Im Zweifel glücklich

Brad Sloan (Ben Stiller) sieht sich mit seinem Sohn Troy (Austin Abrams) Colleges an und wird von Erinnerungen heimgesucht. Vor allem hat er das Gefühl in seinem Leben nicht genug erreicht zu haben. Deswegen ist er auch sehr gehemmt mit seiner alten Clique Kontakt aufzunehmen …

Die zwei Seiten des Ben Stillers: der Mann kann Komödie und hat dieses Image ja über viele Jahre sehr eifrig bedient, ebenso hat es aber immer mal wieder Dramen und ernsthaftere Filme gegeben in denen er nicht unbedingt die sympathischsten Zeitgenossen spielte. Dieser hier fällt wohl auch darunter, wobei er kein wirkliches Arschloch spielt, sondern einfach einen unzufriedenen Mann der nichts anders macht als sich mit anderen zu vergleichen. An dieser von Unzufriedenheit und Neid geplagten Weltsicht hat man als Zuschauer teil und kann entscheiden wie viel man davon mitnimmt: heißt, man kann jeden einzelnen Gedanken nachvollziehen, mu0 aber für sich entscheiden ob man sie teilt oder gar bei sich selbst entdeckt oder ob man das alles restlos ablehnt. Ansonsten ist der Film in ruhigem Braunton gefilmt, ohne spektakuläre Aspekte, aber ebenso wenig mit Dingen die man großartig beklagen könnte. Auf dem Streamingdienst Amazon ist er definitiv richtig aufgehoben da er auch eine Eigenproduktion ist, ins Kino hätte er nicht gemußt.

Fazit: Kleiner, sympathischer Film mit stellenweise unangenehmen Momenten!

Rating: ★★★☆☆

Solange ich atme

Für Robin Cavendish (Andrew Garfield) und Diana (Claire Foy) ist es Liebe auf den ersten Blick. Das Glück ist jedoch von kurzer Dauer als bei Robin nach einer Geschäftsreise Polio entdeckt wird. Obwohl er im Krankenhaus bleiben müsste holt Diane ihn nach Hause und will ihn selbst bis zum Ende versorgen …

Ein weiterer Versuch von Andrew Garfield sein Gesicht vom Spiderman Image zu lösen und sich als Charakterdarsteller zu etablieren – und mit Rollen wie diesen acht er das garnicht schlecht, zumindest ist dies ein Film der nicht auf ihn ausgerichtet ist. Es sit statt dessen die Biographie eines straken und besonderen Mannes der unfassbares erträgt und es ist sehr überraschend wer auf dem Regiestuh gesessen hat, nämlich niemand anders als „Caesar“ und Gollum Darsteller Andy Serkis. Der schafft es ein ruhiges, mitunter mit leichtem humor versetztes Drama zu erzählen das zwar im Kern ein Kranken und Sterbedrama ist, diese Geschichte aber in einer ungewöhnlichen Zeit spielen läßt. Es könnten nur manche darauf reinfallen und etwas anderes erwarten da die Aufmachung es wohl bewußt wie inen reinen Liebesfilm aussehen läßt – das ist er zwar auch, aber nichtin der romantischen Form wie es z.B. das Cover suggeriert.

Fazit: Leiser Film mit sensiblen Figuren, trotz des schlimmen Themas nicht bleischwer!

Ballon

Die Familien Strelzyk und Wetzel planen im Jahre 1979 die Flucht aus der DDR. Diese soll mittels einem selbst gebastelten Heißluftballon gelingen, scheitert aber kurz vor dem Ziel. Fortan müssen einerseits ihre Spuren verwischen und im Stillen einen neuen Ballon bauen …

