazit: Wie ein großer TV Film, aber nicht zwangsweise so katastrophal wie sein Ruf.

 

Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier

Die fünf Freunde George (Allegra Tinnefeld), Julian (Marinus Hohmann), Dick (Ron Antony Renzenbrink), Anne (Amelie Lammers) und Timmy der Hund haben zwar Sommerferien, müssen aber mit Tante Fanny (Bernadette Heerwagen) zu einer Hochzeitsfeier fahren. Dort geraten sie an den kauzigen Marty Bach (Jacob Matschenz) und in einen Fal bei dem es um ein Dinosaurierskelett geht …

Da bin ich am Ende doch relativ versöhnlich: ich mochte den ersten der modernisierten Fassung sehr, die dann folgenden waren mehr und mehr enttäuschend und hier hat man es dann wieder mit einem Reboot zu tun der bei null anfängt. Wobei es nicht das Markenzeichen Fünf Freunde brauchte: man hat eine simple, familienfreundliche Story in der ein paar gutherzige Kiddies einem gutherzigen Kerl zu Hilfe kommen und ihm beistehen, dazu gibt’s reihenweise Schurken und Fieslinge die sie geschickt bezwingen dürfen und bevor der Abspann läuft gibt’s noch ganz viel positive Energie in Form von „Haltet zusammen!“ Botschaften. Das tut aber nicht weh, zumal der Film sich nicht anbiedert oder zu forciert einen auf hibbelig und cool macht. Damit wird er zwar nicht zu einem unverzichtbaren Muß, aber doch zu einer unverkrampften, harmlosen und tolerierbaren Sache.

Fazit: Harmlos und tauglich und ohne große Showeffekte!

Rating: ★★★☆☆

Halloween

40 Jahre ist es her seit Michael (Nick Castle) in der Halloween Nacht versucht hat die Babysitterin Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) zu töten. Während eines Gefangentransports gelingt ihm jedoch die Flucht und er reist nach Haddonfield um Laurie entgülitg aufzuspüren. Diese hat sich ejdoch auf ihn vorbereitet …

Ich bin eigentlich ein Freund der Halloween Thematik und sehe Michael Miyers Platz in der Horrorfilmgeschichte als unbestreitbar und sehr groß an – bei diesem Titel hatte ich aber eine unfassbare Skepsis. Ich glaube nicht daß es ok ist bei einer bestehenden Serie ein Sequel an einer bestimmten Stelle einzuschieben, fürchte sogar daß dies jetzt stetig Nachfolger mit sich bringt. Aber gut, dafür kriegen wir wieder einen Halloween Film in dem Jamie Lee Curtis als Laurie Strode auftritt. Leider aber keinen guten: Curtis selbst ist zwar eine plausible, aber nicht wirklich mögenswerte Figur, der Showdown zwischen ihr und Michael Myers ist in der Tat eine sehr spannende Passage – davor sind aber zwei Drittel Horrorfilm von der Stange. Der Films streut reihenweise unsympathische und uninteressante Figuren zusammen und springt zwischen deren Wegen herum so daß man nicht das Gefühl einer Hauptfigur hat und bringt stellenweise ein paar heftige Kills unter die aber der Handlung kaum weiterhelfen – plus dem sagenhaft dämlichen Twist einer Figur nach zwei Dritteln. Es ist sicherlich nicht der schlechteste der Reihe und das Mitwirken von Jamie Lee Curtis generiert sicherlich ein bestimmtes Interesse – trotzdem bleibt das Resultat mau und nur zum Ende hin spannend.

Fazit: Schwache Episode die keinen Schwerpunkt findet!

