Ghost Stories

Professor Philip Goodman (Andy Nyman) untersucht drei paranormale Fälle um sie als Betrug zu entlarven. Allerdings muß er bald feststellen daß die genannten Fälle sehr wohl wahre Dinge enthalten …

Och joa … genau das und keinen Funken mehr. Ich hatte diesen Film als Horrofilm gekennzeichnet gesehen und entsprechendes erwartet, bei genauerem hinsehen ist es aber sanfter Grusel mit Mysteryflair. Im Grunde als würde man eine alte, aber gute Folge Akte X sehen: ein wenig Geisterzeug, ein paar Erschrecker, ein wenig Gerede und Rätsel – und dann ists auch schon vorbei. Ich kann verstehen daß dieser hier nicht allzu dick in den Medien präsent war, obwohl er mit Martin Freeman durchaus ein prominentes Zugpferd dabei hat, hoffe aber daß er im Heimkino und auf den Streaming Portalen noch ein wenig wahrgenommen wird. Schon alleine weil ich wissen möchte ob es auch andere gibt die bei der Auflösung an einen bestimmten DiCaprio Film erinnert werden.

Fazit: Kleine, solide und unaufdringliche Gruselnummer, nett, sympathisch und nicht sehr auffällig!

The Hate U give

Die 16-jährige Starr Carter (Amandla Stenberg) stammt aus einer ärmlichen Wohngegend und besucht eine Privatschule für privilegierte Schüler. Dann muß sie sehen wie ihr bester Freund Khalil (Algee Smith) von einem Polizisten erschossen wird – und ihre Welt gerät aus dem Gleichgewicht …

Ich konnte den Film vier Monate vor Kinostart im Rahmen einer Aktion gegen Fremdenhass schauen und dafür hätte er kaum passender sein können; obendrein basiert er auf einem Buch das ich aber nicht gelesen habe. Deswegen konnte ich mich recht unvorbelastet darauf einlassen und wußte eigentlich nichts, außer eben der Wendung mit der die Handlung in Gang setzt. Und war mehr als geflasht: gut, das Ding ist 132 Minuten an und fühlte sich stellenweise wie ein fünf Stunden Streifen an, nicht wegen Langeweile sondern weil einfach jedes Zeitgefühl verloren ging. Nach dieser Zeit nahm ich aber einiges an Diskussionsmaterial mit und einiges an Gedanken, vor allem aber ein Fazit: es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern jede Menge verschiedene und plausible Standpunkte. D.h. jede der Figuren hat nachvollziehbare Gründe und Sichtweisen die in fast unerträglicher Weise auf die Hauptfigur zustürzen die sich zwischen allen Fronten wiederfindet. Das emotionale und redereiche Drama wird dann zum Ende relativ actionlastig und laut, findet aber zum Ende eine großartige Szene in der eine Krisensiatuation unglaublich gut gelöst wird – das alleine hängt lange nach. Wie auch die großartigen Darsteller die ungemein lebenswecht daherkommen. Ob der Film zum Start die entsprechende Aufmerksamkeit bekommt weiß ich nicht – es ist aber definitiv zu hoffen.

Fazit: Emotional, vielschichtig und stellenweise wirklich krass – läßt einen nicht kalt!

Rating: ★★★★★

The 15:14 to Paris

Am 21. August 2015 beginnt ein Terrorist im Thalys-Zug 9364 von Amsterdam nach Paris auf die Passagiere zu schießen. Durch Zufall sind die amerikanischen Soldaten Anthony Sadler, Alek Skarlatos und Spencer Stone im Zug und greifen engagiert ein …

Das muß auf dem Papier ein unglaublich tolles Konzept gewesen sein was aber in der umgesetzten filmischen Form nicht funktioniert: ein paar Soldaten treffen durch Zufall auf einen Terroristen und intervenieren als dieser ein Attentat begehen will – dieser Vorgang filmisch aufgearbeitet mit den echten Soldaten die sich selbst spielen, das auch noch unter der Regie von Clint Eastwood. Wie gesagt, tolles Konzept, aber eine Krücke in der Umsetzung: der Vorfall im Zug geht nur wenige Augenblicke lang, wie füllt man damit einen 90 Minuten Film? Indem man die Figuren bis auf den Grund beleuchtet und Rückblenden in ihre Kindheit, ihre Jugend und all diese Dinge einbaut die zwar nett sind, aber eigentlich total belanglos. Darstellerisch geht die Geschichte auch nicht auf (und das nicht nur weil jedwede Ernsthaftigkeit früh aus dem Film weicht wenn ein von Steve Urkel dargestellter Lehrer auftritt) da die Männer Soldaten sind und keine Schauspieler und das passierte sicherlich lebensnah wiedergeben können – aber kaum einen Film wirklich zu tragen vermögen. Gefilmt ist das alles zwar recht solide, aber auch so uninteressant daß trotz der tragioschen realen Hintergründe kaum Gefühl aufkommt.

Fazit: Heldenverehrung mit gutem Konzept, aber nicht passender Umsetzung.