Endlich: Michael Bully Herbig macht mal einen ernsthaften Film. Darauf habe ich mich sehr gefreut, einfach weil ich seine bisherigen Werke auch immer unter dem handwerklichen Aspekt gesehen habe und ihn für einen der fähigsten deutschen Regisseure halte. Einer der hier auch großartiges Material zur Verfügung hat: Die Story ist eigentlich recht schlicht, zwei Familien unternehmen zwei Fluchtversuche, aber daraus resultieren Unmengen an Spannungsmomenten: die Paranoia, die Belastung, die Bedrohung und die Angst der Familien davor entdeckt zu werden reicht alleine schon um trotz des bekannten Ausgangs die Spannung hochzujubeln. Negativ fallen ein paar schlechte Effekte auf (das Berlin der damaligen Zeit sieht mitunter etwas klobig aus) und eine sehr plump eingesetzte Traumsequenz, aber das ist jammern auf hohem Niveau. Anonsten hat man eine bewegende Geschichte, sympathische und engageirte Darsteller und eben das Ausloten von Spannung überall wo es geht – und definitiv ganz großes deutsches Kino,

Fazit: Spannungskino vom Feinsten, dazu eine Würdigung des unglaublcihen Muts zweier Familien!

Rating: ★★★★★

7 Tage in Entebbe

Am 27. Juni 1976 wird die Air France Maschine 139 auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris von Terroristen überfallen und ins ugandische Entebbe umgeleitet. Die Terroristen, darunter Wilfried Böse (Daniel Brühl) und Brigitte Kuhlmann (Rosamund Pike) und zwei Mitglieder der Volksfront zur Befreiung Palästinas, wollen die Freilassung palästinensischer Gefangener im Austausch gegen die israelischen Geiseln an Bord erpressen. Daraus resultieren sieben furchtbare Tage …

Wieder einmal eine dramaturgisch angepasste Version realer Ereignisse – mir sind die echten Vorgänge wage bewußt oder zumindest habe ich Teile davon schon mal gehört, aber so genau hingesehen habe ich bislang nicht. Ich habe es wohl vorrangig als einen Daniel Brühl Film gesehen und dieser als Darsteller dominiert das Geschehen, ebenso wie Rosamunde Pike. Trotzdem kann ich mit den Ereignissen und dem Ablauf keine emotionale Bindung erreichen: alleine das im Intro Tänzer zu sehen sind die dann auch auf dem dramatischen Höhepunkt so eingeblendet werden entreißt mir das Gefühl eine Nacherzählung zu sehen sondern eben einen Auf Spannung bedachten Thriller. Einen den man durchaus schauen und spannend finden kann, aber keinen, der mir wirklich einen kokreten Überblick über die passierten Ereignisse gibt.

Fazit: Solide inszeniert und gespielt, gibt mir aber keine wirkliche emotionale Bindung zu den Beteiligten!
3 Punkte

Verliebt in meine Frau

Daniel (Daniel Auteuil) trifftt seinen alten Freund Patrick (Gérard Depardieu) wieder und lädt ihn zum Essen mit seiner Frau Isabelle (Sandrine Kiberlain) ein. Leider taucht der mit seiner Freundin Emma (Adriana Ugarte) auf die auf ihr Umfeld eine ungute Wirkung hat …

Ich habe eine eigene Maßeinheit in der ich französische Filme bewerte: den Grad der Hysterie. Am schlimmsten sind für mich dann meistens die Filme von Christian Clavier in denen schnell geredet wird, es laut zugeht und die Hauptfiguren oftmals unter Streß stehen. Dagegen stehen sanfte Filme wie „Frühstück bei Monsieur Henri“ die durchaus Witz, aber auch Herz und Gefühl besitzen. Dieser hier landet dann dabei irgendwo im belanglosen Mittelfeld: vier Menschen verbringen ein Abendessen zusammen, aber anstatt in einen cleveren oder spannenden Dialogfilm zu gehen setzt der Film Altherrenphantasien ein in der die notgeile Hauptfigur hinter einer jungen Frau hersabebrn darf. Das wird zum Glück nicht so peinlich wie es hätte werden können, bringt aber trotzdem kaum reizvolle Momente und schafft es ebenso irgendwann den Zuschauer so in die Irre zu führen daß man nicht mehr weiß was jetzt real oder was schon wieder eine Phantasie ist. Leider setzt sich der Film zwischen die Stühle: zu unlustig für eine Komdie, zu seicht für ein Drama. Trotzdem aber: nicht so aufgedreht wie andere französische Werke.