Mamma Mia – Here we go again

Sophie (Amanda Seyfried) hatte eine spektakuläre Hochzeit mit ihrer MutterDonna (Meryl Streep) und ihren drei potentiellen Vätern Sam (Pierce Brosnan), Harry (Colin Firth) und Bill (Stellan Skarsgard) – und nun gibt sie ihre Schwangerschaft bekannt. Also holt Donna ihre Jugendfreundinnen und Bandkolleginnen Rosie (Julie Walters) und Tanya (Christine Baranski) dazu um den Anlaß unter griechischer Sonne gebührend zu feiern …

Da muß ich ja fest einen gewissen Respekt aufbringen wenn ich sage: ich hätte nicht gedacht daß ein so dürftiger Titel bei mir zu einem solchen Hassobjekt wird. In der Tat: ich mochte bereits den ersten Film nicht sonderlich, kann zwar verstehen daß er erfolgreich war, es aber nicht wirklich teilen. Im Sequel jedoch kommt die pure Mechanik raus: sommerliches Umfeld, fade Begründungen um eine Tanzsequenz an die nächste zu reihen und laut Trailer sind alle Stars wieder mit dabei, allerdings stellenweise in so kleinen Auftritten daß sie nicht der Rede wert ist. Obendrein wird bei der Musik zwangsweise auf die B-Seiten verwiesen: klar kommen einige passende ABBA Hits, aber die waren größtenteils ach schon im Vorgänger zu hören, ansonsten wird auf die B-Seiten der Band zurückgegriffen die nicht gezwungen schlecht sind, aber eben nicht dieses Feeling auslösen wie die Klassiker. Lediglich der grandiose Auftritt von Cher gibt diesem Film „Spitze“; ansonsten ist es hohle, hiße Luft ohne Substanz – und leider auch ohne Charme.

Fazit: Laut, bunt und durchweg kalkuliert – höllisch unsympathisch!

Rating: ★★☆☆☆

Bohemian Rhapsody

Freddie Mercury (Rami Malek) gründet mit Brian May (Gwilym Lee), Roger Taylor (Ben Hardy) und John Deacon (Joseph Mazello) im Jahre 1970 die Band Queen. Während die Band sehr erfolgreich wird und nach außen hin eine glitzernde Fassade aufbaut sieht es hinter den Kulissen ganz anders aus: Freddie kämpft damit sich seine Homosexualität einzugestehen …

Hier kann man nicht rational drüber schreiben oder gar urteilen: wenn man als Fan die Thematik rangeht ist man so sehr mit dem Herz dabei daß einen die Schwächen des Films nicht eine Sekunde lang stören werden. Dramaturgisch bzw. erzählerisch könnte man dem Film manches vorwerfen, z.B. daß er keinen Schwerpunkt hat: eine Biographie der Band, ein direkter Blick auf Mercury selbst, ein Betrachten der Musik – all solche Elemente sind drin, werden aber letztlich zu einem Unterhaltungsfilm verdampft. Heißt, man hat eigentlich eine komplette Standardstory einer Band die sich findet, aufsteigt, strauchelt, sich wieder vereint und einen fuliminanten Showdown zieht, in dem Falle das Live Aid Konzert. Inhaltlich nähert sich der Film der Figur Mercurys auch nicht richtig an, zeigt ihn oberflächlich als komischen Kauz, aber netten Kerl und die emotionale Fallhöhe ist dabei auch nicht besonders hoch. Aber was stört das wenn man am Ende kriegt was das Fanherz wünscht: die Jungs werden trotz mancher Macken als sympathischer Haufen gezeigt und die Musikeinlagen sind wuchtig und episch, wenn auch überlang inszeniert. Schade nur daß bei den finalen Konzertszenen die Spezialeffekte nur so überschaubar ausfallen.

Fazit: Inhaltlich zwar emotional, aber etwas seicht, doch die Musikeinlagen und sympathische Darstellung der Personen wird dem Fan für alles genügen!

