Ballon

Die Familien Strelzyk und Wetzel planen im Jahre 1979 die Flucht aus der DDR. Diese soll mittels einem selbst gebastelten Heißluftballon gelingen, scheitert aber kurz vor dem Ziel. Fortan müssen einerseits ihre Spuren verwischen und im Stillen einen neuen Ballon bauen …

Endlich: Michael Bully Herbig macht mal einen ernsthaften Film. Darauf habe ich mich sehr gefreut, einfach weil ich seine bisherigen Werke auch immer unter dem handwerklichen Aspekt gesehen habe und ihn für einen der fähigsten deutschen Regisseure halte. Einer der hier auch großartiges Material zur Verfügung hat: Die Story ist eigentlich recht schlicht, zwei Familien unternehmen zwei Fluchtversuche, aber daraus resultieren Unmengen an Spannungsmomenten: die Paranoia, die Belastung, die Bedrohung und die Angst der Familien davor entdeckt zu werden reicht alleine schon um trotz des bekannten Ausgangs die Spannung hochzujubeln. Negativ fallen ein paar schlechte Effekte auf (das Berlin der damaligen Zeit sieht mitunter etwas klobig aus) und eine sehr plump eingesetzte Traumsequenz, aber das ist jammern auf hohem Niveau. Anonsten hat man eine bewegende Geschichte, sympathische und engageirte Darsteller und eben das Ausloten von Spannung überall wo es geht – und definitiv ganz großes deutsches Kino,

Fazit: Spannungskino vom Feinsten, dazu eine Würdigung des unglaublcihen Muts zweier Familien!

Rating: ★★★★★

7 Tage in Entebbe

Am 27. Juni 1976 wird die Air France Maschine 139 auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris von Terroristen überfallen und ins ugandische Entebbe umgeleitet. Die Terroristen, darunter Wilfried Böse (Daniel Brühl) und Brigitte Kuhlmann (Rosamund Pike) und zwei Mitglieder der Volksfront zur Befreiung Palästinas, wollen die Freilassung palästinensischer Gefangener im Austausch gegen die israelischen Geiseln an Bord erpressen. Daraus resultieren sieben furchtbare Tage …

Wieder einmal eine dramaturgisch angepasste Version realer Ereignisse – mir sind die echten Vorgänge wage bewußt oder zumindest habe ich Teile davon schon mal gehört, aber so genau hingesehen habe ich bislang nicht. Ich habe es wohl vorrangig als einen Daniel Brühl Film gesehen und dieser als Darsteller dominiert das Geschehen, ebenso wie Rosamunde Pike. Trotzdem kann ich mit den Ereignissen und dem Ablauf keine emotionale Bindung erreichen: alleine das im Intro Tänzer zu sehen sind die dann auch auf dem dramatischen Höhepunkt so eingeblendet werden entreißt mir das Gefühl eine Nacherzählung zu sehen sondern eben einen Auf Spannung bedachten Thriller. Einen den man durchaus schauen und spannend finden kann, aber keinen, der mir wirklich einen kokreten Überblick über die passierten Ereignisse gibt.

Fazit: Solide inszeniert und gespielt, gibt mir aber keine wirkliche emotionale Bindung zu den Beteiligten!
3 Punkte