Fazit: Hamrlose und kurze Komdöie mit ein paar Schmunzlern, aber zu viel Verwirrungen!

Rating: ★★☆☆☆

Ghost Stories

Professor Philip Goodman (Andy Nyman) untersucht drei paranormale Fälle um sie als Betrug zu entlarven. Allerdings muß er bald feststellen daß die genannten Fälle sehr wohl wahre Dinge enthalten …

Och joa … genau das und keinen Funken mehr. Ich hatte diesen Film als Horrofilm gekennzeichnet gesehen und entsprechendes erwartet, bei genauerem hinsehen ist es aber sanfter Grusel mit Mysteryflair. Im Grunde als würde man eine alte, aber gute Folge Akte X sehen: ein wenig Geisterzeug, ein paar Erschrecker, ein wenig Gerede und Rätsel – und dann ists auch schon vorbei. Ich kann verstehen daß dieser hier nicht allzu dick in den Medien präsent war, obwohl er mit Martin Freeman durchaus ein prominentes Zugpferd dabei hat, hoffe aber daß er im Heimkino und auf den Streaming Portalen noch ein wenig wahrgenommen wird. Schon alleine weil ich wissen möchte ob es auch andere gibt die bei der Auflösung an einen bestimmten DiCaprio Film erinnert werden.

Fazit: Kleine, solide und unaufdringliche Gruselnummer, nett, sympathisch und nicht sehr auffällig!

The Hate U give

Die 16-jährige Starr Carter (Amandla Stenberg) stammt aus einer ärmlichen Wohngegend und besucht eine Privatschule für privilegierte Schüler. Dann muß sie sehen wie ihr bester Freund Khalil (Algee Smith) von einem Polizisten erschossen wird – und ihre Welt gerät aus dem Gleichgewicht …

Ich konnte den Film vier Monate vor Kinostart im Rahmen einer Aktion gegen Fremdenhass schauen und dafür hätte er kaum passender sein können; obendrein basiert er auf einem Buch das ich aber nicht gelesen habe. Deswegen konnte ich mich recht unvorbelastet darauf einlassen und wußte eigentlich nichts, außer eben der Wendung mit der die Handlung in Gang setzt. Und war mehr als geflasht: gut, das Ding ist 132 Minuten an und fühlte sich stellenweise wie ein fünf Stunden Streifen an, nicht wegen Langeweile sondern weil einfach jedes Zeitgefühl verloren ging. Nach dieser Zeit nahm ich aber einiges an Diskussionsmaterial mit und einiges an Gedanken, vor allem aber ein Fazit: es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern jede Menge verschiedene und plausible Standpunkte. D.h. jede der Figuren hat nachvollziehbare Gründe und Sichtweisen die in fast unerträglicher Weise auf die Hauptfigur zustürzen die sich zwischen allen Fronten wiederfindet. Das emotionale und redereiche Drama wird dann zum Ende relativ actionlastig und laut, findet aber zum Ende eine großartige Szene in der eine Krisensiatuation unglaublich gut gelöst wird – das alleine hängt lange nach. Wie auch die großartigen Darsteller die ungemein lebenswecht daherkommen. Ob der Film zum Start die entsprechende Aufmerksamkeit bekommt weiß ich nicht – es ist aber definitiv zu hoffen.

Fazit: Emotional, vielschichtig und stellenweise wirklich krass – läßt einen nicht kalt!

Rating: ★★★★★

The 15:14 to Paris

Am 21. August 2015 beginnt ein Terrorist im Thalys-Zug 9364 von Amsterdam nach Paris auf die Passagiere zu schießen. Durch Zufall sind die amerikanischen Soldaten Anthony Sadler, Alek Skarlatos und Spencer Stone im Zug und greifen engagiert ein …