Rating: ★★★★☆

Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=XFZjnZYXpGo&t=6s

Der Buchladen der Florence Green

Die verwitwete Florence Green (Emily Mortimer) zieht in den 50er Jahren in die Küstenstadt Hardborough. Dort eröffnet sie eine Buchhandlung beginnt die Anwohner des Ortes für Literatur zu begeistern – macht sich damit aber die einflussreiche Violet Gamart (Patricia Clarkson) zur Feindin …

Hier bin ich wohl selber ein wenig Opfer meiner eigenen Erwartungen geworden: ich hatte den Trailer nicht wirklich gesehen, nur das Cover und die Story gelesen. Daraus hatte ich wohl eine Art „Bücherversion“ von Chocolat erwartet, in dem eine Frau mittels lesen zauber und Begeisterung in ein kleines Dorf trägt. So kommt der fertige Film aber nicht daher: es ist ein fast schon düssteres Drama über eine offenherzige Frau mit ehrlichem, guten Anliegen der von allen Seiten Steine in den Weg gelegt werden. Dabei sind insbesondere die Szenen in denen sie mit Bill Nighy zu tun hat emotional und bewegend, der Rest macht einen bei dem Groll der Emily Mortimer entgegen schlägt geradezu wütend. Die kleine, feine britische Komödie die ich mir gewünscht habe war es leider nicht, dafür ein trauriger, feinfühliger Stoff darüber wie auch gute Absichten scheitern können – ohne daß man sich nachher schlecht fühlt.

Fazit: Traurig, aber irgendwo doch optimistisch!

Rating: ★★★★☆

A Beautiful Day

Kriegsveteran und Ex-FBI-Agent Joe (Joaquin Phoenix) verdient sein Geld indem er Mädchen aus Mädchenhändlerringen befreit wobei er alleine und gewaltreich vorgeht. Privat versorgt er liebevoll seine senile Mutter. Dann aber droht ein Auftrag aus dem Ruder zu laufen …

Joaquin Phoenix als traumatisierter Einzelkämpfer der entführte Kinder freikloppt – das klang in der Tat nach ein wenig mehr routinierter Action mit Thrillereinlagen. Der Film fällt jedoch fast unter den Oberbegriff Kunstfilm: es geht weniger um die geschehenen Handlungen, nur um die darin feststeckenden Figuren, d.h die Action wird mitunter nicht mal richtig gezeigt. Der Fokus liegt auf einem großartigen, seelisch zermürbten Phoenix und der fast traumartigen Sicht darauf wie er in eine politische Intrige gerät. Dabei wird wenig gesprochen, viel gemordet und insgesamt wird mit Musik und anderen Elementen eine unfassbare Atmosphäre der Schwere und des Schmerzes erzeugt. Sicherlich kein leicht verdaulicher Titel und sicehrlich nichts was man so nebenbei guckt.

Fazit: Brutales, verstörendes Drama mit Thrillerhandlung, stellenweise aber fast kunstvoller Inszenierung!
Rating: ★★★☆☆

25 km/h

Christian (Lars Eidinger) und Georg (Bjarne Mädel) sind zwar Brüder, haben aber seit 30 Jahren keinen Kontakt mehr. Erst auf der Beerdigung ihres Vaters sehen sie sich wieder und beschließen nach einigem Streit eine Reise zu unternehmen die sie schon als Kinder geplant haben: mit zwei Motorrollern vom Schwarzwald bis nach Rügen …

Zwei Mitvierziger die einfach mal eine Auszeit von ihrem gescheiterten Leben brauchen rollen auf zwei alten Mopeds durch die Gegend – das ist schon die ganze Handlung für diesen typischen „Episodes of the Road“ Film. Den Figuren passieren Dinge, sie begegnen Menschen und führen hier und da kleine Dialoge, meist beim Essen – das sind oftmals schöne und gute Momente in sich, aber wie wahllos zusammengesteckte Komponenten wenn es darum geht wirklich eine Geschichte an den Mann zu bringen. Ebenso hat man bei den wahllos zusammengesammelten Gastdarstellern oftmals das Gefühl daß die nur für einen Drehtag am Set waren und so schnell wie möglich so viel wie möglich abgearbeitet haben. Ordentlich gespielt ist das alles, ebenso absolut kinotauglich in Szene gesetzt mit wundervollen Landschaftsaufnahmen und von den beiden Hauptdarstellern auch wunderbar getragen – trotzdem hat man hinterher mitunter das Gefühl ein schickes Nichts geschaut zu haben.

Fazit: Solides Road Movie das viele Fragen offen läßt, aber passabel unterhält!