Das muß auf dem Papier ein unglaublich tolles Konzept gewesen sein was aber in der umgesetzten filmischen Form nicht funktioniert: ein paar Soldaten treffen durch Zufall auf einen Terroristen und intervenieren als dieser ein Attentat begehen will – dieser Vorgang filmisch aufgearbeitet mit den echten Soldaten die sich selbst spielen, das auch noch unter der Regie von Clint Eastwood. Wie gesagt, tolles Konzept, aber eine Krücke in der Umsetzung: der Vorfall im Zug geht nur wenige Augenblicke lang, wie füllt man damit einen 90 Minuten Film? Indem man die Figuren bis auf den Grund beleuchtet und Rückblenden in ihre Kindheit, ihre Jugend und all diese Dinge einbaut die zwar nett sind, aber eigentlich total belanglos. Darstellerisch geht die Geschichte auch nicht auf (und das nicht nur weil jedwede Ernsthaftigkeit früh aus dem Film weicht wenn ein von Steve Urkel dargestellter Lehrer auftritt) da die Männer Soldaten sind und keine Schauspieler und das passierte sicherlich lebensnah wiedergeben können – aber kaum einen Film wirklich zu tragen vermögen. Gefilmt ist das alles zwar recht solide, aber auch so uninteressant daß trotz der tragioschen realen Hintergründe kaum Gefühl aufkommt.

Fazit: Heldenverehrung mit gutem Konzept, aber nicht passender Umsetzung.

Roman J Israel

Diverse Ereignisse bringen das Leben von Roman Israel (Denzel Washington) aus dem Takt: sein Mentor stirbt und er muß in der Kanzlei von George Pierce (Colin Farrell) anfangen. Durch Gleichberechtigungsaktivistin Maya Alston (Carmen Ejogo) kommt Oman selbst auf den Gedanken das System gezielt auszunutzen …

Ein Blick aufs Cove reicht um festzustellen: dieser Film ist ein Spielplatz für Denzel Washington, ein Film bzw. eine Rolle in der er sich austioben kann. Das alleine reichte mir, da ich in die Handlung nicht richtig reingekommen bin; Denzel Washington gibt einfach einen komischen, nicht unsympathischen Kauz aus dessen Blickfeld wir seine Weltr sehen. Die führt von einer Anwaltskanzlei zur Tätigkeit in einer Firma, diversen Juristereien und viel Gemauschel – und dazwischen spaziert Denzel als lustige Hauptfigur herum. Das dürften manche recht mager finden, manche sehr einseitig weils außer einer kurzen Verfolgungsjagd auch actionarm bleibt und viele mögen es nicht wenn stundenlang nur geredet wird – wer sich aber mal versucht in die Thematik reinzuarbeiten kann vielleicht einen recht attratktiven Titel vorfinden. Für mich hats eben nicht geklappt – ich respektiere aber den Versuch.

Fazit: Redseliger Jurafilm, nicht für jedermann, aber genau das richtige für Denzel!

Rating: ★★★☆☆

I can only imagine

Der an sich grundgute Junge Bart Millard (Brody Rose) leidet schwer unter seinem bösartigen Vater Arthur (Dennis Quaid). Nach der Schule hält es Bart nicht mehr aus, verläßt seine Heimatstadt und versucht mit seiner Band Erfolg zu haben. Schon bald erkennt er aber daß ihm das nur gelingen kann wenn er sich mit seiner Vergangenheit versöhnt …

Eine wahre Geschichte die ich mal wieder nicht kannte, ich kannte nicht mal das titelgebende Lied oder die Person Bart Millard deren Geschichte hier erzählt wird. Aber ich kam damit sehr gut zurecht, vielleicht ja auch weil ich so völlig unbelastet und unvoreingenommen rangehen konnte. Der Film liefert eine ungemein positive und liebenswerte Hauptfigur und fährt dann zweigleisig: er ist einerseits ein Musikfilm, eine konventionelle Erfolgsstroy eben, auf der anderen Seite liegt ein fetter Schwerpunkt auf dem Vater Sohn Drama in dem Dennis Quaid eine der scheußlichsten Leinwandfiguren ever spielt. Diese beiden Ebenen kollidieren erfreulicherweise nicht miteinander sondern ergeben ein homogenes Ganzes – lediglich die letzten paar Sekunden in denen der Film auf einmal zu einem Kirchenwerbespot wird trüben das Gesamtererignis.

Fazit: kleiner, leiser, durchweg sympathischer Film mit starken Musikmomenten!

Rating: ★★★★☆